Lechaschau

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Lechaschau
Wappen Österreichkarte
Wappen von Lechaschau
Lechaschau (Österreich)
Lechaschau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Reutte
Kfz-Kennzeichen: RE
Fläche: 6,11 km²
Koordinaten: 47° 29′ N, 10° 42′ OKoordinaten: 47° 29′ 23″ N, 10° 42′ 22″ O
Höhe: 846 m ü. A.
Einwohner: 2.081 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 340 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6600
Vorwahl: 05672
Gemeindekennziffer: 7 08 20
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Dorfstraße 10
6600 Lechaschau
Website: www.lechaschau.at
Politik
Bürgermeister: Hansjörg Fuchs (ABL)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(15 Mitglieder)

15 Allgemeine Bürgerliste Lechaschau Hansjörg Fuchs – ABL

Lage von Lechaschau im Bezirk Reutte
BachBerwangBiberwierBichlbachBreitenwangEhenbichlEhrwaldElbigenalpElmenForchachGränGramaisHäselgehrHeiterwangHinterhornbachHöfenHolzgauJungholzKaisersLechaschauLermoosMusauNamlosNesselwänglePfafflarPflachPinswangReutteSchattwaldStanzachSteegVorderhornbachTannheimVilsWängleWeißenbach am LechZöblenTirolLage der Gemeinde Lechaschau im Bezirk Reutte (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Lechaschau ist mit 2081 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) bezüglich der Einwohnerzahl die drittgrößte Gemeinde im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich), bezogen auf die Fläche jedoch die kleinste Gemeinde. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Reutte.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lechaschau befindet sich im Reuttener Talkessel, an der linken Lechseite. Das Gebiet Hinterbichl bildet eine Exklave der angrenzenden Gemeinde Wängle.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in drei Ortsteile: Dem Dorfkern, der Rotte Buchenort und der Siedlung Weidasiedlung. Auf dem Gemeindegebiet liegt auch der als Badegewässer genutzte Frauensee.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musau Pflach
Wängle Nachbargemeinden Reutte
Höfen Ehenbichl

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lechaschau im Jahre 1939 mit Lech

Aschau wurde erstmals erwähnt als „saltus in Aschaw“ („Waldgebiet Aschau“), Besitz des Klosters St. Mang in Füssen, in den Jahren 1152–1167.[1]

Das Gebiet war schon seit dem 8. Jahrhundert im Besitz des Klosters und wurde zuerst von den Welfen und Staufen und ab 1266 von Meinhard II. von Tirol verwaltet wurde. Ab 1314 lag die Gerichtshoheit für Schwerverbrechen beim Gericht Ehrenberg, für die niedere Gerichtsbarkeit war weiterhin das Kloster in Füssen zuständig. Im Jahr 1462 wird urkundlich festgehalten, dass sich Aschau dem Tiroler Landesrecht unterwerfen muss.[2]

Ein wirtschaftlicher Aufschwung erfolgte 1464 mit dem Bau der Brücke über den Lech nach Reutte. Darüber wurde jahrhundertelang Salz ins Tannheimer Tal geliefert.[3]

Im Jahr 1806 wurde unter bayrischer Herrschaft das Gericht mit dem Landgericht Reutte zusammengelegt und 1885 der Name auf Lechaschau geändert. Von 1920 bis 1922 wurde auf der Sulzalpe Kohle abgebaut.[2]

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sankt-Mang-Sessele ist ein frühchristlicher, heidnischer Opferplatz. Der Sage nach hat sich der Heilige Magnus auf seinen Missionsreisen in dieser Felsnische sitzend erholt.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Lechaschau
Franzelinhaus

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Lechaschau

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über neunzig Prozent der landwirtschaftlichen Flächen wurden im Jahr 2010 von einem Betrieb bewirtschaftet. Über achtzig Prozent der Erwerbstätigen des Produktionssektors arbeiteten im Bereich Herstellung von Waren. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die sozialen und öffentlichen Dienste und der Handel (Stand 2011).[5][6][7]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 13 19 7 7
Produktion 24 18 384 222
Dienstleistung 95 53 296 336

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 937 Erwerbstätigen arbeiten 172 in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendeln aus. Aus der Umgebung pendeln 515 Personen von anderen Gemeinden ein (Stand 2011).[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eisenbahn: Der Bahnhof Reutte ist zwei Kilometer entfernt. Von dort gibt es Verbindungen über Garmisch-Partenkirchen nach München und Innsbruck.[9][10]
  • Straße: Durch das Gemeindegebiet verläuft die Lechtalstraße B198.
Gemeindeamt

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Gemeinderat werden 15 Mandatare gewählt:

Partei 2010[11][12] 2016[13]
% Mandate % Mandate
Allgemeine Bürgerliste Lechaschau, Bürgermeister Aurel Schmidhofer 72,05 10
Lechaschauer für Lechaschau 27,95 3
Allgemeine Bürgerliste Lechaschau Hansjörg Fuchs - ABL 100 15

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1945 waren:[14]

  • 1945 – 1956 Franz Fuchs sen.
  • 1956 – 1959 Erich Sprenger
  • 1959 – 1963 Josef Luttinger
  • 1963 – 1970 Ernst Witting
  • 1970 – 1986 Franz Fuchs jun.
  • 1986 – 1988 German Wex
  • 1988 – 1989 Hubert Köck (Gemeindeverwaltung BH Reutte)
  • 1989 – 2016 Aurel Schmidhofer

Bürgermeister von Lechaschau ist seit 2016 Hansjörg Fuchs.[15]

Gemeindewappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen mit rotem Balken und silbernen Einhorn lehnt sich an den Siegel des ehemaligen Gerichts Aschau an. Dieses hatte den Sitz in Lechaschau.[16]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lechaschau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 76–77 Nr. 470.
  2. a b Michael Fritz: Lechaschau. Geschichte Tirol, abgerufen am 20. Januar 2021.
  3. Lechaschau - Tirol - Österreich. Abgerufen am 20. Januar 2021 (deutsch).
  4. Reutte: Das Mangsessele. 27. November 2019, abgerufen am 20. Januar 2021 (deutschland).
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Lechaschau, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 19. Januar 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Lechaschau, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 19. Januar 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Lechaschau, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 19. Januar 2021.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Lechaschau, Erwerbstätige nach Entfernungskategorie des Berufspendelns. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Januar 2021.
  9. Fahrplanauskunft. ÖBB, abgerufen am 20. Januar 2021.
  10. Entfernungsrechner - Entfernung berechnen und darstellen. Abgerufen am 20. Januar 2021 (deutsch).
  11. Land Tirol - Wahlen 2010. Abgerufen am 20. Januar 2021.
  12. Gemeinderatswahl 2010. Abgerufen am 20. Januar 2021 (österreichisches Deutsch).
  13. Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 20. Januar 2021.
  14. Bürgermeister Archiv. (PDF) Gemeinde Lechaschau, abgerufen am 20. Januar 2021.
  15. Lechaschau. Gemeinde Lechaschau, abgerufen am 20. Januar 2021 (österreichisches Deutsch).
  16. Tirol Atlas, Geographie Innsbruck: Lechaschau. Abgerufen am 3. Juni 2016.