Lauterhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Lauterhofen
Lauterhofen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Lauterhofen hervorgehoben

Koordinaten: 49° 22′ N, 11° 36′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neumarkt in der Oberpfalz
Höhe: 480 m ü. NHN
Fläche: 82,97 km2
Einwohner: 3748 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92283
Vorwahl: 09186
Kfz-Kennzeichen: NM, PAR
Gemeindeschlüssel: 09 3 73 140
Marktgliederung: 42 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 11
92283 Lauterhofen
Website: www.lauterhofen.de
Erster Bürgermeister: Ludwig Lang (FW)
Lage des Marktes Lauterhofen im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Lauterhofen ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Der Kernort liegt am Flüsschen Lauterach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauterhofen liegt an einer alten Handelsstraße, die von der Donau nordwärts über Forchheim bis zum Main und darüber hinaus durch den Thüringer Wald in den mitteldeutschen Raum führte.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsansicht von Lauterhofen

Die Marktgemeinde hat 42 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

(kursiv: ehemalige Gemeinden)

Deinschwang, Luftaufnahme (2016)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1960er Jahren wurden Gräber aus dem 7. Jahrhundert entdeckt, die eine frühe Besiedlung dokumentieren. Im Allgemeinen wurden die Gräber des späten 7. und frühen 8. Jahrhunderts mit bajuwarischer Siedlungstätigkeit in Verbindung gebracht, wobei neuere siedlungsgeschichtliche Forschungen eine ethnische Zuweisung (Bajuwaren/Franken?) zurückhaltender beurteilen, als dies in den letzten Jahrzehnten der Fall war. Im Rahmen der fränkischen Expansion wurde wahrscheinlich spätestens um die Mitte des 8. Jahrhunderts ein fränkischer (karolingischer) Königshof im Ortsteil Im Zipfel am Ostrand von Lauterhofen eingerichtet. 806 wurde der Ort erstmals in dem als Divisio Regnorum bekannten Kapitulare Karls des Großen zur Reichsteilung als „villa Lutrahahof“ erwähnt. Bis 2006 hatten sich, wie Bauforschungen 1962/63 zeigen konnten, in zwei bäuerlichen Anwesen die Reste der frühmittelalterlichen Martinskirche erhalten, ehe diese dem Abbruchbagger zum Opfer fielen. Der Ort war um 1100 in Besitz der Herren von Habsberg-Kastl und der Grafen von Sulzbach und kam durch Schenkung zum Kloster Kastl und schließlich zu Bayern. Am Ostrand des heutigen Orts stand im späten Hochmittelalter und im Spätmittelalter die Burg Oberlauterhofen, seit 1307 im Besitz von Amtleuten, von 1307 bis 1487 waren es die Steinlinger.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinde Pettenhofen und Teile der aufgelösten Gemeinde Brunn eingegliedert.[3] Deinschwang, Engelsberg, Gebertshofen, Traunfeld und Trautmannshofen kamen am 1. Mai 1978 hinzu.[4] Am 1. Januar 2007 wurde das ehemals gemeindefreie Gebiet Grafenbucher Forst eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 3171 auf 3697 um 526 Einwohner bzw. um 16,6 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 16 Mitglieder und setzt sich in der Amtszeit 2020 bis 2026 wie folgt zusammen:[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Mai 2014 ist Ludwig Lang (Freie Wähler) Erster Bürgermeister; dieser wurde in der Stichwahl am 29. März 2020 mit 52,9 % der gültigen Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Markt Lauterhofen
Blasonierung: „In Silber auf grünem Berg zwei zugewendete, rot gekrönte goldene Löwen, die einen übereck gestellten roten Zinnenturm mit Spitzdach halten, der oben mit Erkern besetzt und am Fuß mit dem Rautenschild belegt ist.“[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Rathaus stammt aus dem Jahr 1593
  • Im Gemeindeteil Trautmannshofen befindet sich die Wallfahrtskirche Mariae-Namen. Sie wurde 1691 nach Plänen des Baumeisters Leonhard Dientzenhofer errichtet. Der Kirchturm und die sie umgebende Wehrmauer sind mittelalterlichen Ursprungs.
  • Die Pfarrkirche St. Michael wurde um 1100 als Eigenkirche des Grafen Berengar von Sulzbach errichtet, möglicherweise an der Stelle einer älteren Kirche. Der Turm lässt noch Mauerwerk der Erbauungszeit erkennen.

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ringwall Reiselsberg
  • Im Osten des Ortes befinden sich im Bereich des Wohnhauses Lampertistraße 1, Ecke Martinsstraße, die Reste der abgegangenen Kirche St. Martin des karolingischen Königshofes.

Kultureinrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kulturstadel

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksfest
  • Jacobi-Kirwa (Kirchweih)
  • Germanenfest am Kühruh
  • Kunstausstellung Lauterhofen

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Künstlergruppe Lauterhofen

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freies Theater Oberpfalz

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Golfplatz im Gemeindeteil Ruppertslohe
  • Allgemeiner Sportverein SV Lauterhofen
  • Schützengesellschaft 1905 e. V. Lauterhofen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeitsplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es 1442 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung stehen 1574 Personen in einer versicherungspflichtigen Tätigkeit. Die Zahl der Auspendler ist damit um 132 Berufstätige höher als die der Einpendler.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Marktgemeinde Lauterhofen gibt es

  • Grundschule Lauterhofen mit fünf Lehrern und 121 Schülern (Schuljahr 2019/2020)[8]
  • Mittelschule Lauterhofen mit zwölf Lehrern und 130 Schülern (Schuljahr 2019/2020)[9]
  • Zwei Kindertageseinrichtungen mit 124 Plätzen und 102 Kindern (Stand 1. März 2018).

Sonstige Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jugendtreff Lauterhofen
  • Gemeindebücherei Lauterhofen

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seyfried Schweppermann (* um 1257 in Hillohe bei Lauterhofen; † 1337 in Deinschwang bei Lauterhofen) war ein Feldhauptmann der Reichsstadt Nürnberg.
  • Friedrich V. (* 26. August 1596 in Deinschwang; † 29. November 1632 in Mainz), der Winterkönig
  • Hieronymus Ehrensberger (* 1813 in Lauterhofen, † 1873 in Berchtesgaden), Bezirksamtmann in Amberg
  • Johann Baptist Prechtl (* 13. Februar 1813 in Lauterhofen; † 20. Mai 1904 ebenda), Priester und Autor
  • Gottlieb (Johann Baptist) Auer (* 25. Oktober 1887 in Lauterhofen; † 6. April 1952 im Lager Oksadok, Korea), Missionsbenediktiner, Märtyrer von Tokwon[10]
  • Max Sturm (* 25. Februar 1891 in Trautmannshofen; † 1958), Komponist, Pianist, Chorleiter und Musiklehrer in Amberg
  • Engelbert Niebler (* 13. August 1921 in Lauterhofen; † 29. Juni 2006 in München), von 1975 bis 1987 Richter am Bundesverfassungsgericht und Honorarprofessor der Universität München
  • Albert Hopfenbeck (* 1938 in Lauterhofen), katholischer Geistlicher und Domdekan

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. Dannheimer, Lauterhofen im frühen Mittelalter. Kallmünz/Opf. 1968.
  • Karl Graml, Lauterhofen annodazumal – Bilder aus längst vergangenen Tagen. 1999

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lauterhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Lauterhofen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 23. April 2021.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 533.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 650.
  5. Verordnung zur Auflösung des gemeindefreien Gebietes „Grafenbucher Forst“ (Landkreis Neumarkt i.d.OPf.) vom 14. September 2006 Az. 12-1406 NM 1. In: Regierung der Oberpfalz (Hrsg.): Amtsblatt. Nr. 13, 2. Oktober 2006, S. 55 (online [PDF]).
  6. Marktgemeinderat auf lauterhofen.de, abgerufen am 25. September 2020
  7. Eintrag zum Wappen von Lauterhofen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. Grundschule Lauterhofen in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 26. Oktober 2020.
  9. Mittelschule Lauterhofen in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 26. Oktober 2020.
  10. Die Märtyrer von Tokwon, Bruder Gottlieb (Johann Baptist) Auer (Memento des Originals vom 24. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.seligsprechung.ottilien.de – (Missionsbenediktiner)