Lays-sur-le-Doubs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Lays-sur-le-Doubs
Lays-sur-le-Doubs (Frankreich)
Lays-sur-le-Doubs
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’
Koordinaten 46° 55′ N, 5° 15′ OKoordinaten: 46° 55′ N, 5° 15′ O
Höhe 177–182 m
Fläche 10,38 km2
Einwohner 144 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 14 Einw./km2
Postleitzahl 71270
INSEE-Code

Lays-sur-le-Doubs ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 144 Einwohner (Stand 1. Januar 2015).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AnnoireFretteransPierre-de-BresseCharette-VarennesLongepierrePourlansLays-sur-le-Doubs mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt im Norden des Arrondissement Louhans und grenzt im Nordosten mit seinem Gebiet nördlich des Doubs an das Département Jura und im Nordwesten an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Das nördliche Gemeindegebiet wird vom Doubs[1] durchzogen, nördlich des Doubs mündet zudem die Sablonne[2]. Das südliche Gemeindegebiet durchfließt La Breux[3] und nimmt etliche Biefs auf. In Nord-Süd-Richtung verläuft die Departementsstraße D203[4], die Pourlans mit dem vier Kilometer entfernten Pierre-de-Bresse verbindet. In Ost-West-Richtung verbindet die Départementsstraße D118 Fretterans mit Charette-Varennes. Der Siedlungsraum ist eng zusammengeschlossen und weist lediglich Le Vieux Port als Außensiedlung auf. Das Gemeindegebiet beidseits des Doubs ist stark bewaldet, das Gebiet südlich des Ortes besteht aus ausgedehnten landwirtschaftlichen Anbauflächen. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Essarts, Gravier, Ile-Fondée, Môle, Pâquier, Pommeret, Rocorne, Sur-l’Eau, Vieux-Port[5].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Lays-sur-le-Doubs ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,0 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 804 mm.

Lays-sur-le-Doubs
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
62
 
5
-1
 
 
59
 
7
0
 
 
55
 
12
3
 
 
57
 
16
6
 
 
78
 
20
9
 
 
76
 
24
13
 
 
58
 
26
14
 
 
77
 
25
14
 
 
76
 
22
11
 
 
64
 
16
7
 
 
76
 
10
3
 
 
66
 
5
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Lays-sur-le-Doubs
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,8 6,9 12,4 16,0 20,1 23,5 25,6 25,1 21,6 15,7 9,5 5,2 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) -1,0 -0,2 2,5 5,6 9,1 12,5 14,3 13,9 11,3 6,9 3,2 0,1 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,9 3,3 7,4 10,8 14,6 18,0 19,9 19,5 16,4 11,3 6,3 2,6 Ø 11
Niederschlag (mm) 62 59 55 57 78 76 58 77 76 64 76 66 Σ 804
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,8
-1,0
6,9
-0,2
12,4
2,5
16,0
5,6
20,1
9,1
23,5
12,5
25,6
14,3
25,1
13,9
21,6
11,3
15,7
6,9
9,5
3,2
5,2
0,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
62
59
55
57
78
76
58
77
76
64
76
66
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name kommt von Lasiacum, worin das keltische Wort ach, aha, ara für Wasser enthalten ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lays war ehemals ein Ort von einiger Wichtigkeit. Nördlich des Doubs deutet der Flurname Le Môle auf eine alte Mühle hin, die einst auf den Ruinen einer Motte stand. Diese ehemalige Burg bildete die Grenze zwischen Herzogtum und Freigrafschaft Burgund. Ebenfalls am nördlichen Flussufer befand sich um 1600 noch die Kirche, zusammen mit einem Teil des Dorfes. Überschwemmungen zerstörten das Dorf vollständig und hinterließen lediglich Kiesbänke. Die Bewohner waren gezwungen, ihr Dorf in der Ebene südlich des Flusses wieder aufzubauen. Die heutige Dorfkirche stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und ist Petrus geweiht. Eine Pietà aus dem 16. Jahrhundert, die im Doubs gefunden wurde, steht heute in der Rue du Bourg.

Ein Dokument aus dem Jahr 1525 weist darauf hin, dass im Sand des Doubs Gold gefunden worden sei. Seit dem 15. Jahrhundert bestanden zudem Schiffmühlen und ein Hafen am Südufer des Doubs. Das Überqueren des Doubs wurde von dort aus durch Boote, später durch Fähren sichergestellt, bis 1900 die erste Brücke gebaut wurde, die wiederum 1953 ersetzt wurde.

Eine erste Besiedlung dürfte in gallorömischer Zeit erfolgt sein, möglicherweise im Zusammenhang mit dem Bau der Römerstraße zwischen Pierre-de-Bresse und Pourlans. Der genaue Verlauf dieser Straße ist nicht bekannt, le vieux port könnte aber darauf hindeuten, dass dort bereits ein Übergang über den Doubs bestand. Später nannten sich die Herren nach dem Ort, Abkömmlinge der de Lays bekleideten hohe Funktionen am Hof und in der Armee der Herzöge von Burgund. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts gelangte die Herrschaft in den Besitz der Boutons. Anthoine Bouton verkaufte sie 1534 an Philippe Chabot, Admiral von Frankreich. Später gehörte Lays wechselnden Besitzern, unter anderen auch den Coligny, bis sie 1646 von Pierre de Truchis übernommen wurde. Die de Truchis ließen das Schloss auf dem linken Flussufer wieder neu erbauen, nachdem es 1594 durch die Einwohner von Dole zerstört worden war.

Das Rodel von 1612 enthält interessante Hinweise auf Regelungen, die in der Region galten. So war es lediglich den Einwohnern von Lays erlaubt, im Doubs zu fischen, jedoch lediglich zu Fuß. Wer mit Nauen und Netz fischte, wurde gebüßt und seine Gerätschaften konfisziert. Enthalten ist ebenfalls der Tarif für die Flussüberfahrt, unterteilt in beschlagene und unbeschlagene Pferde sowie menschliche Passagiere. Die Einwohner von Lays mussten für die Überfahrt nichts bezahlen, hatten jedoch dem Fährmann jährlich eine Garbe Weizen oder anderes Getreide abzuliefern. Zudem mussten sie das notwendige Holz für den Unterhalt der Boote schlagen und heranführen, andererseits waren sie die einzigen, die berechtigt waren, Schiffsmühlen zu bauen und zu betreiben. Bemerkenswert auch die Steuern, der Grundherr hatte Anrecht auf den Dreizehnten. Die Einwohner waren gehalten, vor dem Einfahren der Ernte, dreimal laut nach den Leuten des Grundherrn zu rufen, damit diese je die 13. Garbe einziehen konnten.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [6])
17931800182118311836184118511861187218811891190119111921193119461962197519821990199920062011
482468542594611601581564498463502431406354315247241232192170147123131
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Kirche von Lays-sur-le-Doubs
Oratorium der Pietà in der Rue du bourg
Pietà aus dem 16. Jahrhundert, gefunden im Doubs

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist Lays-sur-le-Doubs ein landwirtschaftlich geprägter Ort. Er verfügt über die Mairie (Gemeindehaus) und eine Kirche. Ferner befinden sich im Ort elf Landwirtschaftsbetriebe (1988 noch 16), ein Betrieb für Waldwirtschaft, 2 Betriebe der Baubranche. Ein Campingplatz am Ufer des Doubs, eine Reiherkolonie sowie rund zehn Kilometer Wanderwege bilden die touristische Infrastruktur. Als AOC-Produkte sind in Lays-sur-le-Doubs Volaille de Bresse[7] und Dinde de Bresse[8] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lays-sur-le-Doubs verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Philippe Chabot (1492–1543), Seigneur De Brion, Comte de Charny et Buzançois, war bekannt als Admiral De Brion. Unter François Ier bekleidete er das Amt des Admiral von Frankreich. Er war nach 1534 Herr von Lays-sur-le-Doubs.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lays-sur-le-Doubs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Lays-sur-le-Doubs. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Lays-sur-le-Doubs. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Lays-sur-le-Doubs. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Lays-sur-le-Doubs. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le Doubs, Länge 453,1 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 42′ 17,6″ N, 6° 12′ 32,4″ O in Mouthe auf ca. 940 m, Mündung bei 46° 54′ 9″ N, 5° 1′ 19,6″ O in Verdun-sur-le-Doubs auf ca. 175 m, Le Doubs auf sandre.eaufrance.fr
  2. La Sablonne, Länge 27,3 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei 47° 2′ 40,2″ N, 5° 23′ 47,8″ O in Tavaux auf ca. 191 m, Mündung bei 46° 55′ 49,8″ N, 5° 14′ 55″ O in Lays-sur-le-Doubs auf ca. 177 m, La Sablonne auf sandre.eaufrance.fr
  3. La Breux, Länge 7,7 km, Zufluss zu La Charetelle, Quelle bei 46° 54′ 28,8″ N, 5° 18′ 23,4″ O in Authumes auf ca. 183 m, Mündung bei 46° 54′ 14″ N, 5° 12′ 56,2″ O in Charette-Varennes auf ca. 178 m, La Breux auf sandre.eaufrance.fr
  4. Departementsstraße D203. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 22. März 2015 (französisch).
  5. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 22. März 2015 (PDF, französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Lays-sur-le-Doubs).
  6. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 22. März 2015 (französisch).
  7. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  8. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).