Lautrach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lautrach
Lautrach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lautrach hervorgehoben
Koordinaten: 47° 54′ N, 10° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Illerwinkel
Höhe: 631 m ü. NHN
Fläche: 8,07 km²
Einwohner: 1247 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 155 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87763
Vorwahl: 08394
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 164
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Deybachstraße 2
87763 Lautrach
Webpräsenz: www.lautrach.de
Bürgermeister: Reinhard Dorn (Freie Wählervereinigung Lautrach)
Lage der Gemeinde Lautrach im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Buxheim (Schwaben) Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Lautrach ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Illerwinkel.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt zwischen 601 und 631 Meter ü. NN auf einer Bergnase zwischen der Lautrach und der Iller etwa 11 Kilometer südlich von Memmingen und 32 Kilometer nördlich von Kempten in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht nur aus der Gemarkung Lautrach.

Zur Gemeinde Lautrach gehören unter anderem die Orte Lautrach, Dilpersried, Neuwelt, Schnall, Schrofen und Wigelis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste bekannte Name der Siedlung war „Luteraha“ von alemannisch ach (Bach) und lauter (klar, rein, sauber).

Lautrach wurde im Jahre 840 das erste Mal urkundlich erwähnt. Im Ort befand sich einer der ältesten Rittersitze in Schwaben. Der mittelalterliche Burgstall Altenlauternach war seit 1164 Sitz des Heinrich von Lauternach. 1337 wurde er an die Schellenberger abgetreten. Von 1417 bis 1609 hatten ihn die Herren von Landau inne. 1609 kam die Herrschaft an die pfälzischen Herren von Muggenthal. Im Dreißigjährigen Krieg wütete die Pest in Legau (1628/30). Die Schweden marschierten 1632 ein, plünderten und brannten das Dorf teilweise nieder. 1641 verkaufte der Graf von Muggenthal aus Not das Dorf an das Stift von Kempten. Dort blieb es bis zur Säkularisation. Mittlerweile Der Iller-Radweg führt durch das Lautracher Gemeindegebiet.

Schloss Lautrach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Lautrach

Ab 1781 ließ der Fürstabt von Kempten, Honorius Roth von Schreckenstein, in dreijähriger Bauzeit das Schloss Lautrach als Propstei und Jagdschloss als Ersatz für das abgebrannte alte Schloss errichten. 1803 wurde Bayern der neue Besitzer des Schlosses. 1805 ersteigerte es der französische Graf Firmas-Perier. Ihm verdankt das Schloss den kleinen Theatersaal mit den wertvollen handbedruckten Bildtapeten aus der Tapetenmanufaktur Dufour, Paris. Nach dem Tod von Firmas-Perier kaufte 1831 Freiherr von Speth das Schloss. Beide Schlösser erwarb 1838 der katholische Priester Josef Deybach mit Unterstützung des Barons Vequel auf Kronburg. Er eröffnete mit seiner Schwester eine Erziehungsanstalt für höhere Töchter. 1840 wurde auch ein Knabeninstitut im Schloss eröffnet. Die beiden Institutionen wurden weit über die Grenzen des Landes bekannt. 1889 erwarben die Wagnerschen Anstalten von Dillingen das Erbe Deybachs. Von 1921 bis 1931 war das neue Schloss im Besitz von Hermann Anschütz-Kaempfe, dem Polarforscher und Erfinder des Kreiselkompasses. An Albert Einstein schrieb er in einem Brief:

„(...) Wissen Sie schon, dass ich für die Universität hier in nächster Nähe Ihrer Heimat ein verträumtes altes Schloss erworben habe, das allen Freunden von der philosophischen Fakultät in erster Linie offen stehen soll. Da dürfen Sie nicht fehlen. Wir wollen im nächsten Sommer womöglich im August, wenn es meine Arbeit zulässt, zum erstenmal dorthin. Die Gegend ist so unbereist von Berliner, wie es in Bayern nur denkbar ist. Schloss und Grund ist in Lautrach bei Memmingen. (...)“ [2]

Nach seinem Tod vermachte er es an die Ludwig-Maximilians-Universität München, die es 1966 an die Wagnerschen Anstalten von Dillingen (heute Regens-Wagner-Stiftung) verkaufte. 1989 wurde Schloss Lautrach zu einem Managementzentrum und Tagungshotel umgebaut und 1993 als „Management Centrum Schloss Lautrach“ offiziell eröffnet. Es gehört heute zu den führenden Weiterbildungsinstituten mit eigenem Vier-Sterne-Tagungshotel in Deutschland. Die beiden Gesellschafter sind die IHK Schwaben und das Kolping-Bildungswerk in der Diözese Augsburg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 996, 1987 1085, 2000 1151 und im Jahr 2009 1168 Einwohner gezählt, davon 636 weiblich.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundestagswahl 2013[3]
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,8 %
17,8 %
3,3 %
7,6 %
3,1 %
3,4 %
6,7 %
7,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+3,9 %p
+3,4 %p
-11,2 %p
-4,0 %p
-0,9 %p
+3,4 %p
+6,7 %p
-1,3 %p
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Bürgermeister ist seit Mai 2014 Reinhard Dorn (Freie Wähler).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 455.000 Euro, davon waren umgerechnet 102.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto). Im Jahr 2009 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 527.000 Euro; davon waren (netto) 63.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. August 1986 durch Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt.

Blasonierung: „Durch einen schräglinken silbernen Wellenbalken geteilt von Rot und Blau; oben ein linksgewendeter goldener Hirschkopf, unten ein schmaler, schräglinker silberner Wellenbalken.“

Lautrach war früher Mittelpunkt einer Herrschaft, in deren Besitz sich seit dem Mittelalter verschiedene Herren abwechselten. Bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts sind in Lautrach die 1239 erstmals genannten und zur Ministerialität der Staufer gehörenden Herren von Lautrach nachweisbar. Ihnen folgen unter anderen seit 1417 die Herren von Landau und nach weiteren Erbfällen schließlich seit 1645 bis zur Säkularisation von 1803 das Fürststift Kempten. Auf die Wappen der Herren von Lautrach (in Silber ein roter Hirschkopf) und der Herren von Landau (in Gold zwei schwarze Hirschstangen) soll der Hirschkopf als gemeinsames Symbol verweisen. Die Tingierung Rot - Blau entspricht den Farben des Fürststifts Kempten. Der große Wellenbalken soll die Iller, der kleine die Ach symbolisieren. Gleichzeitig „reden“ die Wellenbalken für den Ortsnamen Lautrach (Siedlung an der lauteren Ach).

Der Entwurf und die Gestaltung gehen zurück auf den Augsburger Christian Pawlik und den Münchner Reinhard Heydenreuter.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Weiß - Rot gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Lautrach mit historischem Baukörper und angrenzendem Schlosspark.
  • Die barocke Kirche St. Peter und Paul ist die römisch-katholische Pfarrkirche des Ortes.

Liste der Baudenkmäler in Lautrach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lautrach

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im produzierenden Gewerbe 34 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 318 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 330. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 14 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 388 Hektar, davon waren 330 Hektar Dauergrünfläche

Im Jahr 2009 gab es 444 Beschäftigte am Arbeitsort; davon 11 im produzierenden Gewerbe; 67 im Handel; Verkehr und Gastgewerbe. Es gibt insgesamt 108 Einpendler nach Lautrach.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lautrach gibt es einen Kindergarten mit 100 Kindergartenplätzen und eine Kinderkrippe mit 12 Plätzen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lautrach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Meilensteine in der Geschichte von Schloss Lautrach. Abgerufen am Mai 2009.
  3. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 14. September 2014