Lateranbasilika

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Lateranbasilika

Papale Arcibasilica Patriarcale Maggiore Cattedrale Arcipretale del Santissimo Salvatore e dei Santi Giovanni Battista ed Evangelista al Laterano

Basilica di San Giovanni in Laterano

L’Arcibasilica Laterana

Basilica Sancti Ioannis in Laterano

PAPALIS ARCHIBASILICA PATRIARCHALIS MAIOR CATHEDRALIS ARCIPRETALIS SANCTISSIMI SALVATORIS ET SANCTORVM IOHANNIS BAPTISTAE ET EVANGELISTAE APVD LATERANVM, OMNIVM VRBIS ET ORBIS ECCLESIARVM MATER ET CAPVT
Lateranbasilika – Hauptfassade

Lateranbasilika – Hauptfassade

Daten
Ort Rom
Koordinaten 41° 53′ 9″ N, 12° 30′ 21″ OKoordinaten: 41° 53′ 9″ N, 12° 30′ 21″ O
Inschrift auf der Portalsäule von St. Johannes im Lateran
Enthauptung Johannes’ des Täufers in einer Reliefdarstellung am Hauptportal der Lateranbasilika

Die Lateranbasilika ist die Kathedrale des Bistums Rom und eine der sieben Pilgerkirchen. Ihre vollständige Bezeichnung lautet Archibasilica Sanctissimi Salvatoris et Sanctorum Iohannis Baptistae et Evangelistae in Laterano („Erzbasilika des allerheiligsten Erlösers, des heiligen Johannes des Täufers und des heiligen Johannes des Evangelisten im Lateran“).[1] Sie gehört zum Gebäudekomplex des Lateran im Stadtteil Monti im Zentrum Roms, der seit der Zeit Konstantins I. der offizielle Sitz der Päpste ist. Zur Lateranbasilika gehört ein antikes Baptisterium.

Als Bischofskirche von Rom ist die Lateranbasilika die ranghöchste der vier Papstbasiliken Roms. Gegenwärtiger Erzpriester ist Kardinal Agostino Vallini. Das Amt des Ehrenkanonikers von San Giovanni in Laterano kommt dem Präsidenten Frankreichs zu.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Lateran

Vorchristliche Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grundstück wurde benannt nach den ursprünglichen Eigentümern, der römischen Familie der Laterani. Es wurde offenbar 65 von Nero aufgrund der Beteiligung des Plautius Lateranus an der Pisonischen Verschwörung konfisziert. Im Jahr 161 baute Marcus Aurelius dort einen Palast. Kaiser Septimius Severus gab Ende des 2. Jahrhunderts einen Teil der Besitzungen an Titus Sextius Magius Lateranus zurück.

Entwicklung unter Kaiser Konstantin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erhalten gebliebene Säule aus der Basilika Konstantins

Anfang des 4. Jahrhunderts war dort, an der Aurelianischen Mauer, das Quartier der Elitetruppen, der Equites singulares des Kaisers Maxentius. Nachdem Konstantin Maxentius 312 besiegt hatte, befahl er, die Kasernen der Reiter im Zuge einer damnatio memoriae schleifen zu lassen und ließ an dieser Stelle für die christliche Gemeinde eine monumentale Basilika und ein dazugehöriges Baptisterium bauen. Fausta, Konstantins Frau und Schwester des Maxentius, übergab bereits 313 ihr Haus auf dem Grundstück dem Bischof von Rom, Miltiades, für ein Bischofskonzil; dieses Privathaus war allerdings nicht Teil des späteren Palastes.

Von welchem Zeitpunkt an der Lateran die Residenz der römischen Bischöfe war, ist in der Forschung bis heute umstritten. Er lag gleich neben dem Kaiserpalast, der in Teilen in der Kirche Santa Croce in Gerusalemme weiterexistiert. Von den drei konstantinischen Großkirchen lag die Lateranbasilika innerhalb der Stadtmauern und diente somit als Kathedrale. Die Petersbasilika und Sankt Paul vor den Mauern befanden sich über den Gräbern der Apostel außerhalb der Stadt. Darum ist die Kirche noch immer die Bischofskirche des Papstes und trägt als solche den Ehrentitel Omnium urbis et orbis ecclesiarum mater et caput („Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt Rom und des Erdkreises“), weswegen sie die ranghöchste Patriarchalbasilika ist. Die Lateranbasilika wurde ursprünglich Christus, dem Erlöser (lateinisch Salvator), geweiht und später zusätzlich dem Patronat des heiligen Johannes des Täufers (italienisch San Giovanni) unterstellt, daher lautet ihr italienischer Name San Giovanni in Laterano.

Mittelalter und Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 5. Jahrhundert wurden die Gebäude auf dem Lateran wiederholt von Germanen geplündert, 896 durch ein Erdbeben schwer beschädigt, jedoch immer wieder instand gesetzt. 897 fand hier die sogenannte Leichensynode statt, bei der Papst Stephan VI. seinen Vorgänger Formosus postum aburteilen, die Leiche schänden und schließlich in den Tiber werfen ließ.

Folgende Konzile fanden im Lateran statt:

Neben der Kirche befand sich bis 1309 der Papstpalast, dessen Reste in der Kapelle Sancta Sanctorum und der Heiligen Treppe, der Scala Santa, fortbestehen. 1586 wurde der heutige an die Kirche angebaute Lateranpalast als päpstliche Sommerresidenz wiedererrichtet.

Die baufällig gewordene antike Kirche wurde ab 1646 von Francesco Borromini für das Heilige Jahr 1650 stabilisiert und barockisiert. Dabei hat er unter anderem den Innenraum umgestaltet, indem er die ursprünglich 14 Arkaden des Mittelschiffs auf 5 pro Seite reduzierte. In die vermauerten Nischen ließ er riesige Statuen der zwölf Apostel stellen. Diese wurden unter anderen von Schülern Gian Lorenzo Berninis angefertigt.

Die Hauptfassade war schmucklos und wurde deshalb für besondere Festlichkeiten mit einer ephemeren Schaustaffage verkleidet.[2] 1736 wurde die Hauptfassade mit ihren bis zu sieben Meter hohen Kolossalfiguren von Alessandro Galilei errichtet. In der Mitte ist Jesus zu sehen, links steht Johannes der Täufer, rechts ist eine Statue des Evangelisten Johannes, daneben sind Statuen der bedeutendsten Kirchenlehrer angebracht.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch bis zum 19. Jahrhundert wurden die Päpste im Lateran gekrönt. 1929 sicherten die Lateranverträge der Vatikanstadt die Staatlichkeit, und u. a. dem Lateran und Castel Gandolfo den Status einer exterritorialen Besitzung des Heiligen Stuhls.

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht der Basilika

Die fünfschiffige Säulenbasilika geht in ihrem Kern noch auf Konstantin im 4. Jahrhundert zurück. Er ließ dazu die Kasernen der equites singulares Augusti, der berittenen kaiserlichen Garde der von ihm überwundenen Konkurrenten um die Herrschaft abreißen und auf deren Fundamenten „als Zeichen seiner Wertschätzung für seinen himmlischen Beschützer“ die Lateranbasilika bauen.[3] Allerdings wurde die Kirche wiederholt umgebaut und barockisiert. Der heutige Chor stammt aus dem Mittelalter, die monumentale, mit Statuen gekrönte Fassade aus dem Klassizismus.

Die Türen des Hauptportals stammen von der antiken Kurie auf dem Forum Romanum; sie demonstrieren als Spolien Übergang und Kontinuität der Herrschaft in Rom im Papsttum. In dem im Mittelalter erweiterten und mit einer neuen Apsis versehenen Chor befinden sich Mosaiken von Jacopo Torriti und Jacopo da Camerino aus den Jahren 1288 bis 1292. Sie wurden wie jene in Santa Maria Maggiore von Papst Nikolaus IV. in Auftrag gegeben. In das ursprüngliche Mosaik wurden bei dieser Restaurierung die Figuren der hll. Franz von Assisi und Antonius von Padua eingefügt, da Nikolaus IV. zuvor Generalminister der Franziskaner war. Ebenfalls in der Apsis befindet sich die päpstliche Kathedra, sie ist mit Kosmatenmosaiken verziert.

Über dem Hauptaltar erhebt sich ein Ziborium von 1367 mit den Reliquien der Häupter der Heiligen Petrus und Paulus. Diese wurden von Urban V. aus ihrer ursprünglichen Ruhestätte, der Sancta Sanctorum entfernt und in das neuerrichtete Ziborium versetzt.

In der Kirche befinden sich zahlreiche Papstgrabmäler, in der Confessio ruht Papst Martin V. Durch diese Grablege demonstriert der erste unumstrittene Papst nach dem Großen Abendländischen Schisma die Kontinuität des Papsttums in seiner römischen Bischofskirche; zu seiner Zeit war die eigentliche Grablege der Päpste die vatikanische Basilika. Auch andere fanden in der Basilika ihre letzte Ruhestätte, wie Clemens XII., aus dessen Zeit die Fassade der Kirche stammt, außerdem: Sergius III., Silvester II., Sergius IV., Alexander III., Clemens XII., Leo XIII. Die Gräber zahlreicher anderer Päpste sind verlorengegangen. Der Architekt Domenico Fontana errichtete um 1586 in der Loggia der Nordfassade der Lateranbasilika eine eindrucksvolle Doppelarkade mit hohem Bogen von großer Spannweite.

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Orgel der Lateranbasilika reicht zurück in das 16. Jahrhundert. 1597 wurde der Bau einer großen Orgel in Auftrag gegeben, die von dem Orgelbauer Luca Biagi gebaut und 1599 fertiggestellt war. Dieses Instrument wurde mehrfach restauriert und erweitert. Die letzte umfassende Restaurierung wurde 1984 von dem Orgelbauer Francesco Morettini vorgenommen, nachdem das Instrument fast 50 Jahre nicht mehr gespielt werden konnte. Das Instrument hat insgesamt 28 Register auf zwei Manualen. Das Pedal ist angehängt.[4] Die römischen Ziffern als Registerbezeichnungen verweisen auf die Tonhöhe. Weiterhin besitzt die Kirche zwei Chororgeln, die 1886 von Nicola Morettini erbaut wurden. Die Epistelorgel besitzt 46 Register auf drei Manualen und Pedal, die Evangelienorgel nur 24 Register auf zwei Manualen und Pedal.

Disposition der Hauptorgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I Organo positivo C–f3
1. Principale 8′
2. Ottava 4′
3. Flauto in VIII 4′
4. Flauto in V 223
5. Flauto in XV 2′
6. Cornetto II
7. XV (2′)
8. XIX (113′)
9. XXII (1′)
10. XXVI (23′)
11. XXIX (12′)
12. Tromboncino bassi
II Organo Biagi Contra-FGABH-C–3
13. Principale 24′ (16′)
14. Principale profondo 24′ (16′)
15. Ottava 12′ (8′)
16. XV 6′ (4′)
17. Flauto conico in VIII 6′ (4′)
18. Flauto conico in XV 3′ (2′)
19. XIX
20. XXII
21. XXVI
22. XXIX I
23. XXIX II
24. XXXIII I
25. XXXIII II
26. XXXVI I
27. XXXVI II
28. Tromba 12′ (8′)
Tremolo

Disposition der Epistelorgel[5][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I Grand' Organo C–g3
1. Principale 16′
2. Principale 8′
3. Flauto 8′
4. Bordone 8′
5. Flauto Armonico 8′
6. Viola Gamba 8′
7. Dulciana 8′
8. Ottava 4′
9. Flautino 4′
10. Quinta 223
11. Terza 135
12. Pieno 1 V
13. Pieno 2 V
14. Bombarda 16′
15. Tromba 8′
16. Trombina 4′
II Manuale C–g3
17. Bordone 16′
18. Principale 8′
19. Traversiere 8′
20. Flauto 8′
21. Eolina 8′
22. Viola 8′
23. Flauto Bordone 8′
24. Fugara 4′
25. Bassone 16′
26. Clarino 8′
III Recitativo C–g3
27. Bordone 8′
28. Flauto Armonico 8′
29. Viola Gamba 8′
30. Salicionale 8′
31. Voce Celeste 8′
32. Ottavino Armonico 4′
33. Flagioletto 2′
34. Tromba Armonica 8′
35. Oboe 8′
36. Voce Umana 8′
Pedale C–f1
37. Controbasso 16′
38. Violine 16′
39. Subasso 16′
40. Ottava 8′
41. Bordone 8′
42. Violoncello 8′
43. Flauto 8′
44. Ottava 4′
45. Bombarda 16′
46. Tromba 8′

Disposition der Evangelienorgel[6][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

I Grand’ Organo C–g3
1. Principale 16′
2. Principale 8′
3. Viola 8′
4. Bordone 8′
5. Flauto Armonico 8′
6. Ottava 4′
7. Pieno I
8. Pieno II
9. Fagotto 16′
10. Tromba 8′
II Manuale C–g3
11. Quintaton 16′
12. Principale 8′
13. Dolce 8′
14. Flauto 8′
15. Salicet 8′
16. Bordone 8′
17. Ottavino 4′
18. Cromorno 8′
Pedale C–f1
19. Contrabasso 16′
20. Subbasso 16′
21. Ottava 8′
22. Flauto 8′
23. Ottava 4′
24. Bombarda 16′

Kreuzgang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreuzgang des Klosters der Lateranbasilika gilt als einer der schönsten Roms und wurde 1215 bis 1232 errichtet, wahrscheinlich von der Künstlerfamilie Vassalletto. Die ca. 36 m langen Arkadengänge wurden mit reich ornamentierten, zum Teil gedrehten Säulen ausgestattet; sie demonstrieren kosmatisches Zierwerk in Reinform. In der Mitte des Hofes befindet sich ein Brunnenbecken aus dem 9. Jahrhundert.

An den Wänden sind Reste aus der alten Basilika (vor dem Umbau durch Borromini) angebracht, darunter Teile des Grabmals des im 13. Jahrhundert verstorbenen Kardinals Annibaldi della Molara von Arnolfo di Cambio, Teile des ehemaligen Magdalenenziboriums, die heute einen alten Bischofssitz einfassen.

  • Einige Impressionen des Kreuzgangs:

Baptisterium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oktogon des Baptisteriums
Baptisterium des Lateran, Außenansicht
Innenraum des Baptisteriums

Das heute achteckige Baptisterium des Lateran ist wohl das älteste der Christenheit und gilt als „Prototyp aller Baptisterien“. Es wurde um das Jahr 315 von Konstantin vermutlich ursprünglich rund errichtet und in den Jahren 432 bis 440 unter Sixtus III. zu einem Oktogon umgebaut. Obwohl es mittlerweile vielfach umgestaltet worden ist, zeigt es noch einige Reste antiker Mosaike und die antiken Säulen aus ägyptischem Porphyr. Auch eine Bronzetür des 5. Jahrhunderts aus der Zeit des römischen Bischofs Hilarius hat sich erhalten. Sie ist eine der letzten ihrer Art, die in der Antike in Rom gefertigt wurden.

Die Wandgemälde der heutigen Innenausstattung stammen aus dem 17. Jahrhundert. Sie stammen von Andrea Sacchi (1599–1661). Beachtenswert ist unter anderem die Komposition des Bildes Carlo Marattas, das die Zerstörung der Götzenbilder durch Kaiser Konstantin zeigt – eine allerdings völlig ahistorische Darstellung.

Das Baptisterium war Teil einer großen Anlage von Kapellen, die dem heiligen Stephanus, dem heiligen Hilarius und dem heiligen Kreuz geweiht waren; sie mussten dem großen Umbau des gesamten Komplexes weichen und sind nur noch auf alten Plänen und Zeichnungen zu sehen, von denen die Biblioteca Vaticana die bei weitem größte Zahl besitzt.

Liturgie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heilige Messe am Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi mit dem Papst findet vor der Lateranbasilika statt. Der Messe schließt sich die Fronleichnamsprozession nach Santa Maria Maggiore an. Der Weihetag der Lateranbasilika am 9. November wird in der ganzen katholischen Kirche als Fest begangen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter C. Claussen und Darko Senekovic: S. Giovanni in Laterano. Mit einem Beitrag von Darko Senekovic über S. Giovanni in Fonte (Corpus cosmatorum II, 2). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 3-515-09073-8.
  • Walter Buchowiecki: Handbuch der Kirchen Roms. 3 Bände, Wien 1967–1974.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lateranbasilika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Basilica papale. Vicariatus Urbis – Portal der Diözese Rom, archiviert vom Original am 17. Januar 2009, abgerufen am 7. August 2008 (italienisch).
  2. z. B. im Jahr 1729 anlässlich der Heiligsprechung Johannes Nepomuks. Diese Schaufassade ist auf einem Kupferstich dargestellt, den die Albertina in Wien besitzt.
  3. Pedro Barceló: Das Römische Reich im religiösen Wandel der Spätantike. Kaiser und Bischöfe im Widerstreit. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7917-2529-1, S. 47.
  4. Nähere Informationen zur Orgel der Lateranbasilika
  5. Disposition der Epistelorgel
  6. Disposition der Evangelienorgel