Lautertal (Oberfranken)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die druckbare Version wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lautertal
Lautertal (Oberfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lautertal hervorgehoben

Koordinaten: 50° 19′ N, 10° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Coburg
Höhe: 323 m ü. NHN
Fläche: 30,35 km2
Einwohner: 4330 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96486
Vorwahlen: 09561, 09566
Kfz-Kennzeichen: CO, NEC
Gemeindeschlüssel: 09 4 73 141
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile/Gemarkungen
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Frankenstraße 3
96486 Lautertal
Website: www.gemeindelautertal.de
Erster Bürgermeister: Karl Kolb[2] (Unterlauter ÜPW)
Lage der Gemeinde Lautertal im Landkreis Coburg
Callenberger Forst-WestGellnhausenLandkreis HaßbergeCoburgLandkreis KronachLandkreis LichtenfelsWeitramsdorfWeidhausen bei CoburgUntersiemauSonnefeldRödentalBad RodachNiederfüllbachNeustadt bei CoburgMeederLautertal (Oberfranken)ItzgrundGrub am ForstGroßheirathEbersdorf bei CoburgDörfles-EsbachAhorn (Landkreis Coburg)SeßlachLandkreis BambergThüringenKarte
Über dieses Bild
Oberlauter von Westen
Unterlauter von Nordosten

Lautertal ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Coburg. Der Name ist eine Neuschöpfung anlässlich der Errichtung der Gemeinde im Rahmen der Gebietsreform in Bayern am 1. Juli 1969. Namensgebend ist die in die Itz mündende Lauter, die das Gemeindegebiet von Nord nach Süd durchfließt (im nördlichsten Abschnitt der rechte Quellbach Rottenbach). Eine Ortschaft, einen Ortsteil oder eine Gemarkung namens Lautertal gibt es nicht. Sitz der Gemeindeverwaltung ist das Dorf Oberlauter.

Geografie

Lautertal liegt im nördlichen Teil des Landkreises Coburg und grenzt im Norden an die Stadt Eisfeld, im Nordosten an Schalkau (beide in Thüringen), im Osten an Rödental, im Südosten an Dörfles-Esbach, im Süden an Coburg, sowie im Westen an Meeder. Lautertal liegt an den Langen Bergen, zu denen mit dem Naturschutzgebiet Lauterberg das größte Naturschutzgebiet des Landkreises gehört. Außerdem befindet sich mit dem Buchberg (528 m ü. NN) in der Nähe von Rottenbach auch die höchste Erhebung des Landkreises in Lautertal. Die nächstgelegenen Großstädte (Luftlinie, Entfernung vom Rathaus) sind Erfurt (ca. 75 km), Jena (ca. 80 km), Erlangen (ca. 80 km), Würzburg (ca. 90 km) sowie Fürth und Nürnberg (letztgenannte ca. 95 km).

Gemeindegliederung

Lautertal besteht von Süd nach Nord aus den sechs Ortsteilen Unterlauter, Oberlauter, Tiefenlauter, Neukirchen, Tremersdorf und Rottenbach. Sie entsprechen ehemaligen Gemeinden, die heute Gemarkungen der Gemeinde Lautertal sind.

Unterlauter und Oberlauter sind baulich zusammengewachsen, etwa entlang der zur durchgehenden Kreisstraße CO 27 verlaufenden Parallelstraßen Eisenacher Straße, Weimarer Straße, Erfurter Straße und Fröschengraben.[3]

Unterlauter/Oberlauter

Der Ort Lauter, später in Unterlauter und Oberlauter getrennt, wurde erstmals 850 n. Chr. als „Lutaraha“ erwähnt.[4] Auf eine frühere Gründung deutet eine Erwähnung aus dem Jahr 833 („villa Hlutru“) hin, dies kann aber nicht mit Sicherheit belegt werden. Etwa zur gleichen Zeit entstanden vermutlich auch das Zentgericht, der Herrenhof neben der Kirche und der Kreuzstein. Später wurde der untere Teil des Reichshofs, entsprechend der Lage am Fluss Lauter, zu Unterlauter, der obere zu Oberlauter. Bis ins 16. Jahrhundert besaß die Zent Lauter zwischenzeitlich das Stadt- und Marktrecht,[4] die höhere Gerichtsbarkeit ging mit der Stadtgründung Coburgs verloren.

Tiefenlauter

Der Ortsteil Tiefenlauter entstand wahrscheinlich im 14. Jahrhundert (erste urkundliche Erwähnung 1317).[4] Von etwa 1400 bis 1580 war die Siedlung eine Wüstung, also unbewohnt. Möglicherweise existierte dort eine zum Reichshof gehörende Burg.

Neukirchen

Die Entstehung Neukirchens geht ins 13. Jahrhundert zwischen 1200 und 1240 zurück, die erste Erwähnung stammt vom Jahr 1315. Oberhalb der namensgebenden Kirche stand vermutlich die Burg Neukirchen. Die Umstände ihres Untergangs sind nicht bekannt. Seit 1976 ist eine Jugendbildungsstätte der evangelisch-lutherischen Kirche, das Jugendhaus Neukirchen, eine markante Einrichtung der Ortschaft. Auf der westlichen Seite des Ortes befindet sich ein Skilift, angrenzend eine bei üblichem Liftbetrieb geöffnete Skihütte, die den Wintersportgästen eine Verpflegungsmöglichkeit bietet.

Tremersdorf

Der Mühlenort Tremersdorf wurde 1317 erstmals erwähnt. Im 13./14. Jahrhundert bestand ein enger Zusammenhang mit Neukirchen. Die Gemeinde Tremersdorf wurde am 1. Januar 1969 in die Gemeinde Rottenbach eingegliedert und diese am 1. Mai 1978 nach Lautertal eingemeindet.

Rottenbach

In einer Urkunde vom 11. Februar 1182 wurde Rottenbach erstmals genannt. Im Mittelalter war Rottenbach der Pfarrei Oettingshausen unterstellt. Die am 1. Januar 1969 um Tremersdorf vergrößerte Gemeinde Rottenbach[5] wurde am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Lautertal eingegliedert.[6]

Geschichte

Die Gemeinde Lautertal entstand am 1. Juli 1969 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Neukirchen, Oberlauter, Tiefenlauter und Unterlauter.[5] Am 1. Mai 1978 kam Rottenbach, das am 1. Januar 1969 die Gemeinde Tremersdorf aufgenommen hatte, hinzu.[6]

In Lautertal gab es von 1952 bis 1992 einen DECCA-Sender.

Einwohnerentwicklung

Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 3136 auf 4303 um 1167 Einwohner bzw. um 37,2 %.

Verkehr

Schienenverkehr

Seit 1858 führte durch das Lautertal die Werrabahn und verband es mit Coburg und über Eisfeld mit Eisenach. Einziger Halt im Lautertal war der Bahnhof Tiefenlauter. Am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde nach Sprengungen von Brücken die Verbindung nach Eisfeld unterbrochen, am 30. August 1949 der Personenverkehr nach Coburg eingestellt, am 1. Juli 1976 auch der Güterverkehr. Die Strecke wurde 1977 abgebaut. In den 1980er Jahren wurden auf der Strecke Grundstücke verkauft und einige Privathäuser gebaut.[7] Die Gemeinde Lautertal steht einer Wiederherstellung der Bahnverbindung, wie sie von den Industrie- und Handelskammern in Coburg und Suhl gefordert wird, ablehnend gegenüber und sucht diese durch Ausweisung neuer Baugebiete zu verhindern.[8] Unmittelbar östlich von Lautertal befindet sich die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt.

Straßenverkehr

Lautertal ist durch die ehemalige Strecke der Bundesstraße 4 an die Bundesautobahn 73 angebunden.

ÖPNV

Die Coburger Stadtbuslinie 2 verbindet Lautertal über sechs Haltestellen in Unterlauter und Oberlauter mit Coburg. Die OVF-Linie 8318 verkehrt von Coburg bis Rottenbach. Direkte Verbindungen in andere Nachbargemeinden und nach Thüringen sind nicht vorhanden. Ehemalige Verbindungen nach Eisfeld oder bis Suhl wurden eingestellt.

Bildung

Im Ortsteil Unterlauter befindet sich die Mittelschule Lautertal (Jahrgangsstufen 5–9). Die nächste Grundschule befindet sich in Dörfles-Esbach.

Kommunale Zusammenarbeit

Am 13. September 2018 wurde die langjährige Partnerschaft mit der thüringischen Nachbarstadt Schalkau offiziell besiegelt.

Politik

Bürgermeister

Erster Bürgermeister war vom 1. Mai 2014 bis zum 11. Februar 2019 Sebastian Straubel (CSU). Aufgrund seiner Wahl zum Coburger Landrat war eine Neuwahl nötig. Bis dahin führte der Zweite Bürgermeister Martin Rebhan (SPD) die Amtsgeschäfte. Am 26. Mai 2019 wurde Karl Kolb von der Überparteilichen Wählergemeinschaft Lautertal (ÜPW) mit 64,73 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.

Vorgänger Straubels waren Hermann Bühling (CSU) und bis 2008 Klaus Forkel (ÜWG).

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2020[9]
 %
50
40
30
20
10
0
40,0 %
30,8 %
18,6 %
10,6 %
ÜPW
PWG

Die Kommunalwahl 2020 führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:

  • CSU: 5 Sitze
  • SPD: 3 Sitze
  • Überparteiliche Wählergemeinschaft Lautertal: 6 Sitze
  • Parteilose Wählergemeinschaft Neukirchen: 2 Sitze

Wappen

Wappen Gde. Lautertal (Oberfranken)
Blasonierung: „Durch einen silbernen Schräglinkswellenbalken geteilt von Schwarz und Grün; oben ein brennendes goldenes Herz, unten auf silbernem Boden wachsend nebeneinander eine silberne Tanne und eine silberne Quellenfontäne.“[10]

Baudenkmäler

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Walter Eichhorn: Lautertal; Die Zent Lauter Bindeglied zwischen Franken und Thüringen. Blätter zur Geschichte des Coburger Landes, Coburg 1992, ISBN 3-926480-06-8.

Weblinks

Commons: Lautertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Die Bürgermeister der Gemeinde Lautertal. Gemeinde Lautertal (Oberfranken), abgerufen am 7. September 2020.
  3. Amtliche topographische Karte im BayernAtlas
  4. a b c www.gemeindelautertal.de (Memento des Originals vom 22. Januar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gemeindelautertal.de
  5. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 441.
  6. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 680.
  7. Initiative Stadtmuseum Coburg: 150 Jahre Werrabahn@1@2Vorlage:Toter Link/initiative-stadtmuseum-coburg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 11,1 MB)
  8. Neues Baugebiet sticht alte Trasse aus. www.infranken.de, 10. Februar 2012.
  9. Ergebnis zur Gemeinderatswahl am 15. März 2020. abgerufen am 5. April 2020.
  10. Eintrag zum Wappen von Lautertal (Oberfranken) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte