Lasische Sprache

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Sprache des lasischen Volkes, für den umgangssprachlich gleichnamigen türkischen Dialekt Lazca, siehe Türkische Sprache.
Lasisch

Gesprochen in

Türkei und Georgien
Sprecher ca. 22.000[1] – 250.000[2][3][4][5]
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von -
Sprachcodes
ISO 639-1:

-

ISO 639-2:

cau

ISO 639-3:

lzz

Die lasische Sprache (Lasisch: lazuri nena / ლაზური ნენა; türkisch: Lazca; georgisch: ლაზური ენა) ist eine Südkaukasische Sprache, die im äußersten Nordosten der Türkei und im Südwesten Georgiens von dem Volk der Lasen gesprochen wird. Die Sprache ist eng verwandt mit dem Mingrelischen.

Fälschlicherweise wird die türkische Mundart in der Schwarzmeerregion als „Lasisch“ (lazca) bezeichnet.

Regionale Verbreitung[Bearbeiten]

Südkaukasische Sprachen mit ungefährer Verbreitung des Lasischen (hellgrün im Südwesten). Karte auf Basis des Linguarium-Projektes der Lomonossow-Universität.
Das Siedlungsgebiet der Lasen im Nordosten der Türkei

Regional wird die Sprache in Rize, Samsun, Trabzon, Tonya, Pazar (Atina), Ardeşen (Artaşeni), Çamlıhemşin (Vijadibi), Fındıklı (Viзe), Arhavi (Arxabi), Hopa (Xopa) und Borçka gesprochen. Durch die Migration der Lasen gibt es auch Sprecher in Dörfern der Provinzen Artvin, Bartın, Zonguldak, Sakarya, Kocaeli, Bolu. In Georgien wird Lasisch in Adscharien gesprochen. Sprecher gibt es außerdem in Belgien, Frankreich, USA, Österreich und Deutschland.

Sprachliche Charakteristiken[Bearbeiten]

Kennzeichen dieser Sprache ist ein sehr komplexes Lautsystem mit einem großen Reichtum an unterschiedlichen Konsonanten. Es existieren mehr türkische und griechische Lehnwörter als im Mingrelischen.

Schrift[Bearbeiten]

Lasische Intellektuelle in der Türkei entwickelten eine auf dem neuen türkischen Alphabet basierende Schrift. Mit dieser Schrift erscheinen lokale Zeitungen in Arhavi.

In Georgien wird für das Lasische das georgische Alphabet verwendet.

Politische Situation[Bearbeiten]

Ausgangssituation[Bearbeiten]

Im Laufe der Zeit ist das Lasische von der türkischen und griechischen Sprache beeinflusst worden, was auf gemeinsame Siedlungsgebiete zurückzuführen ist. Dadurch, dass es auf dem lasischen Gebiet der Türkei keinen einheitlichen lasischen Sprachunterricht gab, unterscheiden sich die Dialekte von Ort zu Ort.

Lasisch ist keine offizielle Minderheits-, Amts- oder Verkehrssprache. Sie wird lediglich von der lasischen Minderheit verwendet.

Es gibt keine Möglichkeit der lasischen Spracherziehung in den Schulen. Viele Lasen erkennen die türkische Sprache als Amtssprache an, würden aber einen zusätzlichen Unterricht in ihrer Sprache begrüßen. Die neueste Bildungspolitik ermöglicht Schülern der 5-6 Klassen Lasisch als Wahlfächer zu wählen.

Verbreitung[Bearbeiten]

Lasisch-sprechende Musiker wie Birol Topaloğlu (* 1965) und Kâzım Koyuncu (1971–2005) haben mit ihren Liedern ein breites Publikum erreicht. Außerdem soll durch lasische Websites, Bücher, Zeitungen und Radiosendungen das Interesse an dieser Sprache geweckt werden. Die „lasische Rockmusik" genießt eine hohe Popularität.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Fähnrich (Hrsg.): Kartwelsprachen. Altgeorgisch, Neugeorgisch, Mingrelisch, Lasisch, Swanisch. Reichert, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-89500-653-1.
  • Georgij A. Klimov: Einführung in die kaukasische Sprachwissenschaft. Buske, Hamburg 1994 (aus dem Russischen von Jost Gippert), ISBN 3-87548-060-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Lasisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ISO 639-3 lzz 2014. Ethnologue: Languages of the World In: unesco.org
  2. Kazim Koyuncu und Lazish Music (Memento vom 11. November 2009 im Internet Archive) In: lazebura.net
  3. Ildikó Bellér-Hann: Turkish Region. James Currey Publishers, 2001, ISBN 9780852552797, S. 11. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  4. Lazlar 2 / Sayfa 60 (Memento vom 3. September 2009 im Internet Archive) In: turkleronline.com
  5. Ashley Carter, Staff Writer: Musician Tries to Preserve Heritage – The Purdue Exponent 6. November 2001 (Memento vom 17. Januar 2007 im Internet Archive) In: sfworldmusicfestival.org