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Lateinamerikanische Schuldenkrise

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Lateinamerika

Die Lateinamerikanische Schuldenkrise (auch Lateinamerikakrise, spanisch crisis de la deuda latinoamericana) war eine in den 1980er Jahren kulminierte Zahlungs- und Verschuldungskrise zahlreicher Volkswirtschaften Lateinamerikas und der Karibik. Ihren unmittelbaren Ausgangspunkt bildete die Einstellung des mexikanischen Schuldendienstes im August 1982. In der Folge gerieten unter anderem Brasilien, Argentinien, Venezuela, Chile, Peru, Ecuador und Bolivien in vergleichbare Zahlungsschwierigkeiten. Die mit der Krise verbundene Phase stagnierender oder rückläufiger wirtschaftlicher Entwicklung wird in der spanisch- und portugiesischsprachigen Literatur als „verlorenes Jahrzehnt“ (década perdida) bezeichnet. Die Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL/ECLAC) beziffert das durchschnittliche jährliche Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Region während der 1980er Jahre auf 1,7 Prozent, während die Reallöhne zwischen 1980 und 1990 um 34 Prozent fielen. Nach der Einschätzung der Exekutivsekretärin der CEPAL, Alicia Bárcena, benötigte die Region 14 Jahre, um das Pro-Kopf-BIP-Niveau von vor der Krise wieder zu erreichen, und 25 Jahre, um frühere soziale Indikatoren wiederzuerlangen.

Wirtschaftlicher Hintergrund

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Importsubstituierende Industrialisierung

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Seit den 1950er Jahren hatten zahlreiche lateinamerikanische Staaten ein Entwicklungsmodell der binnenmarktorientierten Industrialisierung verfolgt, das auf die Substitution von Industrieimporten durch eigene Produktion hinter hohen Zollschranken abzielte.[1] In einer Darstellung des Wirtschaftshistorikers Edwin Williamson wird das Modell als Ursache struktureller wirtschaftlicher Verzerrungen beschrieben, die in den 1980er Jahren zutage traten.[2] Die nationale Industrie sei zu lange überprotektioniert worden und habe es nicht geschafft, effizient und wettbewerbsfähig zu werden.[3] Die Preise von Industriegütern hätten zum Teil das Dreifache des Weltmarktpreises betragen.[2] Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) stellt in einer Übersicht fest, dass die Verschuldungskrise direkt mit dem lateinamerikanischen Entwicklungsmodell nachholender Industrialisierung verknüpft gewesen sei und eine einseitige Betrachtung als reine Zahlungsbilanzkrise zu kurz greife.[1]

Petrodollar-Recycling und Kreditexpansion der 1970er Jahre

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Mit dem ersten Ölpreisschock von 1973 und dem zweiten von 1979 stiegen die Deviseneinnahmen der erdölexportierenden Staaten drastisch an.[4] Die Stiftung Wissenschaft und Politik beziffert die OPEC-Einnahmen im Zeitraum 1970 bis 1979 auf rund 3.000 Milliarden US-Dollar, die die binnenwirtschaftliche Aufnahmefähigkeit der Erzeugerländer überstiegen und daher in erheblichem Umfang bei internationalen Banken angelegt wurden.[5] Diese als „Petrodollar“ bezeichneten Mittel leiteten westliche Geschäftsbanken, insbesondere die großen US-amerikanischen Geldmarktbanken, in Form von überwiegend variabel verzinsten und in US-Dollar denominierten syndizierten Krediten an Entwicklungs- und Schwellenländer weiter.[6] Die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) beziffert die gesamte ausstehende Auslandsverschuldung Lateinamerikas Ende 1970 auf etwa 29 Milliarden US-Dollar, Ende 1978 auf etwa 159 Milliarden US-Dollar und Ende 1982 auf rund 327 Milliarden US-Dollar.[4] Die jährliche Wachstumsrate der Verschuldung lag damit bei nahezu 24 Prozent.[7]

Quelle: U.S. Energy Information Administration (EIA), U.S. Crude Oil First Purchase Price[8]

Ein wesentliches Merkmal der Kreditstruktur bestand darin, dass etwa zwei Drittel der ausstehenden Schulden an den variablen London Interbank Offered Rate (LIBOR) gebunden waren, der sich in der Regel alle sechs Monate anpasste. Jeder Anstieg des LIBOR um einen Prozentpunkt erhöhte den Schuldendienst aller Entwicklungsländer nach Schätzungen der Weltbank um rund 2 Milliarden US-Dollar. Die acht größten US-Geldmarktbanken hielten Ende 1978 Forderungen gegenüber Lateinamerika in Höhe von ungefähr 36 Milliarden US-Dollar, was im Durchschnitt rund 208 Prozent ihres Kapitals und ihrer Reserven entsprach.[9] 1982 betrugen die Forderungen der neun größten US-Geldmarktbanken gegenüber Lateinamerika 176 Prozent ihres Kapitals und die gesamten Forderungen gegenüber Entwicklungsländern fast 290 Prozent ihres Kapitals.[4]

Die Kreditvergabe wurde durch die damalige wirtschaftliche Expansion lateinamerikanischer Staaten und durch den Verlust inländischer Geschäftsfelder seitens der US-Banken begünstigt.[9] L. William Seidman, späterer Vorsitzender der FDIC, stellte im Rückblick fest, die Schwierigkeiten der Banken hätten begonnen, als sie ihre großen Firmenkunden in den frühen 1970er Jahren an den Markt für Geldmarktpapiere verloren hätten.[10] Die Ford-Regierung habe die großen Banken ermutigt, das Petrodollar-Recycling als nützlich und gewissermaßen als „patriotische Pflicht“ zu betrachten.[9]

Warnungen vor der Krise

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Trotz der rapide steigenden Verschuldung blieben explizite Warnungen zunächst vereinzelt.[9] 1977 kritisierte Arthur F. Burns, der Vorsitzende des Federal Reserve Board, in einer Rede an der Columbia University die Geschäftsbanken für die Übernahme übermäßiger Risiken bei der Kreditvergabe an Dritte-Welt-Länder.[11] Der Senatsausschuss für auswärtige Beziehungen des US-Kongresses hielt im selben Jahr fest, die Stabilität des US-Bankensystems und damit des internationalen Finanzsystems sei durch die massive Kreditvergabe nach den Ölpreiserhöhungen möglicherweise gefährdet.[12] The Wall Street Journal bemerkte 1981, es existiere ein „neuer Berg“ von 500 Milliarden US-Dollar an Schulden der Entwicklungsländer, der für einige Analytiker „eine Kettenreaktion von Zahlungsausfällen, Bankenzusammenbrüchen und einer allgemeinen Depression wie in den 1930er Jahren“ befürchten lasse. Gleichwohl wurde der Glaube an die Wahrscheinlichkeit einer systemischen Krise nicht weithin geteilt. Noch 1979 bezeichnete ein Leitartikel in der Finanzfachzeitschrift American Banker die Verschuldungssituation als ein „großes Nicht-Problem“.[9]

Verschärfung der Lage 1979–82

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Paul A. Volcker (um 1990)

Am 6. Oktober 1979 verkündete der neue Vorsitzende des Federal Reserve Board, Paul A. Volcker, nach einer außerplanmäßigen Sitzung des Federal Open Market Committee eine Umstellung der US-Geldpolitik.[13] Fortan sollte das Geldmengenwachstum begrenzt werden, statt die Zinssätze direkt zu steuern.[14] In der Folge stiegen die kurzfristigen US-Zinsen Anfang 1981 auf rund 20 Prozent,[15] und die LIBOR-Sätze, an die der Großteil der lateinamerikanischen Schulden gekoppelt war, lagen 1981 und 1982 im Durchschnitt bei 15,8 Prozent, verglichen mit 10,2 Prozent im Jahr 1980.[9] Der Schweizer Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann beschrieb die Folgen: „Es kam zu einer heftigen globalen Rezession, und in Lateinamerika und Osteuropa brach wegen der hohen Zinsen eine dramatische Schuldenkrise aus“,[16] weil sich diese Länder in Dollar verschuldet hatten und die „horrende Zinslast“ nicht mehr bedienen konnten. Die taz berichtete, Volcker habe die Kreditzinsen „drakonisch nach oben“ geschraubt, so dass sie zeitweise über 20 Prozent lagen, und damit die Konjunktur „abgewürgt“. Die Folge sei die „Schuldenkrise“ gewesen, die „vor allem für Lateinamerika ein verlorenes Jahrzehnt bedeutete“.[17]

Dollar-Aufwertung und Rohstoffpreisverfall

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Parallel zum Zinsanstieg wertete der US-Dollar gegenüber anderen Leitwährungen stark auf.[18] Nach FDIC-Angaben stieg sein Wert 1981 um 11 Prozent und im Verlauf von 1982 um weitere 17 Prozent gegenüber den stärksten Währungen. Da die Masse der lateinamerikanischen Schulden in US-Dollar denominiert war, erhöhte sich die reale Schuldenlast der Schuldnerländer zusätzlich.[9] Gleichzeitig löste die weltwirtschaftliche Rezession einen Rückgang der Rohstoffpreise für Mineralien und Agrarprodukte aus, was die Exporterlöse und damit die Fähigkeit zur Devisenbeschaffung schmälerte.[6] Die Kombination aus steigenden Zinsen, aufwertendem Dollar und sinkenden Exporterlösen führte dazu, dass viele lateinamerikanische Staaten ihre Schuldendienstquoten nicht mehr aufrechterhalten konnten.[15]

Zusätzlich zur Verschlechterung der externen Bedingungen floss in den Jahren vor dem Krisenausbruch erhebliches privates Kapital aus der Region ab.[19] Nach Darstellung der FDIC schätzte die Weltbank, dass zwischen 1979 und 1982 aus Argentinien, Mexiko und Venezuela zusammen fast 70 Milliarden US-Dollar abflossen, was 67 Prozent der Bruttokapitalzuflüsse entsprach.[9] Laut Donald R. Lessard & John Williamson habe die Weltbank den Kapitalabfluss aus Mexiko allein auf 27 Milliarden US-Dollar beziffert, was nahezu einem Drittel der mexikanischen Auslandsverschuldung von 1982 entsprach.[20] US-amerikanische und europäische Banken seien dabei „voll involviert“ gewesen, indem sie einerseits hochverzinsliche Kredite an lateinamerikanische Regierungen vergaben und andererseits lukrative Einlagen lateinamerikanischer Privatpersonen einsammelten, die häufig indirekte Empfänger eben jener Kredite gewesen seien.[9]

Ausbruch der Krise: Mexiko im August 1982

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Wechselkurs US-Dollar / Mexikanischer Peso 1972–2022
Mexikanische Inflation 1970–2022

Im Jahr 1981 verloren beide Säulen der mexikanischen Außenfinanzierung an Tragfähigkeit.[21] Der Ölpreis fiel, und die globalen Zinsen stiegen.[22] Der Mexikanische Peso verlor rund 40 Prozent seines Werts gegenüber dem US-Dollar.[21] Das größte mexikanische Industriekonglomerat, die Grupo Alfa, wurde zahlungsunfähig.[23] Im Juli 1982 stellten die rund 500 Gläubigerbanken Mexikos noch einmal 2,5 Milliarden US-Dollar zur Verfügung.[21] Im August lehnten sie weitere Finanzierungen ab. Daraufhin konnte Mexiko seinen Schuldendienst nicht mehr leisten.[24] Finanzminister Jesús Silva-Herzog Flores informierte am 12. August 1982 den Vorsitzenden der Federal Reserve, den US-Finanzminister und den Geschäftsführenden Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), dass Mexiko seinen am 16. August fälligen Verpflichtungen aus einer überwiegend in US-Dollar denominierten Verschuldung von rund 80 Milliarden US-Dollar nicht nachkommen könne.[25] Das Entschuldungsnetzwerk erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung e. V. bezeichnet diesen Schritt als Beginn dessen, „was als ‚Schuldenkrise der Dritten Welt‘ in die Geschichte einging“.[26]

Einen Monat später, im September 1982, wurde unter Präsident José López Portillo zudem das mexikanische Bankensystem verstaatlicht.[27] Die wirtschaftshistorische Forschung behandelt die Auslandsschuldenkrise und die Bankenverstaatlichung als parallele, jedoch miteinander verknüpfte Ereignisse, wobei die Verstaatlichung nach neueren Analysen die Schuldenverhandlungen erschwerte, da sie das wahrgenommene Risiko erhöhte, dass die Regierung die Verbindlichkeiten der mexikanischen Banken nicht übernehmen könne.[28]

Regionale Ausbreitung

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Dominoeffekt und Umschuldungen

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Die mexikanische Zahlungseinstellung löste auf den internationalen Finanzmärkten einen massiven Vertrauensverlust gegenüber der gesamten Region aus.[4] Nach Angaben der FDIC hatten bis Oktober 1983 insgesamt 27 Länder mit Bankschulden von zusammen 239 Milliarden US-Dollar ihre Schulden umgeschuldet oder befanden sich in entsprechenden Verhandlungen.[9] 16 dieser Länder lagen in Lateinamerika.[4] Die vier größten lateinamerikanischen Schuldner – Mexiko, Brasilien, Venezuela und Argentinien – schuldeten Geschäftsbanken zusammen etwa 176 Milliarden US-Dollar, was rund 74 Prozent der gesamten ausstehenden Schulden der betroffenen Entwicklungsländer gegenüber Banken entsprach.[29] Von diesem Betrag entfielen nach Angaben der FDIC ungefähr 37 Milliarden US-Dollar auf die acht größten US-Banken, was rund 147 Prozent ihres damaligen Kapitals und ihrer Reserven entsprach[30] und damit die Gefahr einer systemischen Bankenkrise aufwarf.[21]

Edwin Williamson gibt die geschätzte Gesamtauslandsverschuldung Lateinamerikas im Jahr 1982 mit 315,3 Milliarden US-Dollar an, wobei über 270 Milliarden US-Dollar auf nur fünf Länder entfielen: Brasilien (87,5 Milliarden), Mexiko (85,5 Milliarden), Argentinien (43,6 Milliarden), Venezuela (31 Milliarden) und Chile (17 Milliarden US-Dollar).[2]

Länderspezifische Verläufe

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In Argentinien scheiterte ein unter der Militärregierung ausgehandeltes Umschuldungsabkommen an der Nichterfüllung von IWF-Auflagen und an Differenzen mit den Banken. Im Oktober 1983 entstanden Zahlungsrückstände gegenüber Geschäftsbanken. Die im Dezember 1983 angetretene demokratische Regierung Raúl Alfonsíns versuchte, die Verhandlungsbedingungen zu verändern und war Anfang 1984 maßgeblich an der Gründung des Cartagena-Konsenses beteiligt, eines Zusammenschlusses lateinamerikanischer Schuldnerstaaten, der gemeinsame Positionen gegenüber den Gläubigern formulieren sollte. Der Druck der Banken und die begrenzte Bereitschaft anderer Großschuldner, Argentiniens konfrontativere Linie zu unterstützen, führten dazu, dass das Land Ende 1984 der dritten Runde der regionalen Umschuldungsvereinbarungen beitrat. Ab April 1988 stellte Argentinien de facto den Schuldendienst gegenüber Banken und bestimmten bilateralen Gläubigern ein. Die Zinsrückstände gegenüber Banken beliefen sich nach Angaben der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC) Ende 1990 auf rund 7 Milliarden US-Dollar.[31]

In Brasilien, das als größter Einzelschuldner unter den Schwellenländern galt,[32] hatten sich ab 1985 Zahlungsrückstände gegenüber Gläubigern des Pariser Clubs aufgebaut.[33] Im Februar 1987 erklärte die Regierung Sarney ein Moratorium auf den Bankenschuldendienst, das international erhebliche Aufmerksamkeit erregte und die Geschäftsbanken dazu veranlasste, ihre Risikovorsorge signifikant zu erhöhen.[34] Im Juni 1988 wurde ein umfassendes Restrukturierungsabkommen mit den Banken unterzeichnet.[35] Ende 1989 rutschte das Land erneut in ein De-facto-Moratorium, und die Zinsrückstände erreichten Ende 1990 fast 10 Milliarden US-Dollar.[36]

In Peru begann 1984 eine schleichende Zahlungseinstellung, nachdem die Regierung Belaúnde IWF-Auflagen nicht erfüllt hatte und Auszahlungen des IWF und der Banken ausblieben.[37] Nach seinem Amtsantritt 1985 formalisierte Präsident Alan García das Moratorium und erklärte, den öffentlichen Schuldendienst auf 10 Prozent der Exporte zu begrenzen.[38]
In Bolivien führten wirtschaftliche Schwierigkeiten und der Zusammenbruch des Zinnmarktes 1984 zu einem formellen Moratorium gegenüber Geschäftsbanken und dem Pariser Club.[39] Die Regierung Siles Zuazo erklärte die Absicht, den Schuldendienst auf 25 Prozent der Exporte zu begrenzen.[40] Bolivien organisierte 1988/89 mit Geberfinanzierung Rückkäufe seiner Bankschulden zu 11 Cent pro Dollar des Nennwerts.[41]
Ecuador geriet nach dem Ölpreisverfall Ende 1985 und einem schweren Erdbeben im März 1987, das die transandine Ölpipeline beschädigte, in eine formelle Aussetzung des Schuldendienstes.[42]
Kolumbien stellte innerhalb der Region einen Sonderfall dar, weil es aufgrund vorsichtiger Schuldenpolitik der allgemeinen Umschuldungswelle weitgehend entging.[43]

Krisenmanagement

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Erste Phase: Umschuldung und Liquiditätssicherung (1982–85)

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Das Krisenmanagement beruhte zunächst auf einer Kombination aus Umschuldungen durch Geschäftsbanken, Überbrückungskrediten und Anpassungsprogrammen des Internationalen Währungsfonds (IWF).[44] Bereits im August 1982 berief die Federal Reserve eine Notfallsitzung internationaler Zentralbankdirektoren ein, um einen Überbrückungskredit für Mexiko zu ermöglichen.[45] Das US-Finanzministerium und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich organisierten kurzfristige Überbrückungskredite, um während der komplexen Verhandlungen formelle Zahlungsausfälle zu vermeiden.[24] Die Geschäftsbanken gruppierten sich in Gläubigerausschüssen (Advisory Committees), die mit einzelnen Schuldnerländern bilateral über Umschuldungsbedingungen verhandelten.[31] Die Bedingungen der frühen Umschuldungen waren nach Darstellung der ECLAC kommerziell, „bestrafend“ in ihrer Natur.[46]

Der IWF bot den Schuldnerländern Stand-by-Kredite an, die an die Umsetzung von Anpassungsprogrammen gebunden waren.[47] Im Fall Mexikos sah das IWF-Programm eine Reduzierung des Haushaltsdefizits von rund 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 5 Prozent vor.[48] Selbst nach den IWF-Finanzmitteln und anderen öffentlichen Beiträgen verblieb eine Finanzierungslücke von 5 Milliarden US-Dollar für 1983, die durch neue Bankenkredite geschlossen werden sollte.[49] Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) stellt in einer Analyse zur Tätigkeit des IWF fest, dessen Krisendiagnosen hätten sich schwerpunktmäßig dem Problem der Inflation gewidmet und den vielfältigen Ursachen von Verschuldungs- und Kreditwürdigkeitskrisen nicht in vollem Umfang Rechnung getragen.[50] Die mit den IWF-Programmen verknüpften wirtschaftspolitischen Auflagen umfassten Haushaltskonsolidierung, Subventionsabbau, Privatisierungen und Marktliberalisierung und wurden in der späteren Literatur unter dem Stichwort „Washington Consensus“ zusammengefasst.[51]

Ein Schuldenschnitt war für die Gläubiger zunächst keine Option. Stattdessen wurde der Schuldendienst mit immer neuen Krediten finanziert, was die Initiative erlassjahr.de als Strategie beschreibt, die die Menschen in den betroffenen Ländern verarmen ließ, ohne das Schuldenproblem zu lösen.[52][4]

Baker-Plan (1985)

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James A. Baker (um 1990)

Im Oktober 1985 stellte US-Finanzminister James A. Baker III auf der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Seoul einen Plan zur Bewältigung der Krise vor.[53] Dieser sah vor, dass Geschäftsbanken ihre Kreditvergabe an hochverschuldete Länder über drei Jahre um etwa 20 Milliarden US-Dollar steigern sollten, während die Weltbank und andere multilaterale Kreditgeber zusätzlich rund 9 Milliarden US-Dollar bereitstellen sollten.[54] Im Gegenzug sollten die Schuldnerländer marktorientiertere Wirtschaftspolitiken verfolgen.[55] 15 Länder wurden benannt, von denen zehn in Mittel- und Lateinamerika lagen.[56] Das Journal of Interamerican Studies and World Affairs, (heute Latin American Politics and Society) resümierte, der Baker-Plan sei insofern bedeutsam gewesen, als die Reagan-Regierung nach drei Jahren des „Durchwurstelns“ durch Krisen die Schuldenkrise erstmals als das anerkannt habe, was sie war: „ein langfristiges ökonomisches und politisches Hindernis für Entwicklung, das langsam das weltwirtschaftliche Wachstum abschnürt“.[53]

Die Umsetzung des Baker-Plans gestaltete sich schwierig, da viele Geschäftsbanken die geforderten neuen Kredite ablehnten.[57] Das Pilotprojekt in Mexiko kam 1986 erst nach einer ernsthaften Moratoriumsdrohung und der direkten Intervention des Vorsitzenden der Federal Reserve zustande,[31] der die Banken nach Darstellung der ECLAC buchstäblich über ihre Beteiligung an einem 13,7 Milliarden US-Dollar schweren Finanzierungspaket „informierte“.[58]

Brady-Plan (1989) und Schuldenreduzierung

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Nicholas F. Brady (um 1990)

1989 änderte sich die offizielle Krisenstrategie grundlegend mit dem nach US-Finanzminister Nicholas F. Brady benannten Brady-Plan.[4] Dieser erkannte erstmals offiziell an, dass die Schuldnerländer ihre Kredite unter den geltenden Bedingungen nicht vollständig würden zurückzahlen können, und sah dauerhafte Reduzierungen der Kapitalbeträge und Schuldendienstverpflichtungen vor. Privaten Gläubigern wurde ein Menü von Optionen angeboten, darunter der Tausch bestehender Bankforderungen gegen handelbare Schuldverschreibungen (Brady Bonds) zu reduziertem Nennwert oder Zinssatz, deren Kapitalrückzahlung durch hinterlegte US-Staatsanleihen besichert war.[59] Zwischen 1989 und 1994 verzichteten private Gläubiger nach Angaben der Federal Reserve History auf Kredite im Umfang von 61 Milliarden US-Dollar, was etwa einem Drittel der ausstehenden Schulden entsprach. Im Gegenzug verpflichteten sich 18 Länder zu binnenwirtschaftlichen Reformen.[4]

Die taz fasste die Mechanik zusammen: Mit US-Bürgschaft habe Mexiko seit 1987 neue Anleihen ausgeben können,[60][61] mit deren Erlös alte Schulden zum niedrigeren Marktpreis statt zum Nennwert zurückgekauft worden seien[62] – „unterm Strich nichts anderes als ein teilweiser Forderungsverzicht der Banken“ und „ein teilweiser Schuldenerlass für die überschuldeten Staaten“.[63][64]

Der Brady-Plan führte auch zu einer neuen, flexibleren Haltung gegenüber Zahlungsrückständen: IWF-Programme und offizielle Kredite wurden in bestimmten Fällen nicht mehr zwingend von einem vorherigen Abkommen mit den Banken abhängig gemacht.[65]Mexiko, Costa Rica, Venezuela, Uruguay und schließlich Brasilien und Argentinien schlossen in den folgenden Jahren Brady-Vereinbarungen oder vergleichbare Umschuldungsabkommen ab.[61]

Bankbilanzen und Risikovorsorge

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Die Krise wirkte sich erheblich auf die Bilanzierung und Risikovorsorge internationaler Geschäftsbanken aus. US-Bankenaufsichtsbehörden gestatteten es den großen Banken zunächst, Verluste aus Forderungen gegenüber lateinamerikanischen Schuldnern nicht sofort vollständig in ihrer Risikovorsorge zu erfassen. Diese aufsichtsrechtliche Zurückhaltung beruhte auf der Annahme, dass eine vollständige Verlustanerkennung die Banken als insolvent hätte erscheinen lassen. Nach Daten der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) verschlechterten sich die Langfristratings der großen US-Geldmarktbanken ab 1982 kontinuierlich. Vier der acht größten Institute lagen 1989 nur noch knapp über Investment-Grade-Niveau, während sich nur J.P.Morgan bis 1988 ein Triple-A-Rating bewahren konnte.[9]

Ein Wendepunkt war die Entscheidung der Citibank im Mai 1987, ihre Risikovorsorge um 3 Milliarden US-Dollar zu erhöhen – rund ein Viertel ihres Engagements gegenüber Entwicklungsländern.[66][67] Andere Banken folgten,[68] was erstmals seit der Großen Depression zu generellen Verlusten in der US-Bankenbranche führte,[69] allerdings zu „kontrollierten Verlusten“, die nach Darstellung der ECLAC die Verhandlungsposition der Banken verbesserten und ihre Fähigkeit signalisierten, Moratoriumsdrohungen standzuhalten.[31]

Wirtschaftliche und soziale Auswirkungen

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Makroökonomische Anpassung

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Die makroökonomische Anpassung in der Region vollzog sich in erster Linie über eine Kompression der Importe und eine drastische Einschränkung der öffentlichen Ausgaben.[70] Die ECLAC beziffert den jährlichen Nettotransfer der Region an ausländische Gläubiger ab 1983 auf rund 30 Milliarden US-Dollar, was 25 bis 30 Prozent der regionalen Exporte entsprach. Viele Länder verringerten ihre Importe auf 80 Prozent der Exporte oder weniger. Argentinien, Brasilien, Ecuador, Mexiko und Venezuela brachten ihre Importe zeitweise auf unter zwei Drittel der Exporte.[71] In mehreren Staaten sanken die internationalen Reserven auf weniger als drei Monate Importdeckung, in Mexiko und Uruguay zeitweise auf weniger als einen Monat.[70]

Die Federal Reserve History beschreibt, dass viele Schuldnerländer statt der Beseitigung von Subventionen für Staatsunternehmen hauptsächlich Ausgaben für Infrastruktur, Gesundheit und Bildung kürzten oder Löhne und staatliche Beschäftigung einfroren, mit dem Ergebnis hoher Arbeitslosigkeit, steiler Rückgänge im Pro-Kopf-Einkommen und stagnierendem oder negativem Wachstum.[4]

Armut im Großraum Buenos Aires 1965–2005

Edwin Williamson beziffert den Gesamtrückgang des Wachstums in Lateinamerika in den Jahren 1980 bis 1984 auf nahezu 9 Prozent.[72] Der Pro-Kopf-Verbrauch sank in Argentinien und Chile um 17 Prozent, in Peru um 14 Prozent und in Mexiko und Brasilien um 8 Prozent.[2] Die städtische Arbeitslosigkeit verdoppelte sich zwischen 1979 und 1984 in Argentinien, Uruguay und Venezuela und erreichte überall sonst in der Region beispiellose Ausmaße.[72] Nach Angaben der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) stieg die Armutsrate in den ersten Krisenjahren deutlich an. In einer von der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegebenen Darstellung wird unter Bezugnahme auf Strukturanpassungsprogramme ein Anstieg der Armut von 17 Prozent (1970) auf ein deutlich höheres Niveau vermerkt. Es wird auf die Einkommens- und Vermögenskonzentration verwiesen, die sich in der Krisenperiode verstärkte. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) warnte, bei anhaltendem Kapitaltransfer aus Lateinamerika in die Gläubigerländer bestehe die Gefahr, dass sich der interne Verteilungskampf in den lateinamerikanischen Staaten weiter verstärke und die politische Instabilität der Region erhöhe.[73]

Fiskalische Dimension

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Die ECLAC-Analysten Altimir und Devlin weisen auf die fiskalische Dimension der Krise hin.[74] 1980 überstieg die öffentliche Auslandsverschuldung in einigen Ländern bereits die jährlichen Staatseinnahmen. In Costa Rica lag die öffentliche Auslandsverschuldung beim 3,7-fachen und in Bolivien beim 7,9-fachen der laufenden öffentlichen Einnahmen.[75] Bis 1985 erreichte die aufgelaufene Zinslast auf die öffentliche Auslandsverschuldung in den meisten Ländern zwischen 11 und 22 Prozent der laufenden Staatseinnahmen, in Bolivien sogar 39 Prozent. Diese fiskalische Belastung wurde durch die erzwungene öffentliche Übernahme eines beträchtlichen Teils privater Auslandsschulden, die ursprünglich ohne staatliche Garantie aufgenommen worden waren, weiter verschärft.[76]

Einordnung in die Finanzkrisengeschichte

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Die Lateinamerikanische Schuldenkrise wird in der wirtschaftshistorischen Literatur als die schwerste internationale Finanzkrise seit der Großen Depression der 1930er Jahre beschrieben.[25] Die Exekutivsekretärin der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC), Alicia Bárcena, erklärte 2013, die Schuldenkrise habe „einen Wendepunkt für die Region“ dargestellt und sei in ihren Konsequenzen „schwerwiegender und weitreichender für Lateinamerika und die Karibik als die jüngste globale Finanzkrise“ gewesen.[77] Die Erfahrungen der 1980er Jahre werden in der späteren Fachliteratur als Referenzpunkt für Verschuldungsprobleme in anderen Regionen herangezogen, darunter die Schuldenkrisen afrikanischer Staaten sowie die europäische Staatsschuldenkrise nach 2010.[78] Der Historiker José Antonio Ocampo argumentiert in einer für das Columbia University Initiative for Policy Dialogue publizierten Studie, die Vermeidung langwieriger formeller Zahlungsausfälle in den 1980er Jahren habe den USA zwar eine Bankenkrise erspart, jedoch auf Kosten eines „verlorenen Entwicklungsjahrzehnts“ in Lateinamerika. Der Brady-Plan sei „sehr spät“ gekommen, habe aber einen Markt für lateinamerikanische Anleihen geschaffen.[6]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Wolfgang Hein, Susan Steiner: Lateinamerika: Wirtschaft und soziale Lage. Bundeszentrale für politische Bildung, 14. November 2008, abgerufen am 14. Mai 2026.
  2. 1 2 3 4 Edwin Williamson: The Penguin history of Latin America. Penguin, London 2009, ISBN 978-0-14-103475-1, Teil 3: The Twentieth Century, Kap. Nationalism and Development: An Overview, S. 313–377 (364–367) (faroutliers.com).
  3. ↑ Noemi Levy-Orlik: Protectionism and industrialization: A critical assessment of the Latin American industrialization period. In: Brazilian Journal of Political Economy. Jg. 29, Nr. 4. São Paulo 2009, S. 436–453, doi:10.1590/S0101-31572009000400008.
  4. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Jocelyn Sims, Jessie Romero: Latin American Debt Crisis of the 1980s: 1982–1989. Federal Reserve History, abgerufen am 14. Mai 2026.
  5. ↑ Enno Harks: The High Oil Price and the Recycling of OPEC Petrodollars. In: SWP comment. Nr. 40. Berlin 2005 (ethz.ch [PDF]).
  6. 1 2 3 José Antonio Ocampo: The Latin American Debt Crisis in Historical Perspective. In: Joseph E. Stiglitz, Daniel Heymann (Hrsg.): Life After Debt: The Origins and Resolutions of Debt Crisis. Palgrave Macmillan, London 2014, ISBN 978-1-137-41146-4, S. 87–115, doi:10.1057/9781137411488_4.
  7. ↑ Paulo Neuhaus: Floating interest rates and developing country debt. In: Finance & Development. Jg. 19, Nr. 4. Washington 1982, S. 37 f., doi:10.5089/9781616353513.022.
  8. ↑ U.S. Crude Oil First Purchase Price. U.S. Energy Information Administration, 1. Mai 2026, abgerufen am 17. Mai 2026.
  9. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 History of the Eighties – Lessons for the Future. Band 1: An Examination of the Banking Crises of the 1980s and Early 1990s. Washington 1997, Kap. 5: The LDC Debt Crisis, S. 191–210 (fdic.gov [PDF]).
  10. ↑ Alfredus Mattheus Harmen Slager: Banking across Borders. Rotterdam 2004, ISBN 90-5892-066-6, Kap. 8.2: Banking since the 1980s: Industry, S. 155–162 (eur.nl [PDF]).
  11. ↑ Arthur F. Burns: The Need for Order in International Finance. New York 1977 (stlouisfed.org [PDF]).
  12. ↑ International Debt, The Banks and U.S. Foreign Policy. Washington 1977.
  13. ↑ Kevin L. Kliesen, David C. Wheelock: Managing a New Policy Framework: Paul Volcker, the St. Louis Fed, and the 1979–82 War on Inflation. In: Federal Reserve Bank of St. Louis Working Paper. Nr. 22. St. Louis 2020 (amazonaws.com [PDF]).
  14. ↑ Nicholas Burk, David H. Small: The FOMC’s Committee on the Directive: Behind Volcker’s New Operating Procedures. Washington 2022, doi:10.17016/FEDS.2022.063.
  15. 1 2 James M. Boughton: Silent Revolution: The International Monetary Fund: 1979-89. Washington 2001, ISBN 1-55775-971-5, Kap. 8: The Crisis Erupts, S. 319–358, doi:10.5089/9781557759719.071.
  16. ↑ Tobias Straumann: Kommt der Zinsschock? Historische Lehren, aktuelle Implikationen. In: Schweizer Monat: Die Autorenzeitschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur. Nr. 1055. Zürich 2018 (schweizermonat.ch).
  17. ↑ Ulrike Herrmann: Der Anhänger der Schocktherapie: Nachruf auf US-Notenbankchef Volcker. taz, 9. Dezember 2019, abgerufen am 14. Mai 2026.
  18. ↑ Ernesto Talvi: Will the FED Strangle Latin America Again? Elcano Royal Institute, 20. September 2022, abgerufen am 14. Mai 2026.
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