Laserschutzbeauftragter

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Nach § 5 der im Juli 2010 erlassenen und im November 2016 novellierten deutschen Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung – OStrV) haben Arbeitgeber die Pflicht, falls sie nicht selbst über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügen, vor der Aufnahme des Betriebs von Lasern der Klassen 3R, 3B und 4 einen Laserschutzbeauftragten mit Fachkenntnissen schriftlich zu bestellen.

Die Fachkenntnisse sind durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang nachzuweisen und durch regelmäßige Fortbildungen auf dem aktuellen Stand zu halten (OStrV § 5 Absatz 2).

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Laserschutzbeauftragten haben folgende Aufgaben:

1. die Unterstützung des Arbeitgebers bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung

nach § 3 und bei der Durchführung der notwendigen Schutzmaßnahmen nach § 7;

2. die Gewährleistung des sicheren Betriebs von Lasern nach Satz 1.

Bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben arbeitet der Laserschutzbeauftragte mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt zusammen.

Gewährleistung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die in der Gefährdungsbeurteilung festgelegten Maßnahmen (technische, organisatorische, persönliche einschließlich der Unterweisung) beim Betrieb der Lasereinrichtung durch den LSB regelmäßig auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Dies bedeutet hierbei nicht, dass der LSB ständig persönlich am Betriebsort zu den Betriebszeiten anwesend sein muss.

Zu den Aufgaben des Laserschutzbeauftragten gehören insbesondere:

  • die Mitwirkung bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung,
  • die Mitwirkung bei der Umsetzung der in der Gefährdungsbeurteilung durch den Unternehmer festgelegten Schutzmaßnahmen wie Mitwirkung bei der Unterweisung der Mitarbeiter, Abgrenzen und Kennzeichnen des Laserbereichs, Beschaffung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung wie Laserschutzbrillen
  • die Gewährleistung des sicheren Betriebs durch regelmäßige Kontrolle der Wirksamkeit der getroffenen Schutzmaßnahmen.

Bei ausschließlicher Anwendung der Laserklassen 1 und 2 gemäß DIN EN 60825-1:2008 wird kein Laserschutzbeauftragter benötigt.

Achtung: Viele Materialbearbeitungslaser der Klasse 1 überschreiten bei Instandsetzungsarbeiten die Expositionsgrenzwerte nach OStrV und sind dann quasi im Klasse-4-Betrieb – In diesem Fall sind Schutzmaßnahmen erforderlich.

Beim Betrieb von Lasern der Klasse 1M, 2m oder alten Klasse 3A wird gemäß TROS Laserstrahlung Teil 3 je nach Aufgabe ein Laserschutzbeauftragter empfohlen.

Kurse für den Erwerb der Fachkenntnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeitgeber haben über die Auswahl der Lehrgangs-/Kursanbieter  von Laserschutzbeauftragtenkursen sicherzustellen, dass die Laserschutzbeauftragten die für ihre Tätigkeit erforderlichen Fachkenntnisse erhalten. Je nach Anwendung wird bei der Ausbildung zwischen „Allgemeinen Kursen“ (mindestens 14 Lehreinheiten à 45 min) und „Anwendungsbezogenen Kursen“ (mindestens 8,5 Lehreinheiten à 45 min) unterschieden. Beide Arten von Kursen müssen nach der TROS Laserstrahlung, Teil „Allgemeines“ mindestens folgende Themen beinhalten:

  • physikalische Eigenschaften von Laserstrahlung
  • biologische Wirkungen der Laserstrahlung
  • rechtliche Grundlagen und Regeln der Technik
  • Laserklassen, Grenzwerte, Gefährdungen (direkte/indirekte)
  • Auswahl und Durchführung von Schutzmaßnahmen
  • Aufgaben und Verantwortung des LSB im Betrieb
  • beispielhafte Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung 

In den Allgemeinen Kursen wird intensiver auf die Thematik der Gefährdungsbeurteilung eingegangen und diese dient demnach als Grundgerüst der Lasersicherheit für alle Bereiche der Lasertechnik. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Teilnehmer an diesen Kursen sich in die Besonderheiten für das eigene Einsatzgebiet selbständig einarbeiten müssen.

Laserschutzbeauftragte, die dort eingesetzt werden, wo an den Systemen regelmäßig Änderungen vorgenommen werden und bei denen daher regelmäßig die Gefährdung neu beurteilt werden muss, sollten an einem allgemeinen Kurs teilnehmen. Beispiele hierfür sind Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Betriebe, in denen die Lasereinrichtungen für verschiedene Anwendungen immer wieder umgebaut oder in denen nicht klassifizierte Lasersysteme eingesetzt werden.

Werden in einem Unternehmen oder in einer Institution Lasersysteme für nur eine bestimmte Anwendung betrieben, kann die Ausbildung des Laserschutzbeauftragten an einem Tag anwendungsbezogen erfolgen. Für folgende Einsatzgebiete ist die anwendungsbezogene Ausbildung von Laserschutzbeauftragten in eintägigen Kursen geeignet:

  • medizinische Anwendung
  • kosmetische Anwendung
  • Vermessungstechnik
  • Showlaser
  • Lichtwellenleiter-Kommunikationssysteme
  • Materialbearbeitungslaser

Prüfung am Ende des Kurses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Prüfung dient dem Nachweis des erfolgreichen Erwerbs der Fachkenntnisse eines LSB nach OStrV. Es soll damit gezeigt werden, das erforderliche Wissen wiedergeben und anwenden zu können – erfolgreich heißt hier, dass die Ausbildung zum Laserschutzbeauftragten mit einer Prüfung enden muss. Die Dauer der Prüfung beträgt bei allgemeinen Kursen 1 LE (45 Minuten) und bei anwendungsbezogenen Kursen 0,5 LE (vgl. Tab 1 und 2 in der TROS Laserstrahlung Teil „Allgemeines“).

Das Bestehen dieser Prüfung ist Voraussetzung, um als Laserschutzbeauftragter bestellt werden zu können. Kursteilnehmer, die einen Kurs ohne Prüfung absolviert haben, müssen sich nachschulen lassen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]