Lavamünd

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Lavamünd
Wappen Österreichkarte
Wappen von Lavamünd
Lavamünd (Österreich)
Lavamünd
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Wolfsberg
Kfz-Kennzeichen: WO
Fläche: 93,7 km²
Koordinaten: 46° 39′ N, 14° 57′ OKoordinaten: 46° 38′ 30″ N, 14° 56′ 30″ O
Höhe: 348 m ü. A.
Einwohner: 2.938 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 31 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9473
Vorwahl: 0 43 56
Gemeindekennziffer: 2 09 09
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lavamünd 65
9473 Lavamünd
Website: www.lavamuend.at
Politik
Bürgermeister: Josef Ruthardt (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)

12 SPÖ, 8 ÖVP, 3 FPÖ

Lage der Marktgemeinde Lavamünd im Bezirk Wolfsberg
Bad St. Leonhard im Lavanttal Frantschach-Sankt Gertraud Lavamünd Preitenegg Reichenfels Sankt Andrä Sankt Georgen im Lavanttal Wolfsberg Sankt Paul im LavanttalLage der Gemeinde Lavamünd im Bezirk Wolfsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Lavamünd (slow.: Labot) ist eine Marktgemeinde mit 2938 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Wolfsberg in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lavamünd liegt im Südosten von Kärnten auf einer Landzunge an der Mündung der Lavant in die Drau, die gleichzeitig die südliche Gemeindegrenze bildet. Die Höhe beträgt 348 m über dem Meer, womit Lavamünd der tiefste Punkt Kärntens ist.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lavamünd ist in zehn Katastralgemeinden gegliedert, slowenische Namen sind in Klammern angegeben (siehe dazu auch Kärntner Slowenen):

  • Ettendorf
  • Großlamprechtsberg
  • Hart (Dobrova)
  • Lamprechtsberg-Hartneidstein
  • Lavamünd (Labot)
  • Lorenzenberg (Šentlovrenc)
  • Magdalensberg
  • Rabenstein (Rabštajn pri Labotu)
  • Weißenberg
  • Wunderstätten (Drumlje pri Labotu)

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 20 Ortschaften (in Klammern die Einwohnerzahl mit Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Achalm (187)
  • Ettendorf (302)
  • Hart/Dobrova (132)
  • Krottendorf (142)
  • Lamprechtsberg (196)
  • Lavamünd/Labot (327)
  • Lorenzenberg/Šentlovrenc (81)
  • Magdalensberg/Štalenska gora (464)
  • Pfarrdorf (360)
  • Plestätten (94)
  • Rabenstein/Rabštajn (26)
  • Rabensteingreuth (84)
  • Sankt Vinzenz (6)
  • Schwarzenbach (119)
  • Unterbergen (70)
  • Unterholz (51)
  • Weißenberg (199)
  • Witternig (25)
  • Wunderstätten/Drumlje (96)
  • Zeil (51)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Paul im Lavanttal St. Georgen im Lavanttal
Ruden Nachbargemeinden Eibiswald
Neuhaus Dravograd Dravograd

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet war bei der Elbitz, einem Gelände östlich der Lavantmündung in die Drau, schon zu Zeiten der Römer besiedelt, wie Funde von Gräbern und Münzen zeigen, so dass hier wohl die älteste Ansiedlung im heutigen Lavamünd entstand. Ein Grabmal eines römischen Steingrabs, das heute vor dem Gasthaus zum Adler steht, zeugt von dieser Zeit.

Blick über den Marktplatz

Im Jahr 1091 schenkte Graf Engelbert von Spanheim dem von ihm gegründeten Kloster St. Paul einen Stadelhof zu Lavamünd. Am Fuß des Schlosses entwickelte sich bis zum 14. Jahrhundert ein Straßenmarkt, der durch seine Lage am Zusammentreffen von Lavant und Drau Bedeutung erlangte. Die Gründung des Marktes Lavamünd wird für 1240 vermutet, die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1334. 1461 verlieh Kaiser Friedrich III. dem Markt die Blutgerichtsbarkeit.

Die Ortschaft war mehrmals von Hochwassern der Drau betroffen, 1851 wurde sogar der Hauptplatz überflutet.

Die 1850 gegründete Gemeinde wurde 1921 um die nicht an Jugoslawien gefallenen Teile der Gemeinde Kienberg (Katastralgemeinden Lorenzenberg und Rabenstein) sowie 1958 bzw. 1973 um Teile der aufgelösten Gemeinden Legerbuch und Ettendorf erweitert.

Durch den Bau der Lavanttalbahn 1878 wurde Lavamünd durch die Eisenbahn erschlossen. 1879 fuhr der erste Zug von Wolfsberg nach Unterdrauburg (dem heutigen Dravograd) über Lavamünd. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel der Bahnknoten Unterdrauburg an den damaligen SHS-Staat. Der Korridorverkehr wurde bis 1965 betrieben. Durch den Bau der Jauntalbahn wurde wieder eine inländische Verbindung von Wolfsberg nach Klagenfurt geschaffen, jedoch zweigt die Jauntalbahn bei St. Paul im Lavanttal von der Lavanttalbahn ab. Somit lag Lavamünd an einem toten Gleis nach Jugoslawien. Der Streckenteil Lavamünd - Unterdrauburg wurde nach Eröffnung der Jauntalbahn abgetragen.

Zumindest bis ins 19. Jahrhundert verlief die Sprachgrenze durch Lavamünd.[2]

Bei der Kärntner Volksabstimmung verlief die Demarkationslinie durch das Gemeindegebiet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Lavamünd

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde Lavamünd hatte zum Zeitpunkt der Volkszählung 2001 3.548 Einwohner, davon waren 97,9 % österreichische Staatsbürger. Als Umgangssprache gaben 98,2 % Deutsch, 0,3 % Slowenisch und 0,7 % Kroatisch an. 96,8 % bekannten sich zur römisch-katholischen Kirche, 0,5 % zur evangelischen Kirche und 0,4 % zum Islam. 1,7 % der Bevölkerung war ohne religiöses Bekenntnis.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 23 Mitgliedern. Seit den Gemeinderatswahlen 2015 setzt er sich wie folgt zusammen:[3]

Direkt gewählter Bürgermeister ist Josef Ruthardt (SPÖ).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Lavamünd führte seit dem 17. Jahrhundert ein Marktwappen, das als Motiv die sogenannte „Johannesschüssel“, d. h. das abgeschlagene Haupt des Johannes auf einer Schüssel, zeigte. Nachdem die drastische Darstellung von der Gemeinde nicht mehr als zeitgemäß empfunden wurde, fasste man 1959 den Beschluss für ein neues Gemeindewappen. Man entschloss sich für eine stilisierte Darstellung der Volksabstimmung von 1920: Eine Wahlurne in verwechselten Farben mit einem grünen Stimmzettel (als Bekenntnis für Österreich, der Stimmzettel für Jugoslawien war weiß) erinnert daran, dass die Gemeinde bei dem Plebiszit mit 96,9 % nach Pustritz (heute Teil der Gemeinde Griffen) das beste Ergebnis für Österreich einbrachte. Im Schildfuß stehen die silbernen Wellenlinien für die Flüsse Lavant und Drau.

Die amtliche Blasonierung des Gemeindewappens lautet: „Ein durch eine silberne Linie geteilter Schild, dessen unteres blaues Feld durch zwei silberne Wellenlinien geteilt ist. In dem oberen, von gold und blau gespaltenen Feld eine auf der Teilungslinie ruhende, aus der Spaltenlinie wachsende Urne in gewechselten Farben, aus der der obere Teil eines schräggestellten grünen Stimmzettels herausragt.“[4]

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 1. März 1963 verliehen. Die Fahne ist Blau-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lavamünd liegen wesentliche Teile des Kraftwerks Lavamünd (einem Laufkraftwerk an der Drau), sowie des Kraftwerks Koralpe, eines Pumpspeicherkraftwerks. In der Gemeinde kreuzt sich die B80, die als Nebenzweig der Gastarbeiterroute galt, mit der B69, die über die Soboth führt.

Lavamünd liegt an der hier nicht mehr betriebenen Lavanttalbahn.

Historische Landkarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lavamünd – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Michael Wedekind: Nationalsozialistische Besatzungs und Annexionspolitik in Norditalien 1943 bis 1945. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2003, S. 18
  3. Amt der Kärntner Landesregierung
  4. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 166