Laurel und Hardy: Die Wunderpille

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Filmdaten
Deutscher TitelDie Wunderpille
OriginaltitelJitterbugs
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1943
Länge75 Minuten
Stab
RegieMalcolm St. Clair
DrehbuchScott Darling
ProduktionSol M. Wurtzel für
20th Century Fox
MusikLeigh Harline,
Lew Pollack
KameraLucien N. Andriot
SchnittNorman Colbert
Besetzung

Die Wunderpille (Originaltitel: Jitterbugs; auch bekannt als Dick und Doof und die Wunderpille) ist eine US-amerikanische Filmkomödie von Malcolm St. Clair mit dem Komikerduo Laurel und Hardy in der Hauptrolle.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stan und Ollie bilden ein Zwei-Mann-Orchester, das mit einem Wohnwagen durch die Vereinigten Staaten reist. Mitten in der Wüste geht der Tank aus und sie sind zum Stehenbleiben gezwungen. Gerettet werden sie von dem angeblichen Erfinder Chester Wright, der nach eigenen Angaben eine Pille erfunden hat, welche Wasser in Benzin verwandelt. Tatsächlich ist er allerdings nur ein harmloser Betrüger, der die Wasserflaschen mit den Benzinflaschen vertauscht – Stan und Ollie kommen allerdings nicht hinter den Trick. Chester schließt sich den beiden an. Nachdem Stan und Ollie in der nächsten Stadt ein Konzert gegeben haben, preisen sie mit voller Überzeugung vor der begeisterten Menschenmenge die Wunderpillen von Chester an. In der Menschenmenge macht Chester unterdessen eine Bekanntschaft mit der schönen jungen Sängerin Susan. Bald darauf fliegt allerdings der Schwindel mit den Wunderpillen auf, woraufhin Stan, Ollie und Chester aus der Stadt flüchten müssen. Chester hat versehentlich die Brieftasche von Susan, die sie ihm beim Tanzen anvertraut hatte, vergessen. Er will bereits zurückfahren, doch hat sich Susan längst an das Ende des Wohnwagens geheftet.

Chester findet bald heraus, dass Susans Mutter vor kurzem von einem Mann namens Henry Corcoran um 10000 US-Dollar betrogen wurde. Um das Geld wiederzubeschaffen, mietet sich Ollie als Colonel Watterson Bixby in dasselbe Hotel wie Corcoran an, Stan spielt das Faktotum des angeblichen Colonel und Chester den Sekretär. Corcoran wird im Glauben gelassen, der Colonel sei sehr wohlhabend und ein notorischer Frauenheld. Daraufhin setzt Corcoran seine Freundin Dorcas auf Ollie an, allerdings hält Dorcas zunächst Stan für den angeblichen Colonel und flirtet mit ihm. Nach einigen Verwicklungen kann Chester am Ende Corcoran insgesamt 5000 Dollar abnehmen, die anderen 5000 Dollar – so beteuert Corcoran – habe allerdings sein Partner Malcolm Bennett.

Um die anderen 5000 Dollar zu bekommen, lässt sich Susan als Sängerin auf dem Showboat von Bennett einstellen. Stan muss sich als Susans wohlhabende Tante verkleiden und gibt vor, die Showkarriere ihrer Nichte voranbringen zu wollen. Deshalb solle eine 10000 Dollar teure Show entstehen, bei der die Tante die eine Hälfte und Bennett die andere Hälfte finanzieren soll. Bennett plant, die gesamten 10000 Dollar an sich zu nehmen und mit dem Geld zu verschwinden – aber Stan und Ollie sind dem Betrüger bereits einen Schritt voraus. Am Ende kann Chester die gesamten 10000 Dollar an sich nehmen und verschwindet damit. Bennett kommt schnell dahinter, dass er betrogen wurde, und setzt mithilfe seiner Kumpanen Stan, Ollie und Susan fest. Die drei Gefangenen gehen davon aus, dass Chester sie hintergangen hat.

Der verärgerte Gangster Tony Queen, der Bennett das Geld für den schiefgelaufenen Betrug geliehen hatte, übernimmt nun die Kontrolle über Bennetts Showboat. Während Stan und Ollie im Maschinenraum arbeiten müssen, ist Susan gezwungen als Sängerin aufzutreten, wobei sie unerwünschte Avancen von Tony Queen erhält. Stan und Ollie können aus dem Maschinenraum entkommen, als ein sich schlecht fühlender Gangster die Wunderpillen von Chester einnimmt, da er sie für Medizin hält. Die beiden können auch Tony Queen mithilfe der Wunderpillen ausschalten. Das Schiff gerät in dem Tumult außer Kontrolle und fährt mit hoher Geschwindigkeit durch den Hafen, wobei es mehrere Male knapp an anderen Schiffen vorbeischrammt. Schließlich erscheint Tony mit der Polizei, um die Gangster festzunehmen. Er hatte das Hotel verlassen, um die 10000 Dollar sofort an Susans Mutter zu überweisen. Chester und Susan versöhnen sich, während Stan und Ollie auf der Flucht vor den verbliebenen Gangstern in die See springen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der englische Originaltitel Jitterbugs leitet sich von dem gleichnamigen Tanz ab, der mehr oder weniger synonym mit dem in den 1940er-Jahren beliebten Swing-Tanz ist. Die drei von Vivian Blaine im Film gesungenen Songs sind The Moon Kissed the Mississippi, If the Shoe Fits You, Wear It und I've Gotta See for Myself. Die Songs wurden von Lew Pollack komponiert, die Texte verfasste Charles Newman.[1]

Obwohl sich Stan Laurel und Oliver Hardy generell eher unzufrieden mit vielen ihrer Filme bei 20th Century Fox zeigten, nannte Oliver Hardy Jitterbugs später einen seiner fünf Lieblingsfilme.[2] Für Unzufriedenheit beim Publikum soll zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges allerdings die komödiantisch gemeinte Szene gesorgt haben, in der Stan seine Benzinkarten auseinanderreißt – im Zweiten Weltkrieg gab es Versorgungsprobleme mit Benzin, von denen viele Amerikaner betroffen waren. Gedreht wurde unter anderen im kalifornischen Palmdale.[3]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die erste deutsche Synchronfassung entstand im Jahr 1965 bei der IFU in Remagen. Stan wurde von Walter Bluhm gesprochen, während Arno Paulsen den Ollie übernahm. Das Dialogbuch wurde von Eberhard Storeck verfasst, die Synchronregie übernahm Horst H. Roth.[4]
  • Die zweite Synchronfassung entstand im Jahr 1975 unter Leitung von Wolfgang Schick, der das alte Dialogbuch von Storeck wiederverwendete und bearbeitete. Walter Bluhm lieh erneut Stan seine Stimme, während Ollie von Michael Habeck gesprochen wurde.[5]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb: „Von den schwachen Filmen, die das Komikergespann für die 20th Century-Fox produzierte, der vergleichsweise beste.“[6] Auch der US-amerikanische Filmhistoriker Leonard Maltin schrieb, es sei eines der besseren Werke aus dem Spätwerk des Komikerduos. Er hob die Leistung von Vivian Blaine sowie die Szene zwischen Oliver Hardy und Lee Patrick in der Rolle der Verführerin Dorcas hervor.[7] Cinema sprach von einem „charmanten Spätwerk“ des Komikerduos.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jitterbugs (Soundtrack) bei der Internet Movie Database
  2. Jitterbugs bei der Trivia der Internet Movie Database
  3. Jitterbugs bei Turner Classic Movies (Notes)
  4. Die Wunderpille (1965) bei der Synchronkartei
  5. Die Wunderpille (1975) bei der Synchronkartei
  6. Die Wunderpille bei Zweitausendeins
  7. Jitterbugs bei Turner Classic Movies
  8. Die Wunderpille bei Cinema