Laura Antonelli

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Laura Antonelli, eigentlich Laura Antonaz, (* 28. November 1941 in Pola, Istrien, Italien; † 22. Juni 2015 in Ladispoli)[1][2] war eine italienische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Laura Antonelli wuchs in Mailand, Genua und Neapel auf und absolvierte eine höhere Schule. Sie hatte bereits eine Lehrerausbildung absolviert und war in Rom als Mathematik- und Gymnastiklehrerin tätig, als sie bei der Werbeserie Carosello im italienischen Fernsehen entdeckt wurde, wo sie für mehrere Produkte warb. Sie arbeitete dann als Ansagerin des Kulturmagazins Zoom.

Ihren ersten Kinofilm drehte sie 1965, aber erst mit etwa 30 Jahren wurde sie als Hauptdarstellerin bekannt. Dazwischen (1967/1968) war sie auch Darstellerin in sieben Fotoromanen.[3] Sie spielte in zahlreichen leichten Sex-Komödien wie Venus im Pelz (1969), Das nackte Cello (1971), Malizia (1973) und Sesso matto (1973). In den 1970er Jahren galt sie als Nachfolgerin der italienischen Leinwanddiven Sophia Loren und Gina Lollobrigida. Mehrere Jahre lang war sie die Lebensgefährtin von Jean-Paul Belmondo.

Luchino Visconti besetzte sie 1976 in seinem letzten Film Die Unschuld. Darin spielte sie an der Seite von Giancarlo Giannini eine für sie eher untypische, nicht in erster Linie sexbetonte Rolle.

1991 war ihre Karriere abrupt beendet, nachdem in ihrem Haus Kokain gefunden worden war. Ihr wurde vorgeworfen, nicht nur Kokain konsumiert zu haben, sondern auch als Dealerin tätig gewesen zu sein. Sie erhielt eine dreieinhalbjährige Haftstrafe, die dazu führte, dass sie keine Filmangebote mehr erhielt. Das Urteil wurde erst acht Jahre später in zweiter Instanz aufgehoben. Antonelli kehrte nie mehr auf die Leinwand zurück. 1992 unterzog sie sich einer Anti-Falten-Behandlung, durch die ihr Gesicht verunstaltet wurde, was sie zum Rückzug aus dem Schauspielberuf zwang.[4]

Sie lebte seit 2009 in Obhut der Gemeinde von Ladispoli, westlich von Rom, da sie nicht mehr in der Lage war, den Alltag alleine zu bewältigen. Laura Antonelli verstarb am Morgen des 22. Juni 2015 in ihrer Wohnung, nachdem sie einen Herzinfarkt erlitten hatte.[1][2]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1965: Le sedicenni
  • 1966: Scusi, lei è favorevole o contrario?
  • 1966: Le spie vengono dal semifreddo
  • 1968: Seid nett aufeinander (La rivoluzione sessuale)
  • 1969: Die Klette (Un detective)
  • 1969: Erzengel (L’arcangelo)
  • 1969: Venus im Pelz (Le malizie di Venere)
  • 1970: Der Einsame aus dem Westen (Sledge)
  • 1970: Bali (Incontro d’amore)
  • 1970: Gradiva
  • 1971: Musketier mit Hieb und Stich (Les mariés de l’an deux)
  • 1971: Neun im Fadenkreuz (Senza movente)
  • 1971: Das nackte Cello (Il merlo maschio)
  • 1972: Der lange Schwarze mit dem Silberblick (All’onorevole piacciono le donne)
  • 1972: Der Halunke (Docteur Popaul)
  • 1973: Malizia
  • 1973: Sesso matto – Niemand ist vollkommen (Sessomatto)
  • 1974: Der Filou (Peccato veniale)
  • 1974: Simona
  • 1974: Wie tief bin ich gesunken (Mio Dio, come sono caduta in basso!)
  • 1975: Ein göttliches Geschöpf (Divina creatura)
  • 1976: Die Unschuld (L’innocente)
  • 1977: Frau und Geliebte (Mogliamante)
  • 1977: Gran bollito
  • 1979: Wilde Betten – Lippenstift-Tigerinnen (Letti selvaggi)
  • 1979: Der eingebildete Kranke (Il malato immaginario)
  • 1980: Leinen los – wir saufen ab (Mi faccio la barca)
  • 1981: Casta e pura
  • 1981: Passion der Liebe (Passione d’amore)
  • 1981: Il turno
  • 1982: Sesso e volentieri
  • 1982: Viuuulentemente mia
  • 1982: Porca vacca!
  • 1985: Meilensteine des Lebens (Tranches de vie)
  • 1985: Der Käfig (La gabbia)
  • 1986: Fieber im Herzen (La venexiana)
  • 1986: Im Kaufhaus ist die Hölle los (Grandi magazzini)
  • 1987: Rimini Rimini
  • 1987: Roba da ricchi
  • 1987: Falschmünzer der Liebe (Gli indifferenti)
  • 1989: Disperatamente Giulia
  • 1990: L’avaro
  • 1991: Malizia 2000

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laura Antonelli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b E’ morta Laura Antonelli, icona sexy del cinema italiano. In: La Tribuna di Treviso. 22. Juni 2015, abgerufen am 23. Juni 2015 (italienisch).
  2. a b Sam Roberts: Laura Antonelli, Leading Italian Actress, Dies at 73. In: New York Times. 22. Juni 2015, abgerufen am 23. Juni 2015 (englisch).
  3. Laura Antonelli. In: fotoromanzi-topilio. 2007, archiviert vom Original am 17. August 2007, abgerufen am 22. Juni 2015 (italienisch).
  4. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, erster Band A–C, S. 129.