Laudamotion

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Laudamotion GmbH
Logo der Laudamotion
Airbus A321-200 der Laudamotion
IATA-Code: OE[1]
ICAO-Code: LDM[2]
Rufzeichen: LAUDA MOTION[2]
Gründung: 2004
(als Amira Air GmbH)
Sitz: Schwechat,
OsterreichÖsterreich Österreich
Heimatflughafen:

Flughafen Wien

Unternehmensform: GmbH
Leitung:

Colin Casey, Andreas Gruber

Mitarbeiterzahl: 650
Flottenstärke: 14
Ziele: international
Website: ryanair.com/la/de/

Die Laudamotion GmbH, im Aussenauftritt auch Lauda[3], ist eine österreichische Fluggesellschaft mit Sitz im niederösterreichischen Schwechat, nahe dem Flughafen Wien-Schwechat. Sie befindet sich vollständig im Eigentum der irischen Fluggesellschaft Ryanair.

Geschichte

Amira Air

Die Laudamotion GmbH wurde im Mai 2004 als Amira Air GmbH zu gleichen Teilen von dem österreichischen Investor Ronny Pecik und dem italienisch/schweizerischen Unternehmer Felice Gaetano de Grandi gegründet. Im Jänner 2006 übernahm Pecik die Gesellschaft zur Gänze und brachte sie in seine RPR Privatstiftung ein. Anfang 2014 traten zwei weitere Minderheitsgesellschafter hinzu. Nach einigen Geschäftsführerwechseln – u. a. auch Pecik selbst – übernahm im Juni 2013 Andrea Czvitkovits als letzte Geschäftsführerin der Amira Air.[4] Als Business-Charter-Airline flog die Amira Air Geschäftsleute und VIPs zu ihren Zielen.

Laudamotion

Unternehmenslogo der Laudamotion GmbH bis 15. Februar 2018 sowie nunmehr der Ende Jänner 2018 errichteten Laudamotion Executive GmbH

Ende Jänner 2016 übernahm Niki Lauda mit seiner NL Holding GmbH, einer Tochtergesellschaft der Lauda Privatstiftung, alle Gesellschaftsanteile der Amira Air GmbH,[4]. Er firmierte sie in Laudamotion GmbH mit der Eigenschreibweise LaudaMotion um[4][5], eine Marke die er zuvor schon von 2003 bis 2009 für eine Autovermietung nutzte.[6] Als Geschäftszweig ist Betrieb und Vermietung von Luftfahrzeugen im Firmenbuch eingetragen, der Unternehmenssitz wurde vom Flughafen Wien-Schwechat in den Concorde Business Park in der nahe gelegenen Gemeinde Schwechat verlegt. Lauda bietet seitdem mit Businessjets Charterflüge an, für die gehobene Klientel werden europäische und internationale Ziele angeflogen.

Am 23. Jänner 2018 gab der Gläubigerausschuss der insolventen Fluglinie Niki der Laudamotion den Zuschlag für die Übernahme.[7] Lauda übernimmt aus der Konkursmasse die Start- und Landerechte (die sogenannten „Slots“) und 15 der 21 ehemaligen Niki-Flugzeuge, die sich seit der ursprünglichen Übernahme von Niki durch die Lufthansa in deren Leasingbestand befinden.[7] Des Weiteren soll das Flugpersonal, soweit noch im Personalstand der insolventen Niki Luftfahrt GmbH verblieben (nach Niki Lauda rund ein Drittel), von Laudamotion übernommen werden. Die Marke Niki selbst ist in der Übernahme nicht enthalten und verbleibt in der Konkursmasse.[8]

Nach Angabe von Lauda in mehreren Interviews am 23. Jänner (insbesondere in der ZIB 2) kann er auf Grund des in seiner Laudamotion schon vorhandenen österreichischen Betreiberzeugnisses die 15 Airbus-Flugzeuge schneller wieder in die Luft bekommen, als die bereits im deutschen Insolvenzverfahren zum Zug gekommene International Airlines Group (IAG) mit deren Billigtochter Vueling es hätte können. Ende März wollte Lauda mit den 15 ehemaligen Niki-Airbussen den operativen Flugbetrieb aufnehmen.[7][8]

Flugzeuge der Laudamotion auf dem Flughafen Stuttgart (27. März 2018)

Seit 8. Februar 2018 ist der Laudamotion der IATA-Two-Letter-Code OE zugeteilt, unter dem ab Ende März 2018 die Laudamotion-Flieger abheben sollten.[1] In der Nacht auf den 16. Februar veröffentlichte das Unternehmen über dessen Website das neue Firmenlogo als Wortbildmarke. Das große „L“ darin wird als Erinnerung an die ehemalige Lauda Air interpretiert, als Leitspruch wurde The Lauda Way To Fly gewählt.[9] Ebenfalls mit 16. Februar wurde auch der Ticketverkauf unter den OE-IATA-Codes für die Laudamotion mit 56 Verbindungen über die Vertriebskanäle der Partnerfluglinie Condor gestartet. Gebucht werden konnten zum Vertriebsstart Laudamotion-Flüge, die auch mit den Condor-eigenen Angeboten kombiniert werden konnten, von Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und Basel mit den Destinationen Palma de Mallorca, Ibiza und Málaga. Im Weiteren übernimmt Condor als Dienstleister für die Laudamotion operationelle Funktionen, wie die Verkehrsleitstelle und die Crewplanung.[10]

Am 20. März 2018 wurde bekannt, dass die irische Ryanair einen Anteil von zunächst 24,9 % an Laudamotion übernehmen will.[11][12] Nach Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden wurde der Ryanair-Anteil im September 2018 zunächst auf 75 % erhöht[13] und Ende Dezember 2018 vollständig übernommen.[14]

Der Grund für den Einstieg von Ryanair sind vor allem die Slots in Düsseldorf, Berlin-Tegel, Wien und Zürich, die Laudamotion von AirBerlin übernommen hat. Laudamotion allerdings soll langfristig ein eigenständiges, von Ryanair unabhängiges österreichisches Flugunternehmen mit Sitz in Wien, eigenem Produkt und Flugbetrieb bleiben. Im Gegensatz zur Boeing-737-Einheitsflotte von Ryanair wird Laudamotion vom Drehkreuz Wien und Düsseldorf aus vor allem Airbus-A320-Maschinen betreiben. Laudamotion erfüllt damit den langjährigen Wunsch der Unternehmensmutter, sich am Markt zu diversifizieren.

Die Aufnahme des Flugbetriebes erfolgte später als geplant am 1. Juni 2018 und mit Verspätungen und Annullationen.[15]

Laudamotion Executive

Am 29. Jänner 2018 errichtete Lauda die Laudamotion Executive GmbH, eingetragen im Firmenbuch am 2. Februar, als 100-Prozent-Tochter der – nunmehr zur Ferien- und Linienfluglinie mutierenden – Laudamotion GmbH. Die mit einem Stammkapital von 150.000 Euro ausgestattete Gesellschaft mit Geschäftszweck „Betrieb und Vermietung von Luftfahrzeugen“ hat ihren Firmensitz wie die Muttergesellschaft in Schwechat im Business-Park. Als Geschäftsführer fungiert Andreas Gruber, der zuletzt für die insolvente Air Berlin tätig war.[16][17] Seit April 2018 ist Laudamotion Executive keine Laudamotion-Tochter mehr, sondern gehört direkt der Holding von Niki Lauda.

Flotte

Mit Stand Februar 2019 besteht die Flotte der Laudamotion aus 14 Flugzeugen:[18][19]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt Luftfahrzeugkennzeichen Sitzplätze
(Economy)
Anmerkung
Airbus A320-200 6 OE-IHD 180
OE-LOA
OE-LOB
OE-LOD geleast von Lufthansa,
wird bis Sommer 2019 zurückgegeben
OE-LOJ
OE-LOM
Airbus A321-200 4 OE-LCG 210 geleast von Lufthansa,
werden bis Sommer 2019 zurückgegeben
OE-LCJ
OE-LCK
OE-LCS
Boeing 737-800 4 EI-DYP 189 betrieben durch Ryanair
EI-EVM
EI-GDK
EI-GDM
Gesamt 14

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Laudamotion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Laudamotion – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. a b Laudamotion fliegt unter dem Code OE. In: Austrian Aviation Net, 12. Februar 2018, abgerufen am 17. Februar 2018.
  2. a b Laut ICAO Doc 8585 (Rev.176/Mai 2016).
  3. Laudamotion strich „Motion“ aus dem Namen orf.at, 20. März 2019, abgerufen 20. März 2019.
  4. a b c Aus Amira Air wird LaudaMotion. In: Austrian Aviation Net, 8. Februar 2016, abgerufen am 30. Juni 2016.
  5. Niki Lauda hat Amira Air in LaudaMotion umbenannt. In: austrianwings.at, abgerufen am 10. Februar 2016.
  6. Lauda steigt aus LaudaMotion aus. Der Standard. 7. Oktober 2009. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  7. a b c Airline Niki geht an Gründer Niki Lauda. n-tv. 23. Januar 2018. Abgerufen am 23. Januar 2018.
  8. a b Einige offen Fragen bei Niki-Übernahme. Einige Mitarbeiter bereits weg. In: ORF.at, 23. Jänner 2018, abgerufen am 24. Jänner 2018.
  9. Laudamotion stellt neues Logo vor. In: Austrian Aviation Net, 16. Februar 2018, abgerufen am 17. Februar 2018.
  10. Condor startet Laudamotion-Ticketverkauf. 56 Verbindungen zur Buchung freigegeben. In: Austrian Aviation Net, 16. Februar 2018, abgerufen am 17. Februar 2018.
  11. Niki Lauda verbrüdert sich mit Ryanair In: Süddeutsche Zeitung, 20. März 2018, abgerufen am 20. März 2018.
  12. Die irische Fluggesellschaft steigt mit 24,9 Prozent ein, In: Der Standard, abgerufen am 21. März 2018
  13. Bekanntmachungen der Firmenbuchgerichte LG Korneuburg FN 248554x. Firmenmonitor.at. 25. September 2018. Abgerufen am 11. Januar 2019.
  14. Ryanair aquires remaining quarter of Austria's Laudamotion (Englisch) Reuters. 29. Januar 2019. Abgerufen am 29. Januar 2019.
  15. Holpriger Start von Laudamotion, abgerufen am 3. Juni 2018
  16. Laudamotion Executive GmbH, FB 485585x. Firmenbucheintrag zur Gesellschaftsgründung im firmenmonitor.at der Wiener Zeitung/Amtsblatt.
  17. Lauda trennt Ferienflüge und Executive. Laudamotion Executive GmbH gegründet. In: Austrian Aviation Net, 16. Februar 2018, abgerufen am 17. Februar 2018.
  18. ch-aviation: Airline Information – LaudaMotion (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2018.
  19. LaudaMotion Fleet Details and History. In: planespotters.net. 6. Februar 2019, abgerufen am 7. Februar 2019 (englisch).