Laryngozele

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Klassifikation nach ICD-10
Q31.3 Laryngozele (angeboren)
J38.7 Sonstige Krankheiten des Kehlkopfes
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Eine Laryngozele auch Kehlkopfbruch, ist eine angeborene oder im Laufe des Lebens erworbene Aussackung des Ventriculus laryngis (Sinus Morgagni oder Ventriculi morgagnii) im Kehlkopf, also der seitlichen Ausbuchtung zwischen Stimm- und Taschenfalten, bzw. des Sacculus laryngis, eines kleinen vom Ventriculus laryngis ausgehenden Blindsackes. Die Aussackung führt durch die Membrana thyreohyoidea hindurch zu einer am Hals unter der Haut tastbaren „Blase“.

Symptome[Bearbeiten]

Neben einer seitlich am Hals in Kehlkopfhöhe tastbaren, luftgefüllten Blase können eine Atembehinderung und Stimmstörungen bestehen. Beim Pressen und Husten oder beim Spielen eines Blasinstrumentes wird die Blase typischerweise größer, auch beruflich bedingt so bei Glasbläsern. Man unterscheidet eine äußere von einer inneren Laryngozele.[1] Die äußere Laryngozele breitet sich zystisch zwischen Zungenbein und Schildknorpel in die Halsweichteile hinein aus. Sie stellt eine Ventrikelaussackung, Ventriculi morgagnii durch die thyreohyoidale Membran dar. Meist ist sie am Hals als Beule tastbar. Bei der inneren Laryngozele befindet sich die Zyste innerhalb des Kehlkopfes, sie liegt dort endolaryngeal im Taschenbandbereich. Symptomatisch werden die Laryngozelen häufig durch Dyspnoe oder Dysphonie.

Eine Laryngozele kann angeboren oder erworben sein.

Schematische Darstellung von Laryngozelen in der Frontalebene. * IL = innere Laryngozele * AL = äußere Laryngozele * H = Hyoid (Zungenbein) * T = Taschenband (Plica vestibularis) * S = Stimmband (Plica vocalis) * K = Ringknorpel (Krikoid)

Diagnose[Bearbeiten]

Operation einer Laryngozele

Neben dem Tastbefund und dem typischen Verhalten beim Pressen gibt vor allem die Computertomographie den entscheidenden Hinweis (luftgefüllter Hohlraum).

Histologie[Bearbeiten]

Die Wandauskleidung der Aussackung besteht aus einem echten respiratorischen Epithelgewebe, also einem Flimmerepithel mit Becherzellen und Drüsen. Häufig findet man Rundzellinfiltrate (Lymphozyten und Plasmazellen) als Zeichen einer unspezifischen Entzündung. Der Zelensack enthält Luft, aber auch muköses oder eitrges Sekret.

Therapie[Bearbeiten]

Falls keine wesentlichen Symptome bestehen, kann zugewartet werden. Bei Atembehinderung ist die operative Entfernung der Laryngozele mittels Freilegung von außen erforderlich.

Literatur[Bearbeiten]

  •  W. Becker, H. H. Naumann, C. R. Pfaltz: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 3-13-583004-7.
  • Richard v. Hippel: Über Kehlsackbildung beim Menschen (Laryngocele ventricularis). In: Deutsche Zeitschrift für Chirurgie. November 1910, Volume 107, Issue 4-6, S. 477–560.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. W. Becker, H. H. Naumann, C. R. Pfaltz: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Kurzgefaßtes Lehrbuch mit Atlasteil. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/ New York 1986, ISBN 3-13-583003-9, S. 401.
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