Lechfall

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Lechfall in Füssen

Der Lechfall ist ein etwa zwölf Meter hohes, in ganzer Breite überströmtes Stauwehr am Lech am südlichen Stadtrand von Füssen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lechfall befindet sich am Südrand einer kurzen, aber tief eingeschnittenen Klamm, in der der Lech einen Felsriegel durchbricht, der westlich dem Falkensteinkamm, östlich den Ammergauer Alpen zugerechnet wird. Ob diese Schlucht (lat. fauces: Schlund, Schlucht, Korridor) für Füssen namengebend war, ist umstritten.[1] Sie entstand am Ende der Würmeiszeit vor etwa 12.000 Jahren, als die Schmelzwasser des Lech-Gletschers einen großen See bildeten, der sich bis zum heutigen Pfronten erstreckte. Als Abfluss dieses Sees stürzte der Lech anfangs etwa 100 m tief über den Felsriegel in den damaligen Füssener See und erodierte dann die enge Felsschlucht.

Zusammen mit einem Ableitungsstollen wurde das Stauwehr zur Nutzung der Wasserkraft in den Jahren 1784–1787 errichtet. Die Baumaßnahme wurde seinerzeit auch als Schaffung eines Wasserfalles kommuniziert, eindrucksvoller als der einstige natürliche Katarakt. Im Zuge einer Modernisierung des Wasserkraftwerkes wurden inzwischen verbleibende Mindestwassermengen für den Lechfall festgeschrieben.

Trotz des technischen Charakters besitzt das überströmte Wehr eine nennenswerte touristische Anziehungskraft, zumal der Wassersturz den wasserreichsten natürlichen Wasserfall Deutschlands, den Alzfall bei Altenmarkt, an Wasserführung und Höhe deutlich übertrifft.

Über den Wasserfall führt der König-Max-Steg, der im Jahr 1895 erbaut wurde, und in einer Nische über der Klamm befindet sich eine Büste König Maximilians II.

Der Legende nach sprang der heilige Magnus auf der Flucht vor seinen heidnischen Verfolgern an dieser Stelle über den Lech. Der so genannte Magnustritt, eine versteinerte Muschel, wurde im Volksglauben als sein Fußabdruck gedeutet.

Geotop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lechfall und Klamm bei Füssen ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop 777R016[2] ausgewiesen. Das Geotop gehört auch zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns.[3] Siehe hierzu auch die Liste der Geotope im Landkreis Ostallgäu.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Name wird schon seit dem Mittelalter in zweierlei Weise gedeutet (siehe auch im Artikel Füssen). Die „Schlucht“-Deutung des Namens findet sich beispielsweise bei: Werner Lengger: Füssen. In: Hans-Michael Körner, Alois Schmid unter Mitarbeit von Martin Ott (Hrsg.): Bayern I. Altbayern und Schwaben (= Handbuch der historischen Stätten). Alfred Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-520-32401-6, S. 253–255, hier S. 254. Die Mönche des Klosters St. Mang verwendeten für Füssen die Schreibweise fauces in lateinischen Handschriften. – Wolf-Armin von Reitzenstein hält dies hingegen für eine „naheliegende lateinische Umdeutung“: Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. 2. Auflage. C. H. Beck, München 1991, ISBN 3-406-35330-4, S. 148. Da die Stadt Füssen „zu Füßen der Berge“ liegt, erhielt sie um 1300 das redende Wappen mit den drei Füßen. – Die Meinungen gehen bis heute auseinander. Das Tourismus-Marketing der Stadt Füssen zieht das Fazit: „der Ursprung des Namens (ist) nicht eindeutig“.
  2. Geotop: Lechfall und Klamm (abgerufen am 12. Oktober 2013; PDF; 336 kB)
  3. Lechfall und Klamm (abgerufen am 12. Oktober 2013)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lechfall – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 33′ 41″ N, 10° 41′ 41″ O