Le Miroir

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Le Miroir
Le Miroir (Frankreich)
Le Miroir
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Cuiseaux
Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’
Koordinaten 46° 32′ N, 5° 20′ OKoordinaten: 46° 32′ N, 5° 20′ O
Höhe 187–226 m
Fläche 18,48 km2
Einwohner 599 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 32 Einw./km2
Postleitzahl 71580
INSEE-Code
Website Homepage der Gemeinde

Le Miroir ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Cuiseaux. Der Ort hat 599 Einwohner (Stand 1. Januar 2016). Die Einwohner werden Mirouettis, resp. Mirouettises genannt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flacey-en-BresseAugeaCuisiaCousanceDignaCuiseauxDommartin-lès-CuiseauxFrontenaudSagyLe Miroir mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Le Miroir liegt an der Departementsstraße D972[2] (BruaillesCuiseaux), einer alten Römerstraße, und stößt mit seiner östlichen Gemeindegrenze an das Département Jura. Die Autobahn A39[3] zieht sich in nord-südlicher Richtung durch das westliche Gemeindegebiet. Die nördliche Gemeindegrenze bildet das Flüsschen Rivière Bacot[4], das den Ruisseau du Cirey[5] aufnimmt, der die Ostgrenze der Gemeinde bildet. Im Süden entwässert La Gizia[6] das Gemeindegebiet. Sie nimmt den Ruisseau du Breuil[7] auf, in den wiederum der Ruisseau des Frontenelles[8] im äußersten Südosten mündet. Schließlich bildet noch La Dourlande[9] einen Teil der südwestlichen Gemeindegrenze. Etliche Biefs durchziehen die Gemeinde zur Entwässerung der Étangs und des Jurafusses. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Abbaye, Beffoux, Bois, Brenots, Bua, Chagne, Champ-du-Villard, Champs-Fégots, Champ-Tardif, Chavannes, Colombière, Communes, Courbes, Crotenot, Etang-Niat, Flériat, Fouilly, Fromentières, Gambards, Grandes-Maltières, Grands-Taillets, Grange-Berthe, Grange-du-Bois, Grange-Maigre, Gravières, Hôtellerie, Marais, Marandin, Meix-Malarée, Meix-Sillons, Messaviange, Moissonniers, Moulin-du-Villard, Patier, Petits-Taillets, Pétralière, Putets, Relasse, Renaudière, Truchet, Tuilerie-du-Miroir, Tuilerie-du-Villard, Tupins, Vernay, Verrière, Villard, Villeneuve.[10]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Le Miroir ist gemäßigt, aber warm. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,0 °C. Jährlich fallen etwa 843 mm Niederschlag.

Le Miroir
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Le Miroir
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,8 6,8 12,2 15,8 19,9 23,5 25,8 25,1 21,8 15,8 9,6 5,3 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) -1,1 -0,3 2,4 5,4 9,1 12,5 14,4 13,8 11,4 7,0 3,1 0,0 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,3 10,6 14,5 18,0 20,1 19,4 16,6 11,4 6,3 2,6 Ø 11
Niederschlag (mm) 64 62 61 61 79 80 61 80 80 68 80 67 Σ 843
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort taucht erstmals um 1131 auf, im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters Miroir, als Abbatis quae Miratorium dicitur… (deutsch: Das Kloster, welches „das zu Bewundernde“ genannt wird). Erst später entstand die heutige Gemeinde, die den Klosternamen weiterleben ließ.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Humbert de Coligny schenkte 1131 Grund und Wald für die Gründung des Klosters, zusammen mit weiteren Ländereien in Gizia, wo die Klosterbrüder einen Weinberg anlegten. Der Stifter ist in der Kirche beigesetzt, so wie weitere Wohltäter des Klosters. Das Gemeindegebiet lag im Bereich der Kastellanei von Sagy und das Kloster musste jährlich 10 Pfund Wachs abliefern, als Entgelt für den Schutz, den es erhielt.

Das Kloster Le Miroir war sehr wohlhabend, wurde jedoch durch die Religionskriege arg in Mitleidenschaft gezogen. Am Ende des Ancien Régime war es lediglich noch ein Priorat, konnte jedoch seine Gerichtsbarkeiten und herrschaftlichen Rechte behalten. Dom Fortuné Bouchard war der letzte Prior, im Kloster waren nur noch wenige Mönche, die sich damit verweilten, einen stark geschmälerten Zehnten einzutreiben. Küche und Keller schienen gut unterhalten gewesen zu sein, bedeutend besser jedenfalls, als die Bibliothek mit ihren verstaubten Folianten.[11] Während der Revolution wurde das Kloster nahezu vollständig zerstört, heute besteht lediglich noch die Kirche, deren Schiff um einen Drittel verkürzt wurde.

Bei der Neuordnung der Départements 1790 wurde vergessen, die Weiler Beffoux und Crotenots dem Département Saône-et-Loire zuzuschlagen, da sie zur Pfarrei Cuisia im Jura gehörten. Erst im Jahr V des Revolutionskalenders (1796/1797) wurden sie der Gemeinde Le Miroir zugeschlagen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [12][13])
1793180018211831184118511861187218811891190119111921193119461962197519821990199920062011
246976984104710711117102499711001000987966881783657604538519509492531572
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche 19 Landwirtschaftsbetriebe, ein Restaurant, vier Betriebe des Baugewerbes und drei für Gartenbau. Als AOC-Produkte sind in Le Miroir Crème et beurre de Bresse[15][16] zugelassen, ferner Volaille de Bresse[17] und Dinde de Bresse[18]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École élémentaire, die der Académie de Dijon[19] untersteht und von 74 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[20].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Le Miroir (Saône-et-Loire) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Le Miroir. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Le Miroir. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Le Miroir. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Le Miroir. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).
  • Webpräsenz der Gemeinde Le Miroir

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lex Jaquelot: Le Langage Populaire de Mâcon et des Environs. Slatkine Reprints, Genève 1978 (französisch, Google Books).
  2. Departementsstraße D972 auf routes.wikia.com, französisch, abgerufen 31. Dezember 2015
  3. Autobahn A39 auf routes.wikia.com, französisch, abgerufen 31. Dezember 2015
  4. Rivière Bacot, Länge 9,7 km, Zufluss zur Vallière, Quelle bei 46° 34′ 44,4″ N, 5° 24′ 51,8″ O in Beaufort auf ca. 209 m (als Le Vernois de la Loge), Mündung bei 46° 35′ 17,5″ N, 5° 19′ 39″ O in Sagy auf ca. 183 m, Rivière Bacot auf sandre.eaufrance.fr
  5. Ruisseau du Cirey, Länge 4,9 km, Zufluss zu Rivière Bacot, Quelle bei 46° 32′ 51″ N, 5° 23′ 48,1″ O in Cuisia auf ca. 238 m, Mündung bei 46° 34′ 38,6″ N, 5° 21′ 43,6″ O in Flacey-en-Bresse auf ca. 189 m, Ruisseau du Cirey auf sandre.eaufrance.fr
  6. La Gizia, Länge 16,9 km, Zufluss zum Solnan, Quelle bei 46° 31′ 41,2″ N, 5° 25′ 34″ O in Gizia auf ca. 279 m, Mündung bei 46° 33′ 32,8″ N, 5° 16′ 17″ O in Frontenaud auf ca. 184 m, La Gizia auf sandre.eaufrance.fr
  7. Ruisseau du Breuil, Länge 9,8 km, Zufluss zu La Gizia, Quelle bei 46° 28′ 49,8″ N, 5° 23′ 28″ O in Champagnat auf ca. 316 m, Mündung bei 46° 31′ 35″ N, 5° 19′ 37,9″ O in Le Miroir auf ca. 192 m, Ruisseau du Breuil auf sandre.eaufrance.fr
  8. Ruisseau des Frontenelles, Länge 4,1 km, Zufluss zum Ruisseau du Breuil, Quelle bei 46° 30′ 47,9″ N, 5° 23′ 2,4″ O in Cuiseaux auf ca. 241 m, Mündung bei 46° 31′ 11,3″ N, 5° 20′ 20,4″ O in Cuiseaux auf ca. 193 m, Ruisseau des Frontenelles auf sandre.eaufrance.fr
  9. La Dourlande, Länge 13,7 km, Zufluss zu La Gizia, Quelle bei 46° 27′ 43,6″ N, 5° 21′ 16,9″ O in Balanod auf ca. 248 m, Mündung bei 46° 33′ 0,7″ N, 5° 17′ 25,8″ O in Frontenaud auf ca. 184 m, La Dourlande auf sandre.eaufrance.fr
  10. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 31. Dezember 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Miroir).
  11. Lucien Guillemaut, Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise, Seite 149ff., französisch
  12. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 10. Dezember 2014 (französisch).
  13. Die Weiler Flériat, Gambards, Beffoux und Crotenot gehörten von 1791 bis ins Jahr V des Revolutionskalenders (1796/97) zum Département Jura, weshalb die Einwohnerzahl für 1793 so gering ist.
  14. Artikel im Journal de Saône-et-Loire vom 10. Juni 2012, französisch, abgerufen 10. Dezember 2014
  15. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  16. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  17. Poulet de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  18. Dinde de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  19. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  20. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Le Miroir. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).