Laval Nugent von Westmeath

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Porträt Nugents nach einer Lithographie von Josef Eduard Teltscher, 1826
Laval Graf Nugent von Westmeath als Feldmarschall

Laval Graf Nugent von Westmeath (* 3. November 1777 zu Ballynacor in Irland; † 21. August 1862 auf Schloss Bosiljewo bei Karlstadt, Kroatien) war ein österreichischer Feldmarschall irischer Abstammung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Nekrolog nennt den k. k. Feldzeugmeister Graf Michael Anton als Vater, andere Quellen weisen diese Rolle dem FML. und Maria Theresien-Ritter Graf Jakob Robert Graf Laval zu. Er trat am 1. November 1793 als Kadett in das Ingenieurkorps der kaiserlichen Armee ein und wurde am 1. März 1794 zum Oberleutnant und am 15. April 1796 zum Hauptmann befördert. Als Adjutant fungierte er 1798 im Stab des Generalquartiermeisters bei der Italien-Armee und wirkte nach zeitgemäßen Berichten bei mehreren Gelegenheiten tapfer bei Turin (Mai 1799) und Varaggio (April 1800) mit. Am 1. Juni 1800 zum Major befördert schloss er Ende Juli mit dem französischen General-Adjutanten Reille einen Vertrag über die Demarkationslinie am Po ab. Am 1. September 1805 wurde er zum Oberstleutnant ernannt, am 17. Juni 1807 erfolgte die Rangerhöhung zum Oberst, eine Position die mit dem Kommando über das Infanterie-Regiments Graf St. Julien Nr. 61 verbunden war.

Zu Beginn des Feldzuges von 1809 wurde er am 16. Februar in Norditalien zum Chef des Generalstabes der Armee des Erzherzog Johann ernannt und kämpfte in der Schlacht von Sacile mit. Nugent wurde am 24. Mai 1813 zum Generalmajor befördert und kämpfte im Feldzug von 1813 gegen den Vizekönig von Italien, Eugène de Beauharnais. Er eroberte Kroatien, Istrien und das Pogebiet zurück. Wenige Tage nach der Einnahme von Triest schiffte er sich mit einer Brigade nach Ravenna ein und führte seine Avantgarde gegen Ferrara und Malalbergo vor. Seine Truppen drangen an der Küste bis Rimini vor und nahmen Forli und Cervia ein. Bis Ende 1813 stieß er mit seinen Truppen über Lugo und Faenza auf Bologna vor. Nach der Erstürmung von Cesenatico (8. Jänner 1814) zog er am 8. Februar in Modena ein, wo er im Namen Franz IV. von Este eine provisorische Regierung installierte.

Am 30. April 1815 wurde Graf Nugent zum Feldmarschalleutnant befördert und zum Inhaber des Infanterie-Regiments Nr. 30 ernannt. Im folgenden Feldzug befehligte er unter FML Bianchi den rechten Flügel der österreichischen Armee in Italien und besetzte am 3. Mai 1815 Rom. Darauf besiegte er die Neapolitaner unter Murat bei Ceprano, nochmals am 17. Mai in der Schlacht von San Germano und rückte auf Neapel vor. 1816 wurde er vom Papst in den römischen Fürstenstand erhoben. 1817 trat er als Generalkapitän in den Dienst Ferdinands I., König beider Sizilien, kehrte aber 1820 nach Ausbruch des Aufstandes zu Monteforte in österreichische Dienste zurück. Im Jahr 1829 zum Kommandanten des adriatischen Küstenlandes ernannt, verbesserte er die Wehrfähigkeit des Hafens von Triest und reorganisierte den Küstenschutz von Istrien. Am 18. September 1838 wurde er zum Feldzeugmeister erhoben und im folgenden Jahr zum Kommandierenden General in Mähren und Schlesien ernannt.

Im Revolutionsjahr 1848 erhielt er das Kommando über ein sich in Innerösterreich bildendes Reservekorps, mit welchem er Radetzky gegen die Piemontesen zur Hilfe eilte. Auch im Krieg gegen den ungarischen Aufstand befehligte er ein eigenes Korps und wurde am 16. Oktober 1849 zum Feldmarschall ernannt. Laval Graf Nugent von Westmeath starb am 21. August 1862 auf dem Schloss Bosiljewo bei Karlstadt. Sein Leichnam wurde in die Gruft "Heldenfrieden" (kroat. Mir junaka) auf Trsat überstellt.

Museale Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum ist der um 1833 an Feldmarschall Laval Graf Nugent von Westmeath, damals Militärkommandant des Küstenlandes, verliehene Ehrensäbel der Stadt Fiume ausgestellt. Die hohl geschliffene Klinge zeigt in Gold tauschiert einerseits das Wappen der Familie Nugent, andererseits jenes der Stadt Fiume mit der Inschrift: „Urbs Flumen grata“.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heeresgeschichtliches Museum / Militärhistorisches Institut (Hrsg.): Das Heeresgeschichtliche Museum im Wiener Arsenal. Verlag Militaria, Wien 2016, ISBN 978-3-902551-69-6, S. 70