Larrivière-Saint-Savin

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Larrivière-Saint-Savin
Wappen von Larrivière-Saint-Savin
Larrivière-Saint-Savin (Frankreich)
Larrivière-Saint-Savin
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Landes
Arrondissement Mont-de-Marsan
Kanton Adour Armagnac
Gemeindeverband Pays Grenadois
Koordinaten 43° 46′ N, 0° 26′ WKoordinaten: 43° 46′ N, 0° 26′ W
Höhe 45–134 m
Fläche 16,85 km2
Einwohner 656 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 39 Einw./km2
Postleitzahl 40270
INSEE-Code
Website www.larrivieresaintsavin.fr

Pfarrkirche Saint-Savin

Larrivière-Saint-Savin ist eine französische Gemeinde mit 656 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Mont-de-Marsan und zum Kanton Adour Armagnac (bis 2015: Kanton Grenade-sur-l’Adour).

Die Einwohner werden Saint-Savinois und Saint-Savinoises genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Larrivière-Saint-Savin liegt ca. 15 km südöstlich von Mont-de-Marsan im Landstrich Tursan der historischen Provinz Gascogne.

Umgeben wird Larrivière-Saint-Savin von den Nachbargemeinden:

Saint-Maurice-sur-Adour Grenade-sur-l’Adour Bordères-et-Lamensans
Montgaillard Nachbargemeinden Renung
Fargues Buanes Classun

Larrivière-Saint-Savin liegt am linken Ufer des Flusses Adour. Nebenflüsse des Adour, der Ruisseau de Mahourat, an seinem Oberlauf auch Ruisseau du Bois des Pins genannt, und der Ruisseau de Téchénérat, an seinem Oberlauf auch Ruisseau de Lagrabe genannt, durchqueren das Gebiet der Gemeinde.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein römisches Militärlager, genannt Camp romain de Thun wurde auf dem Gebiet der Gemeinde auf einer Anhöhe eingerichtet, um über das Tal des Adour zu wachen.[3] In unmittelbarer Nähe sind ein künstlicher Erdhügel und Verschanzungen zu erkennen, deren heutige Form aus dem fünften Jahrhundert datiert. Ein Oratorium stand bereits seit dem vierten Jahrhundert an dieser Stelle.[4]

Die Gemeinde hat per Dekret vom 7. Juli 2006 ihren Namen von Larrivière nach Larrivière-Saint-Savin geändert.[5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von 1.115. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1930er Jahren auf rund 530 Einwohner, konnte aber bis zu den 1960er Jahren auf ein Niveau von rund 600 Einwohnern wachsen, das bis heute approximativ gehalten wird.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 595 622 546 547 550 577 569 600 656
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[5] INSEE ab 2010[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Savin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde 1868 errichtet, das Kircheninnere wurde 2001 renoviert. Ihr Langhaus besitzt drei Kirchenschiffe. Spitzbogenförmige Fenster, die Licht in das Langhaus hereinfallen lassen, alternieren außen mit Strebepfeilern aus Werksteinen. Am halbrunden Chor sind beiderseits Nebengebäude angebaut. Im Westen erhebt sich der Glockenturm aus dem Gebäude, der mit einem mit Schiefer gedeckten Helm ausgestattet ist. Der Eingang ist spitzbogenförmig ausgestaltet. Die erste Etage des Turms zeigt Lanzetten mit einem Dreipass und eine Turmuhr. Das obere Geschoss besitzt spitzbogenförmige Zwillingsfenster an jeder Seite.[8]

Kapelle Notre-Dame-du-Rugby[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle Notre-Dame-du-Rugby Innenansicht
Kapelle Notre-Dame-du-Rugby
Innenansicht

Die Ursprünge der Kapelle sind unklar. 1964 versetzte ein tragischer Autounfall die Region in Trauer, bei dem drei Rugby-Spieler aus Dax ums Leben kamen. Der Pfarrer Michel Devert, der einige der Spieler kannte, entschied, die alte, in einem schlechten Zustand befindliche Kapelle dem Rugbysport zu widmen. Um das Geld für die Instandsetzung zu sammeln, wurden Spiele zwischen verschiedenen renommierten Clubs organisiert. Am 16. Juli 1967 konnte der Bischof von Aire und Dax die Kapelle öffnen und die erste der monatlichen Messen zelebrieren. Ein spitzbogenförmiges Eingangsportal befindet sich auf der Südseite des Gebäudes. Rechts des Eingangs steht eine Statue in einer Nische unter einem Kielbogen. An der südwestlichen Ecke der Kapelle ist ein Glockengiebel mit einer Aussparung für die Glocke aus regelmäßigen Mauerwerksverband gebaut. Eine spitzbogenförmige Nische beherbergt an seinem Fuß eine Marienstatue. Die Kirche ist mit einem Satteldach aus Ziegeln gedeckt.[9]

Menhir von Guillay[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Megalith von Guillay

Er ist der bekannteste Menhir des Départements, insbesondere seitdem er 1967 aufgerichtet wurde. In diesem Jahr ist er am Rand der Route départementale 11 im Viertel Guillay im äußersten Süden des Gemeindegebiets bei einer Rodung gefunden worden. Um einen gewissen Schutz des Monuments zu gewährleisten, entschied der Archäologe Robert Arambourou, den Megalithen aufzustellen. Bei diesem Vorgang wurden Gravuren entdeckt, die auf der Seite zutage traten, auf der der Steinblock vorher in der Erde gelegen hatte. Der früher abgebrochene obere Teil wurde wieder aufgesetzt. Unklar ist, ob die Gravuren bei der ursprünglichen Aufstellung des Steinblocks oder zu einem späteren Zeitpunkt zu Beginn der Bronzezeit entstanden sind. Der Megalith ist 3,30 m hoch, 2,30 m breit und 1 m dick. Sein Gewicht wird auf 20 Tonnen geschätzt. in Aquitanien sind Steinblöcke mit Gravuren selten anzutreffen. Aus diesem Grund ist dieser seit dem 28. März 1978 als Monument historique klassifiziert. Die Gravuren befinden sich neben der Kante und 50 cm unterhalb des Scheitels. Der Steinblock ist so aufgestellt, dass sie nach Süden zeigen, um einen größtmöglichen Schutz vor Witterungseinflüssen zu bieten. Die ursprüngliche Ausrichtung ist indes unbekannt. Neben der oberen Kante ist ein schematisches Tier mit Hörnern zu sehen, das auf einer vorher geglätteten Oberfläche aufgetragen ist. Ein Strich verläuft vor dem Tier, das als Hirsch oder Rind identifiziert werden könnte. Darunter ist ein kreisförmiges Motiv zu erkennen, das ein Kreuz einschließt, links davon ein schräger Strich. Generell spiegeln die Gravuren des Megalithen von Guillay eine Ikonografie wider, die über einen großen Teil Westeuropas verbreitet ist.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AOC Tursan rosé

Larrivière-Saint-Savin liegt in der Zone AOC des Weinbaugebiets Tursan.[11]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[12]
Gesamt = 42

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 42 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[13]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Rundweg mit einer Länge von 10,9 km führt vom Zentrum von Larrivière-Saint-Savin durch das Gebiet der Gemeinde u. a. an der Kapelle Notre-Dame-du-Rugby vorbei.[14]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Larrivière-Saint-Savin wird durchquert von den Routes départementales 11, 52 und 352.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean Manciet, geboren am 21. Juli 1904 in Larrivière-Saint-Savin, gestorben am 27. Juli 1973, war französischer Spieler der Rugby Union. Er gewann 1931 mit der Mannschaft aus Toulon die französische Meisterschaft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Larrivière-Saint-Savin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landes (fr) habitants.fr. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  2. Ma commune : Larrivière-Saint-Savin (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  3. Larrivière-Saint-Savin (fr) Gemeindeverband Communauté de communes du Pays Grenadois. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  4. Chapelle de Notre-Dame-du-Rugby (fr) landes.catholique.fr. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  5. a b Notice Communale Larrivière-Saint-Savin (fr) EHESS. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  6. Bienvenue à Larrivière Saint-Savin (fr) Gemeinde Larrivière-Saint-Savin. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  7. Populations légales 2015 Commune de Larrivière-Saint-Savin (40145) (fr) INSEE. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  8. Eglise Saint-Savin (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  9. Église Saint-Savin-Notre-Dame-du-Rugby (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  10. Jean-Claude Merlet: Le mégalithisme dans les Landes (fr, PDF) Centre de Recherches Archéologiques sur les Landes. S. 314–316. 2009. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  11. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  12. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Larrivière-Saint-Savin (40145) (fr) INSEE. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  13. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  14. A Larrivière, circuit de la chapelle Notre-Dame-du-rugby (fr) Comité Départemental du Tourisme des Landes. Abgerufen am 27. Mai 2018.