Leïla Slimani

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Leïla Slimani (2017)

Leïla Slimani (* 3. Oktober 1981 in Rabat, Marokko[1]) ist eine französisch-marokkanische Schriftstellerin und Journalistin. Für ihren Roman Chanson douce wurde sie 2016 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Slimani ist die mittlere dreier Töchter des Ökonomen Othman Slimani.[2] Sie besuchte die Schule in Rabat. 1999 ging sie nach Paris und studierte Medien und Politik am Institut d’études politiques de Paris und an der ESCP Europe. Nach ihrem Studium besuchte sie den Cours Florent und versuchte sich kurzzeitig als Schauspielerin. Sie arbeitete seit 2008 als Journalistin für das Magazin Jeune Afrique, für das sie über nordafrikanische Themen berichtete.[1][3] Sie veröffentlichte 2014 mit Dans le jardin de l’ogre ihren ersten Roman, der in Marokko mit dem Prix de La Mamounia ausgezeichnet wurde.[4] Zwei Jahre später folgte der psychologische Thriller Chanson douce. Dieser entwickelte sich mit einer Auflage von mehr als 76.000 Exemplaren innerhalb von zweieinhalb Monaten bereits vor seiner Auszeichnung mit dem Prix Goncourt zu einem Bestseller.[5][6] Innerhalb eines Jahres nach der Veröffentlichung wurden insgesamt 600.000 Exemplare verkauft.[2]

Im deutschsprachigen Raum erschien 2017 neben der deutschen Übersetzung von Chanson douce (als Dann schlaf auch du bei Luchterhand)[7] auch ihre Kurzgeschichte Dornröschen in der Anthologie L’amour toujours – toujours l’amour? Junge französische Liebesgeschichten.[8]

2018 wurde Slimani vom Emmanuel Macron in die Internationale Organisation der Frankofonie berufen, eine Organisation von 84 französischsprachigen Ländern, die die französische Sprache fördert.[9]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • La Baie de Dakhla : itinérance enchantée entre mer et désert. Mallika Éditions, Casablanca 2013.
  • Dans le jardin de l'ogre. Paris : éditions Gallimard, 2014 ISBN 978-2-07-014623-9
  • Chanson douce. Éditions Gallimard, Paris 2016.
  • Le diable est dans les détails. Éditions de l'Aube, 2016, ISBN 978-2-815921442.
  • Sexe et Mensonges. La vie sexuelle au Maroc. Les Arènes, Paris 2017, ISBN 978-2-35204-568-7.
    • Amelie Thoma (Übersetzerin): Sex und Lügen. Gespräche mit Frauen aus der islamischen Welt. btb, München 2018, ISBN 978-3-442-71681-4.
  • Paroles d'honneur. Les Arènes, Paris 2017, ISBN 978-2-35204-654-7.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leïla Slimani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Alexandra Schwartzbrod: Leïla Slimani. «Madame Bovary X» Libération, 29. September 2014.
  2. a b Lauren Collins: The Killer-Nanny Novel That Conquered France, in: The New Yorker, 1. Januar 2018, abgerufen am 8. Februar 2018
  3. Wichtigster französischer Literaturpreis: Leïla Slimani mit Prix Goncourt ausgezeichnet Spiegel Online, 3. November 2016.
  4. Dark novel on female sex addiction wins prize in Morocco France 24, 29. September 2015.
  5. Prix Goncourt für Leïla Slimani (Memento des Originals vom 4. November 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.luzernerzeitung.ch Luzerner Zeitung, 3. November 2011.
  6. Benoit Morenne: Leïla Slimani Wins Prix Goncourt, France’s Top Literary Award New York Times, 3. November 2016.
  7. Rezension von Carola Ebeling: Vertraue nie deiner Babysitterin zeit.de, 10. November 2017.
  8. Übers.: Paula Rauhut, in: Annette Wassermann Hg.: Wagenbach, Berlin 2017, ISBN 9783803127761, S. 141–149.
  9. Meredith Haaf: Leïla Slimani: "Es gibt keine Moral im Wollen". In: sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH, 14. Mai 2019, abgerufen am 17. November 2019.