Lechtal

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Lechtal
Das obere Lechtal

Das obere Lechtal

Lage Bayern, Tirol, Vorarlberg
Gewässer Lech
Gebirge Lechquellengebirge, Lechtaler Alpen, Allgäuer Alpen
Geographische Lage 47° 19′ 45″ N, 10° 31′ 55″ OKoordinaten: 47° 19′ 45″ N, 10° 31′ 55″ O
Lechtal (Alpen)
Lechtal
Typ Trogtal
Länge 75 km
Klima nordalpines Talklima
Nutzung bewohnt
Besonderheiten Naturpark

Das Lechtal ist ein Alpental in Österreich, das zu einem großen Teil zu Tirol und zu einem kleineren Teil zu Vorarlberg und Bayern gehört. Es wird vom Lech durchflossen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografisch wird das Lechtal im Süden von den Lechtaler Alpen und im Norden von den Allgäuer Alpen begrenzt, das Quellgebiet ist das Lechquellengebirge.

Vom Lechtal zweigen mehrere Seitentäler ab, darunter linksseitig das Hornbachtal, das Schwarzwassertal und das Tannheimer Tal. Rechtsseitig verbindet durch das Namlostal eine Straße Stanzach mit Berwang und Bichlbach. Durch das Bschlabertal gelangt man nach Bschlabs, Boden und über das Hahntennjoch nach Imst. Das Gramaistal und das Kaisertal sind ebenfalls rechtsseitige Seitentäler des Lechtales. Bei Füssen geht es in das Bayrische Alpenvorland über.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lechtal weist ein nordalpines Talklima auf. Es ist für Wetterfronten und Wind leichter als inneralpine Täler zu erreichen, durch die Staulage gegen Nordwest ist es nach dem Bregenzerwald, dem Arlberggebiet und dem Salzkammergut eine der niederschlagsreichsten Gegenden Österreichs. Der Jahresniederschlag beträgt im Mittel der Jahre 1971–2000 in Holzgau 1334,8 mm und in Reutte 1376,1 mm.[1]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Holzgau (1100 m ü. A.)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 0,4 3,8 7,6 10,7 16,3 18,7 21,3 21,2 18,1 13,2 4,8 0,7 Ø 11,4
Min. Temperatur (°C) -7,3 -6,7 -3,5 -0,5 3,7 6,6 8,9 8,9 5,9 1,9 -3,3 -6,1 Ø 0,7
Temperatur (°C) -3,9 -2,5 0,9 4,2 9,5 12,3 14,6 14,2 10,8 6,2 0,0 -3,0 Ø 5,3
Niederschlag (mm) 91,4 84,5 91,1 76,7 100,9 151,7 177,7 165,4 110,1 82,0 102,5 100,8 Σ 1.334,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
0,4
-7,3
3,8
-6,7
7,6
-3,5
10,7
-0,5
16,3
3,7
18,7
6,6
21,3
8,9
21,2
8,9
18,1
5,9
13,2
1,9
4,8
-3,3
0,7
-6,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
91,4
84,5
91,1
76,7
100,9
151,7
177,7
165,4
110,1
82,0
102,5
100,8
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: ZAMG[1]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überwiegend sind Industrie- und Gewerbegebiete vor allem im Reuttener Becken vorhanden. Der vorarlberger Teil des oberen Lechtals gilt als bekannte Skiregion, hier befindet sich ein Teil des Skigebietes Ski Arlberg in Lech und in Warth. Während das übrige Tal touristisch eher wenig erschlossen ist, gibt es trotzdem einen Liftverbund, welcher aus vereinzelten Liftanlagen in den diversen Ortschaften des Tals besteht, die Skipässe für Ski Arlberg sind seit der Wintersaison 2015/16 ebenfalls dort gültig.[2]

Liste der Anlagen im Lechtal

Ort Name Baujahr System Höhe ü.A.
Talstation
[Meter]
Höhe ü.A.
Bergstation
[Meter]
Strecken-
länge
[Meter]
Beförderungs-
kapazität
[Pers./Stunde]
Betrieb
Winter
Betrieb
Sommer
Bach Babylift Jöchlspitze

Pictogram T-Bar Lift.svg

Stricklift 150 600 W 0
Bach Jöchlspitzbahn
Pictogram 2 Chair Lift.svg
1979 2-CLF 1.216 1.768 1.684 909 W S
Boden (Pfaffler) Anlaglift
Pictogram T-Bar Lift.svg
Stricklift 200 600 W 0
Boden (Pfaffler) Leitelift
Pictogram T-Bar Lift.svg
Stricklift 150 600 W 0
Elbigenalp Sonnenlift
Pictogram T-Bar Lift.svg
2-SL 400 1.000 W S
Elbigenalp Übungslift Knittel I
Pictogram T-Bar Lift.svg
Stricklift 100 600 W 0
Elbigenalp Übungslift Knittel II
Pictogram T-Bar Lift.svg
Stricklift 100 600 W 0
Gramais Sinesfuierlift
Pictogram T-Bar Lift.svg
Stricklift W 0
Häselgehr Schießstandlift
Pictogram T-Bar Lift.svg
Stricklift 126 680 W 0
Holzgau Gföllberglift
Pictogram T-Bar Lift.svg
2-SL 1.108 1.316 600 1.200 W 0
Kaisers Bödenlift
Pictogram T-Bar Lift.svg
Stricklift W 0
Stanzach Oberfeldlift I
Pictogram T-Bar Lift.svg
1975 Stricklift 1.000 1.018 150 500 W 0
Stanzach Oberfeldlift II
Pictogram T-Bar Lift.svg
1975 Stricklift 940 1.090 200 500 W 0
Stanzach Stoamandllift
Pictogram T-Bar Lift.svg
1975 2-SL 940 1.090 633 1.035 W 0

Die Abkürzungen in der Spalte „System“ sind unter Luftseilbahn erläutert.

Letzte 2 Spalten:

W = Winterbetrieb / S = Sommerbetrieb jeweils grün unterlegt

0 = kein Winter/Sommerbetrieb, rot hinterlegt

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das traditionelle Verbreitungsgebiet westoberdeutscher (=alemannischer) Dialektmerkmale im 19. und 20. Jahrhundert. Das österreichische Lechtal liegt am Südostrand dieses Gebiets. Zu erkennen ist die Dreigeteiltheit des österreichischen Lechtals.

Das österreichische Lechtal zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Mundartsituation aus, welche das Lechtal in drei recht unterschiedliche Mundarträume gliedert. Die Gemeinden im obersten Talbereich bis einschließlich Steeg und Kaisers gehören zum Höchstalemannischen. Das mittlere Lechtal von Holzgau bis Stanzach wird dem bairischen Dialektraum zugeordnet. Im untersten Talbereich ab Forchach schließlich, im Osten bis Lähn (Gemeinde Bichlbach), überwiegen schwäbische Mundartkennzeichen. Der höchstalemannische und der schwäbische Raum sind Teil des alemannischen Dialektraums (siehe auch Grenzorte des alemannischen Dialektraums).

Nationalpark/Naturpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Tiroler Lechtal war ein Nationalpark Tiroler Lechtal geplant. Er sollte ein Gebiet von 4138 Hektar umfassen. Seit 1997 waren konkrete Bemühungen im Gange, die Lechauen und ihre Seitentäler zu einem Nationalpark zu erklären. Bereits 2000 wurde das Gebiet als Natura 2000 an die Europäische Kommission in Brüssel gemeldet (Europaschutzgebiet Lechtal). Anfang Februar 2003 wurde das offizielle Begutachtungsverfahren für ein Nationalparkgesetz Tiroler Lechtal eingeleitet. Schließlich erfolgte die Entscheidung für einen Naturpark und gegen einen international anerkannten Nationalpark unter anderem wegen Konflikten mit der Jagd. Die Tiroler Landesregierung beschloss allerdings im Jahr 2004 stattdessen die Errichtung eines Naturschutzgebietes und vergab gleichzeitig das Prädikat Naturpark (Naturpark Tiroler Lech).

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwähnenswert sind die inneralpine Flusslandschaft mit ihren Wacholderbäumen, mit den Beständen der Deutschen Tamariske (Myricaria germanica), der Vogelreichtum und mindestens 1160 nachgewiesene Blütenpflanzen.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lechtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Klimadaten von Österreich 1971 - 2000
  2. Ski Arlberg, Pool West: Tickets - Lech, Oberlech, Zürs. Abgerufen am 24. August 2017.