Lanxess

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LANXESS Aktiengesellschaft
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005470405
Gründung 1. Juli 2004
Sitz Köln, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 17.343 (Dezember 2013)[1]
Umsatz 8.300 Mio. (2013)[1]
Branche Chemische Industrie
Website www.lanxess.de

Die LANXESS Aktiengesellschaft mit Sitz in Köln ist ein Spezialchemie-Konzern.[2] Der Konzern entstand 2004 durch Ausgliederung der Chemie- und Teilen der Polymersparte der Bayer AG. Das Kerngeschäft von Lanxess bilden Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Kunststoffen, Kautschuken, Zwischenprodukten und Spezialchemikalien. Lanxess ist Mitglied in den führenden Nachhaltigkeitsindizes Dow Jones Sustainability Index und FTSE4Good. Am Umsatz gemessen ist Lanxess der neuntgrößte Chemiekonzern in Deutschland. Seit dem 24. September 2012 ist die Lanxess AG im deutschen Aktienindex DAX gelistet. [3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1863 zurück, dem Gründungsjahr der Bayer AG. Im November 2003 entschied der Bayer-Konzern im Rahmen einer großen Umstrukturierung weite Teile seiner Chemieaktivitäten und etwa ein Drittel des Polymergeschäfts in ein selbstständiges Unternehmen auszugliedern. [4] Am 1. Juli 2004 stellte sich Lanxess intern in den neuen Strukturen auf. Im November 2004 fand die außerordentliche Hauptversammlung der Bayer AG in Essen statt. Über 99 Prozent des anwesenden Kapitals stimmte für eine Abspaltung von Lanxess von Bayer.

Bei der Ausgliederung erhielten alle Bayer-Aktionäre pro zehn Bayer-Aktien zusätzlich eine neue Lanxess-Aktie.

Der Kunstname LANXESS setzt sich aus dem französischen Wort „lancer“ (in Gang bringen, lancieren) und dem englischen Wort „success“ (Erfolg) zusammen.[5]

Restrukturierung und Neugestaltung[Bearbeiten]

Lanxess befand sich in seiner Gründungsphase wirtschaftlich in einer schwierigen Situation. Eine Vier-Phasen-Unternehmensstrategie brachte das Unternehmen in sicheres Fahrwasser:

Phase 1: Schnelle Verbesserung der Leistungsfähigkeit durch kurzfristige Maßnahmen. Diese Phase zielte auf die Senkung der internen Kosten und die Verbesserung der Performance des Unternehmens ab.

Phase 2: Gezielte Restrukturierung und Neuausrichtung von margenschwachen oder verlustbringenden Geschäften. Dabei ging es darum, verlustbringende Geschäfte wieder so profitabel wie möglich zu machen.

Phase 3: Aktives Portfoliomanagement mit dem Fokus auf profitablen Geschäften. Die dritte Phase umfasst Portfolio-Anpassungen: Lanxess wie ein im Chemiegeschäft verankertes Anlage-Portfolio zu führen, bei der die Entscheidungen vom Markt bestimmt werden.

Phase 4: Akquisitionen. Zusätzlich zum kontinuierlichen Wachstum aus eigener Kraft wurde das Unternehmen mit gezielten Zukäufen gestärkt.

Am 2. November 2005 gab Lanxess die Ausgliederung des Geschäfts mit Feinchemikalien in die Saltigo GmbH bekannt. Seit April 2006 agiert das Tochterunternehmen selbständig. Das Dorlastan-Geschäft wurde 2006 an das japanische Unternehmen Asahi Kasei Fibers verkauft. Die ISL-Chemie aus Kürten, die Pigmentpräparationen und Speziallacke herstellt, wurde für 20 Millionen Euro an die Schweizer Berlac AG aus Sissach veräußert. Der Geschäftsbereich Paper wurde im Jahr 2006 für 88 Millionen Euro vom finnischen Papierkonzern Kemira aus Helsinki übernommen. 2006 verkaufte Lanxess für 54 Millionen Euro die Business Unit Textile Processing Chemicals (ohne Nordamerika) an den niederländischen Investor Egeria. Das Nordamerika-Geschäft wurde an das Unternehmen StarChem abgegeben. 2007 ging aus dem ehemaligen Bereich der technischen Dienste die 100-prozentige Tochter Aliseca GmbH hervor. Das Tochterunternehmen Borchers GmbH, das Additive für Lacke, Dispersions- und Druckfarben herstellt, wurde an die amerikanische OM Group verkauft. Im Juni desselben Jahres brachte Lanxess seine Tochtergesellschaft Lustran in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem britischen Chemiekonzern Ineos Ltd. ein. Im September 2009 übernahm Ineos den Lanxess-Anteil vollständig. 2014 veräußerte der Konzern sein 100-prozentiges Tochterunternehmen Perlon-Monofil an die Serafin Unternehmensgruppe mit Sitz in München.

Akquisitionen[Bearbeiten]

In Phase 4 der Restrukturierungsmaßnahmen ging es um Akquisitionen. Der Konzern verstärkte sein Engagement in Asien, und den den Schwellenländern. Mit gezielten Investitionen und Übernahmen gelang es Lanxess, sich in wichtigen Geschäftsfeldern neu aufzustellen bzw. seine Position zu stärken.

Ende 2006 übernahm Lanxess einen 50-prozentigen Anteil von Dow Chemical an deren Chromchemikalien-Geschäft in Südafrika, Chrome International South Africa (CISA) in Newcastle.

Im Dezember 2007 erfolgte die Übernahme brasilianischen Chemiekonzerns Petroflex S. A., einem Kautschukproduzenten.

Anfang 2008 weitete das Unternehmen sein Engagement in den USA aus und übernahm die Laboratorien der ICOS Corporation. Am 16. Februar 2009 wurde Petroflex in Lanxess Elastomeros do Brasil umbenannt. Mit dem Kauf zweier Produktionsanlagen für Eisenoxidpigmente des chinesischen Kooperationspartners Jinzhou Chemicals Company Ltd im Juni 2008 baute das Unternehmen sein Asiengeschäft für anorganische Pigmente aus.

Im 10. März 2009 eröffnete Lanxess eine Vertriebsgesellschaft in Moskau zur Steuerung der Geschäfte in Russland und anderen Staaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten. Für 82,4 Millionen Euro kaufte Lanxess am 8. Juni 2009 das indische Unternehmen Gwalior Chemical Industries Ltd und erwarb außerdem die Produktionsanlagen und Geschäfte der Jiangsu Polyols Chemical Co Ltd (China). Zur Stärkung des Produktportfolios übernahm Lanxess 2010 eine Produktlinie von Clariant sowie Teile des Primärbeschleuniger-Geschäfts von Flexsys.

Mitte Dezember 2010 kaufte Lanxess von der niederländischen Royal DSM N. V. das Geschäftsfeld DSM Elastomers für 310 Millionen Euro. Die Übernahme wurde am 1. Mai 2011 abgeschlossen.[6]

2011 kaufte die Business Unit Rhein Chemie die argentinische Darmex S. A. [7] und das Reifentrennmittelgeschäft der Wacker Chemie AG. [8] Im gleichen Jahr Kauf des Materialschutzgeschäfts der Schweizer Syngenta, um das globale Produktionsnetzwerk für Biozide zu erweitern, übernahm der Spezialchemiekonzern das amerikanische Unternehmen Verichem.[9] Außerdem übernahm Lanxess 2011 zur Stärkung des Produktportfolios für phthalatfreie Weichmacher das amerikanische Unternehmen Unitex Chemical Corporation.[10]

Investitionen[Bearbeiten]

2006 eröffnet Lanxess im chinesischen Wuxi ein neues Werk für Hightech-Kunststoffe. Kurz darauf wird in Indien eine erweiterte Produktionsanlage für Kautschukadditive in Betrieb genommen.

2007 Eröffnung eines Entwicklungszentrums für Hightech-Kunststoffe in Wuxi. Für rund 30 Millionen Euro errichtet der Konzern im gleichen Jahr in der Region Gujarat in Indien ein Werk zur Produktion von Ionenaustauscherharzen zur Wasseraufbereitung.

2008 Investition von rund 400 Millionen Euro in eine Produktionsanlage für synthetischen Kautschuk in Singapur, die den asiatischen Raum bedienen soll. Ebenfalls in 2008 erfolgte der Bau einer zweiten Anlage zur Reduzierung von klimaschädlichem Lachgas in Krefeld-Uerdingen. Einweihung im März 2009.

2010 gründen Lanxess und die taiwanesische TSRC Corporation in der Region Greater China ein Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von technischen Kautschuken. Eröffnung des modernsten Werks Asiens für die Produktion von Ionenaustauschern zur Wasseraufbereitung am indischen Standort Jhagadia. Investition in den Bau einer Produktionsanlage für Lederchemikalien im chinesischen Guangzhou. [11]

2011 Eröffnung einer Produktionsanlage für Wasseraufbereitungstechnologie in Bitterfeld.[12] Anfang Oktober 2011 kündigt der Konzern umfangreiche Investitionen in Brasilien an, um vom dortigen Boom der Autowirtschaft zu profitieren. Zu den neuen Projekten gehören der Bau von zwei Werken für Kunststoffe und Kautschukadditive am Standort Porto Feliz (Bundesstaat São Paulo). Zum einen sollen ab Mitte 2013 dort die Hightech-Kunststoffe Durethan und Pocan produziert werden. Zum anderen entsteht ein neues Werk für Heizbälge, die in der Reifenindustrie zum Einsatz kommen, sowie für Kautschukadditive. Insgesamt sollen 30 Millionen Euro investiert werden.[14] Zur Erweiterung des globalen Produktionsnetzwerks für anorganische Pigmente wird bis 2015 eine Anlage für Eisenoxidrot-Pigmente im chinesischen Ningbo errichtet. [13]

2012: Das Werk im indischen Jhagadia wird um drei neue Produktionsanlagen erweitert. Am Standort Lipezk wird das Tochterunternehmen Rhein Chemie zukünftig Kautschukadditive und Trennmittel für die Märkte in Russland und der GUS, vor allem für die Automobil- und Reifenindustrie, produzieren. Baubeginn für die neue Anlage war im Frühjahr 2012. Baubeginn der weltweit größten Anlage für EPDM-Kautschuke in China. Der Grundstein für die weltweit größte Nd-PBR-Anlage wird in Singapur gelegt.

2013: Eröffnung einer Anlage für Lederchemikalien in Changzhou, China.[14] Rhein Chemie nimmt ein neues Werk in Porto Feliz/Brasilien in Betrieb. Die Butyl-Anlage in Singapur nimmt ihren Betrieb auf. [15] Am Standort Leverkusen wird die die Erweiterung seiner Kresol-Produktion fertiggestellt und ein neu errichtetes Reaktionssystem sowie eine zweite, 46 Meter hohe Destillationskolonne in Betrieb genommen. Mit dem Ausbau stehen rund 20 Prozent zusätzliche Kapazität des Zwischenprodukts Kresol für den weltweiten Markt zur Verfügung. [16]

2014: Einweihung einer neuen Anlage für Hightech-Kunststoffe im brasilianischen Porto Feliz. Die Kapazität der Anlage beträgt rund 20.000 Jahrestonnen, die Investitionssumme rund 20 Millionen Euro. Fertigstellung des Ausbaus der Anlage für Polychloropren-Festkautschuke der Marke Baypren am Standort Dormagen. Inbetriebnahme der neue Anlage für Polyamid-Kunststoffe in Antwerpen, Belgien. Die World-Scale-Anlage für Polyamid-Kunststoffe ist für eine Jahreskapazität von rund 90.000 Tonnen ausgelegt. Das Investitionsvolumen beträgt 75 Millionen Euro. Hauptabnehmer für die Leichtbau-Kunststoffe ist die Automobilindustrie. Erweiterung des Werks für Hightech-Kunststoffe in Gastonia, US-Bundesstaat North Carolina, um eine zweite Produktionsstraße. Stärkung des Produktionsnetzwerks für Eisenoxid-Pigmenten in China und Erweiterung des noch im Bau befindlichen Pigment-Werks in Ningbo um eine Misch- und Mahlanlage. In Leverkusen erweitert die Business Unit Liquid Purification Technology die Produktionsanlage für schwach saure Kationenaustauscher und eröffnet zeitgleich eine Anlage zur speziellen Abfüllung und Verpackung von Produkten für Lebensmittelanwendungen. [17]

Lobbyarbeit[Bearbeiten]

Laut der freiwilligen Auskunft im Lobbyregister der EU hat Lanxess im Geschäftsjahr 2012 zwischen 500.000 und 600.000 Euro für die direkte Lobbyarbeit bei den EU-Organen ausgegeben.[18]

Aufnahme in den DAX[Bearbeiten]

Am 31. Januar 2005 ging Lanxess an die Börse. Die Erstnotiz der Aktie im Handel der Frankfurter Börse erfolgte im Prime Standard. Um den Aktienindex DAX korrekt berechnen zu können, notierte das Unternehmen dabei für einen einzigen Tag im DAX, der damit zum ersten Mal in seiner Geschichte 31 Werte umfasste. Am nächsten Tag wurde dann die Gewichtung des Bayer-Konzerns mit Hilfe des Schlusskurses von Lanxess neu berechnet. Lanxess wurde im Juni 2005 in den MDAX aufgenommen.

Am 5. September 2012 beschloss der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse AG Lanxess in den deutschen Leitindex DAX aufzunehmen. Seit dem 24. September 2012 notiert die Aktie der Lanxess AG, wie auch die Aktie ihrer ehemaligen Konzernmutter (Bayer) im DAX.[19]

Konzernüberblick[Bearbeiten]

Aktuelle Konzernstruktur[Bearbeiten]

Organisation[Bearbeiten]

Ehemalige Konzernzentrale in Leverkusen
Produktionsstätte in Krefeld

Lanxess umfasst 10 Geschäftsbereiche (Business Units), die sich in drei Segmente gruppieren: Das Segment Performance Polymers umfasst die Geschäftsbereiche Tire & Specialty Rubber (TSR), High Performance Materials (HPM), High Performance Elastomers (HPE) und bündelt alle Synthesekautschuk- und Kunststoffaktivitäten. Das Segment ist mit etwas mehr als der Hälfte des Konzernumsatzes das größte Segment von LXS. Produkte dieses Segments werden beispielsweise in Reifen, Dichtungen und Scheibenwischern verwendet.[20]

Das Segment Advanced Intermediates besteht aus den Geschäftsbereichen Advanced Industrial Intermediates (AII) und Saltigo (SGO) und umfasst alle Geschäfte von Basis- und Feinchemikalien. Es hat einen Anteil von rund 18 % am Unternehmensumsatz.[21]

Das Segment Performance Chemicals umfasst die Geschäftsbereiche Inorganic Pigments (IPG), Liquid Purification Technologies (LPT), Leather (LEA), Material Protection Products (MPP) und Rhein Chemie Additives (ADD). [22]

Die Business Unit Inorganic Pigments (BU IPG) von Lanxess ist weltweit einer der führenden Hersteller von Eisenoxid- und Chromoxidpigmenten und synthetisiert diese Pigmente in Deutschland (Krefeld-Uerdingen), Brasilien (Porto Feliz) und China (Shanghai). Daneben werden auch staubarme Granulate, Kompaktate und Slurries angeboten.

Diese Business Units werden wiederum von 13 Group Functions unterstützt. Eine Group Function hat beratende Funktion gegenüber den Business Units und ist ein Dienstleister im eigenen Unternehmen. Bei Lanxess sind dies Accounting (ACC), Corporate Communications (COM), Corporate Controlling (CON), Corporate Development (DEV), Human Resources (HR), Production, Technology, Safety & Environment (PTSE), Information Technology (IT), Treasury & Investor Relation (TIR), Legal & Compliance (LEX), Mergers & Acquisitions (MA), Global Procurement & Logistics (GPL), Tax & Trade Compliance (TTC).

Standorte[Bearbeiten]

Lanxess ist mit 52 Produktionsstandorten in 29 Ländern auf allen bewohnten Kontinenten vertreten.[23]

Management[Bearbeiten]

Matthias Zachert (2012)
Vorstand[24] Aufsichtsrat[25]
  • Matthias Zachert (Vorstandsvorsitzender)
  • Michael Pontzen
  • Rainier van Roessel
Vertreter der Anteilseigner
  • Rolf Stomberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats
  • Friedrich Janssen, ehemaliges Vorstandsmitglied der E.ON Ruhrgas AG
  • Robert J. Koehler, Vorsitzender des Vorstands der SGL Carbon SE
  • Rainer Laufs, selbstständiger Berater, ehem. Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Shell AG
  • Claudia Nemat, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG
  • Theo H. Walthie, selbstständiger Berater
Arbeitnehmervertreter
  • Ulrich Freese, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, stellvertretender Vorsitzender der IG BCE, seit 2013 Mitglied des Bundestags (SPD)
  • Axel Berndt, Mitglied des Betriebsrats Leverkusen
  • Rudolf Fauß, Vorsitzender des Konzernsprecherausschusses Lanxess AG, Leiter Zentrale Funktionen Human Resources bei Lanxess Deutschland GmbH
  • Thomas Meiers, Bezirksleiter der IG BCE, Köln
  • Hans-Jürgen Schicker, Vorsitzender des Betriebsrats Uerdingen
  • Gisela Seidel, Vorsitzende des Betriebsrats Dormagen

Aktionärsstruktur[Bearbeiten]

Anteil Anteilseigner
9,61 % BlackRock (USA)
4,50 % Dodge & Cox (USA)
2,95 % FMR Fidelity Investments (USA)
2,70 % Norges Bank (Zentralbank von Norwegen)
0,02 % Commerzbank
80,22 % sonstiger (privater) Streubesitz

Kennzahlen, wirtschaftliche Lage[Bearbeiten]

Kennzahlen von Lanxess[26]
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Umsatzerlöse (in Millionen €) 6.773 7.150 6.944 6.608 6.576 5.057 7.100 8.775 9.094 8.300
EBITDA 447 581 675 719 722 465 918 1.146 1.225 735
Konzernergebnis −12 −63 197 112 183 40 379 506 514 −159
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 14.472 14.475 15.849 16.962 17.430

2012 stieg der Umsatz um 4 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen (Ebitda) lag bei 1,2 Milliarden Euro.[27]

2013 musste Lanxess seine Gewinnziele deutlich senken. Ein Grund waren rückläufige Neuwagen-Verkäufe in Europa.[28] Der Aktienkurs, der im Februar ein Hoch von 68,99 Euro erreicht hatte, sank im Juli 2013 bis auf 43,03 Euro.

Im Januar 2014 wurde Heitmanns Weggang von Lanxess bekanntgegeben. Er wurde am 1. April 2014 durch Matthias Zachert, zuvor Mitglied der Geschäftsleitung und CFO bei der Merck KGaA, ersetzt. Mit der Bekanntgabe von Zacherts Wechsel stieg der Kurs der Lanxess-Aktie um über 8% an, während der Kurs der ebenfalls im DAX notierten Merck-Aktie um etwa 10% einbrach.[29]

Produktportfolio[Bearbeiten]

EPDM-Polymer, Typ Keltan von Lanxess, 200 Gramm

Das Kerngeschäft bilden die Herstellung und der Vertrieb von Kunststoffen, Kautschuken, Spezialchemikalien und Zwischenprodukten.

Umsatzanteile nach Branchen (2012) Anteil am Jahresumsatz
Reifen ca. 25%
Chemie ca. 15%
Automobil ca. 15%
Agrochemie ca. 10%
Bau, Elektro, Agrochemie, Leder/Schuhe, Sonstige jeweils ca. 15%

Kölner Engagement[Bearbeiten]

LANXESS-Konzernzentrale in Köln

Für Lanxess gehört das Engagement für Bildung zu den zentralen Themen der Unternehmenspolitik. Lanxess ist auf gut ausgebildete und hoch qualifizierte Mitarbeiter angewiesen, um Wachstum zu sichern. Mit seinem Engagement möchte das Unternehmen Schüler ermutigen, die Zukunft der Wirtschaft mitzugestalten, und hat daher 2008 seine Bildungsinitiative ins Leben gerufen. [30] Damit wird auch das Bekenntnis zum Wirtschafts- und Chemie-Standort Deutschland, besonders zu Nordrhein-Westfalen, unterstrichen. Zum Beispiel durch Workshops im Unternehmen, Projektwochen an Schulen oder mit dem Experimentierkoffer “Grundschulchemie” möchte LANXESS Mädchen und Jungen die Faszination von Naturwissenschaften und Technik vermitteln und ihren Erfindergeist so früh wie möglich wecken.

Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen in seiner regionalen Umgebung. Aufgrund einer auf zehn Jahre vertraglich geregelten Kooperation zwischen den Betreibern und dem Konzern trägt die Köln arena seit dem 2. Juni 2008 den Namen Lanxess Arena. Im August 2008 kündigte die Lanxess AG an, die Firmenzentrale von Leverkusen nach Köln zu verlegen. Der Umzug sollte ursprünglich bis zum Jahr 2011 abgeschlossen sein. Im Januar 2009 wurde bekannt, dass der Umzug aufgrund der Weltwirtschafts- und -finanzkrise verschoben wird.[31] Im Mai 2011 gab das Unternehmen bekannt, die Konzernzentrale bis Ende 2013 in das ehemalige Lufthansa-Hochhaus in Köln-Deutz verlegen zu wollen.[32] Die offizielle Einweihung des „Lanxess Towers“ fand am 3. September 2013 statt.[33]

Bereits seit 2008 unterstützt der global agierende Konzern die Kölner Philharmonie bei unterschiedlichen Musikprojekten. Außerdem ist Lanxess seit 2010 neuer Hauptpartner der lit.Cologne, einem internationalen Literaturfestival, das in Köln stattfindet – ein internationales Philosopiefestival, das auch als kleine Schwester der lit.COLOGNE bezeichnet wird.[34]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lanxess – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b LANXESS Aktiengesellschaft: Geschäftsbericht 2014. Abgerufen am März 2015 (PDF).
  2. Impressum von lanxess.de
  3. Presseinformation vom 24. September 2012
  4. Internetauftritt Lanxess: Historie
  5. Aus NewCo wird „LANXESS“
  6. LANXESS weiter auf Wachstumskurs
  7. Presseinformation vom 12. Januar 2011
  8. Presseinformation vom 8. Juli 2011
  9. Presseinformation vom 1. März 2011
  10. Presseinformation vom 12. Oktober 2011
  11. Presseinformation vom 9. Dezember 2010
  12. Presseinformation vom 16. September 2011
  13. Presseinformation vom 26. Oktober 2010
  14. Presseinformation vom 16. April 2013
  15. Presseinformation vom 4. Juni 2013
  16. Presseinformation vom 15. November 2013
  17. Presseinformation vom 26. September 2014
  18. Transparency Register, europa.eu
  19. LANXESS steigt in den deutschen Leitindex DAX auf., Lanxess News, abgerufen am 24. September 2012.
  20. Das Segment Performance Polymers auf der Unternehmenswebsite
  21. Das Segment Advanced Intermediates auf der Unternehmenswebseite
  22. Das Segment Performance Chemicals auf der Unternehmenswebsite
  23. Standortübersicht auf der Lanxess-Website
  24. Internetauftritt Lanxess: Corporate Governance – Vorstand
  25. Internetauftritt Lanxess: Corporate Governance – Aufsichtsrat
  26. Geschäftsberichte Lanxess, 2004 bis 2013
  27. Presseinformation vom 21. März 2013
  28. Rheinische Post 7. August 2013 (Druckausgabe) / 6. August (online)
  29. Lanxess reißt Steuer herum – Ära Heitmann zu Ende. In: welt.de vom 27. Januar 2014
  30. Bildungsinitiative von Lanxess
  31. Lanxess – Verschieben wegen Krise Umzug nach Köln, Reuters, 19. Januar 2009
  32. Presseinformation vom 18. Mai 2011
  33. Thomas Käding: Lanxess-Tower in Köln eingeweiht, Leverkusener Anzeiger, 3. September 2013. Abgerufen am 26. Dezember 2013.
  34. Internetauftritt von Lanxess zum lokalen Engagement

50.936926.971581Koordinaten: 50° 56′ 13″ N, 6° 58′ 18″ O