Laren (Nordholland)

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Gemeinde Laren
Flagge der Gemeinde Laren
Flagge
Wappen der Gemeinde Laren
Wappen
Provinz Nordholland
Bürgermeister Elbert Roest (D66)
Sitz der Gemeinde Laren
Fläche
 – Land
 – Wasser
12,39 km²
12,22 km²
0,17 km²
CBS-Code 0417
Einwohner 10.942 (1. Apr. 2016[1])
Bevölkerungsdichte 883 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 15′ N, 5° 14′ OKoordinaten: 52° 15′ N, 5° 14′ O
Bedeutender Verkehrsweg A1, A27
Vorwahl 035
Postleitzahlen 1250, 1251
Website www.laren.nl
LocatieLaren.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Laren (Nordholland) ( anhören?/i) ist eine Gemeinde in den Niederlanden, Provinz Nordholland. Sie hat 10.942 Einwohner (Stand 1. April 2016) auf einer Gesamtfläche von 12,39 km².

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laren liegt in der waldreichen Region Het Gooi, nordöstlich von Hilversum. Das ehemalige Bauern- und Schafhirtendorf ist Wohnsitz vieler oft wohlhabender Leute, die in Amsterdam und beim Fernsehen in Hilversum arbeiten. Für die Wirtschaft sind auch Kultur und Tourismus von Bedeutung. In Laren ist der Hauptsitz des Handelsunternehmens Blokker Holding.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet Larens wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt, unter anderem von Trägern der Glockenbecherkultur. Im Mittelalter entstand das heutige Dorf um einen „eng“ (Anger) wo das gemeinschaftliche Vieh gehalten wurde. Auch entstand die immer noch fortwährende Tradition einer Sankt-Johanniswallfahrt um den 24. Juni bei der Sankt Johannis der Täufer Basilika (Sint Johannes den Dooperbasiliek). Bis etwa 1880 war Laren ein ärmliches Bauerndorf, dessen Einwohner als Schafhirten oder Kleinbauern nur schwerlich über die Runden kamen.

Laren als Künstlerkolonie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anton Mauve (1885): Frau aus Laren mit Lamm - Gemeentemuseum Den Haag.

Nach der sozialen Veränderung und der damit einhergehenden städtebaulichen Veränderung in Oosterbeek machten die Künstler der Oosterbeeker Schule sich auf die Suche nach einer neuen Wirkungsstätte. Der Ort Laren wurde von Jozef Israëls und von seinem Sohn entdeckt. Im Pulchri Studio wurde man durch seine Erzählungen und Bilder auf diesen Ort aufmerksam. Es folgten weitere Künstler wie u.a. Albert Neuhys, Anton Mauve, Jan Hendrik Weissenbruch, Willem Roelofs und Wally Moes. Aus Deutschland fand sich Max Liebermann[2] ein. Der Stil ist dem der Haager Schule zuzurechnen. Hier wandte man sich der Landschaftsmalerei und dem Genre zu. Kunsthistorisch spricht man auch von der Larener Schule, weil sich hier ein nur für diese Gegend charakteristischer Stil entwickelt hatte, welcher gebunden war an die hier möglichen Bildgattungen.

Um 1898 fanden sich erneut junge Künstler ein, die der 2. Generation der Larener Schule zugeordnet werden. Ein Teil blieb der Haager Schule vom Stil her verbunden, wohingegen sich der andere Teil zur Moderne hin geöffnet hatte. Adrianus Johannes Zwart, verstorben 1981, wird nach seinem Frühwerk als einer der letzten Vertreter der Haager bzw. Larener Schule angesehen, die damit ihr Ende fand.

Der amerikanische Kunstsammler und Maler William Henry Singer ließ sich 1901 in Laren nieder. Seine 1911 erbaute Villa wurde nach dem Willen der Witwe nach baulichen Veränderungen das spätere Singer Museum. Es wurde im Jahre 1956 eröffnet und besitzt einen hohen Stellenwert in der niederländischen Museumskultur des Impressionismus und der Moderne. Hier finden neben der üblichen Ausstellungen noch Wechselausstellungen statt.

Wandel in Laren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erfindung des Autos ermöglichte es im 20. Jahrhundert den Reichen, und später auch den weniger Wohlhabenden, sich einen alten Bauernhof mit Reetdach in Laren zu erwerben, diesen zu einer Villa umzubauen, und so jeden Tag von Laren aus zur Arbeit nach Amsterdam, Hilversum und anderen naheliegenden Städten zu pendeln.

1903 gründete Jacob van Rees die Humanitaire school (wörtlich:„humanitäre Schule“) in Laren. Die Schule war hauptsächlich für die Mitglieder der Organisation „Internationale Broederschap“ (wörtlich: „Internationale Brüderschaft“).[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Laren wurde 1956 das bedeutende Museum Singer Laren in der ehemaligen Villa des Malers und Sammlers William Henry Singer eröffnet. Es beherbergt niederländische und französische Gemälde, und andere der Larener Schule, aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Das Museum hat auch einen Musiksaal und einen Skulpturengarten.

Der Ortskern Larens, mit dem Dorfplatz „Brink“ und eine aus dem 15. Jahrhundert stammende Dorfkirche. Die Umgebung, bestehend aus Wald und Heide, ist für Wanderungen und Radtouren geeignet.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Laren (Nordholland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand April 2016Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Maler des deutschen Impressionismus wie Paul Baum, Lovis Corinth, Max Liebermann und Ernst Oppler bereisten die Nordseeküste und prägten einen eigenen Stil, wobei die Kunstbewegung des Niederländischen Impressionismus auch Einfluss auf ihren Schaffensweg ausgeübt hatte.
  3. De Larense scholen. Siehe unter: „Humanitaire School“. Niederländisch, abgerufen am 19. Juni 2012. Zitat: „Op initiatief van prof. dr. J. van Rees werd in 1903 de Humanitaire school opgericht en gevestigd in een aantal kamers van zijn villa aan de Paviljoensweg (nu Leemkuil)“. Niederländisch, abgerufen am 19. Juni 2012