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Lebensborn (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Film
Titel Lebensborn
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1961
Länge 87 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Alfa-Film, Berlin
Stab
Regie Werner Klingler
Drehbuch
Produktion Artur Brauner
Musik Gerhard Becker
Kamera Igor Oberberg
Schnitt Ira Oberberg
Besetzung

Lebensborn ist ein deutscher Spielfilm von Werner Klingler mit Maria Perschy und Joachim Hansen in den Hauptrollen. Er wurde im Oktober und November 1960 in den Berliner CCC-Filmstudios gedreht. Die Filmbauten schufen Paul Markwitz und Max Vorwerg. Am 4. Januar 1961 passierte der Streifen die FSK-Prüfung, die Uraufführung war am 13. Januar 1961.

SS-Reichsführer Heinrich Himmler hat das NS-Projekt „Lebensborn“ begründet und dem SS-Arzt Dr. Hagen die Leitung eines pseudowissenschaftlichen Experiments übertragen. In einer streng abgeschotteten Einrichtung sollen rund 30 junge „arische“ BDM-Frauen mit „verdienten“ SS-Männern bzw. an der Front ausgezeichneten und in die Heimat zurückgekehrten Wehrmachtssoldaten zu Paaren zusammengeführt werden. Ganz im Sinne der nationalsozialistischen Rassenhygiene soll auf diese Weise nach der Mendelschen Erblehre und dem von Dr. Hagen errechneten „germano-biologischen Koeffizienten“ die „Zeugung und Aufzucht des nordisch-germanischen Menschentyps im Rahmen der großdeutschen Zukunftsplanung“ realisiert werden. Eines der Mädchen, die „dem Führer ein Kind schenken“ soll, ist die junge Doris Korff, eine idealistische und pflichtbewusste Nationalsozialistin. Rasch zeigt Anstaltsleiter Hagen persönliches Interesse an der jungen Frau.

Doris trifft vor Ort auf den Oberleutnant Klaus Steinbach, seines Zeichens hochdekorierter Ritterkreuzträger. Wegen systemkritischer Tagebuchaufzeichnungen wurde er jedoch verhaftet. Er nimmt die Papiere des für das Experiment ausgewählten SS-Mannes Adameit an sich, nachdem dieser bei Steinbachs Überstellung an ein Kriegsgericht bei einem Schusswechsel mit Partisanen getötet wird. Um der befürchteten Todesstrafe zu entgehen, trifft er mit Adameits Marschbefehl im Lebensborn ein. Dort werden die Frauen und Männer zunächst getrennt untergebracht, medizinisch eingehend untersucht und bei einer Feier zur Sommersonnenwende nach Hagens Kriterien dann zu Paaren eingeteilt.

Steinbach berichtet Doris von der Kinderverschleppung aus dem Osten, deren Zeuge er zufällig war. Als sie begreift, dass Hagen sie als Mutter seiner Kinder bestimmt hat und sie keine Zukunft mit Steinach haben soll, in den sie sich verliebt hat, ist auch Doris von der unmenschlichen Art, wie eine elitäre „Herrenrasse“ gezüchtet werden soll, angewidert. Schließlich ist eine freie Partnerwahl in der NS-Ideologie nicht vorgesehen. Sie flieht gemeinsam mit Klaus. Das Ziel der beiden ist die Schweiz. Doch sie kommen nicht weit; Klaus wird auf der Flucht erschossen, Doris gerät in die Fänge der Häscher und wird zum Tode verurteilt.

Sie ist schwanger von Klaus und wird wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung des Urteils wird bis nach der Geburt von Doris’ Baby ausgesetzt. Kaum auf der Welt, wird das Kind Doris fortgenommen. Später muss die junge Frau erfahren, dass ihr Baby nicht überlebt hat. Als Doris Korff hingerichtet werden soll, wird die Haftanstalt vor den heranrückenden Truppen der Roten Armee evakuiert. Bei einem Luftangriff gelingt es Doris zu fliehen. Sie irrt durch die aufgerissenen Straßen und liest ein verwaistes Mädchen auf, das neben seiner im Bombardement getöteten Mutter im Straßengraben sitzt.

„Ein unappetitliches Machwerk.“

Filme 1959/61. Handbuch VI der katholischen Filmkritik, S. 101

„Thematisch schockierend, aber dezent aufbereitet und menschliche Beziehungen im Furioso politischer Verblendung zeigend; mit eindruckssicheren Darstellern“

„Kinounterhaltung nach Illustriertenart. Der relativ dezent arbeitenden Regie gelingen am melodramatischen Ende des Films einige beeindruckende Bilder.“

Einzelnachweise

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  1. Lebensborn in Paimann’s Filmlisten (Memento vom 15. März 2016 im Internet Archive)
  2. Lebensborn. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.