Lebkuchenbäcker

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Lebzelter und Lebküchner sind Weiterleitungen auf diesen Artikel. Für weitere Bedeutungen beider Ausdrücke siehe Lebzelter (Begriffsklärung).
Lebküchner um 1520

Ein Lebkuchenbäcker ist ein spezialisierter Bäcker, der Lebkuchen herstellt.[1]

Früher waren die Hersteller von Lebkuchen oftmals ein anderes Handwerk bzw. Gewerbe als die übrigen Bäcker. Noch bis zum 3. Oktober 1990 war der Pfefferküchler ein Handwerksberuf in der DDR.[2] 8 Jahre später wurde die Ausbildung zum auf Pfefferküchler spezialisierten Bäcker vom Wirtschaftsministerium wieder aufgenommen.[3]

Honig war früher ein wichtiger Bestandteil von Lebkuchen. Deshalb beschäftigten sich Lebzelter in der frühen Neuzeit auch mit dem Handel und der Verarbeitung von Honig. Sie kauften Honig und Bienenwachs bei Bauern auf oder ließen von diesen gegen Lohn ihre eigenen Bienenstöcke impen (= betreuen). Voraussetzung für das Entstehen der Lebzelterei war hinsichtlich der Honiggewinnung der Übergang von der Zeidlerei (Honigsammeln von Wildbienen) zur bäuerlichen Imkerei.

Lebzelter hatten das Recht, Met zu sieden und an Schankgasthäuser zu verkaufen, Lebkuchen zu backen sowie Kerzen zu gießen oder zu ziehen. Lebkuchen und Kerzen wurden auch in eigenen Ladengeschäften verkauft, einige Lebzelter verfügten auch über ein eigenes Schankrecht.

Die Lebzelterei war aufgrund des damals noch hohen Handelswertes des Honigs ein einträgliches Gewerbe: Ein Traunsteiner Lebzelter hatte mit einem Inventar von 50 Pfund Honig, einem Eimer Met, „etlichen Stücken Wachs“ und einer mit Lebkuchen gefüllten Truhe ein gutes Auskommen. Nach zeitgenössischen Quellen stellten im Jahr 1667 21 Pfund Honig einen Wert von sechs Spanferkeln dar.

Mit dem Siegeszug des Bieres, der Substitution von Bienenwachs durch Paraffin und von Honig durch Rübenzucker wurde der Lebzelterei in der Folgezeit allmählich die wirtschaftliche Grundlage entzogen, und die Bauern gingen dazu über, ihren Honig in eigener Regie zu vermarkten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. Frank Muck: Holzspielzeugmacher und Pfefferküchler. Unbekannte Berufe aus dem Osten. In: Deutsche Handwerks Zeitung. Die Wirtschaftszeitung für den Mittelstand. Holzmann Medien GmbH & Co. KG, Bad Wörishofen 7. November 2014 (deutsche-handwerks-zeitung.de [abgerufen am 27. Dezember 2014] zum Thema „25 Jahre Mauerfall“).
  3. Dietmar Sehn: Weihnachten in Sachsen. Sutton Verlag GmbH, 2013, ISBN 978-3-95400-202-3, Die Pfefferkuchenstadt Pulsnitz, S. 35–36 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 27. Dezember 2014]).