Lappwaldbahn

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Logo der LWS Lappwaldbahn Service GmbH

Die Lappwaldbahn-Unternehmensgruppe besteht aus mehreren Einzelunternehmen mit Sitz in Weferlingen (Sachsen-Anhalt), Dörenthe (Nordrhein-Westfalen) und Selters (Rheinland-Pfalz). Im Einzelnen gehören ein Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU), eine Fachwerkstatt für Eisenbahnfahrzeuge sowie ein Gleisbauunternehmen zur Unternehmensgruppe. Der Name Lappwald bezieht sich auf einen Höhenzug an der Grenze von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen nördlich von Helmstedt.

Die LWC Lappwaldbahn Cargo GmbH (LWC) betätigt sich als EVU hauptsächlich im Güterverkehr und in der Baustellenlogistik.

Die LWS Lappwaldbahn Service GmbH betreibt als EIU mehrere Eisenbahnstrecken in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist zugleich Inhaberin der beiden Tochterunternehmen LWG Lappwaldbahn Gleisbau GmbH und LWI Lappwaldbahn Instandhaltung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lappwaldbahn GmbH wurde 1997 gegründet und erhielt 1998 die Genehmigung als EVU für den öffentlichen Güterverkehr. Im Jahr 2001 übernahm das Unternehmen als erste Strecke die Weferlingen–Grasleben von der DB Netz und schloss einen Kooperationsvertrag für den Güterverkehr mit der DB Cargo ab.

Im Jahr 2009 erfolgte die Aufspaltung in die Lappwaldbahn GmbH (LWB)[1] als EVU und in die LWS Lappwaldbahn Service GmbH[2] als EIU.

Während die ausgegliederte Lappwaldbahn GmbH am 16. November 2016 Insolvenz beantragte[3], gründete die LWS Lappwaldbahn Service GmbH im selben Jahr wiederum die LWG Lappwaldbahn Gleisbau GmbH[4]. Zusätzlich übernahmen die Gesellschafter der LWS die DZ Rail GmbH und wandelten diese als eigenständig agierende Gesellschaft innerhalb der Unternehmensgruppe, in die LWC Lappwaldbahn Cargo GmbH, um.[5]

Streckennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lappwaldbahn betreibt Güterverkehr auf der im Jahre 2000 von der Deutschen Bahn AG gepachteten, 30 Kilometer langen Strecke Haldensleben–Weferlingen, die sich von Haldensleben am Mittellandkanal in westlicher Richtung durch ein abwechslungsreiches Hügelland bis nach Weferlingen am Lappwald hinzieht. Diese wurde in den Jahren 1906/07 von der Kleinbahn-AG Neuhaldensleben–Weferlingen eröffnet und kam über mehrere Firmenwechsel zur Deutschen Bahn AG. Von ihr war der Personenverkehr im Jahre 1999 eingestellt worden.

Ferner hat die Lappwaldbahn die drei Kilometer lange Anschlussbahn Weferlingen–Grasleben von den Quarzwerken Grasleben im Jahr 2001 gepachtet, die von der Preußischen Staatsbahn am 1. September 1895 in Betrieb genommen worden, aber durch die Grenzziehung 1945 jahrzehntelang unterbrochen worden war.

Schließlich wurde 2006 die anschließende, 18 Kilometer lange Strecke Helmstedt–Grasleben von DB Netz übernommen.

Weiterhin führt sie den Betrieb auf den Strecken Haldensleben–Emden und Süplingen–Dönstedt für die Norddeutsche Naturstein Rail GmbH (NN Rail) durch.

In den Jahren 2013 und 2014 konnte die LWB ein Basaltwerk und ein Quarzsandwerk in Walbeck durch die Wiederinbetriebnahme der Anschlussgleise als Kunden gewinnen.[6]

Am 1. Dezember 2015 erwarb die LWS Lappwaldbahn Service GmbH die zur Übernahme ausgeschriebene[7] 43,6 Kilometer lange Bahnstrecke Ibbenbüren–Tecklenburg–Lengerich–Bad Iburg–Versmold und die 7,1 Kilometer lange Zweigstrecke Brochterbeck–Hafen Saerbeck von der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE). Das Unternehmen beabsichtigt die Sanierung der zurzeit abschnittsweise gesperrten Gleise in zwei Bauabschnitten im Zeitraum 2016 bis 2021Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren. Bis Ende 2017[veraltet] ist die Aufnahme des Tourismusverkehrs zwischen Ibbenbüren und Versmold sowie des Güterverkehrs zum Hafen Ibbenbüren-Dörenthe geplant.[8]

Am 26. November 2018 kaufte die LWS nach knapp zwei Jahren Verhandlungen die ebenfalls zur Übernahme gemäß AEG §11 ausgeschriebene 33 Kilometer lange Strecke Altenkirchen–Selters im Westerwald (Rheinland-Pfalz).[9]

Insgesamt weist das Schienennetz nunmehr eine Gesamtlänge von 135 Streckenkilometern auf.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DB 225 086-8

Die Lappwaldbahn setzt für den Ganzzugverkehr vier erworbene Diesellokomotiven der DB-Baureihe 225 und eine gemietete Class 66 ein. Zudem sind drei Loks der DR-Baureihe V 60 für den Rangierdienst vorhanden.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Veröffentlichungen im Handelsregister. HRB110431, 23. November 2016, abgerufen am 16. Dezember 2016 (Amtsgericht Stendal).
  2. Veröffentlichungen im Handelsregister. HRB9780, 30. September 2016, abgerufen am 16. Dezember 2016 (Amtsgericht Stendal).
  3. DVV Media Group GmbH: Lappwaldbahn beantragt Insolvenz. In: Eurailpress. (eurailpress.de [abgerufen am 14. Dezember 2016]).
  4. Veröffentlichungen im Handelsregister. HRB22976, 22. März 2016, abgerufen am 16. Dezember 2016 (Amtsgericht Stendal).
  5. Veröffentlichungen im Handelsregister. HRB31068, 6. Dezember 2016, abgerufen am 16. Dezember 2016 (Amtsgericht Leipzig).
  6. a b Stefan Högemann: Die Unternehmensgruppe Lappwaldbahn. In: Bahn-Report. Band 33, Nr. 197, 1. September 2015, ISSN 0178-4528, S. 40–45 (Website [abgerufen am 14. September 2015]).
  7. Güterverkehrsspezialist Lappwaldbahn verhandelt über TWE-Trasse. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 18. Februar 2015, abgerufen am 20. Februar 2015.
  8. TWE zeichnet Verträge mit der Lappwaldbahn (Artikel im Nachrichtenportal des Stadtmagazins GÜTSEL). Christian Schröter, 1. Dezember 2015, abgerufen am 1. Dezember 2015.
  9. Holzbachtalbahn Altenkirchen – Selters gerettet. In: Altenkirchener Kurier. 18. Dezember 2018, abgerufen am 18. Dezember 2018.