Lathen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
Koordinaten: 52° 52′ N, 7° 19′ O | ||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Emsland | |
| Samtgemeinde: | Lathen | |
| Höhe: | 13 m ü. NHN | |
| Fläche: | 38,01 km2 | |
| Einwohner: | 6711 (31. Dez. 2019)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 177 Einwohner je km2 | |
| Postleitzahl: | 49762 | |
| Vorwahl: | 05933 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EL | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 54 029 | |
| LOCODE: | DE LAT | |
| Gemeindegliederung: | 5 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Große Straße 3 49762 Lathen | |
| Website: | ||
| Bürgermeisterin: | Luise Redenius-Heber (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Lathen im Landkreis Emsland | ||
Lathen ist eine Gemeinde im Landkreis Emsland, Niedersachsen. Sie ist der Verwaltungssitz der Samtgemeinde Lathen.
Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Lathen liegt zwischen Dörpen und Haren an der Ems und am Dortmund-Ems-Kanal, der Bundesstraße 70, der Eisenbahnstrecke Münster-Emden (Emslandstrecke) und nahe der Bundesautobahn 31. Acht Kilometer östlich des Ortskerns beginnt der Hümmling, ein waldreicher Geestrücken.
Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Fresenburg und Renkenberge, im Osten die Gemeinde Sögel in der gleichnamigen Samtgemeinde, im Süden die Stadt Haren und im Westen die Gemeinden Oberlangen, Sustrum und Niederlangen.
Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Neben dem Hauptort Lathen gehören Kathen-Frackel, Hilter, Kathen-Siedlung, Dünefehn, sowie Lathen-Wahn zum Gemeindegebiet.
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Lathen taucht erstmals 854 als „Lodon“ auf. Es gehört zu den sehr alten Ortschaften und war schon vor dem Übergang des Nordlandes an Corvey 834 und zur Zeit der Christianisierung unter Karl dem Großen von Bedeutung. Es ist anzunehmen, dass Lodon in der unter Leitung des Missionsbischofs von Osnabrück erfolgenden Bekehrung des Agredingo durch die Missionszelle in Meppen den Hauptort und Mittelpunkt des Gaues darstellt. Dafür spricht,
- dass in der Nähe von Lathen auf dem Flütenberg bei Düthe wohl das uralte Volksgericht des Gaues bestand,
- dass die Kirche zu Lathen, bevor sie von Corvey auf den hl. Vitus umgeweiht wurde, den hl. Johannes den Täufer zum Patron hatte (jetzt noch zum Mitpatron) und wahrscheinlich die vorhandene aber nirgends sonst nachzuweisende Haupt- und Mutter-Kirche des Gaues war und
- dass Corvey selbst, obschon es Lathen mit Rücksicht auf seinen Hauptsitz Meppen zurückzudrängen versuchte, dort, eine den nördlichen Teil des Nordlandes, den Hümmling eingeschlossen, umfassende Curia (Verwaltungs- und Abgabenstelle) errichtete.
Herkunft des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die älteste Benennung Lodon, zu der um 1000 Lodun tritt, kann Lode, Schößling, bedeuten, sodass on oder un als Grundwort und lod als Bestimmungswort aufzufassen wäre. Man kann aber ebenso gut trennen: lo-don, also Gehölz oder Lichtung im Gehölz auf oder bei einer Düne. Don und dun kommen im Altniederdeutschen nebeneinander vor. Die Schreibweise Loten findet sich erst in späteren Corveyer Aufzeichnungen, deren Einzelheiten nicht genau zu datieren sind und von rund 1100 bis 1400 reichen können. Der Name geht damit auf den gleichen germanischen Ursprung zurück wie London. Die Ems teilt in gleicher Weise ihre Namensherkunft mit der Themse.
Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Hilter (Ems) und Kathen-Frackel eingegliedert.[2]
Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die vergangenen vier Kommunalwahlen in Lathen führten zu folgenden Ergebnissen:
| Parteien und Wählergemeinschaften | 2016[3] | 2011 | 2006 | 2001 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | |||
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 57,15 | 11 | 64.97 | 11 | 72,54 | 12 | 69,73 | 13 | |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 36,27 | 7 | 28,97 | 5 | 22,38 | 4 | 25,85 | 4 | |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 6,58 | 1 | 4,17 | 1 | — | — | — | — | |
| FDP | Freie Demokratische Partei | – | – | 1,88 | — | 5,08 | 1 | 4,42 | — | |
| Gesamt | 100 | 19 | 100 | 17 | 100 | 17 | 100 | 17 | ||
| Wahlbeteiligung | 48,93 % | 48,82 % | 49,13 % | |||||||
Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ehrenbürgerin Lathens ist Erna de Vries. Die 1923 in Kaiserslautern geborene Überlebende des Holocaust war mit dem in Lathen geborenen Josef de Vries, der als Jude sechs Jahre in deutschen Konzentrationslagern verbrachte, verheiratet.
Am 17. Mai 1991 wurde erstmals das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Lathen verliehen. Damals übergaben Heinrich Middendorf, Bürgermeister bis 1997, und Verwaltungschef Wilhelm Eiken die Urkunde und den Ehrenring an Hermann Frerker (1912–1993) in „Würdigung seiner Verdienste um die Erforschung der Heimatgeschichte“. In der Ems-Zeitung vom 21. Mai 1991 war weiter zu lesen, dass „der Lebensweg des weit über die Grenzen des Emsorts hinaus bekannten Mediziners in Ankum begann...1950 ließen sich die Frerkers in Lathen nieder, Dr. Hermann Frerker eröffnete hier eine Praxis...In dem engagierten Bemühen um die Erforschung von Heimat- und Familiengeschichte begann Dr. Frerker Aufzeichnungen anzufertigen und Dokumente zu sammeln. In Staatsarchiven und im Archiv des Klosters Corvey war er Stammgast. So füllten sich Ordner um Ordner, und schnell wurde das ‚Frerkersche Archiv‘ zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk heimischer Kultur und Geschichte...Kaum jemand, der sich mit Orts-, Kirchen-, Familien- oder Vereinsgeschichte befasste, kam ohne den fachmännischen Rat von Dr. Frerker aus...“.
Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Lathen hat einen Bahnhof für Regional-Express-Züge (RE 15) an der Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole (Emslandstrecke). In Lathen zweigt die Bahnstrecke Lathen–Werlte ab.
Vom Bahnhof fahren auch Busse nach Sögel und in die zur Samtgemeinde Lathen gehörenden Dörfer.
Durch das Gemeindegebiet von Lathen führen mehrere Radfernwege sowie lokale Radrundwege.
- Die Dortmund-Ems-Kanal-Route ist ein rund 350 km langer und nahezu steigungsfreier Radfernweg der das Ruhrgebiet mit der Nordseeküste verbindet.
- Der Emsradweg beginnt an der Ems-Quelle in der Ortschaft Schloß Holte-Stukenbrock am Rande des Teutoburger Waldes und folgt der Ems über eine Strecke von 375 km.
- Die United Countries Tour ist ein ca. 600 km langer Rundkurs durch das nördliche und mittlere Emsland links der Ems, durch die grenznahen Gebiete der niederländischen Provinzen Drenthe und Groningen sowie die nördliche Grafschaft Bentheim.
- Lokale Rundrouten sind links und rechts der Ems (74 km) und die United Countries Tour – Smokkelroute (157 km).
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Betriebsgelände der „Transrapid-Versuchsanlage Emsland“ (TVE; geschlossen, siehe auch Transrapidunfall von Lathen).
- Windmühle von 1818 im Ortsteil Hilter
- St.-Vitus-Kirche in Lathen
- Marktbrunnen
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber): Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
- Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
- Heinz Pinkernell: Damals in Lathen, Verlag Kenning, Nordhorn 2001, ISBN 3933613507
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 252.
- ↑ Samtgemeinde Lathen – Ergebnis zur Gemeindewahl Lathen 2016
