Lautarre

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Lautarre ist ein Lauteninstrument, das in den 1970er Jahren von dem Hamburger Musiker und Geigenbauer Hans Haider gebaut und gespielt wurde.

Lautarren sind Kasten-Halslauten mit einer der Wappengitarre ähnlichen Korpusform. Schon darin unterscheidet sich das Instrument wesentlich von der Gitarrenlaute, auch der von Haider gewählte englische Ausdruck „Lute Guitar“ verweist auf die stärkere Ähnlichkeit zur Gitarre. Lautenähnlich ist vor allem der abgeknickte Kopf mit meist seitenständigen Wirbeln. Ahlert und Hebb beschreiben die Lautarre als „Mischung aus Gitarre und Laute, die sich leicht spielen ließ und einen hellen und durchsichtigen Klang besaß“.[1]

Haider baute mehrere Versionen der Lautarre, zunächst mit sechs Saiten, dann mit sieben, zehn und bis zu 13 Saiten. Die Vorzüge beschreibt er in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt am Beispiel der siebensaitigen Version: „Die Klangmöglichkelten sind durch eine siebente Saite und einen längeren Hals nach unten um eine Quinte und nach oben um eine Quarte erweitert. Außerdem wird der Klang durch einen doppelten Resonanzboden wesentlich voller. Der größte Vorteil: Dies ist ein Instrument, auf dem man jede Musik spielen kann, ohne dauernd die Gitarren wechseln zu müssen. Von der alten Lautenmusik über die gesamte Gitarrenliteratur bis zum Jazz ist auf der Lautarre alles möglich.[2]

Verschiedene Lautarren kamen auf Plattenaufnahmen Haiders zum Einsatz, so z. B. auf „Hans Haider und seine Lautarre“ (1975), „Lautarre mal 2“ (1977), „Impressions on Lute Guitar“ (1995), „Classic for Lute Guitar“ (1996), „On the Wings of Fantasy“ (2003) oder „Stille Nacht: Weihnachtslieder auf der Lautarre“ (2010).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernd Ahlert, Bernard Hebb: "Die Gitarrenkunst eines Individualisten: Hans Haider ein Meister zwischen den Stilen." In: Gitarre aktuell, 32. Jahrgang, 2011, Nr. 112, S. 6–8
  2. "Der Mann mit der Lautarre." Hamburger Abendblatt vom 23. August 1975, online verfügbar