Lauthausen

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Lauthausen
Koordinaten: 50° 46′ 34″ N, 7° 19′ 41″ O
Höhe: 81 m
Einwohner: 532 (Jan. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53773
Vorwahl: 02242
Lauthausen (Nordrhein-Westfalen)
Lauthausen

Lage von Lauthausen in Nordrhein-Westfalen

Lauthausen, Luftaufnahme (2015)
Lauthausen, Luftaufnahme (2015)
Die Kapelle in Lauthausen

Lauthausen ist ein Ortsteil der Stadt Hennef (Sieg) im Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauthausen liegt eingegrenzt zwischen dem Bödinger Berg und der Sieg an deren nördlichem Ufer. Durch den Ort führte früher die alte Römerstraße von Hennef-Warth über den Nutscheid ins Siegerland. Heute ist die Hauptdurchgangsstraße die Kreisstraße 36.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname setzt sich aus den zwei Wörtern Laut und hausen zusammen. Laut weist auf den damals gebräuchlichen Namen „Ludo“ hin. Das Wort hausen deutet auf eine sächsische Siedlung aus mehreren Häusern hin. Demnach kann man Lauthausen mit bei den Häusern des Ludo übersetzen.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf im Jahre 1311.

Lauthausen war im Mittelalter eine eigene Honnschaft und gehörte zum Kirchspiel Eigen. Nachdem die Honnschaft Bödingen Lauthausen zugeschlagen wurde, gehörten außerdem folgende Ortschaften zur Honnschaft: Auelsheck, Berg, Driesch, Halberg, Kningelthal, Niederhalberg, Oberauel und Oberhalberg.

Lauthausen und die umliegenden Ortschaften gehörten bis 1806 zum Amt Blankenberg im Herzogtum Berg und bis 1813 zum gleichnamigen Großherzogtum. 1808 wurde Lauthausen Sitz einer Mairie im Kanton Hennef und gehörte zum Département Rhein.[2]

Gemeinde Lauthausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den auf dem Wiener Kongress abgeschlossenen Verträgen, kam die Region an das Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung war die Gemeinde Lauthausen dem Verwaltungsbezirk der Bürgermeisterei Lauthausen zugeordnet, welche Teil des Kreises Uckerath im Regierungsbezirk Köln war. Nach der Auflösung des Kreises Uckerath (1820) kam die Gemeinde Lauthausen zum Kreis Siegburg (1825 umbenannt in Siegkreis). Zur Bürgermeisterei Lauthausen gehörten auch die Gemeinden Altenbödingen, Braschoß und Happerschoß.

Zur Gemeinde Lauthausen gehörten 1885 auch die Ortschaften Berg, Bödingen, Driesch, Halberg, Kningelthal, Lauthausen, Niederhalberg, Oberauel, Oberhalberg und Oppelrath.[3]

In der Gemeinde lebten im Jahr 1885 618 Einwohner in 140 Wohngebäuden; alle waren katholisch und gehörten zur Pfarrei Bödingen. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 605 ha, davon 299 ha Acker-, 42 ha Wiesen- und 178 ha Waldfläche.[3]

1933 lebten 569 Einwohner in der Gemeinde 1939 waren es 569 Personen.[4]

Am 1. Oktober 1956 wurde die Gemeinde Lauthausen durch die Eingliederung der bisherigen Gemeinden Altenbödingen und Happerschoß eine amtsfreie Gemeinde. Sie umfasste den größten Teil der ursprünglichen Bürgermeisterei, 1927 in Amt Lauthausen umbenannt.[2] Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn wurde zum 1. August 1969 die Gemeinde Lauthausen aufgelöst. Die überwiegende Teil der zugehörenden Ortschaften wurden der gleichzeitig neu gebildeten Gemeinde Hennef (Sieg) zugeordnet.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund von Volkszählungsergebnissen hatte die Gemeinde Lauthausen mit den zugehörenden Ortschaften folgende Einwohnerzahlen:[6]

Jahr Einwohner
1816 590
1843 736
1871 593
1905 508
1950 737
1961 3705

Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kapelle in Lauthausen ist ein Fachwerkbau mit kleinem Dachreiter. Sie ist dem heiligen Josef geweiht. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das ursprünglich eingebrachte Holzkreuz wegen Zerfall entfernt, dafür der Lehmfußboden mit Steinplatten bedeckt und ein Steinaltar errichtet. Nach Granatbeschuss im Zweiten Weltkrieg musste die Kapelle repariert werden, außerdem wurde für die fünf Gefallenen des Ortes ein Gedenkstein errichtet. 1965 mussten die Nachkriegsarbeiten nochmals fachmännisch nachgebessert werden, wobei auch Fußboden und Dach erneuert wurden. Nach diesen Arbeiten wurde die Kapelle neu eingeweiht und Josef dem Arbeiter gewidmet, zu dessen Gedenktag hier am 1. Mai eine Heilige Messe abgehalten wird.[7]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Selbach wurde 1870 die Brauerei Land gegründet, die ihr Bier in einem Eiskeller kühlte und auch die Nachbargemeinden belieferte.

Der Ort verfügt über einen Sportplatz und mehrere Campingplätze an der Sieg.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Schröter: Streif mit durch die Stadt Hennef. Renate Schröter Verlag 1998

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hennef: Wohnplatzverzeichnis, Einwohnermeldeamt der Stadt Hennef
  2. a b Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.archive.nrw.deArchive in Nordrhein-Westfalen – Verwaltungszugehörigkeit Hennef
  3. a b Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Verlag des Königlich statistischen Bureaus (Hrsg.), 1888, Seite 116
  4. www.verwaltungsgeschichte.de
  5. Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn (Bonn-Gesetz) vom 1. Juli 1969; §§ 15 und 16
  6. Volkszählungsergebnisse von 1816 bis 1970 der Städte und Gemeinden. Beiträge zur Statistik des Rhein-Sieg-Kreises, Bd. 17/ Siegburg 1980, S. 46–47.
  7. P. Gabriel Busch (Hrsg.): Kapellenkranz um den Michaelsberg, 113 Kapellen im alten Dekanat Siegburg, Verlag Abtei Michaelsberg, 1985