Lanzettblättrige Aster
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Lanzettblättrige Aster | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Symphyotrichum lanceolatum | ||||||||||||
| Willd. |
Die Lanzettblättrige Aster (Symphyotrichum lanceolatum (Willd.) G. L. Nesom, Synonym: Aster lanceolatus Willd.), auch Lanzett-Herbstaster ist eine ursprünglich in Nordamerika beheimatete Asternart, die seit dem 19. Jahrhundert auch in Mitteleuropa zu finden ist.

Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Lanzettblättrige Aster ist der Neubelgischen Aster sehr ähnlich. Sie lässt sich von dieser allerdings gut durch die Hüllblätter unterscheiden. Sie sind 4–6 mm lang und die äußeren Hüllblätter sind höchstens halb so lang wie die inneren. Die Hüllblätter sind am Grunde weiß und lederig, die inneren allmählich und lang zugespitzt.[1]
Die ausdauernde Pflanze wird 30 bis 100 cm hoch, bei gutem Nährstoffangebot kann sie auch eine Höhe von 150 cm erreichen. Der aufrechte Stängel ist kantig, leicht verzweigt sowie kurz und weiß behaart. Die bis zu 7,5 cm langen Stängelblätter sind lanzettlich mit glatten oder leicht gesägten Rändern und werden im oberen Teil der Pflanze immer kleiner.
Die duftlosen Blütenköpfe haben einen Durchmesser von 1,5 bis 2 cm. 20 bis 40 weiße Zungenblüten umgeben die kleinen gelben oder rötlichen Röhrenblüten.[2]
Ökologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Blütezeit der Lanzettblättrigen Aster reicht von August bis September. Die abgeflachten, weiß oder hellbraun behaarten Achänen werden durch den Wind verbreitet.[2]
Vorkommen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Lanzettblättrige Aster ist in Europa ein eingebürgerter Neophyt aus Nordamerika. Ihre Heimat ist das südliche Kanada, die Vereinigten Staaten und das nördliche Mexiko.[3] Ursprünglich als Zierpflanze eingeführt, ist sie durch die Windaussaat verwildert und findet sich als gewässerbegleitende Pflanze in Nord- und Mitteleuropa.[4] Sie kommt in Mitteleuropa besonders in Gesellschaften der Ordnung Convolvuletalia vor.[5] Das Bundesamt für Naturschutz führt sie auf der Schwarzen Liste für invasive Arten.[6] Außerhalb Europas ist die Art ein Neophyt auf den Kanaren und in Neuseeland.[3] Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w+ (mäßig feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz = 1 (tolerant).[7]
In Deutschland gilt die Lanzettblättrige Aster als nicht gefährdet und erfährt daher keinen besonderen gesetzlichen Schutz.[8]
Taxonomie und Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Carl Ludwig Willdenow beschrieb 1803 die Art erstmals als Aster lanceolatus in Species Plantarum. Editio Quarta 4. Auflage Band 3 Teil 3 Seite 2050. Die Art wurde 1995 von Guy Lane Nesom in Phytologia Band 77 Seite 284 als Symphyotrichum lanceolatum (Willd.) G.L.Nesom in die Gattung Symphyotrichum gestellt. Die Art wird auch zur Sammelart Aster novi-belgii agg.gerechnet.[9] Wie die anderen nordamerikanischen Arten wird die Lanzettblättrige Aster nicht mehr zur Gattung der Astern im strengeren Sinne gezählt, sondern zu den Herbstastern (Symphyotrichum).
Die Lanzettblättrige Aster wird auch zusammen mit der Kleinköpfigen Herbstaster (Symphyotrichum parviflorum (Nees) Greuter) zu einer Artengruppe Symphyotrichum lanceolatum agg. zusammengefasst.[10]
Es können fünf Varietäten unterschieden werden:[11]
- Symphyotrichum lanceolatum var. hesperium (A.Gray) G.L.Nesom: Sie kommt vom subarktischen Nordamerika bis ins nördliche Mexiko vor.[11]
- Symphyotrichum lanceolatum var. hirsuticaule (Semple & Chmiel.) G.L.Nesom: Sie kommt in Illinois, Iowa, Manitoba, Michigan, Minnesota, Ontario und Wisconsin vor.[11]
- Symphyotrichum lanceolatum var. interior (Wiegand) G.L.Nesom: Sie kommt im östlichen Kanada und in den östlichen und zentralen Vereinigten Staaten vor.[11]
- Symphyotrichum lanceolatum var. lanceolatum
- Symphyotrichum lanceolatum var. latifolium (Semple & Chmiel.) G.L.Nesom: Sie kommt im zentralen und im östlichen Nordamerika vor.[11]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Datenbankeintrag bei info flora (abgerufen am 2. November 2013).
- 1 2 Beschreibung (englisch, abgerufen am 2. November 2013)
- 1 2 Symphyotrichum im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 24. Februar 2018.
- ↑ W. Lohmeyer: Über einige Neophyten als Bestandsglieder der bach- und flussbegleitenden nitrophilen Staudenfluren in Westdeutschland. In: Natur und Landschaft. Band 46, Heft 6, 1971, S. 166–168.
- ↑ Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 912.
- ↑ Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. (PDF) Abgerufen am 29. August 2015.
- ↑ Aster lanceolatus Willd. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 5. Juni 2026.
- ↑ Datenblatt auf floraweb.de (abgerufen am 2. November 2013).
- ↑ Datenbankeintrag bei Bioflor ( vom 4. März 2016 im Internet Archive) (abgerufen am 2. November 2013)
- ↑ Gerald Parolly: Asteraceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 826.
- 1 2 3 4 5 Symphyotrichum lanceolatum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 5. Juni 2026.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Symphyotrichum lanceolatum (Willd.) G. L. Nesom s. str., Lanzett-Herbstaster. auf FloraWeb.de
- Lanzettblättrige Aster. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Lanzettblättrige Aster – Steckbrief und Verbreitungskarte für Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns
- Thomas Meyer: Aster Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)