Lavendel (Gattung)

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Lavendel
Echter Lavendel (Lavandula angustifolia), Illustration

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia), Illustration

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung: Lavendel
Wissenschaftlicher Name
Lavandula
L.

Lavendel (Lavandula) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die 28 bis 37 Arten sind von Makaronesien über den Mittelmeerraum bis Westasien und auf dem Indischen Subkontinent verbreitet.[1] Wirtschaftlich bedeutend sind der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia), der Speik-Lavendel (Lavandula latifolia) und der Lavandin (Lavandula hybrida).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration des Breitblättrigen Lavendels (Lavandula latifolia)
Sektion Lavandula: Zygomorphe Blüte des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia) mit zweilippiger Krone

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lavendel-Arten sind Halbsträucher, kleine Sträucher oder selten ausdauernde krautige Pflanzen.[2] Junge Zweige sind oft vierkantig. Alle Pflanzenteile enthalten ätherische Öle.

Die aromatisch duftenden, gegenständig bis wirtelig angeordneten, ungestielten Laubblätter sind ganzrandig, selten gezähnt oder fiederschnittig, und häufig dicht behaart.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In endständigen, lang gestielten Scheinähre stehen Halbquirle. In den Achseln von oft häutigen oder bunten Tragblättern, die sich deutlich von den Laubblättern unterscheiden und die Blütenkelche kaum überragen stehen in den Halbquirlen meist drei bis fünf (ein bis zehn) Blüten zusammen. Wenn Deckblätter vorhanden sind, dann sind sie relativ klein. Die Blüten sind kurz gestielt oder fast sitzend.[2]

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen mit meist 13 (8 bis 15) Nerven; die Kelchröhre ist walzlich, seine Oberlippe ist meist einzähnig und die Unterlippe vierzähnig. Die Kelchzähne sind klein, der obere trägt an der Spitze ein herzförmiges oder verkehrt-eiförmiges Anhängsel. Die fünf Kronblätter sind zu einer zweilippigen Krone verwachsen, die meist eine intensiv blaue bis violette Farbe aufweist. Die Oberlippe hat zwei, die Unterlippe drei rundliche, flache oder leicht zurückgebogene Kronzipfel. Es gibt zwei längere und zwei kürzere Staubblätter, die alle fruchtbar und vorne gebogen sind. Staubblätter und Griffel sind kürzer als die Kronröhre und daher nicht sichtbar. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen, der durch eine falsche Scheidewand in vier Teile geteilt wird. Der einfache Griffel hat zwei flache, eiförmige Narbenlappen.[2]

Die Klausenfrüchte zerfallen in vier dünnschalige, glänzende Klausen, die eine kleine, grund- bis rückenständige Ansatzfläche (Areole) aufweisen.[2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie) oder Vögel (Ornithophilie).

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sektion Dentatae: Französischer Lavendel (Lavandula dentata)
Sektion Stoechas: Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas)
Sektion Stoechas: Lavandula viridis
Sektion Pterostoechas: Lavandula canariensis
Sektion Pterostoechas: Farnblättriger Lavendel (Lavandula multifida)
Sektion Pterostoechas: Lavandula rotundifolia

Die Gattung Lavandula wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum aufgestellt.[3] Synonyme für Lavandula L. sind: Chaetostachys Benth., Fabricia Adans., Isinia Rech. f., Sabaudia Buscal. & Muschl., Stoechas Mill., Styphonia Medik.[1]

Die Gattung Lavandula gehört zur Untertribus Lavandulinae der Tribus Ocimeae in der Unterfamilie Nepetoideae innerhalb der Familie Lamiaceae.

Die Gattung Lavandula kommt wild auf den atlantischen Inseln, im Mittelmeerraum, Afrika, Südwestasien bis Indien vor.[2] Sieben Arten kommen in Europa vor. Vereinzelte eingebürgerte Bestände des Echten Lavendels existieren auch nördlich der Alpen.

Die Gattung Lavandula wird in drei Untergattungen und acht Sektionen gegliedert und enthält 28 bis 37 Arten:[4]

Ölgewinnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus den Blütenständen mit Stängel wird Lavendelöl hergestellt. Siehe HauptartikelEchter Lavendel

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.
  • Tim Upson, Susyn Andrews, Georita Harriott, Christabel King, Joanna Langhorne: The Genus Lavandula. Timber Press, Portland, Oregon 2004, ISBN 0-88192-642-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au Rafaël Govaerts, A. Paton, Y. Harvey, T. Navarro, M. del Rosario García Peña: World Checklist of Lamiaceae, 2003 in ACCESS: 1-216203. In: Rafaël Govaerts (Hrsg.): Lavandula. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 16. Januar 2018.
  2. a b c d e Xi-wen Li, Ian C. Hedge: Lavandula. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Band 17: Verbenaceae through Solanaceae. Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1994, ISBN 0-915279-24-X, S. 103–104 (englisch, online).
  3. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 572 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D2%26issue%3D%26spage%3D572%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. Tim Upson, Susyn Andrews, Georita Harriott, Christabel King, Joanna Langhorne: The Genus Lavandula. Timber Press, Portland, Oregon 2004, ISBN 0-88192-642-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Lavendel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Lavendel (Lavandula) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien