Latara

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fundamentreste der antiken Siedlung von Latara auf dem Gelände des Musée archéologique Henri-Prades

Latara (auch Lattara) ist eine antike Hafenstadt etwa fünf Kilometer südöstlich von Montpellier. Das Gebiet der ehemaligen Lagunenstadt entspricht in etwa dem des heutigen Lattes.

Antike Quellen[Bearbeiten]

Latara wurde sowohl von Plinius dem Älteren in seiner Historia naturalis (Band IX, 9 und Band IX, 29-32) als auch von dem römischen Geographen Pomponius Mela in seiner De Chorographia (II, 80) erwähnt. Darüber hinaus gibt es zwei Inschriften (von Saint-Sauveur und von Villeneuve-lès-Maguelone (Herault)), in denen Latara genannt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Siedlung wird etwa in die Zeit vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis ins 2. Jahrhundert n. Chr. datiert und zeigt eine etruskische, griechische und römische Phase. Die lange Zeit vergessene Stätte wurde erst durch Keramikfunde zweier Schüler im Jahr 1963 wieder ans Licht der Öffentlichkeit gebracht.

Ausgrabungen[Bearbeiten]

Seit 1983 wird das Gebiet intensiv untersucht. Dazu kaufte der französische Staat ein etwa 9 ha großes Areal auf und richtete hier ein Forschungs- und Ausbildungszentrum für Archäologie ein. Angeschlossen ist das Musée archéologique Henry-Prades, welches neben den Funden aus Latara auch solche aus der gesamten Region zeigt.

Während dreier Exkursionen des Instituts für Geophysik und Meteorologie der Technischen Universität Braunschweig wurden 1987, 1991 und 1992 große Teile des Geländes mit geoelektrischen und geomagnetischen Methoden vermessen.

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Arnal, R. Majurel und H. Prades: Le port de Lattara. Institut International d’Études Ligures, Bordighera-Montpellier, 1974.
  • T. Janin ond M. Py (Hrsg.): Lattara (Lattes, Hérault) - nouveaux acquis, nouvelles questions sur une ville portuaire protohistorique et romaine. Gallia, 2008.
  • M. Py: Les Gaulois du Midi, de la fin de l’Âge du Bronze à la conquête romaine. Collection La mémoire du temps, Hachette, Paris 1993.
  • Geophysikalische Arbeiten sowie Mitteilungen aus Meteorologie und Astrophysik (GAMMA) Nr. 49 (70 S., 1989) und GAMMA 53, 55 S., 1995

Weblinks[Bearbeiten]

43.5680555555563.9033333333333Koordinaten: 43° 34′ N, 3° 54′ O