Lawrence Zalcman

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Lawrence Allen Zalcman (* 9. Juni 1943 in Kansas City, Missouri[1]) ist ein US-amerikanischer Mathematiker, der sich mit komplexer Analysis beschäftigt.

Zalcman studierte am Dartmouth College (unter anderem bei A. S. Besicovitch) und wurde 1968 am Massachusetts Institute of Technology bei Kenneth Hoffman promoviert (Bounded analytic functions on domains of infinite connectivity).[2] Er lehrte an der Stanford University und war seit 1972 Assistant Professor sowie seit 1974 Professor an der University of Maryland in College Park.[3][4] Er war seit den 1970er Jahren häufig Gastwissenschaftler und Gastprofessor in Israel, zum Beispiel am Technion, dem Weizmann-Institut, der Bar-Ilan-Universität und der Hebrew University.

1981 und 1975 wurde er mit dem Lester Randolph Ford Award[5] ausgezeichnet, und für die Arbeit, die den Lester Randolph Ford Award 1975 erhielt, wurde ihm 1976 auch der Chauvenet-Preis verliehen.

Ein Lemma in der Theorie normaler Familien ist nach ihm benannt (Zalcman’s Lemma[6]), das er im Rahmen seiner Behandlung des Prinzips von André Bloch bewies.[7] Er ist auch Namensgeber der Zalcman-Gebiete, die eine Rolle in der Klassifikation Riemannscher Flächen spielen, und der Zalcman-Funktionen in der komplexen Dynamik. In der Theorie partieller Differentialgleichungen ist die Pizzetti-Zalcman-Formel nach ihm benannt.

Von 1976 bis 1982 war er Mitherausgeber der Proceedings of the American Mathematical Society; seit 1987 ist er Herausgeber des Journal d’Analyse Mathematique.

2012 wurde er zum Fellow der American Mathematical Society ernannt.[8]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Peter Lax Complex proofs of real theorems, American Mathematical Society 2012
  • Analytic capacity and rational approximation, Springer Verlag 1968

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mark Agranovsky, Lavi Karp, David Shoikhet, Complex analysis and dynamical systems II. Conference in Honor of Prof. Lawrence Zalcman´s 60. Birthday (Juni 2003 Nahariya, Israel), Contemporary Mathematics, Band 382 (Israel Mathematical Conference Proceedings), 2003

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Complex Analysis And Dynamical Systems II: A Conference In Honor Of Professor Lawrence Zalcman's Sixtieth Birthday
  2. Mathematics Genealogy Project
  3. Kurze Biografie
  4. Lecture Notes in Mathematics (PDF; 156 kB)
  5. 1981 für Offbeat integral geometry, Amer. Math. Monthly, Band 87, 1980, S.161-175, 1975 für Real proofs of complex theorems (and vice versa), Amer. Math. Monthly, Band 81, 1974, S. 115-137
  6. Zalcman’s Lemma bei Mathworld
  7. Das heuristische Prinzip von Bloch besagt, dass eine Familie holomorpher Funktionen mit einer Eigenschaft P wahrscheinlich normal ist, falls es keine nicht-konstante ganze Funktion mit dieser Eigenschaft P gibt. Beispiele sind der Satz von Picard und der Satz von Montel.
  8. List of Fellows of the American Mathematical Society