Lauchhammer

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lauchhammer
Lauchhammer
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lauchhammer hervorgehoben
Koordinaten: 51° 30′ N, 13° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Höhe: 111 m ü. NHN
Fläche: 88,9 km2
Einwohner: 15.084 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km2
Postleitzahl: 01979
Vorwahl: 03574
Kfz-Kennzeichen: OSL, CA, SFB
Gemeindeschlüssel: 12 0 66 176
Stadtgliederung: 4 Stadt- und 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Liebenwerdaer Str. 69
01979 Lauchhammer
Webpräsenz: www.lauchhammer.de
Bürgermeister: Roland Pohlenz
Lage der Stadt Lauchhammer im Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Sachsen Cottbus Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Elbe-Elster Landkreis Spree-Neiße Landkreis Teltow-Fläming Altdöbern Bronkow Calau Frauendorf (Amt Ortrand) Großkmehlen Großräschen Grünewald Guteborn Hermsdorf (bei Ruhland) Hohenbocka Kroppen Lauchhammer Lindenau (Oberlausitz) Lübbenau/Spreewald Luckaitztal Neupetershain Neu-Seeland Ortrand Ruhland Schipkau Schwarzbach (Lausitz) Schwarzheide Senftenberg Tettau (Brandenburg) Vetschau/SpreewaldKarte
Über dieses Bild

Lauchhammer (niedersorbisch Łuchow) ist eine Stadt im Süden Brandenburgs im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Sowohl die Stadt selbst als auch die nähere Umgebung sind durch langjährige Bergbau- und Industrietätigkeit geprägt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage Lauchhammers am Schraden

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in der Niederlausitz. Lauchhammer befindet sich 45 Kilometer nördlich von Dresden. Cottbus ist rund 50 Kilometer entfernt, die Entfernung zur Sängerstadt Finsterwalde beträgt etwa 25 Kilometer. Die Höhenlage reicht von 94 bis 160 m über NHN.

Die Stadt liegt an der Schwarzen Elster, einem Nebenfluss der Elbe.

Stadtgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch zahlreiche Eingemeindungen erstreckt sich das Stadtgebiet über mehr als 88 Quadratkilometer.

Zwischen den einzelnen Stadt- und Ortsteilen liegt eine Vielzahl großer Wald- und Wiesenflächen. Durch den Braunkohleabbau befinden sich sowohl im Stadtgebiet als auch außerhalb der Stadt zahlreiche Bergbaufolgelandschaften. Diese bestimmen weitgehend das Erscheinungsbild des Umlands der Stadt. Im Ortsteil Grünewalde liegt das Naherholungsgebiet Grünewalder Lauch. Der See wurde 1981 als ehemaliges Tagebaurestloch aufgefüllt und hat sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Naherholungsgebiet entwickelt.

Neben dem Grünewalder Lauch gibt es drei weitere Teiche: den Wolschinkateich, den Kuthteich und den Wehlenteich. Die beiden letzteren befinden sich in der auch als Grüne Mitte bezeichneten 16 ha großen Wald- und Wiesenfläche zwischen Lauchhammer-Mitte und Lauchhammer-Süd.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Lauchhammer grenzt an folgende Städte und Gemeinden:

Gliederung Name Grenze Landkreis
Gemeinde Gorden-Staupitz NW EE
Stadt Finsterwalde N EE
Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf N EE
Gemeinde Schipkau NO OSL
Stadt Schwarzheide O OSL
Stadt Ruhland SO OSL
Gemeinde Frauendorf S OSL
Gemeinde Tettau S OSL
Gemeinde Schraden SW EE
Gemeinde Plessa W EE
Gemeinde Hohenleipisch W EE

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mückenberg, Bockwitz und Grünewalde, heutiges Lauchhammer im Nordosten des Amtes Hayn, zur Zeit des Kurfürstentums von Sachsen

Zur Stadt Lauchhammer gehören:[2]

die bewohnten Gemeindeteile

die Ortsteile

die Wohnplätze

  • Bärhaus
  • Koyne
  • Mittelhammer
  • Unterhammer
  • Waldesruh
  • Welkmühle

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stillgelegte Brikettfabrik des VEB Braunkohlenveredelung, 1990
Werbung der Lauchhammer AG von 1913 für Rohrleitungen

Das heutige Lauchhammer entstand am 1. Juli 1950 als Großgemeinde aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Bockwitz, Lauchhammer, Mückenberg und Dolsthaida.[3] Lauchhammer ist eine vergleichsweise junge Stadt und erhielt das Stadtrecht erst am 5. Juli 1953.

Von seiner Eingemeindung im Jahr 1974 bis zur Umwidmung im September 2014 wurde der Ortsteil Kleinleipisch als fünfter Stadtteil unter dem Namen Lauchhammer-Nord geführt. Im Jahr 1993 wurden die Dörfer Kostebrau und Grünewalde als neue Ortsteile in die Stadt eingemeindet.

Lauchhammer zählt mit seiner langen Bergbautradition zu den ältesten Industriestandorten des Landes Brandenburg. Die Industriegeschichte im Gebiet der jetzigen Stadt begann bereits 1725 mit dem Bau eines Raseneisenwerkes auf Holzkohle- und Torfbasis bei einer abgelegenen Mühle. Dieses an den Lauchteichen gelegene Werk – der Hammer im Lauch – gab der Stadt ihren heutigen Namen.

Am 17. Juli 1725 erteilte der sächsische Kurfürst August der Starke der Freifrau von Löwendal das Privileg zur Errichtung eines Eisenhammerwerkes in Lauchhammer mit einem Hochofen und einer kleinen Gießerei. Nach dem Tod der Gründerin im Jahr 1776 ging es in den Besitz ihres Patenkindes, des Grafen Detlev Carl von Einsiedel, über. 1784 entstand eine Kunstgießerei, 1785 wurde mit dem Emaillieren eiserner Geschirre begonnen.[4]

1789 wurde bei Bockwitz – dem heutigen Lauchhammer-Mitte – das erste Kohleflöz angebohrt. Dies ist auch der erste schriftliche Hinweis auf die Niederlausitzer Braunkohle. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Kohlengruben, unter anderem die Grube Milly. Um das Jahr 1900 setzte eine verstärkte Industrialisierung der Stadt ein. In diesem Jahr wurde auch die BUBIAG (Braunkohlen- und Brikett-Industrie Aktiengesellschaft) gegründet. In der Folgezeit entstanden im Bergbau und in der verarbeitenden Industrie zahlreiche Arbeitsplätze. Dies führte zu einem verstärkten Wachstum der Einwohnerzahl und zur Gründung neuer Wohngebiete. Ab 1906 setzte die Bubiag ein erstes Siedlungsprogramm für die Arbeiter und ihre Familien um. 1919 wurde der heute unter Denkmalschutz stehende Grundhof errichtet.

1912 wurde zwischen Lauchhammer und Gröba bei Riesa die erste Hochspannungsleitung Europas (110 kV) gebaut.

Ab 1898 wurden in der ersten Brikettfabrik Briketts produziert. Insgesamt standen in der Stadt acht Brikettfabriken und eine Kokerei. In der Kokerei Lauchhammer gelang 1952 der weltweit erste Versuch, aus Braunkohle hüttenfähigen Koks (Braunkohlenhochtemperaturkoks) herzustellen. 1993 wurde die letzte Fabrik stillgelegt.

Einen Beleg für den früheren Braunkohleabbau stellt das imposante Bauwerk der Abraumförderbrücke F60 (Baureihe der größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt) bei Lichterfeld dar. Sie wurde im Schwermaschinenbau Lauchhammerwerk der TAKRAF hergestellt.

Lauchhammer gilt auch als Stadt des Kunstgusses. Er hat ebenfalls eine sehr lange Tradition in der Stadt. Der erste Eisenkunstguss wurde 1784 durchgeführt. In der Stadt wird auch heute noch eine Kunst- und Glockengießerei betrieben.

Seit 1880 werden in Lauchhammer Badewannen hergestellt. Zwischen 1968, als eine neue Badewannengießerei errichtet wurde, und 1989 wurden sämtliche Badewannen für den DDR-Markt im Werk Lauchhammer gefertigt. Während die Wannen bis Mitte der 1990er Jahre noch aus Gusseisen bestanden, wird heute das wesentlich leichtere Acryl benutzt.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 -
1890 530
1910 741
1925 4 088
1933 4 333
1939 5 179
1946 6 401
1950 22 012
1964 28 024
1971 27 420
Jahr Einwohner
1981 24 497
1985 24 295
1989 23 558
1990 22 768
1991 21 786
1992 21 822
1993 23 682
1994 23 386
1995 23 948
1996 22 551
Jahr Einwohner
1997 22 022
1998 21 684
1999 21 353
2000 20 769
2001 20 276
2002 19 826
2003 19 407
2004 19 060
2005 18 697
2006 18 396
Jahr Einwohner
2007 18 021
2008 17 593
2009 17 276
2010 16 956
2011 15 877
2012 15 624
2013 15 252
2014 15 099
2015 15 084

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[5][6] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung von Lauchhammer besteht aus 28 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab bei einer Wahlbeteiligung von 38,7 % folgende Sitzverteilung:[7]

  • CDU: 7 Sitze
  • Die Linke: 6 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • Unabhängige Bürgervertretung Lauchhammer: 3 Sitze
  • Wählervereinigung Vereine Lauchhammer: 2 Sitze
  • FDP: 2 Sitze
  • NPD: 1 Sitz
  • Einzelbewerber Frank Hurraß: 1 Sitz
  • Wählergruppe Lauchhammer PUR: 1 Sitz
  • Einzelbewerber Marcel Kunert: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roland Pohlenz (Listenvereinigung Wir für Lauchhammer) wurde in der Bürgermeisterwahl vom 10. Januar 2010 mit 61,9 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 38,8 %).[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 6. April 1992 genehmigt.

Blasonierung: „In einem geteilten und oben gespaltenen Schild vorn in Rot einen links-gewendeten, hersehenden silbernen Löwen (Leopard), hinten in Grün einen wachsenden natürlichen Eremiten in silberner Kutte, in der Linken einen goldenen Rosenkranz, in der Rechten eine silberne Grabhacke mit natürlichem Stil haltend, begleitet beiderseits von drei goldenen Ähren. Im unteren goldenen Feld befindet sich ein schwarzes Hammerwerk.“[9]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauchhammer unterhält eine Städtepartnerschaft mit der rumänischen Stadt Târgu Jiu.

Nikolaikirche in Lauchhammer-Mitte

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Lauchhammer und in der Liste der Bodendenkmale in Lauchhammer stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale.

  • Evangelische Nikolaikirche in Lauchhammer-Mitte
  • Katholische Christus-König-Kirche in Lauchhammer-Mitte
  • Friedens-Gedächtnis-Kirche in Lauchhammer-Ost (als Tagungs- und Veranstaltungsort genutzt)
Kunstgussmuseum
Biotürme in Lauchhammer-West
Schloss Mückenberg um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kunstgussmuseum Lauchhammer informiert über Geschichte, Handwerk und Werke des Kunst- und Glockengusses.[10]

Das Mühlenhofmuseum im Ortsteil Grünewalde gibt einen Einblick in Leben und Arbeit eines Müllers um das Jahr 1900.[11]

Seit Sommer 2008 sind nach Sanierung im Rahmen eines Projekts der Internationalen Bauausstellung (IBA) die letzten Relikte der Koksproduktion, die so genannten Biotürme von 1958, öffentlich zugänglich. In ihnen wurden phenolhaltige Abwässer durch Verrieseln über Schlacke biologisch behandelt. Besucher können einen der bis 2002 genutzten Türme besteigen und über verglaste Aussichtskanzeln weit über das ehemalige Industrieareal schauen. Die industriegeschichtlich einzigartige Anlage wird auch als „Castel del Monte der Lausitz“ bezeichnet.[12][13][14][15][16]

Im Ortsteil Grünewalde können sich Besucher über die Geschichte der Lausitz sowie historisches Handwerk bei den „Lausitzer Zeitreisen“ informieren. Gezeigt wird eine mittelalterliche Planwagenburg aus dem Jahr 1430. Neben der Planwagenburg befindet sich ein begehbares Wunschsteinlabyrinth.[16]

Heimatstuben gibt es in Lauchhammer-Mitte, Grünewalde und Kostebrau.[11][16]

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Neuguss der fünf Meter hohen Skulptur der „Germania“ befindet sich seit dem Jahr 2000 auf dem Marktplatz in Lauchhammer-Mitte. Das Original war 1896 eingeweiht und nach 1946 zerstört worden.

Schlosskirche und Schlosspark in Lauchhammer-West
Germania-Denkmal in Lauchhammer-Mitte

Im Schlosspark (auch Volkspark) von Lauchhammer-West erinnert seit 1959 ein Ehrenmal an die Opfer des Faschismus, insbesondere an den Kommunisten Otto Hurraß, der 1934 im KZ Lichtenburg ermordet wurde.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenmal im Schlosspark Lauchhammer-West

Im Stadtteil Lauchhammer-West befindet sich der unter Denkmalschutz stehende Schlosspark, in dem sich bis 1945 das Schloss Mückenberg befand. Es wurde kurz nach Beendigung des Krieges durch einen Brand vernichtet. Heute befindet sich im Park noch die 1746 errichtete Mückenberger Schlosskirche. Seit 1952 gibt es eine kleine Parkeisenbahn.[17] Anlässlich der 275-Jahr-Feier des Lauchhammerwerkes wurde ein Nachguss der „Frau von Herculaneum“ im Jahr 2000 wieder am alten Standort im Schlosspark aufgestellt.

Im Park finden vereinzelt Open-Air-Konzerte statt. Durch den Orkan Kyrill wurde der Park im Januar 2007 schwer in Mitleidenschaft gezogen.[18][19] In Neupflanzungen und Wiederaufbau hat die Stadt bis 2010 über eine Millon Euro investiert[20].

geschützte Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Liste der Naturdenkmale in Lauchhammer enthält die Naturdenkmale in Lauchhammer einschließlich der Ortsteile.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1987 bis 1993 existierte in Lauchhammer die Rockband Müllerbeat, deren Album Don’t Call Me Müller! 1992 bei Deutsche Schallplatten Berlin veröffentlicht wurde.

Zur Förderung und Unterstützung regionaler Musiker und Bands wurde im Jahre 1992 der Bunt-Rock e. V. gegründet. Der Verein bietet den meist jugendlichen Künstlern Proberäume und Möglichkeiten zur Aufnahme ihrer Musik. Zu den regelmäßig durchgeführten Veranstaltungen zählen die 60er-Jahre-Partys sowie die alljährlichen Straßenfeste.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebläsemaschine für Bleischachtöfen von 1867
Badewannenguss aus Metall, 1989

Da die gesamte Wirtschaft und Infrastruktur der Stadt an den Braunkohlenabbau in der Lausitz gekoppelt war, hat sich die wirtschaftliche Gesamtsituation der Stadt seit 1989 beträchtlich verschlechtert. Durch die Schließung der Tagebaue, Braunkohlefabriken und der Kokerei verloren mehr als 15.000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Lauchhammer hat dadurch seit Jahren eine der höchsten Arbeitslosenquoten der Region.

Erst durch die Ansiedlung neuer Unternehmen konnte diese Entwicklung zum Teil gestoppt werden. Der Wirtschaftsstandort ist einer von 15 regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den wichtigsten Unternehmen der Stadt zählen:

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauchhammer liegt an der Bundesstraße B 169 zwischen Elsterwerda und Senftenberg sowie an der Landesstraße L 63 zwischen Staupitz und Ortrand. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Ruhland an der A 13 BerlinDresden.

Der Bahnhof Lauchhammer (ehem. Lauchhammer West) liegt an der Bahnstrecke Roßlau–Falkenberg–Hoyerswerda. Er wird von den Linien S 4 (WurzenLeipzigHoyerswerda) der S-Bahn Mitteldeutschland und RB 49 (Falkenberg/ElsterCottbus) der DB Regio bedient.

Der Zugbetrieb in Lauchhammer wurde erstmals am 15. Oktober 1875 am Bahnhof Lauchhammer Ost der Strecke Ruhland–Lauchhammer Ost aufgenommen. Seit 1962 ist der Personenverkehr an diesem Bahnhof eingestellt.

Im Nachbarort Schwarzheide befindet sich ein Verkehrslandeflugplatz der Kategorie II.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mit Regionalausgaben im Gebiet erscheinende Zeitung ist die Lausitzer Rundschau. Der in Lauchhammer direkt ansässige private Regionalfernsehsender Stadtkanal Lauchhammer (WMZ TV Lauchhammer) erreicht über das Kabelfernsehnetz rund 12.000 Haushalte in Lauchhammer, Kostebrau, Ortrand, Plessa und Schraden.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauchhammer hatte zu Zeiten der DDR einen hervorragenden Ruf als Basketballhochburg. Der heutige Verein BG Lauchhammer 1950 e. V. ging aus der Sektion Basketball der ehemaligen Betriebssportgemeinschaft hervor und wurde 1950 gegründet. Als einer der größten sportlichen Erfolge galt der Gewinn des Meistertitels durch die B-Jugend der Männer im Jahre 1976. Die Lauchhammeraner Basketballer konnten nach 1989 nur schwer an alte Erfolge anknüpfen. Die Herrenmannschaft I spielt zurzeit in der Brandenburger Oberliga, während die Damenmannschaft nach dem Aufstieg in die 2. Regionalliga Nord vom Spielbetrieb der Saison 2007/2008 zurückgezogen wurde. Nach erneuter Gründung einer Damenmannschaft konnte die Saison 2012/2013 mit dem Meistertitel der Oberliga Brandenburg angeschlossen werden. In den letzten Jahren konnte der Verein mehr als 50 Meistertitel im Erwachsenen- und Nachwuchsbereich erkämpfen und ist damit nach wie vor einer der erfolgreichsten Brandenburger Basketballvereine.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Armer (1916–1994), Heimatforscher (seit 1993)[21]
  • Werner Blaschke (* 1932), Naturschützer (seit 1999)[22]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benedicta Margareta Freifrau von Löwendal (1683–1776), schuf 1725 mit der Gründung eines Hammerwerkes, eben des Lauchhammerwerkes, die Grundlage für die weitere Entwicklung der Stadt. Sie wurde damit zu einer der ersten Unternehmerinnen der Niederlausitz.

Detlev Carl Graf von Einsiedel (1737–1810) und dessen Sohn Detlev Graf von Einsiedel (1773–1861), Unternehmer, mit deren Engagement die Entwicklung der Eisenverarbeitung und des Kunstgusses in Lauchhammer eng verbunden ist. Im Auftrag von Detlev Carl von Einsiedel gelang es Thaddäus Ignatius Wiskotschill und Joseph Mattersberger, 1784 eine in Wachs ausgegossene antike Figur einer Bacchantin in Eisen zu gießen.

Johann Friedrich Trautschold (1773–1824), Oberfaktor, Hüttenmeister und Unternehmenschronist am Eisenwerk

Wilhelm Oberhaus (1901–1942), katholischer Priester, im Konzentrationslager Dachau ums Leben gekommen, ab 1938 Pfarrvikar in Bockwitz, nach ihm wurde am 8. Mai 1987 die Wilhelm-Oberhaus-Straße in Lauchhammer-Mitte benannt.[24]

Heinz-Dieter Kallbach (* 1940), Pilot, lebte Mitte der 1950er Jahre in Lauchhammer. Kallbach erhielt einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für die Landung einer IL-62 auf einer 860 m langen Graspiste in Stölln im Jahr 1989.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtverwaltung Lauchhammer (Hrsg.): Lauchhammer – Geschichten einer Stadt. Geiger Verlag, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-857-7.
  • Autorenkollektiv: Bergbaugeschichte im Revier Lauchhammer. Hrsg.: Traditionsverein Braunkohle Lauchhammer e.V. Lauchhammer 2003.
  • Angelika Steffens: „Hör bloß off mit deine Kokerei!“ – Erinnerungen an die Großkokerei Lauchhammer. Lauchhammer 2004.
  • Luise Grundmann, Dietrich Hanspach (Verf.): Der Schraden. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand. Hrsg.: Institut für Länderkunde Leipzig und der Sächsischen Akad. der Wissenschaften zu Leipzig. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2005, ISBN 3-412-10900-2.
  • Ulf Jacob: Architektur erfahren. Bauhistorische Schätze der Stadt Lauchhammer, hrsg. von der Wirtschaftsentwicklungs- und Qualifizierungsgesellschaft mbH (WEQUA GmbH), Lauchhammer 2006, ISBN 3-00-019981-0.
  • Wolfgang G. Schwanitz (Hrsg.): 125 Jahre Sueskanal: Lauchhammers Eisenguß am Nil (= Historische Texte und Studien. Bd. 18). Olms, Hildesheim 1998, ISBN 3-487-10315-X.
  • Stadtverwaltung Lauchhammer (Hrsg.) Lauchhammer-Auf den Spuren der Geschichte. Stadt-Bild-Verlag Leipzig 2017, ISBN 978-3-942146-89-0
Periodika

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lauchhammer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Lauchhammer – Reiseführer

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Stadt Lauchhammer
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis Oberspreewald-Lausitz
  4. Landesarchiv Sachsen-Anhalt Mitteldeutsche Stahlwerke AG Riesa, Werk Lauchhammer
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz. S. 18–21
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  7. Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 10. Januar 2010
  9. Wappen der Stadt Lauchhammer. service.brandenburg.de, abgerufen am 19. Mai 2015.
  10. Referenzen der Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer. Abgerufen am 2. August 2009.
  11. a b Heimatverein Grünewalde e.V. hv-gruenewalde.de, abgerufen am 19. Mai 2015.
  12. Homepage der Biotürme in Lauchhammer. Abgerufen am 2. August 2009.
  13. Die Biotürme auf der Homepage von Lauchhammer. Abgerufen am 2. August 2009.
  14. Denkmalliste des Kreises Oberspreewald-Lausitz im Land Brandenburg. Abgerufen am 2. August 2009 (PDF; 130 kB).
  15. Informationsblatt „Biotürme Lauchhammer“
  16. a b c Stadt Lauchhammer (Hrsg.): Lauchhammer entdecken. (Broschüre).
  17. Parkeisenbahn | Traditionsverein Braunkohle Lauchhammer e.V. Abgerufen am 14. Juli 2017 (deutsch).
  18. Der Schlosspark auf der Website von Lauchhammer. Abgerufen am 28. Oktober 2014.
  19. Manfred Feller: Nur rund 150 Bäume überlebten den Sturm in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 3. Februar 2007; abgerufen am 30. Juli 2017
  20. Torsten Richter: Eine Million Euro steckt im Schlosspark in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 20. Januar 2010; abgerufen am 30. Juli 2017
  21. Ein Denkmal gesetzt. auf www.niederlausitz-aktuell.de
  22. Amtsblatt für die Stadt Lauchhammer, Nr. 4/1999, S. 1
  23. Deutsche Biographische Enzyklopädie H
  24. Stadtverwaltung Lauchhammer (Hrsg.): Lauchhammer – Geschichten einer Stadt. Geiger Verlag, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-857-7, S. 61/62.