Lauch (Gattung)

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Lauch
Blühender Bärlauch (Allium ursinum)

Blühender Bärlauch (Allium ursinum)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Unterfamilie: Lauchgewächse (Allioideae)
Tribus: Allieae
Gattung: Lauch
Wissenschaftlicher Name der Tribus
Allieae
Dumort.
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Allium
L.

Die Lauch-Arten (Allium) bilden die einzige Pflanzengattung der Tribus Allieae, die zur Unterfamilie der Allioideae innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) gehört. Einige Arten sind bekannte Speise- und Würzpflanzen, andere Arten werden als Zierpflanzen genutzt. Verantwortlich für den charakteristischen Geruch der meisten Arten ist Allicin, das bei Verletzung von Pflanzenteilen durch ein Enzym aus einer schwefelhaltigen Aminosäure, dem Alliin, gebildet wird.

Die Lauch-Arten wurden durch den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) zum „Gemüse des Jahres“ 2013/2014 in Deutschland gewählt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration des Gekielten Lauchs (Allium carinatum)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Allium-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen, die je nach Art Wuchshöhen von 5 bis 200 Zentimeter aufweisen. Oft bilden sie Zwiebeln als Überdauerungsorgane, manche Arten bilden zusätzlich Rhizome. Je nach Art kann die Zwiebelhülle glatt oder in Längsfasern bis -streifen geteilt, sie kann netzartig sein oder maschen- bis lochartige Strukturen aufweisen. Die meisten Arten haben den typischen Zwiebelgeruch.

Die einfachen, parallelnervigen Laubblätter sind meist ungestielt. Die je nach Art 5 bis 80 Zentimeter langen Blattspreiten können flach mit einer Breite von 0,3 bis 15 Zentimeter oder zylindrisch mit einem Durchmesser von weniger als 1 Millimeter bis über 2 Zentimeter sein, seltener sind sie fadenförmig, dreikantig, halbzylindrisch oder in viele fadenartige Zipfel geteilt.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Es wird ein mehr oder weniger langer unbeblätterter Blütenstandsschaft gebildet. Die doldigen Blütenstände sind manchmal fast kugelrund. Manchmal werden Brutzwiebelchen in den Blütenständen gebildet. Oft ist ein großes Hochblatt vorhanden, das im knospigen Zustand die Blüten schützt.

Die meist zwittrigen, meist radiärsymmetrischen Blüten sind dreizählig. Wenige Arten bilden eingeschlechtige Blüten und sind dann zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die zwei mal drei Blütenhüllblätter sind bei den meisten Arten gleichgestaltig. Die Farbe der Blütenhüllblätter der Allium-Arten ist oft weiß, gelb, rosa, blau, violett oder rot. Es sind zwei Kreise mit je drei fertilen Staubblättern vorhanden. Die drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen.

Es werden Kapselfrüchte gebildet. Die schwarzen Samen sind verkehrt-eiförmig bis kugelig.

Untergattung Allium Sektion Allium: Runder Lauch (Allium rotundum)
Untergattung Allium Sektion Allium: Knoblauch (Allium sativum)
Untergattung Allium Sektion Allium: Schlangen-Lauch (Allium scorodoprasum)
Untergattung Allium Sektion Brevispatha: Allium lojaconoi
Untergattung Allium Sektion Caerulea: Flieder-Lauch (Allium caeruleum), Blütenstand
Untergattung Allium Sektion Codonoprasum: Gekielter Lauch (Allium carinatum)
Untergattung Allium Sektion Codonoprasum: Blütenstand von Allium flavum mit zwei Hochblättern
Untergattung Allium Sektion Codonoprasum: Gemüse-Lauch (Allium oleraceum)
Untergattung Amerallium Sektion Amerallium: Blütenstand von Allium canadense mit Blüten und Brutzwiebelchen
Untergattung Amerallium Sektion Amerallium: Allium geyeri
Untergattung Amerallium Sektion Arctoprasum: Bärlauch (Allium ursinum)
Untergattung Amerallium Sektion Briseis: Wunderlauch (Allium paradoxum)
Untergattung Amerallium Sektion Briseis: Glöckchen-Lauch (Allium triquetrum)
Untergattung Amerallium Sektion Bromatorrhiza: Hängender Lauch (Allium pendulinum)
Untergattung Amerallium Sektion Lophioprasum: Bestand von Allium amplectens
Untergattung Amerallium Sektion Molium: Gold-Lauch (Allium moly)
Untergattung Amerallium Sektion Molium: Rosen-Lauch (Allium roseum)
Untergattung Amerallium Sektion Molium: Wimperblättriger Lauch (Allium subhirsutum)
Untergattung Amerallium Sektion Narkissoprason: Südalpen-Lauch (Allium insubricum)
Untergattung Anguinum Sektion Anguinum: Massenbestand des Allermannsharnisch (Allium victorialis)
Untergattung Butomissa Sektion Butomissa: Knobluach-Schnittlauch (Allium tuberosum
Untergattung Cepa Sektion Cepa: Küchenzwiebel (Allium cepa)
Untergattung Cepa Sektion Cepa: Winterzwiebel (Allium fistulosum)
Untergattung Cepa Sektion Schoenoprasum: Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Untergattung Melanocrommyum Sektion Acanthoprason: Allium akaka
Untergattung Melanocrommyum Sektion Compactoprason: Riesen-Lauch (Allium giganteum)
Untergattung Melanocrommyum Sektion Kaloprason: Sternkugel-Lauch (Allium cristophii)
Untergattung Melanocrommyum Sektion Megaloprason: Blütenstand von Allium aflatunense
Untergattung Melanocrommyum Sektion Miniprason: Habitus und Blütenstand von Allium karataviense
Untergattung Nectaroscordum Sektion Nectaroscordum: Sizilianischer Honiglauch (Allium siculum)
Untergattung Polyprason Sektion Daghestanica: Blütenstand von Allium ericetorum mit weit über die weißen Blütenhüllblätter ragenden Staubblättern
Untergattung Rhizirideum Sektion Rhizirideum: Blütenstand vom Kanten-Lauch (Allium angulosum)
Untergattung Rhizirideum Sektion Rhizirideum: Berg-Lauch (Allium lusitanicum)
Ohne Zuordnung zu einer Sektion: Blütenstand von Allium acuminatum von oben
Ohne Zuordnung zu einer Sektion: Habitus und Blütenstand von Allium crenulatum
Ohne Zuordnung zu einer Sektion: Blütenstand von Allium crispum mit deutlich verschiedenen Blütenhüllblättern der beiden Kreise
Blütenstand von Allium haematochiton

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung der Gattung Allium erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum.[1] Synonyme für Allium L. sind: Caloscordum Herb., Cepa Mill., Milula Prain, Nectaroscordum Lindl.[2]

Die monophyletische Gattung Allium ist die einzige Gattung der Tribus Allieae, die zur Unterfamilie der Allioideae innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) gehört.[2]

Die Gattung Allium wird nach N. Friesen, R. M. Fritsch & F. R. Blattner 2006 in 15 Untergattungen mit insgesamt etwa 72 Sektionen gegliedert.[2] Sie umfasst etwa 940 Arten.[3] Die größte Artenzahl findet sich im Mittelmeerraum, im Orient und von Turkestan bis Tibet.

Hier eine Auswahl der Arten:

  • Untergattung Allium: Es gibt 15 Sektionen[2] mit etwa 305 Arten:
    • Sektion Allium (Arten-Auswahl):[4]
      • Allium affine Ledeb.: Das Verbreitungsgebiet reicht von der Türkei bis zum Libanon und dem Iran.[3]
      • Allium amethystinum Tausch (Syn.: Allium stojanovii Kov.): Das Verbreitungsgebiet ist der zentrale und östliche Mittelmeerraum.[3]
      • Ackerlauch (Allium ampeloprasum L., Syn. Allium babingtonii Borrer,[3] Allium scorodoprasum var. babingtonii (Borrer) Regel, Allium kurrat Schweinf. ex K.Krause): Das Verbreitungsgebiet reicht von Makaronesien bis zum Mittelmeerraum und Zentralasien. Hierher gehören auch die Kultursortengruppen:
        • Lauch oder Porree (Allium ampeloprasum Lauch-Gruppe, Syn. Allium porrum L., Allium ampeloprasum var. porrum (L.) J.Gay)
        • Perlzwiebel (Allium ampeloprasum Perlzwiebel-Gruppe, Syn. Allium porrum var. sectivum Lueder)
      • Allium artemisietorum Eig & Feinbrun: Die Heimat reicht von Ägypten und der Sinaihalbinsel bis Jordanien.[3]
      • Allium ascalonicum L. (Syn.: Allium hierochuntinum Boiss.). Diese Art hat mit der Schalotte nichts zu tun!
      • Schwarzviolett-Lauch (Allium atroviolaceum Boiss., Syn.: Allium ampeloprasum var. atroviolaceum (Boiss.) Regel): Das Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Mitteleuropa bis Zentralasien.[3]
      • Allium aucheri Boiss. (Syn.: Allium caerulescens Boiss.): Die Heimat reicht von der östlichen Türkei bis zum Iran.[3]
      • Allium bourgeaui Rech.f.: Die Heimat reicht von südöstlichen Griechenland bis zur südwestlichen Türkei.[3]
      • Allium commutatum Guss.: Sie ist im zentralen und östlichen Mittelmeerraum verbreitet.[3]
      • Allium curtum Boiss. & Gaill.: Das Verbreitungsgebiet reicht von der südlichen Türkei bis Ägypten.[3]
      • Allium dictyoprasum C.A.Mey. ex Kunth: Das Verbreitungsgebiet reicht von der östlichen Türkei bis zum nördlichen Iran und dem nördlichen Saudiarabien.[3]
      • Allium dilatatum Zahar.: Sie ist ein Endemit von Kreta.
      • Allium ebusitanum Font Quer (Syn.: Allium durandoi (Batt. & Trab.) Seregin, Allium sphaerocephalon var. durandoi Batt. & Trab.): Die Heimat ist Algerien, das nördliche Tunesien und Ibiza.[3]
      • Allium fuscoviolaceum Fomin: Das Verbreitungsgebiet reicht von der östlichen Türkei bis zum nordwestlichen Iran.[3]
      • Allium gramineum K.Koch (Syn.: Allium fominianum Miscz. ex Grossh. & Schischk.): Das Verbreitungsgebiet reicht von der östlichen Türkei bis Transkaukasien.[3]
      • Allium guttatum Steven (Syn.: Allium dalmaticum A.Kern. ex Janch., Allium margaritaceum Sm., Allium sardoum Moris): Das Verbreitungsgebiet reicht vom Mittelmeergebiet bis zu südlichen Ukraine.[3]
      • Allium heldreichii Boiss.: Die Heimat ist das nördliche Griechenland.[3]
      • Allium iranicum (Wendelbo) Wendelbo: Die Heimat ist der Iran und der nördliche Irak.[3]
      • Allium jubatum J.F.Macbr.: Die Heimat ist Bulgarien und die nordwestliche Türkei.[3]
      • Allium kharputense Freyn & Sint.: Das Heimatgebiet reicht von der Türkei bis zum Libanon und dem nördlichen Irak.[3]
      • Allium leucanthum K.Koch: Die Heimat ist Trasnkaukasien.[3]
      • Allium macrochaetum Boiss. & Hausskn.: Die Heimat ist die Türkei, Syrien, der nördliche Irak und der nordwestliche Iran.[3]
      • Allium melitense (Somm. & Caruana) Cif. & Giacom.(Syn.: Allium ampeloprasum var. melitense Sommier & Caruana ex Borg.)[5]: Sie ist ein Endemit von Malta.[3]
      • Allium polyanthum Schult. & Schult. f.: Sie kommt im westlichen und zentralen Mittelmeergebiet vor.[3]
      • Allium ponticum Miscz. ex Grossh.: Sie kommt von der nordöstlichen Türkei bis Transkaukasien vor.[3]
      • Allium pseudoampeloprasum Miscz. ex Grossh.: Sie kommt von der östlichen Türkei bis Transkaukasien vor.[3]
      • Allium pyrenaicum Costa & Vayr.: Sie ist ein Endemit der östlichen Pyrenäen.[3]
      • Runder Lauch (Allium rotundum L., Syn.: Allium jajlae Vved., Allium cilicium Boiss., Allium waldsteinii G.Don): Das Verbreitungsgebiet reicht von Mitteleuropa bis zum nordwestlichen Iran.[3]
      • Knoblauch (Allium sativum L.; Syn.: Allium longicuspis Regel): Die Heimat ist Zentralasien bis zum nordöstlichen Iran.[3]
      • Schlangen-Lauch oder Wilder Lauch (Allium scorodoprasum L.): Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis zum Kaukasus und bis Israel.[3]
      • Kugelköpfiger Lauch (Allium sphaerocephalon L., Syn.: Allium descendens L.): Hierher gehören fünf Unterarten. Das Verbreitungsgebiet der Art reicht von Europa, den Kanaren und dem Mittelmeergebiet bis zum Kaukasus.[3]
      • Allium truncatum (Feinbrun) Kollmann & Zohary (Syn.: Allium ampeloprasum var. truncatum Feinbrun): Die Heimat ist das östliche Mittelmeergebiet.[3]
      • Allium tuncelianum (Kollmann) Özhatay et al.: Die Heimat ist die östliche Türkei.[3]
      • Weinberg-Lauch (Allium vineale L., Syn.: Allium kochii Lange, Allium vineale var. purpureum H.P.G.Koch): Das Verbreitungsgebiet umfasst Europa und das Mittelmeergebiet bis zum nördlichen Iran.[3]
    • Sektion Avulsea F.O.Khass.
      • Allium rubellum M.Bieb. (Syn.: Allium albanum Grossh.): Das Verbreitungsgebiet reicht von der Türkei bis Zentralasien.[3]
      • Allium umbilicatum Boiss.: Das Verbreitungsgebiet reicht von Zentralasien bis zum westlichen Pakistan.[3]
    • Sektion Brevidentia F.O.Khass. et Iengalycheva
    • Sektion Brevispatha Valsecchi
    • Sektion Caerulea (Omelcz.) F.O.Khass.
      • Flieder-Lauch, Blauer Kugel-Lauch (Allium caeruleum Pall., Syn.: Allium azureum Ledeb., Allium viviparum Kar. & Kir.): Das Verbreitungsgebiet reicht von Osteuropa bis zum nordwestlichen China.[3]
      • Allium caesium Schrenk (Syn.: Allium urceolatum Regel): Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Zentralasien bis zum nordwestlichen China.[3]
      • Allium delicatulum J.F.E.Siev. ex Schult. & Schult. f.: Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Osteuropa bis zum nordwestlichen China.[3]
    • Sektion Codonoprasum Reichenb.
      • Kiel-Lauch oder Gekielter Lauch (Allium carinatum L., Syn.: Allium pulchellum G.Don): Die Art kommt in zwei Unterarten von Europa bis zur nördlichen Türkei vor.[3]
      • Allium chloranthum Boiss.: Die Heimat ist die südliche Türkei.[3]
      • Allium desertorum Forssk.
      • Gelber Lauch oder Gelb-Lauch (Allium flavum L., Syn.: Allium paczoskianum Tuzson): Er kommt in drei Unterarten und zwei Varietäten von Süd- und Mitteleuropa bis zur westlichen Türkei vor.[3]
      • Allium kunthianum Vved. (Syn.: Allium lepidum Kunth): Das Verbreitungsgebiet reicht von der nordöstlichen Türkei bis zum nordwestlichen Iran.[3]
      • Allium melanantherum Pančić: Das Verbreitungsgebiet umfasst Bulgarien, Mazedonien, das nördliche Griechenland und Serbien.[3]
      • Kohl-Lauch oder Ross-Lauch, Gemüse-Lauch (Allium oleraceum L.): Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Europa bis zum Kaukasus.[3]
      • Allium pallens L. (Syn.: Allium coppoleri Tineo): Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Mittelmeergebiet bis zum Iran.[3]
      • Allium paniculatum L. (Syn.: Allium karsianum Fomin): Sie kommt in zwei Unterarten von Südeuropa bis zum Kaukasus vor.[3]
      • Allium parnassicum (Boiss.) Halacsy: Die Heimat ist das südliche Griechenland.[3]
      • Allium platakisii Tzanoud. & Kypr.: Sie ist eine Endemit von Kreta.[3]
      • Allium pseudoflavum Vved.: Sie kommt von der Türkei bis zum nördlichen Iran vor.[3]
      • Allium rupestre Steven (Syn.: Allium charaulicum Fomin): Sie kommt von Bulgarien bis zur Krim und von der nördlichen Türkei bis zum Kaukasus vor.[3]
      • Allium stamineum Boiss.: Sie kommt von der Türkei bis zum Iran und bis Saudi-Arabien vor.[3]
    • Sektion Costulata F.O.Khass. & Yengal.
      • Allium filidens Regel: Sie kommt in drei Unterarten von Zentralasien bis Pakistan vor.[3]
      • Allium turcomanicum Regel: Sie kommt von Zentralasien bis zum nordöstlichen Iran und bis Afghanistan vor.[3]
    • Sektion Crystallina F.O.Khass. & Iengalycheva
    • Sektion Eremoprasum(Kamelin) F.O.Khass. ex R.M.Fritsch & N.Friesen
    • Sektion Kopetdagia F.O.Khass.
    • Sektion Longivaginata (Kamelin) F.O.Khass. ex R.M.Fritsch & N.Friesen
    • Sektion Mediasia F.O.Khass., Yengalycheva & N.Friesen
    • Sektion Multicaulea F.O.Khass. & Iengalycheva
    • Sektion Pallasia (Tzag.) F.O.Khass. ex R.M.Fritsch & N.Friesen
    • Sektion Spathulata F.O. Khass. & R.M.Fritsch
  • Untergattung Anguinum (G.Don ex Koch) N.Friesen: Es gibt nur eine Sektion:
  • Untergattung Butomissa (Salisb.) N.Friesen: Sie enthält zwei Sektionen:
    • Sektion Austromontana N.Friesen:
    • Sektion Butomissa (Salisb.) Kamelin:
      • Duft-Lauch oder Chinesischer Lauch (Allium ramosum L., Syn.: Allium odorum L., Allium tataricum L. f., Allium lancipetalum Y.P.Hsu, Allium potaninii Regel, Allium weichanicum Palibin.)
      • Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum Rottler ex Spreng.)
  • Untergattung Caloscordum (Herb.) R.M.Fritsch: Es gibt nur eine Sektion:
  • Untergattung Cyathophora (R.M.Fritsch) R.M.Fritsch: Sie enthält drei Sektionen:
  • Untergattung Microscordum (Maxim.) N.Friesen: Es gibt nur eine Sektion:
  • Untergattung Nectaroscordum (Lindl.) Asch. et Graebn.: Es gibt nur eine Sektion:
    • Sektion Nectaroscordum (Lindl.) Gren. & Godr.:
      • Allium bulgaricum (Janka) Prodán (Syn.: Allium dioscoridis auct., Nectaroscordum bulgaricum Janka, Nectaroscordum siculum subsp. bulgaricum (Janka) Stearn): Wird auch als Unterart subsp. dioscoridis (Sm.) K.Richt. zu Allium siculum gestellt.
      • Sizilianischer Honiglauch (Allium siculum Ucria, Syn.: Nectaroscordum siculum (Ucria) Lindl.)
  • Untergattung Porphyroprason (Ekberg) R.M.Fritsch: Es gibt nur eine Sektion:
    • Sektion Porphyroprason Ekberg:
      • Roter Zier-Lauch (Allium oreophilum C.A.Mey., Syn.: Allium ostrowskianum Regel)
  • Untergattung Vvedenskya (Kamelin) R.M.Fritsch: Es gibt nur eine Sektion:

Nutzung[Bearbeiten]

Folgende, häufig kultivierte Arten finden als Lebensmittel Verwendung: Zwiebel (Allium cepa), Winterzwiebel (Allium fistulosum), Knoblauch (Allium sativum), Schalotte (Allium ascalonicum), Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Porree (Allium ampeloprasum). Wild wachsend, jedoch heutzutage auch oft in der Küche genutzt, ist der Bärlauch (Allium ursinum).

Viele Arten und Sorten der Gattung Allium werden als Zierpflanzen verwendet. Ein Beispiel ist der Sternkugel-Lauch (Allium cristophii).

Kulturgeschichte[Bearbeiten]

Die Zwiebel des Allermannsharnisch (auch Siegwurz, wilder Alraun) wurde als Schutz gegen Wunden, Unglücksfälle, Zauberei für Menschen und Tiere benutzt und von Marktschreiern oft in menschenähnliche Gestalt gebracht, bekleidet und zu hohen Preisen verkauft.

Die Vorfahren der kultivierten Lauch-Arten sind zumeist im inneren Asien heimisch,

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aber als derbe Würzen schon in grauer Vorzeit verbreitet worden. Den Ägyptern galten die Laucharten sogar als heilig und geweiht und wurden daher von Priestern und Frommen nicht berührt.

Die Zwiebel von Askalon beschreibt schon Theophrast; Knoblauch und Zwiebeln spielten am persischen Hof eine große Rolle, und auch Homer kennt die Zwiebel und erwähnt sie als Beiessen zum Mischtrank des Nestor. Auch später blieben in Griechenland und Italien die Lauchgewächse beliebteste Volksnahrung; mit steigender kultureller Verfeinerung schlug jedoch bei den höheren gesellschaftlichen Schichten die Vorliebe in Widerwillen um, und Zwiebel- und Knoblauchgeruch verrieten den Mann aus dem niedrigsten Volk. Jemand „Zwiebel anwünschen“ bedeutete nichts Gutes, und Horaz wird nervös, wenn er des Knoblauchs gedenkt.

Dem scharfen Geruch und Geschmack verdankten die Laucharten anderseits abergläubische Anwendung gegen Gift und Zauberei, und eine bestimmte Art (Allium nigrum) galt als die bei Homer „Moly“ genannte Pflanze, durch welche Odysseus der Kirke widerstand.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dale W. McNeal Jr., T. D. Jacobsen: Allium. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 26: Magnoliophyta: Liliidae: Liliales and Orchidales, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2002, ISBN 0-19-515208-5, S. 224ff. (online bei efloras.org). (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung).
  • Xu Jiemei, Rudolf V. Kamelin: Allium. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2000, ISBN 0-915279-83-5, S. 165–202 (http://flora.huh.harvard.edu/china/PDF/PDF24/allium.pdf PDF-Datei, online bei efloras.org). (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung).
  • Nikolai Friesen, Reinhard M. Fritsch, Frank R. Blattner: Phylogeny and new intrageneric classification of Allium (Alliaceae) based on nuclear rDNA ITS sequences. In: J. T. Columbus, E. A. Friar, C. W. Hamilton, J. M. Porter, L. M. Prince, M. G. Simpson (Hrsg.): Monocots: Comparative Biology and Evolution I. In: Aliso. Band 22, 2006, S. 372–395, (PDF-Datei; 3,6 MB) (Abschnitt Systematik: Einteilung in Untergattungen und Sektionen).
  • Reinhard M. Fritsch: Neue Ergebnisse zur Taxonomie und Evolution von Allium L. In: Reinhard M. Fritsch, K. Hammer (Hrsg.): Evolution und Taxonomie von pflanzen-genetischen Ressourcen: Festschrift für Peter Hanelt. In: Schriften zu Genetischen Ressourcen. Band 4, S. 19–46. Informationszentrum für Genetische Ressourcen, Bonn 1996 (PDF-Datei; 6,6 MB).
  • Jan Kusterer: Neue Erkenntnisse der Schwefelchemie und Chemotaxonomie in Arten des Genus Allium. Dissertation der Philipps-Universität Marburg, 2010, PDF-Datei.
  • Nikolai Friesen: Die Gattung Allium – Taxonomischer Überblick und wissenschaftliche Sammlung im Botanischen Garten der Universität Osnabrück, In: Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen. Band 33/34, 2008, S. 95–110, PDF-Datei.
  • Kurt Heyer: Die Alliumarten als Arzneimittel im Gebrauch der abendländischen Medizin. In: Kyklos. Band 1, 1928, S. 64–102.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 294, Digitalisat
  2. a b c d Allium im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm Rafaël Govaerts (Hrsg.): Allium - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 29. August 2015.
  4. Pablo Hirschegger, Jernej Jaške, Peter Trontelj, Borut Bohanec: Origins of Allium ampeloprasum horticultural groups and a molecular phylogeny of the section Allium (Allium; Alliaceae). In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 54, Nr. 2, 2010, S. 488–497, doi:10.1016/j.ympev.2009.08.030.
  5. Brian Mathew: A review of Allium sect. Allium. The Royal Botanic Gardens, Kew 1996, ISBN 0-947643-93-1.
  6. Reinhard M. Fritsch, Frank R. Blattner, Maia Gurushidze: New Classification of Allium L. subg. Melanocrommyum (Webb & Berthel.) Rouy (Alliaceae) Based on Molecular and Morphological Characters. In: Phyton, Annales Rei Botanicae, Horn. Band 49, Nr. 2, 2010, ISSN 0079-2047, S. 145–220, Abstract.
  7. Maia Gurushidze, Reinhard M. Fritsch, Frank R. Blattner: Species level phylogeny of Allium subgenus Melanocrommyum – incomplete lineage sorting, hybridization and trnF gene duplication. In: Taxon. Band 59, Nr. 3, 2010, S. 829–840, Abstract.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zwiebel- und Lauch-Arten (Allium) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien