Dick und Doof – Die Schlacht des Jahrhunderts

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Filmdaten
Deutscher Titel Dick und Doof – Die Schlacht des Jahrhunderts
Originaltitel The Battle of the Century
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1927
Länge 20 Minuten
Altersfreigabe FSK o. A.
Stab
Regie Clyde Bruckman
Drehbuch H. M. Walker
Hal Roach
Produktion Hal Roach
Kamera George Stevens
Schnitt Richard C. Currier
Besetzung

Dick und Doof – Die Schlacht des Jahrhunderts (OT: The Battle of the Century, auch bekannt als Alles in Schlagsahne) ist ein Slapstick-Kurzfilm mit Laurel und Hardy. Der Stummfilm liegt heute nur noch als Fragment vor. Regie führte Clyde Bruckman.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stan und Oliver versuchen das große Geld im Boxring zu machen. Der eher schmächtige Stan tritt als Canvasback Clump gegen den Profi Thunderclap Callahan an. Zu Beginn sieht es gut für Stan aus. Der Profi hat Probleme mit seinen Handschuhen, doch Stan kann nicht den richtigen Schlag setzen. Nur durch Zufall schafft er es schließlich mit einem ungezielten Schlag seinen Kontrahenten auf den Boden zu bringen. Doch Stan kann nicht stillhalten und unterbricht immer wieder das Anzählen des Ringrichters. In der zweiten Runde streckt ihn der Boxer mit einem einzigen Schlag nieder. Oliver kann es nicht fassen und fällt in Ohnmacht. Als er wieder zu sich kommt, liegt Stan entspannt im Ring.

Am nächsten Tag bekommt Stan eine hohe Unfallversicherung verkauft. Diese Szene galt bisher als verschollen. Um das Geld schnell zu bekommen, legt Oliver eine Bananenschale für Stan aus. Doch stattdessen rutscht ein Kuchenhändler darauf aus, der sich anschließend an Oliver rächen will, woraus sich in kurzer Zeit eine Tortenschlacht ungekannten Ausmaßes entwickelt. Am Ende erscheint ein Polizist auf der Bildfläche, der sich nach dem Urheber des Chaos erkundigt. Stan und Ollie tun jedoch unwissend, bis der Polizist eine Torte ins Gesicht bekommt und daraufhin die beiden Protagonisten verfolgt. Auch diese Szene galt bisher als verschollen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kurzfilm wurde vom 5. bis zum 13. Oktober 1927 gefilmt und wurde bis zum 12. November geschnitten. Die Tortenschlacht, ein klassisches Motiv des Slapstickfilms vor allem der 1910er Jahre, hält den Rekord für die meisten verwendeten Torten der Filmgeschichte. Insgesamt sollen 3.000 Torten verwendet worden sein. [1] Es handelte sich dabei um die gesamte Tagesproduktion einer Großbäckerei von Los Angeles.

Anita Garvin, die eine Frau spielt, die auf einer Torte ausrutscht, drehte ihren Part in einer Drehpause des Films Never the Dames Shall Meet, der zur gleichen Zeit gedreht wurde.[1]

Aktueller Status des Films[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine ganze Zeit lang galt der Film als verschollen, später war nur die für den Kompilationsfilm The Golden Age of Comedy zusammengeschnittene Version der Tortenschlacht überliefert[2], bis schließlich auch der Anfang des Films mit dem kompletten Boxkampf gefunden wurde. Seit 1928 ungesehen sind der Verkauf der Versicherungspolice durch Eugene Pallette sowie Teile der Tortenschlacht inklusive des Endgags mit dem Polizisten.[3] Im Juni 2015 wurde jedoch publik, dass die komplette zweite Rolle des Films im Nachlass des 2004 verstorbenen Filmsammlers Gordon Berkow entdeckt wurde. Laut Aussage des Finders Jon Mirsalis beginnt sie mit unbekannten Gags („a whole set of gags“), die dann zur bekannten, aber nunmehr komplett erhaltenen Tortenschlacht führen.

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1988 wurde der Film vom Stuttgarter Filmverleih Kinowelt, ergänzt um einige Standfotos, erneut in die Kinos gebracht. Er ist heute auf der DVD Dick und Doof machen eine Landpartie zusammen mit Dick und Doof machen eine Landpartie, In einem Bett, Das große Geschäft und Nur mit Lachgas erhältlich.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hellmuth Karasek bezeichnete den Film 1988 im Spiegel als „der größte Sahnetorten-Film aller Zeiten“.[2]

„Eine Lawine wurde kunstvoll ins Rollen gebracht, eine Orgie der Destruktion, kindliche Zerstörungswut und kindisch ungehemmte Schadenfreude auf die Spitze getrieben. Daß es immer wieder Unschuldige erwischte, den Mann mit dem geöffneten Mund auf dem Zahnarztstuhl zum Beispiel, sie zu wütenden Mitkämpfern verwandelte, vergrößerte ständig das gigantisch wachsende Vergnügen. (…) Eine Sahnetortenschlacht, so meisterhaft aufgebaut und gesteigert wie diese Kalorien-Ketten-Reaktion (Henry Miller: "Der größte Groteskfilm, der je gedreht wurde"), ist ja nichts weniger als ein sinnloses Geballere. Da werden sämtliche Regeln des exakten Timing strikt befolgt.“

Hellmuth Karasek: Der Spiegel 33/1988[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b The Battle Of The Century. Another Nice Mess, abgerufen am 16. April 2014.
  2. a b c Hellmuth Karasek: Die Lust, alles kurz und klein zu schlagen. In: Der Spiegel. Nr. 33, 15. August 1988, S. 142 (spiegel.de).
  3. Dick und Doof – Die Schlacht des Jahrhunderts in der Online-Filmdatenbank