Le Fleix

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Le Fleix
Wappen von Le Fleix
Le Fleix (Frankreich)
Le Fleix
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Bergerac
Kanton Pays de la Force
Gemeindeverband Agglomération Bergeracoise
Koordinaten 44° 53′ N, 0° 15′ OKoordinaten: 44° 53′ N, 0° 15′ O
Höhe 6–157 m
Fläche 18,05 km2
Einwohner 1.491 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 83 Einw./km2
Postleitzahl 24130
INSEE-Code
Website www.lefleix.fr

Rathaus von Le Fleix

Le Fleix ist eine französische Gemeinde mit 1.491 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Kanton Pays de la Force (bis 2015: Kanton La Force).

Der Name in der okzitanischen Sprache lautet Lo Flèis. Er leitet sich vom lateinischen flexus (deutsch Biegung, Krümmung, Windung) ab und weist auf die geografische Lage an einer Flussbiegung der Dordogne hin.[1]

Die Einwohner werden Fleixois und Fleixoises genannt.[2]

Hochwasserführender Fluss Barailler in Le Fleix
Rue du Port
Plan von Le Fleix von 1778
Stein des Saffarius

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Le Fleix liegt ca. 20 km westlich von Bergerac und damit in seinem Einzugsbereich (Aire urbaine). Die Gemeinde befindet sich in der Region Bergeracois der historischen Provinz Périgord an der südwestlichen Grenze zum benachbarten Département Gironde.[3]

Umgeben wird Le Fleix von den Nachbargemeinden:

Monfaucon
Port-Sainte-Foy-et-Ponchapt Nachbargemeinden Saint-Pierre-d’Eyraud
Saint-Avit-Saint-Nazaire
(Gironde)

Le Fleix liegt am rechten Ufer und damit im Einzugsgebiet des Flusses Dordogne.

Nebenflüsse der Dordogne durchqueren das Gebiet der Gemeinde:

  • der Barailler mit seinen Nebenflüssen,
    • der Gouyne, mit ihrem Zufluss,
      • dem Ruisseau du Cluzeau, und
    • dem Ruisseau Vieille Gouyne,
  • der Ruisseau du Peytavit, der in Le Fleix entspringt,
  • die Gane, die in Le Fleix entspringt,
  • die Charente, die in Le Fleix entspringt,
  • die Patiole, die in Le Fleix entspringt, und
  • die Rode.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Gemeinde ist seit der Altsteinzeit besiedelt. Seit der Antike ermöglicht der Ton die Entwicklung von Töpfereien und der Herstellung von Dachziegeln und Keramiken bis zum 19. Jahrhundert. Eine religiöse Präsenz in Le Fleix geht bis in das 11. Jahrhundert und weit früher zurück. Dies belegt ein Grabstein mit dem Namen das Saffarius, Bischof von Périgueux. Ein Kloster in Le Fleix unterstand der Abtei Saint-Martial von Limoges. Le Fleix war Sitz einer Kastellanei, die die Pfarrgemeinden von le Fleix, Monfaucon und Ponchat umfasste. Der Friede von Fleix, der im „alten“ Schloss am 26. November 1580 von François-Hercule de Valois, duc d’Alençon und Heinrich IV. geschlossen wurde, beendete den Siebten Hugenottenkrieg. Es gab mit der Reformation eine protestantische Gemeinde in Le Fleix. 1587 wurde offiziell die Ausübung dieser Religion erlaubt. Die erste protestantische Kirche wurde wahrscheinlich nach dem Widerrufs des Edikts von Nantes wahrscheinlich zerstört. Das „zweite“ Schloss wurde während der Französischen Revolution teilweise zerstört und der verbliebene Bau in eine protestantische Kirche umgewandelt.[5][6][7][8][9]

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toponyme und Erwähnungen von Le Fleix waren:

  • Fleis (Kopialbuch der Abtei Saint-Martial von Limoges),
  • Fleisch (13. Jahrhundert, Kirchenregister),
  • Ffleys (1273, Manuskript von Wolfenbüttel),
  • Flexus (1364, Schriftensammlung des Abbé de Lespine),
  • El Fleys (1428, Schriftensammlung von Lenquais),
  • le Fleix (1750, Karte von Cassini),
  • Le Fleix (1793, Notice Communale),
  • Lefleix (1801, Bulletin des Lois),
  • Le Fleix (1873, Dictionnaire topographique du département de la Dordogne).[6][10][11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Le Fleix

Das Wappen wurde am 20. Juni 1997 vom Gemeinderat angenommen und lässt sich folgendermaßen interpretieren. Die grüne Farbe erinnert an das Tal der Dordogne, die Hügel und die Weinberge. Die Sparren bezeichnen die Flussbiegung, die der Gemeinde den ursprünglichen Namen gaben. Die Brücken symbolisieren den Viadukt mit 30 Bögen und erinnern an die früheren Hafentätigkeiten, das Treideln und die Überfahrt.[12]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von 1.600. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei relativ kurzen Erholungsphasen bis zu den 1920er Jahren auf rund 1.100 Einwohnern, bevor eine robuste Wachstumsphase einsetzte, die bis heute anhält.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 1.129 1.253 1.224 1.241 1.278 1.345 1.408 1.433 1.491
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[11] INSEE ab 2006[13][14]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Le Fleix unterhält seit 2016 eine Städtepartnerschaft mit:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Étienne
Protestantische Kirche
Grabhügel
Kolorierte Postkarte von 1903 mit dem Viadukt

Pfarrkirche Saint-Étienne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde ursprünglich im 12. Jahrhundert errichtet und im Jahre 1852 erweitert und im neugotischen Stil umgestaltet. Die Neugotik wird durch den hohen Glockenturm aus Werksteinen über der Vorhalle unterstrichen.[7]

Schloss von Le Fleix, in der Folge protestantische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Es war Schauplatz des Friedens von Fleix im Jahre 1580. Es besaß im Erdgeschoss elf Räume, einen Keller, einen Flur, an dessen Ende sich ein Gefängnis befand, und eine Treppe für den Zugang zu den oberen Stockwerken. Auf der ersten Etage gab es eine Galerie, die von Pilastern aus Stein getragen wurde. Am Übergang zwischen dem Wohntrakt und dem Pavillon befand sich ein viereckiger Turm, der die Kapelle barg. Die Pferdeställe führten der Mauer entlang, die das Ganze umsäumte. Ein viereckiges Gebäude mit einem kleinen Turm ist nach den Zerstörungen während der Französischen Revolution übrig geblieben, das 1805 in eine protestantische Kirche umgewandelt wurde und 1899 neu eingerichtet wurde. Die Kirche ist heute im Besitz eines Verbands und wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Sie ist seit dem 8. Februar 1968 als Monument historique eingeschrieben.[16][17]

Grabhügel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich wahrscheinlich um eine Grabstätte aus der Eisenzeit, das 1877 untersucht wurde. Der Durchmesser des Hügels beträgt ca. 15 Meter, seine Höhe fünf Meter. Der Zugang befindet sich momentan auf einem Privatgrundstück.[17]

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Befestigung, Mauer der heute verschwundenen Burg, deren Zeitpunkt der Errichtung unbekannt ist
  • Haus, genannt von Caterina de’ Medici. Seine Nordfassade hat den Baustil des 16. Jahrhunderts bewahrt
  • Ehemaliger Pachthof des Schlosses, vermutlich aus dem 17. Jahrhundert
  • Ehemalige Wassermühle des Seigneurs vermutlich aus dem 17. Jahrhundert, heute privater Wohnsitz
  • Haus Parquet, im 17. und 18. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution Sitz des Gerichts des Seigneurs, im 19. Jahrhundert Haus der Bootsmeister, heute im Privatbesitz
  • Rue du Port, malerische Straße mit drei Schiffskanonen aus Eisen aus der Epoche des französischen Königs Ludwig XIV., die flussaufwärts gefertigt worden waren und aus unbekannten Gründen in Le Fleix ausgeladen wurden
  • Ehemalige Steingutfabrik am Hafen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Sie gehörte 1768 Sieur de la Porte, anschließend Pierre Imbert. Im Jahre 1770 bekleidete Jean Iperchain den Posten des Direktors. Der Betrieb wurde vermutlich während der Französischen Revolution eingestellt. Die Gebäude, die vermutlich älteren Datums als die Fabrik sind, sind heute in Privatbesitz
  • Ehemalige Steingutfabrik du Bourg aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Das Gebäude trägt das Datum von 1763. Im Jahre 1788 wurde sie von Sieur Bonnet bewirtschaftet. Der Betrieb wurde vermutlich ebenfalls während der Französischen Revolution eingestellt. Das Gebäude ist heute in Privatbesitz
  • Viadukt mit 30 Bögen mit einer Länge von je zehn Metern. Er wurde zwischen 1857 und 1858 erbaut, um den Treidelpfad und die Route départementale 20 über eine erdrutschgefährdete Zone am Ufer entlang zu führen. Er wurde 1912 durch ein Hochwasser beschädigt und teilweise wieder instand gesetzt, aber nach dem Hochwasser von 1919 wurde der Verkehr über dem Viadukt endgültig eingestellt
  • Hafenkai aus dem Jahre 1861
  • Fährrampe aus dem Jahre 1881
  • Waschhaus, in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Nähe einer Quelle errichtet.[17]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinberg der AOC Montravel

Le Fleix liegt in den Zonen AOC des Bergerac mit den Appellationen Bergerac, Côtes de Bergerac und Montravel.[18]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[19]
Gesamt = 139

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 122 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/2019 und über die private Vor- und Grundschule Saint-Joseph mit 55 Schülerinnen und Schülern.[20][21]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Rundweg Boucle de Cap de Fer - Le Fleix besitzt eine Länge von 7,8 km bei einem Höhenunterschied von 138 m. Er führt von Zentrum durch das Gebiet der Gemeinde.[22]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Route départementale 20 durchquert Le Fleix von Nord nach Süd und verbindet die Gemeinde im Norden mit einer Anschlussstelle der Autoroute A 89, genannt La Transeuropéenne, und im weiteren Verlauf mit Mussidan an der Verkehrsachse BordeauxPérigueux und im Süden mit Port-Sainte-Foy-et-Ponchapt. Die Route départementale 32 durchquert Le Fleix von West nach Ost und verbindet sie Gemeinde im Westen mit Saint-Méard-de-Gurçon und im Osten mit Bergerac. Die Route départementale 32E1 und 130 (Gironde) führt über eine Brücke über die Dordogne und verbindet Le Fleix mit der südlichen Nachbargemeinde Saint-Avit-Saint-Nazaire.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Le Fleix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le nom occitan des communes du Périgord (fr) Départementrat des Départements Dordogne. Abgerufen am 20. November 2018.
  2. Dordogne (fr) habitants.fr. Abgerufen am 20. November 2018.
  3. Aire urbaine de Bergerac (109) (fr) INSEE. Abgerufen am 20. November 2018.
  4. Ma commune : Le Fleix (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 20. November 2018.
  5. Le Fleix, porte du Bergeracois et du Périgord (fr) Gemeinde Le Fleix. Abgerufen am 20. November 2018.
  6. a b Paul Vicomte de Gourgues: Dictionnaire topographique du département de la Dordogne (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 122. 1873. Abgerufen am 20. November 2018.
  7. a b Eglise Notre-Dame-de-l’Assomption (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 20. November 2018.
  8. Die acht Religionskriege (1562-1598) (Einzelheiten). Musée protestant. Abgerufen am 20. November 2018.
  9. Le Fleix (fr) Pays de Bergerac Tourisme. Abgerufen am 20. November 2018.
  10. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 20. November 2018.
  11. a b Notice Communale Le Fleix (fr) EHESS. Abgerufen am 20. November 2018.
  12. Marie du Fleix (fr) Pays de Bergerac Tourisme. Abgerufen am 20. November 2018.
  13. Populations légales 2006 Commune du Fleix (24182) (fr) INSEE. Abgerufen am 20. November 2018.
  14. Populations légales 2015 Commune du Fleix (24182) (fr) INSEE. Abgerufen am 20. November 2018.
  15. Jumelage (fr) Gemeinde Le Fleix. Abgerufen am 20. November 2018.
  16. Temple protestant (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. 22. September 2015. Abgerufen am 20. November 2018.
  17. a b c Marie du Fleix (fr) Pays de Bergerac Tourisme. Abgerufen am 20. November 2018.
  18. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 20. November 2018.
  19. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune du Fleix (24182) (fr) INSEE. Abgerufen am 20. November 2018.
  20. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 20. November 2018.
  21. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 20. November 2018.
  22. Boucle de Cap de Fer - Le Fleix (fr) Institut national de l’information géographique et forestière (IGN). 1. August 2018. Abgerufen am 20. November 2018.
  23. Jacques Reclus (1796–1882) (fr) Bibliothèque nationale de France. Abgerufen am 20. November 2018.
  24. Guy Le Comte: Gourd, Jean-Jacques. Historisches Lexikon der Schweiz. 30. November 2005. Abgerufen am 20. November 2018.
  25. Marie Médard (fr) Anonymes, Justes et Persécutés durant la période Nazie dans les communes de France (AJPN). 13. Dezember 2012. Abgerufen am 20. November 2018.