Le Poët-Laval

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Le Poët-Laval
Le Poët-Laval (Frankreich)
Le Poët-Laval
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Drôme
Arrondissement Nyons
Kanton Dieulefit
Gemeindeverband Dieulefit-Bourdeaux
Koordinaten 44° 32′ N, 5° 0′ OKoordinaten: 44° 32′ N, 5° 0′ O
Höhe 255–973 m
Fläche 31,22 km2
Einwohner 919 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km2
Postleitzahl 26160
INSEE-Code
Website lepoetlaval.org

Le Poët-Laval ist eine französische Gemeinde mit 919 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Drôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes; sie gehört zum Kanton Dieulefit im Arrondissement Nyons. Die Bewohner werden Poët-Lavaliens bzw. Poët-Lavalliennes genannt. Im September 2010 wurde dem Ort die Auszeichnung „Les plus beaux villages de France“ verliehen.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Le Poët-Laval liegt auf einer Höhe von etwa 310 Metern über dem Meeresspiegel im Süden des Départements Drôme. In den Sommermonaten in blauviolett blühende Lavendelfelder eingebettet, erhebt sich Poët-Laval mit seinem Schloss und der romanischen Kirchenruine auf einem bewaldeten Felsausläufer über dem Jabron.

Die Entfernung nach Dieulefit beträgt sechs Kilometer, nach Montélimar sind es 24 Kilometer und nach Avignon 70 Kilometer.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1911 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 760 461 505 493 538 652 809 875
Malerischer Winkel im Ort

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes leitet sich ab vom lateinischen pogetum vallis und bedeutet le petit mont dans la vallée, zu deutsch: „Kleiner Berg über dem Tal“.

Die Geschichte Poët-Lavals ist eng mit der Geschichte des Malteserordens verknüpft, mit ihnen beginnt die eigentliche Geschichte des Ortes, als sie im 12. Jahrhundert in Poët-Laval die damals größte Kommende der Provence errichteten. Die älteste urkundliche Erwähnung als Poietum Vallis stammt von 1269. Infolge des Widerruf des Edikt von Nantes im Jahr 1685 kam zu einer weitgehenden Entvölkerung, da die Einwohner an ihrem protestantischen Glauben festhalten wollten; Poët-Laval begann in der Folgezeit in Verfall überzugehen. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnte der Ort durch den Zuzug von Künstlern unterschiedlichen Genres, die sich hier preiswerte Sommerquartiere restaurierten, wieder an Qualität und Einwohnern gewinnen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine des romanischen Kirchenschiffs

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aus der Romanik stammt die halbzerfallenen Kapelle mit dem sich über der halbrunden Apsis erhebenden Johannesturm.
  • Neben dem Hospital, dessen Fassade mit gotischen Spitzbogenfenstern durchbrochen ist, erhebt sich ein trutziger Wehrturm.
  • Die mit Türmen flankierte Kommende der Ritterschaft wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Ihre Fassade ist mit gotischen Kreuzen geschmückt – das achtspitzige weiße Kreuz der Malteser symbolisiert die acht Seligpreisungen der Bergpredigt.
  • Das den Ort überragende mittelalterliche Schloss Poët-Laval der Comtes de Poitiers.

Museum zur Geschichte des Protestantismus in der Dauphiné[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der alten evangelischen Kirche untergebracht wird hier die Geschichte des Protestantismus in der Dauphiné und insbesondere die Zeit der Hugenottenverfolgung nach dem Widerruf des Edikts von Nantes dokumentiert.

Das Schloss

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poët-Laval hat sich seit den 1970er Jahren zu einem Künstlerort und – vor allem in den Sommermonaten – einem kulturellen Mittelpunkt der Region entwickelt:

  • Seit 1995 bietet das „Centre international d’art et d’animation Raymond du Puy“ Themenausstellungen und Einzelausstellungen national wie international renommierter zeitgenössischer bildender Künstler.
  • Von März bis September finden regelmäßig Konzerte unterschiedlichen Genres statt, weiterhin
  • in den Monaten August und September das „Festival der regionalen Chöre“.
  • Dazu kommen in den Sommermonaten Künstler, Kram- und Bauernmärkte im Schloss und
  • tägliche Schlossführungen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerard Reve (* 1923, † 2006), niederländischer Schriftsteller; lebte viele Jahre in Poët-Laval.
  • Yvan Theimer (* 1944), tschechischer Bildhauer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Duchhardt (Hrsg.): Der Exodus der Hugenotten: die Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 als europäisches Ereignis. Köln und Wien, Böhlau 1985, ISBN 3-412-07385-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Les plus beaux villages de France: Le Poët-Laval.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Le Poët-Laval – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien