Lauffohr

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Lauffohr
Wappen von Lauffohr
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Brugg
Einwohnergemeinde: Bruggi2
Postleitzahl: 5200
Koordinaten: 659729 / 261500Koordinaten: 47° 30′ 6″ N, 8° 13′ 53″ O; CH1903: 659729 / 261500
Höhe: 336 m ü. M.
Einwohner: 1500 (2005)
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
unbekannt
Terrassensiedlung in Lauffohr

Terrassensiedlung in Lauffohr

Karte
Lauffohr (Schweiz)
Lauffohr
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Lauffohr ist ein Dorf im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Bis 1970 war Lauffohr eine eigenständige politische Gemeinde und gehört seither zu Brugg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der ehemaligen östlichen Gemeindegrenze liegt das Wasserschloss der Schweiz. Hier fliessen drei der wichtigsten Flüsse des Landes zusammen: Zunächst mündet die Reuss in die Aare, eineinhalb Kilometer weiter nördlich die Limmat. Der alte Kern des Strassendorfes befindet sich in der Engstelle zwischen dem 522 Meter hohen Reinerberg und der Mündung der Limmat. In Richtung Südwesten erstreckt sich am Fusse des Bruggerbergs eine schmale, dichtbesiedelte Siedlungszone, die nahtlos in die Bebauung von Brugg übergeht. Südlich davon liegt die landwirtschaftlich genutzte Aufeld-Ebene.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von „Lufar“ erfolgte im Jahr 1281. Das Dorf war Teil des Hofes Rein, das dem Kloster Murbach im Elsass gehörte (als Hof bezeichnete man damals die Grundherrschaft über ein grösseres Gebiet). Im 13. Jahrhundert fassten die Habsburger ihre Herrschaftsrechte in der Gegend um Brugg im Gericht Bözberg zusammen. Dazu zählten neben Lauffohr auch die heutigen Gemeinden Oberbözberg, Unterbözberg, Linn, Mönthal, Remigen, Riniken, Rüfenach (mit Rein) und Stilli. In all diesen Dörfern übten die Habsburger die hohe Gerichtsbarkeit aus. König Rudolf I. von Habsburg kaufte 1291 den Hof Rein und war damit nicht nur oberster Richter, sondern auch der bedeutendste Grundherr. 1345 schenkte Königin Agnes von Ungarn den Hof dem Kloster Wittichen im Kinzigtal (Schwarzwald).

Territoriale Entwicklung der Stadt Brugg

Der Name des Dorfes stammte von einer Fähre über die Aare. Diese wurde um 1410 jedoch nach Stilli verlegt, das 1,5 km weiter flussabwärts liegt. Als 1460 die Stadt Bern das Gebiet westlich der Aare eroberte, änderte sich an den Rechten des Klosters Wittichen nichts. Die katholischen Nonnen mussten jedoch im Jahr 1528 die Einführung der Reformation hinnehmen. 1544 verkaufte das Kloster den Hof Rein an den Grafen Hartmann von Hallwyl. 1566 wurde das Gericht Bözberg aufgelöst und die Gerichtsfälle des Hofes wurden von nun an in Stilli verhandelt. Zwischen 1588 und 1599 erwarb die Stadt Brugg zwei Drittel des Hofes, die Stadt Bern das übrige Drittel.

Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Der Hof Rein kam zum neuen Kanton Aargau. 1799 verlief die Frontlinie im Zweiten Koalitionskrieg mitten durch das untere Aaretal. In der Region gab es mehrere Feldlager der französischen Armee. Durch Requisitionen und Plünderungen erlitten die Dorfbewohner grosse Not. 1803 wurde der Hof Rein aufgelöst; Lauffohr bildete bis 1809 zusammen mit Rüfenach und Rein eine Gemeinde und wurde dann selbständig.

Die neue Gemeinde steckte in finanziellen Schwierigkeiten und verkaufte deshalb im Jahr 1823 rund einen Viertel ihres Gebietes an die Stadt Brugg; der Kaufpreis betrug 1669 Franken. Ab 1836 gab es wieder eine Fähre: Sie diente den Arbeitenden in den Fabriken von Vogelsang (Gemeinde Gebenstorf) und Turgi. 1919 wurde die Aarebrücke nach Vogelsang eröffnet. Im 19. Jahrhundert hielt auch in Lauffohr die Industrie Einzug, so entstand 1852 eine Zigarrenfabrik, die bis 1922 in Betrieb war. Ab 1890 begann die Bevölkerungszahl kontinuierlich anzusteigen.

Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 1970

Zu Beginn der 1960er Jahre lebten zwei Drittel der Einwohner im rasch wachsenden Dorfteil Au. Dieser grenzte unmittelbar an Brugg und war damals vom alten Dorfkern durch eine weite unüberbaute Fläche deutlich getrennt. Die Bewohner der Au fühlten sich zu Brugg hingezogen und strebten deshalb eine Gemeindefusion an. Bei der Abstimmung im September waren 97 Stimmbürger für und 64 gegen die Fusion. Die Begeisterung der Brugger hielt sich hingegen in Grenzen; 494 Ja standen 409 Nein gegenüber. Dieses eher knappe Ergebnis und die damals sehr starke Gewichtung der Gemeindeautonomie bewogen den Grossen Rat des Kantons Aargau dazu, das Ergebnis nicht zu bestätigen. Bei den Lauffohrer Gemeinderatswahlen im August 1965 gingen sämtliche Sitze an Fusionsbefürworter, weshalb das Thema weiterhin aktuell blieb. Im April 1969 kam es erneut zu einer Abstimmung: In Brugg lautete das Ergebnis 1095 Ja zu 397 Nein, in Lauffohr 113 Ja zu 100 Nein. Inzwischen hatte das Kantonsparlament seine Haltung gegenüber Gemeindefusionen geändert und bestätigte das Ergebnis. Die Fusion erfolgte schliesslich am 1. Januar 1970.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1764 109
1850 248
1900 293
1930 517
1950 596
1960 674
1970 etwa 900

Das Gemeindewappen besitzt seit der Fusion nur noch informellen Charakter. Die drei Flüsse auf grünem Feld symbolisieren den Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauffohr liegt an der Hauptstrasse 5, die von Brugg in Richtung Waldshut verläuft. Vom Bahnhof Brugg aus führen drei Postautolinien über Lauffohr nach Döttingen, Mönthal und Bad Zurzach.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Stettler, Emil Maurer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band II: Die Bezirke Brugg, Lenzburg. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 29). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1953. DNB 750561750.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]