Lars Wulff

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Lars Carsten Wulff (* 26. März 1972 in Neumünster) ist ein deutscher Lichtplaner und Lichtdesigner[1] und gilt als einer der Pioniere der energieeffizienten Beleuchtung in Deutschland. Bekannt wurde er u. a. als Lichtdesigner der Scorpions.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lars Wulff wuchs in der Nähe der Karl-May-Stadt Bad Segeberg auf. Schon während der Schulzeit begann er im Kleinen Theater am Markt in Wahlstedt als Bühnenhelfer. Ursprünglich wollte er eher Theater spielen, war er damals doch in verschiedenen Bands als Schlagzeuger, Gitarrist und Sänger aktiv. Durch Personalmangel wechselte er aber dort in den Bereich Veranstaltungstechnik. Er ist verheiratet und seit 2003 Vater eines Sohnes.

Künstlerische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1992 wechselte er als freier Roadie nach Hamburg. Seine ersten Anlaufstellen dort waren die Live Clubs Knust und das Logo. Ab 1994 arbeitete er für verschiedene Choreographen in Deutschland und der Schweiz, unter anderem mit Sibylla Lustenberger, der JAK Akademie und René Lezard. Trotz seines Wechsels in den professionellen Bereich blieb er der Segeberger Musikszene treu. So produzierte er mit der Segeberger Band Ghosts of Dawn etwa Anfang der 90er ein Video zur zweiten CD Corona & the Sundevil sowie ein Live-Video im Hamburger Knust. Mit dem Kieler Jazzkünstler Salim Greven und dem Pianisten Bene Aperdannier produzierte er noch 2004 im Kieler Liveclub Max die Live-CD Salim Greven & Bene Aperdannier Trio – Live at MAX.

1995 ging er mit der deutsch-französischen Fotografin Bettina Hensel nach Verviers, Belgien,[2] um ein Fotostudio aufzubauen. Dazu arbeitete er mit verschiedenen deutschen und internationalen Künstlern wie Heinz-Rudolf Kunze, Peter Maffay, Level42, The Moffatts oder David Bowie. Während einer Tournee mit Viktor Lazlo lernte er den Jazzsänger David Linx kennen, für den er bis 1999 arbeitete.

Ab 1998 ging er mit den kanadischen Band The Moffatts auf Tournee. Da die Kanadier in deutlich kleineren Hallen als die Scorpions spielten und damals gerade 14 und 15 Jahre alt waren, war er auch für das Backline-Equipment verantwortlich. Manager der jungen Formation war damals der Vater, Frank Moffatt.

Scorpions-Crew in Tokio (2004) (untere Reihe, 4. v.l.)

1999 kehrte Wulff nach Deutschland zurück, nachdem er 1998 auch ein Angebot der Scorpions[3] annahm. Von nun an war er die kommenden acht Jahre für deren Bühnen- und Lichtdesign zuständig. Anfangs teilte er sich die Aufgaben noch mit Günter Jäckle und Cosmo Wilson, der auch für AC/DC arbeitete. Ab 2002 war er dann eigenverantwortlich und holte sich den Lichtdesigner Peer Langemak als Assistenten dazu.

Er begleitete die Band u. a. auf den folgenden Tourneen:

  • 1999: Eye to Eye Tour
  • 2000: Moment of Glory Tour
  • 2001: Acoustica Tour[4]
  • 2002: Tour 2002
  • 2003: Tour 2003
  • 2004–2005: Unbreakable Tour

Nach Heirat und der Geburt seines Sohnes 2003 beendete er 2005 das Tourgeschäft und verließ überraschend die Scorpions. Seitdem ist er in den Themenbereichen Nachhaltigkeit und Architekturbeleuchtung tätig. Er begann, seine Erfahrungen in künstlerische und nachhaltige Projekte einzubringen. So war er teil der ARGE CNWS, die 2005 zusammen mit den Architekten Spengler + Wischolek die Bühnen auf dem Spielbudenplatz in Hamburg entwarf. Neben der künstlerischen Arbeit war er auch für diverse Fernsehproduktionen tätig. Er arbeitete 2003 als einer der vier deutschen Vari-Lite-Operators für die ZDF-Produktion Unsere Besten[5] mit Johannes B. Kerner. Außerdem betreute er die WDR-Produktion Geld oder Liebe sowie die ARD-Show Die Lotto-Show mit Ulla Kock am Brink. Zusammen mit Manfred Voss war u. a. für die Lichtgestaltung des Bundesvision Song Contest verantwortlich. Außerdem war er lange für die Messeauftritte von Mercedes-Benz mitverantwortlich.[6][7]

Wulff während des Live Earth in Hamburg (2007)

2007 gehörte er zum Team um Al Gore. Außerdem betreute er weitere künstlerische Projekte, so etwa mit Andreas „Woody“ Wodzinski die Veranstaltung Live Earth in Hamburg und zusammen mit dem Regisseur Arthur Castro und dem Berliner Lichtdesigner Andreas Fuchs die Belle et Fue Revue im Casino am Potsdamer Platz.[8]

2009 gewann er zusammen mit der in Dubai angesiedelten Agentur und Produktionsfirma Mamemo Productions unter Sam Katiela den Middle East Event Award in der Kategorie „Best Creative Use of Event Lighting“.

Energieeffiziente Beleuchtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 hatte er die Gemeinde Klein Gladebrügge in Schleswig-Holstein zur Straßenbeleuchtung beraten und die Sanierung der Bestandsanlage mit hoher Einsparung vorangetrieben. Schnell erkannte er, dass seine Kollegen das Thema energieeffiziente Beleuchtung gerne mieden; Ihnen fehlten der kreative Anspruch und die künstlerischen Entfaltungsmöglichkeiten. Dies führe dazu, dass „ein Großteil der Neubauten und Sanierungen weit unter ihren Möglichkeiten im Bereich der Effizienz bleiben und damit der CO2-Ausstoß nicht minimiert werden kann“.

Er baute eines der ersten deutschen Planungsbüros für energieeffiziente Beleuchtung auf, und suchte Lösungen für Gemeinden und Industrie. Sein Engagement, unter anderem als Partner des EU Green Light Project, führte ihn 2013 zu den Vereinten Nationen. Dort entwarf er zusammen mit dem Hamburger Ingenieur Peter Profe einen Energieleitfaden für die Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen. Außerdem entwarf er ein energiesparendes LED-System für die Sicherheitsbeleuchtung der Messstationen. Lars Wulff entwickelt heute vor allem umweltfreundliche Sanierungskonzepte und Masterpläne für Städte und Gemeinden.[9]

Bühnen- und Lichtdesigns[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lübecker Nachrichten. Abgerufen am 26. Oktober 2018.
  2. Belgium Crew Pool. Abgerufen am 26. Oktober 2018.
  3. Scorpions Acoustica (Video 2001). Abgerufen am 26. Oktober 2018.
  4. Scorpions - Acoustica / CD. Abgerufen am 26. Oktober 2018.
  5. Unsere Besten (TV Series 2003– ). Abgerufen am 26. Oktober 2018.
  6. Die Referenz. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 26. Oktober 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.diereferenz.de
  7. Starlight: MA Lighting Network. Abgerufen am 26. Oktober 2018.
  8. Clay Paky Point INs on stage with “Belle et Fou”. Abgerufen am 26. Oktober 2018 (englisch).
  9. Lichtblick für Bad Oldesloe: LED-Umstellung spart Strom. Abgerufen am 26. Oktober 2018 (deutsch).