Laramie (Kneipe)

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Das Laramie oder Café Westend, 2018
Das Laramie, 2001
Das Laramie bei einer Sturmflut, 1973

Laramie (auch Café Westend genannt) ist der Name einer überregional bekannten Kneipe auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog. Das Lokal liegt etwa 2 km abseits von Inseldorf und Zeltplatz im Westend unmittelbar am Deich.[1] Es ist zu Fuß erreichbar, aber während der Feriensaison auch durch eine historische Pferdebahn. Die eingleisig befahrbare Strecke ist ein verbliebener Teilabschnitt der früheren Spiekerooger Inselbahn.

Das kleine Haus im traditionellen Kurortstil der Jahrhundertwende wurde 1899 als erstes Warmbad der Insel errichtet. Bei zu kalter Nordsee konnten sich die Kurgäste in Wannenbäder mit erwärmtem Meerwasser behandeln lassen. Diese Funktion ging später verloren, als der Hauptbadestrand weiter nach Osten verlagert wurde. Ab 1934 diente das Haus als Flughafengebäude des Inselflughafens bis zur Sprengung der Landebahn zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

Nach dem Krieg wurde das Gebäude ab den 1950er Jahren als Café Westend eine bei Insulanern und Urlaubern beliebte Ausflugsgaststätte. Nach der Sturmflut von 1962 lag die Gaststätte brach. Danach übernahm der aus Westfalen stammende Edmund Jess (1928–1995), genannt Eddi, die Lokalität[2], die als Laramie mit einem Ambiente von Haifischbar und stylischem Strandcafé zum Kult wurde. Im Biergarten auf der in den Dünen gelegenen Terrasse finden gelegentlich Konzerte statt. Hier traten unter anderem Fury in the Slaughterhouse auf und jeweils zu Pfingsten spielt der maritim orientierte Musiker Jonny Glut mit seiner Band.

An den legendären Laramie-Wirt Edmund Jess erinnert der Song „Ich hab noch Sand in den Schuhn von Spiekeroog“ von Jonny Glut[3], der zur inoffiziellen Inselhymne wurde. Sein direkter Nachfolger als Wirt ist Dirk Nannen, ein gebürtiger Baltrumer,[4] der es im gleichen Stil fortführt.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Laramie (Kneipe) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lieblingsorte an der Küste in Die Zeit vom 8. August 2018
  2. Reif für die Insel in Kölner Stadt-Anzeiger vom 21. September 2005
  3. Hauptfigur der eigenen Story in Inselbote Nr. 18 vom 9. August 2008
  4. Typisch! Der Dünenwirt von Spiekeroog, ndr.de, 10. Dezember 2017
  5. Dann bring ihn auch mit, Untertitel des Norddeutschen Rundfunks 2015, ardmediathek.de

Koordinaten: 53° 45′ 58,6″ N, 7° 40′ 17″ O