Lastprofil

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Lastprofile nach EWE im Frühjahr mit Kraftwerkseinsatz werktags schematisch

Lastprofil, Lastgang, Lastkurve, Lastganglinie, Lastgangkennlinie oder, je nach Zeitachse auch Tages- oder Jahresgang, bezeichnen in der Elektrizitätswirtschaft bzw. Energieversorgung den zeitlichen Verlauf der abgenommenen Leistung (z. B. der elektrischen Leistung oder der Gas-Leistung) über eine zeitliche Periode.

Lastprofil für Österreich (Stromverbrauch) - Wochendurchschnitt (Mo. - So.) für das Gesamtjahr 2015

Der Lastgang unterliegt in der Regel starken tageszeitlichen Schwankungen, die wiederum wochentagsabhängig und saisonal unterschiedlich sind.

Elektrizität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da elektrische Energie nur in geringem Umfang und unter Verlusten gespeichert werden kann, müssen der Stromhandel, -transport und -erzeugung den zeitlichen Schwankungen der Verbraucherlasten nachfolgen oder die Lasten durch Verbrauchermaßnahmen oder Fernsteuerung der Versorgungsnetzbetreiber (VNB) der verfügbaren Leistung angepasst werden.

Der Stromhandel als Bereitsteller der Energiemengen (Prinzip von "Energy only") erfolgt dabei einerseits über langfristige Verträge zur Basisversorgung und andererseits über die Strombörse.

Die Stromerzeugung muss dabei durch Kraftwerksmanagement den tatsächlichen Energiebedarf decken. Hierfür stehen neben den volatilen Erneuerbaren Energieanlagen Windkraftwerke [Solarkraftwerke] für einige Jahre noch Wärmekraftwerke Grundlast- und ebenfalls fossil angetriebene Spitzenlastkraftwerke zur Verfügung, die sich in der Zeit unterscheiden, die sie benötigen, hoch- und herunter zu fahren. Spitzenlastkraftwerke, auch als Regelkraftwerke bezeichnet, arbeiten z. B. mit Gasturbinen zum Antrieb der Generatoren und können innerhalb weniger Minuten betriebsbereit sein. Solche sind auch Pumpspeicherkraftwerke jeder Bauform.

Im liberalisierten Strommarkt ist für die VNB und Stromhändler die Kenntnis des Lastprofils eines Kunden von besonderer Bedeutung. Daher werden bei Verbrauchern mit einem Jahresverbrauch von mehr als 100.000 kWh/a die tatsächlichen Lastgänge gemessen. In diesen Fällen spricht man vom gemessenen Lastprofil. Hierfür werden fernausgelesene 1/4-h-Lastgangzähler verwendet. Die Daten der Messung werden einmal täglich per Telefon oder Funk ausgelesen. Für Verbraucher mit einem geringeren Jahresverbrauch ist die Lastgangmessung zu aufwendig. Für diese Verbraucher existieren sogenannte Standardlastprofile (SLP). Hierbei wird das zeitliche Verbrauchsverhalten eines typischen Endverbrauchers durch normierte kundengruppen- oder branchenbezogene Verbrauchsmuster substituiert. Durch Gewichtung mit der geschätzten (Prognose) bzw. gemessenen (Abrechnung) Jahresarbeitsmenge wird so ein Lastprofil für diese Kleinverbraucher angenähert. Dabei wird oft zwischen Wochentagen, Samstagen und Sonntagen (Typtage) sowie teilweise zwischen drei jahreszeitlichen (saisonalen) Bereichen (Übergangsjahreszeiten, Sommer, Winter) unterschieden. sodass es insgesamt neun typische Standard-Tageszeitprofile gibt. Wichtige Veränderungen werden hier durch die ab 2018 verpflichtend einzubauenden "Smartmeter" entstehen.

Gasversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lastprofile finden auch im liberalisierten Gasmarkt Anwendung.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]