Le Douhet

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Le Douhet
Le Douhet (Frankreich)
Le Douhet
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Charente-Maritime
Arrondissement Saintes
Kanton Chaniers
Gemeindeverband Saintes
Koordinaten 45° 49′ N, 0° 34′ WKoordinaten: 45° 49′ N, 0° 34′ W
Höhe 12–81 m
Fläche 18,35 km2
Einwohner 708 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 39 Einw./km2
Postleitzahl 17100
INSEE-Code

Le Douhet – Ortsbild mit Kirche Saint-Martial

Le Douhet ist eine westfranzösische Gemeinde mit 708 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Charente-Maritime in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Le Douhet liegt etwa 50 Meter ü. d. M. in einer Entfernung von etwa zwölf Kilometern (Fahrtstrecke) nordöstlich von Saintes inmitten der Kulturlandschaft der Saintonge. Die Stadt Cognac liegt etwa 32 Kilometer in südöstlicher Richtung entfernt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 502 477 518 589 636 700

Die Bevölkerung des Ortes ist wegen der Nähe zu Saintes und wegen des Neubaus einer Wohnsiedlung seit dem Ende der 1990er Jahre deutlich angewachsen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft (Getreide und Wein) spielt immer noch die größte Rolle im Wirtschaftsleben der kleinen Gemeinde, die zum Weinbaugebiet der Fins Bois in der Region Cognac gehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Geschichte von Le Douhet sind keine speziellen Informationen publiziert. Die Geschichte des Ortes dürfte jedoch eng mit der von Saintes verknüpft sein.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche Saint-Martial ist – auf den ersten Blick – ein einfacher romanischer Bau aus dem 12. Jahrhundert, dessen Mauern im 15. Jahrhundert durch massive Strebepfeiler und einen Turmanbau mit steinernem Spitzhelm und vier Eckfialen stabilisiert wurde. Bei näherer Betrachtung entfaltet sich jedoch ein reiches Baudekor. Die Westfassade ist in zwei Ebenen aufgebaut: Die untere Ebene besteht aus dem mehrfach zurückgestuften Portal mit seitlichen – etwas kleineren – Blendportalen (Triumphbogenmotiv). Das linke Blendportal ist durch einen eckständigen Strebepfeiler des 15. Jahrhunderts überschnitten. Das tympanonlose Archivoltenportal zeigt auf seinem inneren Bogen vier Engel, die auf ein Agnus Dei in der Mitte hin ausgerichtet sind. Zwei Engel halten die Mandorla, die beiden anderen schwenken Weihrauchfässer. Die beiden nachfolgenden Bögen sind mit abstrakt-vegetabilischen und flechtbandartigen Motiven geschmückt. Im äußeren Bogen finden sich Apostel und Evangelisten. Johannes (bartlos) und Jakobus d. Ä. (Pilgerstab) sind gut zu erkennen. Beinahe die gesamte Fläche des Giebelfeldes wird von drei Blendarkaden eingenommen, von denen nur die mittlere ein großes Fenster aufweist. Das einschiffige Innere ist von einem angespitzten Tonnengewölbe mit Gurtbogenunterzügen bedeckt. Die deutlich kleinere Apsis wird durch einen Chorbogen, dessen unterer Teil durch Entfernen der Halbsäulenvorlagen verbreitert wurde, vom Kirchenschiff abgegrenzt. An der Decke der Apsiskalotte wurde im 18. Jahrhundert eine Grisaille-Malerei mit Strahlen, Wolken, Putten und mit einem mittleren Dreieck, in welchem die vier hebräischen Buchstaben יהוה (JHWH) – das sogenannte Tetragrammaton – geschrieben stehen, als Trinitätssymbol angebracht. Ein Fresko aus dem späten 15. Jahrhundert zeigt das Martyrium (Andreaskreuz) eines unbekannten Bischofs, dem ein ebenfalls unidentifizierter Papst zuschaut. Die Kapitelle des Kirchenraumes sind mit Fabelwesen und vegetabilischen Motiven skulptiert. Die Kirche wurde bereits 1915 als Monument historique eingestuft.[1]
  • Das von einer schönen Parkanlage umgebene Schloss Le Douhet ist ein dreigeschossiger Bau mit leicht vorspringenden quadratischen Eckpavillons aus dem Jahr 1680, an dessen Planung möglicherweise auch Vauban beteiligt war. Es wurde für den örtlichen Grundherrn (Seigneur) Rénaud de Pons errichtet. Sehenswert sind neben dem Park die doppelte balustradengesäumte Außentreppe und der sogenannte Laternensaal (französisch salon de la lanterne). Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und wurde 1969 als Monument historique unter Schutz gestellt.[2] Die Gartenanlagen stehen seit 1969 ebenfalls unter Denkmalschutz.[3]
Römische Wasserleitung
  • Etwas außerhalb des Ortes ist die tunnelartig und knapp mannshoch in den Berg hineingehauene römische Wasserleitung aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. zu sehen, die einst die Stadt Saintes (Mediolanum Santonum) mit frischem Quellwasser versorgte. Interessant ist die Tatsache, dass zu beiden Seiten des wasserführenden Kanals ein erhöhter Gang freiblieb, sodass das Trinkwasser beim Begehen oder Säubern des Tunnels nicht mehr als nötig verschmutzt wurde. Das Tunnelaquädukt wurde bereits 1840 als Monument historique unter Schutz gestellt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes de la Charente-Maritime. Flohic Editions, Band 2, Paris 2002, ISBN 2-84234-129-5, S. 988–990.
  • Thorsten Droste: Poitou. Westfrankreich zwischen Poitiers und Angoulême – die Atlantikküste von der Loire bis zur Gironde. DuMont, Köln 1999, ISBN 3-7701-4456-2, S. 204–205.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Le Douhet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Kirche Saint-Martial' in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Das Schloss Le Douhet in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Eintrag des Schlossparks in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Der Aquädukt in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)