Langrickenbach

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Langrickenbach
Wappen von Langrickenbach
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk: Kreuzlingen
BFS-Nr.: 4681i1f3f4
Postleitzahl: 8585 Herrenhof
8585 Langrickenbach
8585 Schönenbaumgarten
8585 Zuben
Koordinaten: 736046 / 273012Koordinaten: 47° 35′ 37″ N, 9° 14′ 51″ O; CH1903: 736046 / 273012
Höhe: 522 m ü. M.
Höhenbereich: 469–561 m ü. M.[1]
Fläche: 10,83 km²[2]
Einwohner: 1273 (31. Dezember 2019)[3]
Einwohnerdichte: 118 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
17,0 % (31. Dezember 2019)[4]
Website: www.langrickenbach.ch
Langrickenbach

Langrickenbach

Lage der Gemeinde
Mühlweiher (BW)Bommer WeierEmerzer WeierBiessenhofer WeierUntersee (Bodensee)BodenseeMainauBodenseeDeutschlandBezirk ArbonBezirk FrauenfeldBezirk WeinfeldenAltnauBottighofenErmatingenGottliebenGüttingenKemmentalKreuzlingenLangrickenbachLengwilMünsterlingenRaperswilenSalensteinTägerwilenTägermoosWäldiKarte von Langrickenbach
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Langrickenbach ist eine Gemeinde und eine Ortschaft[7] im Bezirk Kreuzlingen des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Die 1998 gebildete politische Gemeinde setzt sich aus der von 1803 bis 1997 bestehenden Munizipalgemeinde Langrickenbach mit den ehemaligen Ortsgemeinden Dünnershaus, Herrenhof, Langrickenbach und Zuben sowie der vormals zur Munizipalgemeinde Illighausen gehörenden Ortsgemeinde Schönenbaumgarten zusammen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langrickenbach liegt auf dem östlichen Ausläufer des Seerückens wenig entfernt vom Bodensee an der Strassenkreuzung SulgenAltnau und AmriswilKonstanz. Zur Ortsgemeinde Langrickenbach gehörten neben dem Dorf Langrickenbach die Weiler Belzstadel und Unter-Greut.

Die Nachbargemeinden von Langrickenbach sind im Norden Münsterlingen, im Osten Altnau, im Südosten Güttingen, im Südsüdosten Sommeri, im Süden Erlen, im Westen Birwinken und im Nordwesten Lengwil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrenhof und rechts davon Lang­rickenbach mit der Kirche im Jahr 1954

Erstmals urkundlich erwähnt wird Langrickenbach im Jahr 889 als Rihchinbahc. Wahrscheinlich die älteste Siedlung auf dem heutigen Gemeindegebiet liegt im Ortsteil Dünnershaus und heisst Lenzwil und kann seit 838 schriftlich nachgewiesen werden.

Langrickenbach kam mit Greut 1351 an die Herren von Helmsdorf. 1521 bis 1798 gehörte es zum Domkapitel Konstanz. Gegen niedergerichtliche Urteile musste beim Hofgericht in Konstanz appelliert werden. Belzstadel gehörte bis 1798 mehrheitlich zu Münsterlingen. Eine Kirche wurde um 900 erstmals erwähnt. Seit der Reformation 1529 besuchen die Katholiken von Langrickenbach die Kirche Altnau.[8]

In Langrickenbach wird Acker- und Obstbau, Viehzucht und Milchwirtschaft sowie Gemischtwaren-, Holz- und Viehhandel betrieben. 1862 ist ein sogenannter Musmüller erwähnt. Kattun­weberei ist 1835 bezeugt, Stickereien gab es etwa von 1880 bis 1913. Langrickenbach besitzt eine um 1900 erstmals erwähnte moderne Käserei.[8]

→ siehe auch Abschnitte Geschichte in den Artikeln Dünnershaus, Herrenhof TG, Schönenbaumgarten, und Zuben

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langrickenbach-blazon.svg

Blasonierung: In Rot ein durchgehendes weisses Kreuz, oben zwei weisse Kronen.[9]

Das Wappen von Langrickenbach übernimmt das Wappen des Domstifts Konstanz in vertauschten Farben und zeigt ausserdem zwei Kronen als Zeichen dafür, dass Kaiser Barbarossa bereits 1155 die Zugehörigkeit der Kirche Langrickenbach zum Domstift Konstanz bestätigte. Die Ortsgemeinde verwendete das Wappen ab 1955, die politische Gemeinde seit ihrer Bildung im Jahr 1998.[9]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Langrickenbach[10]
Bevölkerungsentwicklung von Langrickenbach
1850 1870 1900 1950 1990 2000 2010 2018 Bemerkung
Politische Gemeinde 1028 1119 1295
Munizipalgemeinde 1178 1118 1093 1014 879
Ortsgemeinde 177 154 153
Ortschaft Langrickenbach 79 141 587


 
2018 mit Aussenhöfen
Belzstadel 53 66
Eggethof 92 114 bis 1997 Ortsgemeinde Dünnershaus
Waldhof 50 42
Quelle [8] [10] [8] [10][11] [10][12] [7][10]

Von den insgesamt 1295 Einwohnern der Gemeinde Langrickenbach im Jahr 2018 waren 226 bzw. 17,5 % ausländische Staatsbürger. 597 (46,1 %) waren evangelisch-reformiert und 294 (22,7 %) römisch-katholisch. Die Ortschaft Langrickenbach zählte zu diesem Zeitpunkt 587 Bewohner.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die neu politische Gemeinde Langrickenbach ist strukturschwach. Im Jahr 2000 arbeiteten noch knapp zwei Fünftel der Erwerbstätigen im ersten Wirtschaftssektor.[8] Im Jahr 2016 bot Langrickenbach 233 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 47,0 % in der Land- und Forstwirtschaft, 18,7 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 34,3 % im Dienstleistungssektor tätig.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Langrickenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  4. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländerprozentsatz aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  5. a b Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  6. a b Schweizerische Arealstatstik. Abgeschlossen auf 1. Juli 1912. Herausgegeben vom Eidg. Statistischen Bureau. (Memento vom 12. April 2016 im Internet Archive)
  7. a b c Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  8. a b c d e Erich Trösch: Langrickenbach. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  9. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  10. a b c d e Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 und Wohnbevölkerung der Gemeinden und Vorjahresveränderung. Kanton Thurgau, 1990–2018. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabellen; jeweils 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  11. Ortschaften- und Siedlungsverzeichnis. Kanton Thurgau, Ausgabe 2005. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF; 1,7 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  12. Ortschaften- und Siedlungsverzeichnis. Kanton Thurgau, Ausgabe 2012. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF; 3,4 MB), abgerufen am 11. Mai 2020.