Laudamotion

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Laudamotion GmbH
Unternehmenslogo seit 16. Februar 2018
Airbus A321-200 der Laudamotion
IATA-Code: OE[1]
ICAO-Code: LDM[2]
Rufzeichen: LAUDA MOTION[2]
Gründung: 2004 (als Amira Air GmbH)
Sitz: Schwechat,
OsterreichÖsterreich Österreich
Heimatflughafen: Flughafen Wien
Unternehmensform: GmbH
Leitung:

Andreas Gruber (seit 2018)
Niki Lauda (seit 2016)

Mitarbeiterzahl: 650
Flottenstärke: 20
Ziele: international
Website: www.laudamotion.com

Laudamotion GmbH (Eigenschreibweise teilweise: LaudaMotion GmbH; gegründet als Amira Air GmbH) ist eine österreichische Fluggesellschaft mit Sitz im niederösterreichischen Schwechat, nahe dem Flughafen Wien-Schwechat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amira Air[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Laudamotion GmbH wurde im Mai 2004 als Amira Air GmbH zu gleichen Teilen von dem österreichischen Investor Ronny Pecik und der Unternehmensberaterin Felice Gaetano de Grandi gegründet. Im Jänner 2006 übernahm Pecik die Gesellschaft zur Gänze und brachte sie in seine RPR Privatstiftung ein. Anfang 2014 traten zwei weitere Minderheitsgesellschafter hinzu. Nach einigen Geschäftsführerwechseln – u. a. auch Pecik selbst – übernahm im Juni 2013 Andrea Czvitkovits als letzte Geschäftsführerin der Amira Air.[3] Als Business-Charter-Airline flog die Amira Air Geschäftsleute und VIPs zu ihren Zielen.

Laudamotion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmenslogo der Laudamotion GmbH bis 15. Februar 2018 sowie nunmehr der Ende Jänner 2018 errichteten Laudamotion Executive GmbH

Ende Jänner 2016 übernahm Niki Lauda mit seiner NL Holding GmbH, einer Tochtergesellschaft der Lauda Privatstiftung, alle Gesellschaftsanteile der Amira Air GmbH,[3]. Er firmierte sie in Laudamotion GmbH mit der Eigenschreibweise LaudaMotion um[3][4], eine Marke die er zuvor schon von 2003 bis 2009 für eine Autovermietung nutzte.[5] Als Geschäftszweig ist Betrieb und Vermietung von Luftfahrzeugen im Firmenbuch eingetragen, der Unternehmenssitz wurde vom Flughafen Wien-Schwechat in den Concorde Business Park in der nahe gelegenen Gemeinde Schwechat verlegt. Lauda bietet seitdem mit Businessjets Charterflüge an, für die gehobene Klientel werden europäische und internationale Ziele angeflogen.

Am 23. Jänner 2018 gab der Gläubigerausschuss der insolventen Fluglinie Niki der Laudamotion den Zuschlag für die Übernahme.[6] Lauda übernimmt aus der Konkursmasse die Start- und Landerechte (die sogenannten „Slots“) und 15 der 21 ehemaligen Niki-Flugzeuge, die sich seit der ursprünglichen Übernahme von Niki durch die Lufthansa in deren Leasingbestand befinden.[6] Des Weiteren soll das Flugpersonal, soweit noch im Personalstand der insolventen Niki Luftfahrt GmbH verblieben (nach Niki Lauda rund ein Drittel), von Laudamotion übernommen werden. Die Marke Niki selbst ist in der Übernahme nicht enthalten und verbleibt in der Konkursmasse.[7]

Nach Angabe von Lauda in mehreren Interviews am 23. Jänner (insbesondere in der ZIB 2) kann er auf Grund des in seiner Laudamotion schon vorhandenen österreichischen Betreiberzeugnisses die 15 Airbus-Flugzeuge schneller wieder in die Luft bekommen, als die bereits im deutschen Insolvenzverfahren zum Zug gekommene International Airlines Group (IAG) mit deren Billigtochter Vueling es hätte können. Ende März wollte Lauda mit den 15 ehemaligen Niki-Airbussen den operativen Flugbetrieb aufnehmen.[6][7]

Flugzeuge der Laudamotion auf dem Flughafen Stuttgart (27. März 2018)

Seit 8. Februar 2018 ist der Laudamotion der IATA-Two-Letter-Code OE zugeteilt, unter dem ab Ende März 2018 die Laudamotion-Flieger abheben sollten.[1] In der Nacht auf den 16. Februar veröffentlichte das Unternehmen über dessen Website das neue Firmenlogo als Wortbildmarke. Das große „L“ darin wird als Erinnerung an die ehemalige Lauda Air interpretiert, als Leitspruch wurde The Lauda Way To Fly gewählt.[8] Ebenfalls mit 16. Februar wurde auch der Ticketverkauf unter den OE-IATA-Codes für die Laudamotion mit 56 Verbindungen über die Vertriebskanäle der Partnerfluglinie Condor gestartet. Gebucht werden konnten zum Vertriebsstart Laudamotion-Flüge, die auch mit den Condor-eigenen Angeboten kombiniert werden konnten, von Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und Basel mit den Destinationen Palma de Mallorca, Ibiza und Málaga. Im Weiteren übernimmt Condor als Dienstleister für die Laudamotion operationelle Funktionen, wie die Verkehrsleitstelle und die Crewplanung.[9]

Am 20. März 2018 wurde bekannt, dass die irische Ryanair einen Anteil von zunächst 24,9 % an Laudamotion übernehmen will. Vorbehaltlich einer Genehmigung der Wettbewerbsbehörden soll dieser Anteil auf 75 % erhöht werden.[10][11]

Der Grund für den Einstieg von Ryanair sind vor allem die Slots in Düsseldorf, Berlin-Tegel, Wien und Zürich, die Laudamotion von AirBerlin übernommen hat. Laudamotion allerdings soll langfristig ein eigenständiges, von Ryanair unabhängiges österreichisches Flugunternehmen mit Sitz in Wien, eigenem Produkt und Flugbetrieb bleiben. Dies wurde von beiden Unternehmen mit Nachdruck betont. Niki Lauda hält weiterhin die Sperrminorität von 25 % der Unternehmensanteile und bleibt Vorsitzender des Vorstandes. Im Gegensatz zur Boeing-737-Einheitsflotte von Ryanair wird Laudamotion vom Drehkreuz Wien und Düsseldorf aus vor allem Airbus-A320-Maschinen betreiben. Laudamotion erfüllt damit den langjährigen Wunsch der künftig mehrheitlichen Unternehmensmutter, sich am Markt zu diversifizieren.

Die Aufnahme des Flugbetriebes erfolgte später als geplant am 1. Juni 2018 und mit Verspätungen und Annullationen.[12]

Laudamotion Executive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Jänner 2018 errichtete Lauda die Laudamotion Executive GmbH, eingetragen im Firmenbuch am 2. Februar, als 100-Prozent-Tochter der – nunmehr zur Ferien- und Linienfluglinie mutierenden – Laudamotion GmbH. Die mit einem Stammkapital von 150.000 Euro ausgestattete Gesellschaft mit Geschäftszweck „Betrieb und Vermietung von Luftfahrzeugen“ hat ihren Firmensitz wie die Muttergesellschaft in Schwechat im Business-Park. Als Geschäftsführer fungiert Andreas Gruber, der zuletzt für die insolvente Air Berlin tätig war.[13][14]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laudamotion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand 26. Juli 2018 besteht die Flotte der Laudamotion aus neun Flugzeugen.[15]

Anzahl Bestellungen Kennzeichen
OE-
Flugzeugtyp Sitz­plätze Anmerkung
5 LOC, LOD, LOE, LOF, LOG Airbus A320-200 180 Economy (OE-LOG & OE-LOF ohne Info) OE-LOD ohne Videosystem
4 1 LCG, LCJ, LCK, LCS
bestellt: LES
Airbus A321-200 210 Economy (OE-LES: 212 Economy) OE-LCJ ohne Videosystem
Anm. 1 Es werden noch fünf A321 für den Betriebsstart übernommen, die nach der Eröffnung der Air-Berlin-Insolvenz von der Lufthansa übernommen wurden.[16]

Laudamotion Executive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschäftsreiseflugzeuge sind seit März 2018 auf die Laudamotion Executive registriert. Die Flotte umfasst mit Stand 8. März 2018 folgende Flugzeuge:

Laudas Bombardier Global 6000 OE-LII
Kennzeichen
OE-
Flugzeugtyp Bezeichnung Sitz­plätze Quelle Anmerkung
GLJ Bombardier Learjet 60 60 7 [17][18]
HDC Bombardier Challenger 300 BD100-1A10 [17]
HDI [17]
HDU [17]
HII 9 [17][18]
HPG 9 [17][18]
ILK Bombardier Global Express BD-700-1A10 [17]
IRB [17]
IRP 12 [17][18]
LII Bombardier Global 6000 [17][3] Niki Lauda Privat
IIX Bombardier Challenger 600 CL 600-2B16 [17]
IXI [17]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Laudamotion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Laudamotion – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Laudamotion fliegt unter dem Code OE. In: Austrian Aviation Net, 12. Februar 2018, abgerufen am 17. Februar 2018.
  2. a b Laut ICAO Doc 8585 (Rev.176/Mai 2016).
  3. a b c d Aus Amira Air wird LaudaMotion. In: Austrian Aviation Net, 8. Februar 2016, abgerufen am 30. Juni 2016.
  4. Niki Lauda hat Amira Air in LaudaMotion umbenannt. In: austrianwings.at, abgerufen am 10. Februar 2016.
  5. Lauda steigt aus LaudaMotion aus. Der Standard. 7. Oktober 2009. Abgerufen am 25. Januar 2018.
  6. a b c Airline Niki geht an Gründer Niki Lauda. n-tv. 23. Januar 2018. Abgerufen am 23. Januar 2018.
  7. a b Einige offen Fragen bei Niki-Übernahme. Einige Mitarbeiter bereits weg. In: ORF.at, 23. Jänner 2018, abgerufen am 24. Jänner 2018.
  8. Laudamotion stellt neues Logo vor. In: Austrian Aviation Net, 16. Februar 2018, abgerufen am 17. Februar 2018.
  9. Condor startet Laudamotion-Ticketverkauf. 56 Verbindungen zur Buchung freigegeben. In: Austrian Aviation Net, 16. Februar 2018, abgerufen am 17. Februar 2018.
  10. Niki Lauda verbrüdert sich mit Ryanair In: Süddeutsche Zeitung, 20. März 2018, abgerufen am 20. März 2018.
  11. Die irische Fluggesellschaft steigt mit 24,9 Prozent ein, In: Der Standard, abgerufen am 21. März 2018
  12. Holpriger Start von Laudamotion, abgerufen am 3. Juni 2018
  13. Laudamotion Executive GmbH, FB 485585x. Firmenbucheintrag zur Gesellschaftsgründung im firmenmonitor.at der Wiener Zeitung/Amtsblatt.
  14. Lauda trennt Ferienflüge und Executive. Laudamotion Executive GmbH gegründet. In: Austrian Aviation Net, 16. Februar 2018, abgerufen am 17. Februar 2018.
  15. Flotte der Laudamotion. Abgerufen am 23. Juli 2018 (keine mobile Version vorhanden).
  16. Laudamotion startet mit elf Jets  - Austrian Aviation Net. Abgerufen am 8. März 2018 (englisch).
  17. a b c d e f g h i j k l Online-Abfrage aus dem österreichischen Luftfahrzeugregister, abgerufen am 31. Mai 2018.
  18. a b c d Charter-Flotte auf der Website der Laudamotion Executive, abgerufen am 17. Februar 2018.