Lavanttal

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Lavanttal
Ansicht des unteren Lavanttals von der Burgruine Rabenstein mit St. Paul im Vordergrund

Ansicht des unteren Lavanttals von der Burgruine Rabenstein mit St. Paul im Vordergrund

Lage Kärnten
Gebirge Lavanttaler Alpen
Geographische Lage 46° 50′ 0″ N, 14° 50′ 30″ OKoordinaten: 46° 50′ 0″ N, 14° 50′ 30″ O
Lavanttal (Kärnten)
Lavanttal
Länge 64 km
Gewässer Lavant

Das Lavanttal (slowenisch Labotska dolina) liegt in den Lavanttaler Alpen im Süden Österreichs im östlichen Teil des Bundeslandes Kärnten. Es umfasst knapp 1.000 Quadratkilometer und wird von circa 60.000 Menschen bewohnt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koralpe
Saualpe

Das Lavanttal wird vom Fluss Lavant auf einer Länge von 64 Kilometern von Norden nach Süden durchzogen. Seinen Ursprung hat der Fluss im Grenzgebiet zwischen der Steiermark und Kärnten am steirischen Zirbitzkogel, er mündet bei Lavamünd in die Drau.

Das Tal wird eingeteilt in das Obere Lavanttal, das nördlich des Twimberger Grabens liegt, und das Untere Lavanttal südlich davon. Im unteren, breiteren Tal ist es eingebettet zwischen Kor- und Saualpe. Im Oberen Lavanttal liegt es zwischen der Packalpe und den Seetaler Alpen.

Das Lavanttal bildet den Großteil des politischen Bezirks Wolfsberg.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima des Lavanttales ist mit rund 800 mm Jahresniederschlag relativ trocken. Im Winterhalbjahr herrscht vielfach Inversionswetterlage vor, was im Talboden Nebel und hohe Schadstoffbelastung mit sich bringt. Die mittleren Höhen um 800 bis 1000 Meter sind dann klimatisch bevorzugt, sie sind sonniger und wärmer als die Tallagen.

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Tallagen überwiegt Körnermais-Anbau mit Schweine- und Hühnerzucht. Im Unteren Lavanttal und im angrenzenden Granitztal gibt es viel Obstanbau, besonders Äpfel für Most- und Schnapserzeugnisse. Hier gibt es auch noch etliche Streuobstwiesen. Eine weitere Spezialkultur ist Spargel. Im Lavanttal befindet sich auch der Großteil der nur rund 20 Hektar umfassenden Kärntner Weingärten.

In höheren Lagen und auch im Oberen Lavanttal überwiegt die Grünlandwirtschaft. Von recht großer Bedeutung ist auch die Holzwirtschaft mit den großen Fichtenbeständen auf Koralpe und Saualpe.

Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor allem bekannte Künstlerpersönlichkeiten wie Christine Lavant, Switbert Lobisser und Gerhart Ellert haben viel dazu beigetragen die Kultur des Tales bekannt zu machen. Im Benediktinerstift St. Paul finden regelmäßig Sonderausstellungen statt, die die reichhaltigen Kunstsammlungen ergänzen.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Süd Autobahn passiert von der Pack im Norden aus in das Lavanttal, dort gibt es die erste (rund 4 Kilometer lange) Abfahrt nach Bad St. Leonhard im Lavanttal. Danach geht es über die zweithöchste Autobahnbrücke Österreichs, den Talübergang Lavant, weiter bis zur Bezirkshauptstadt Wolfsberg (Nord- und Süd-Abfahrt). Nach der letzten Autobahnabfahrt Sankt Andrä (Kärnten) (rund 2 Kilometer lange Abfahrt) geht sie in einer dreifachen Tunnelkette in den Bezirk Völkermarkt über.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lavanttalbahn zieht sich durch das ganze Lavanttal, nördlich von etwa Reichenfels bis südlich bis nach Lavamünd. Der Personenverkehr nutzt nur das Stück zwischen Wolfsberg (Kärnten) und Sankt Paul im Lavanttal, dort biegt man von der Strecke Richtung Klagenfurt ab. Sporadischer Güterverkehr findet nach wie vor auf der kompletten Strecke statt. Zwischen Sankt Paul im Lavanttal und Lavamünd gibt es die private Lavamünder Bahn Nostalgiebahn.

Seit etwa 2008 wird an der Koralmbahn gearbeitet, die mit dem Bahnhof Lavanttal die Region ab etwa 2023 an die Schnellfahrstrecke in Österreich anbinden wird. Fahrzeiten von/nach Graz (36 Minuten) und Klagenfurt (22 Minuten) werden deutlich gesenkt. Großbaustellen gibt es bis zur Fertigstellung nahe Sankt Paul im Lavanttal, wo der Koralmtunnel seine Westportal hat und wo auch der Bahnhof Lavanttal gebaut wird, sowie im Granitztal, wo seit 2015 an der Tunnelkette Granitztal gearbeitet wird.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Bäk: Geologie und Landschaftsbild des Kärntner Lavanttales. In: Schatzhaus Kärntens: Landesausstellung St. Paul 1991, 900 Jahre Benediktinerstift, Klagenfurt 1991, Band 2, S. 309 ff., ISBN 3-85378-377-5
  • Eduard Schober: Das Lavanttal. Verlag Ernst Ploetz, Wolfsberg 1990
  • Werner Thelian, Nicole Richter: Lust auf Lavanttal. Carinthia Verlag, Klagenfurt 2007, ISBN 978-3-9502341-0-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]