Langnau im Emmental

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Langnau im Emmental
Wappen von Langnau im Emmental
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Emmentalw
BFS-Nr.: 0902i1f3f4
Postleitzahl: 3550
UN/LOCODE: CH LGU
Koordinaten: 626413 / 199227Koordinaten: 46° 56′ 37″ N, 7° 47′ 8″ O; CH1903: 626413 / 199227
Höhe: 736 m ü. M.
Fläche: 48,5 km²
Einwohner: 9241 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 191 Einw. pro km²
Gemeindepräsident: Walter Sutter (SVP)
Website: www.langnau-ie.ch
Langnau im Emmental

Langnau im Emmental

Karte
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Logo der Gemeinde Langnau im Emmental

Langnau im Emmental ist eine politische Gemeinde und Hauptort des Verwaltungskreises Emmental des Kantons Bern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langnau liegt am Unterlauf der Ilfis ungefähr auf halbem Weg zwischen Bern und Luzern und ist das Handels-, Gewerbe- und Dienstleistungszentrum für die etwa 50'000 Einwohner des oberen Emmentals. Die Gemeinde erstreckt sich auf ca. 24 Quadratkilometer landwirtschaftliche Nutzfläche, die durch ein insgesamt 170 Kilometer langes Strassennetz erschlossen ist. Zwei Drittel der rund 9000 Einwohner wohnen in den Dorfteilen Langnau und Bärau, ein Drittel im Streusiedlungsgebiet der rund 50 auf dem Boden der Gemeinde gelegenen Seiten- und Quertäler («Gräben») der Ilfis, deren längste der Oberfrittenbachgraben und der von der Gohl durchflossene Gohlgraben sind. Der tiefste Punkt liegt auf 650 m ü. M., die höchste Stelle auf 1328 m ü. M.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Ortsansicht (ca. um 1800)

Obwohl das Gebiet von Langnau bereits in frühgeschichtlicher Zeit bewohnt war, taucht der Name «Langenouwa» erstmals im 13. Jahrhundert auf. Der Siedlungskern liegt der Überschwemmungsgefahr wegen nicht im Flusstal der Ilfis (der «langen Au»), sondern am Hang des Dorfberges; schon vor der Gründung des Klosters Trub im Jahre 1125 muss hier eine dem Heiligen Martin geweihte Kirche gestanden haben.

1386 nach der Schlacht bei Sempach kam das Dorf unter die Herrschaft der Stadt Bern, gehörte von 1406 bis 1798 zur Landvogtei Trachselwald und wurde in der Helvetik zum Amtssitz des Bezirkes Oberemmental, der dem heutigen Amtsbezirk Signau entspricht.

Schon im Mittelalter besass Langnau das Marktrecht, was für ein Dorf aussergewöhnlich und normalerweise ein Privileg städtischer Gemeinwesen ist. Es wird erstmals 1467 in einem Erlass der Berner Regierung erwähnt, muss aber schon lange zuvor bestanden haben. Der traditionelle «Langnou Märit» findet noch heute jährlich sechs Mal statt, nämlich als Fasnachts-, Sommer- und Herbstmarkt, als Kalter Markt im November und als Weihnachtsmarkt.

1527 wurde in Langnau die katholische Messfeier abgeschafft, und das Dorf übernahm im bernischen Gebiet eine Vorreiterrolle bei der Einführung der Reformation. Von 1673 bis 1676 wurde auf Anregung des mit Langnau eng verbundenen Berner Schultheissen Samuel Frisching (I.) und unter Abraham Dünz, dem Werkmeister der Bauhütte am Berner Münster, am Standort des mittelalterlichen Vorgängerbaus die heutige reformierte Kirche Langnau errichtet. Schon zuvor war es zu heftigen Verfolgungen der Täufer gekommen, die erst um 1730 aufhörten (siehe: Geschichte des bernischen Täufertums). Im Pfarrhaus von Langnau wuchsen u. a. der Pfarrer und Dichter Gottfried Strasser, die Jugendschriftstellerin Elisabeth Müller und der Musiker Jörg Ewald Dähler auf.

Im 18. Jahrhundert wurde Langnau über die Landesgrenzen hinaus bekannt durch das Wirken des «Wunderdoktors» Michael Schüppach.

Ab 1836 wurden in Langnau die ersten Schwyzerörgeli, die sogenannten «Langnauerli», hergestellt. Während Langnau im 19. Jahrhundert als «Patriotennest» und Hochburg des politischen Liberalismus gegolten hatte, führte die Gründung der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (der heutigen SVP) am Ende des Ersten Weltkrieges zu einem lokalen Machtwechsel. 1864 wurde der Bahnhof Langnau als Endstation der Eisenbahnlinie Bern-Langnau eröffnet. Seit 1875 besteht die durchgehende Eisenbahnstrecke Bern-Luzern über Langnau, und 1881 wurde Langnau auch Endstation der Linie Burgdorf–Langnau.

1932 wurde in Langnau die katholische Kirche Heilig Kreuz eingeweiht.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langnau liegt an der Bahnlinie Bern–Luzern. Für den motorisierten Individualverkehr besteht momentan (Stand 2017) kein direkter Zugang zum Nationalstrassennetz. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse befinden sich in Muri/BE (28 km), Lyssach/BE (26 km) oder Emmenbrücke/LU (52 km).

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als regionale Zentrumsgemeinde besitzt Langnau eine gut ausgebaute öffentliche Infrastruktur (Hallenbad, Tennisplätze, einige Sportplätze, Eisstadion). Dazu kommen ein Spital mit 24-Stunden-Notfallstation, ein Kranken- und Pflegeheim sowie die Heimstätte Bärau. Ebenfalls in Langnau beheimatet ist die Musikschule Oberemmental.

Kultur und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der relativ weiten Distanz nach Bern verfügt Langnau über ein reiches kulturelles Angebot. Aushängeschilder sind die jährlich Ende Juli stattfindenden Jazz Nights sowie das alle drei Jahre stattfindende Cartoon Festival Langnau. Im Dorf selbst gibt es ein Museum, welches in einem 500 Jahre alten Gebäude namens «Chüechlihus» untergebracht ist. Bekannt ist Langnau auch wegen des Eishockeyclubs SCL Tigers, der hier sein Heimstadion hat.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langnau bietet über 4000 Arbeitsplätze mit folgender Verteilung auf die wichtigsten Branchen (gerundete Zahlen):

Branche Arbeitsplätze
Landwirtschaft 450
Baugewerbe 700
Handel 500
Gesundheit 350
Maschinen 200
Dienstleistung 800
Gemeinde- und Kantonsverwaltung 100
übrige 900
Langnauer «Hochzeitsschüssel» um 1800, aus dem Schlossmuseum Burgdorf

Das Gewerbe ist geprägt von der Land- und Forstwirtschaft, holzverarbeitenden Betrieben, einer Fabrik für Frisch-, Schmelz- und Fonduekäseproduktion, einem Fleischverarbeitungszentrum mit modernem Schlachthof sowie kleineren und mittleren Industriebetrieben. Neben innovativer Technik, insbesondere im Druckereiwesen und im Bereich des Maschinenbaus und der Herstellung von Maschinen-Zubehör, findet sich noch altes Handwerk (Töpferei, Gerberei, Kupferschmiede). Seit dem 17. Jahrhundert wird die bekannte Langnauer Keramik produziert.

Direkt beim Bahnhof Langnau wurden ehemalige Emmentalerkäse-Reifungskeller (zum Teil über 150-jährig und bis 10 Meter unter der Erdoberfläche) umgenutzt und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Insgesamt 40 Sitze

Der Grosse Gemeinderat, welcher die Legislative der Gemeinde Langnau bildet, wird alle vier Jahre von den Stimmberechtigten im Proporz gewählt und weist folgende Sitzverteilung auf: SVP 16 Sitze, SP 10 Sitze, BDP 4 Sitze, FDP 4 Sitze, glp 3 Sitze und EVP 3 Sitze. Die rechts stehende Grafik zeigt die Sitzverteilung nach der Wahl vom 29. Oktober 2017.[2]

Als Exekutive der Gemeinde amtet der Gemeinderat. Er besteht seit der Wahl vom 29. Oktober 2017 aus 4 Mitgliedern der SVP, drei der SP und je einem der BDP und der FDP. Der Gemeinderat wird präsidiert von Gemeindepräsident Walter Sutter (SVP).[3]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2015 betrugen: SVP 35.0 %, SP 17.8 %, BDP 14.2 %, GPS 8.8 %, FDP 7.1 %, EVP 5.1 %, glp 5.0 %, EDU 3.3 %, Piraten 1.3 %, CVP 1.1 %.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Langnau im Emmental – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Verteilung der Sitze. Gemeinde Langnau, 29. Oktober 2017, abgerufen am 11. November 2017 (PDF).
  3. Ergebnisse Abstimmungen / Wahlen. Gemeinde Langnau, 29. Oktober 2017, abgerufen am 11. November 2017.
  4. Resultate der Gemeinde Langnau. Staatskanzlei des Kantons Bern, 18. Oktober 2015, abgerufen am 23. April 2016 (html).