Ledde

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Ledde
„In Silber (Weiß) über einem mit einer silbernen (weißen) Grubenlampe belegten roten Dreiberg, zwei rote Pflugscharen.“
Koordinaten: 52° 14′ 21″ N, 7° 48′ 55″ O
Höhe: 85 m
Fläche: 16,34 km²
Einwohner: 1732 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 49545
Vorwahlen: 05482, 05456
Ledde (Nordrhein-Westfalen)
Ledde

Lage von Ledde in Nordrhein-Westfalen

Ledde ist einer von vier Ortsteilen der Stadt Tecklenburg in der westfälischen Region Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt). Vor allem die evangelische Dorfkirche und die alten Fachwerkhäuser in den Ledder Bauerschaften sind sehenswert. Die Ortschaft liegt an der Ibbenbürener Aa, in einem Tal zwischen dem Schafberg und dem Teutoburger Wald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ledder Kirche im Ortszentrum.

Die Geschichte Leddes lässt sich bis in die Zeit zwischen 9600 und 6500 v. Chr. zurückverfolgen, als dort eine mittel- bis jungsteinzeitliche Nomadensiedlung entstand. Viele archäologische Funde aus Ledde wie Pfeilspitzen und Steinbeile sind im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne ausgestellt.

Nach der Christianisierung entstand rund um eine erste romanische Kirche eine Siedlung von Handwerkern und Kaufleuten. Urkundlich wurde Ledde erstmals um 1160 als Lytha erwähnt[1]. Im 13. Jahrhundert machte sich die Pfarrei Ledde von Ibbenbüren unabhängig. In der Reformationszeit wurde der Ort evangelisch.

Im Jahre 1809 unter der Napoleonischen Herrschaft wurde Ledde der Mairie und dem Kanton Tecklenburg unterstellt. Ab 1836 hatte Ledde einen eigenen Bürgermeister. Ab 1844 entstand ein Amt Ledde, das seit 1856 zum Amt Tecklenburg gehörte.

Mit der Gemeindereform und der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, verlor Ledde endgültig seine Unabhängigkeit. Das Amt Tecklenburg wurde aufgelöst, und Ledde ist seitdem ein Ortsteil der Stadt Tecklenburg.[2]

2010 feierte der Ort Ledde sein 850jähriges Bestehen unter dem Motto "Ledde 850 Jahre jung" mit zahlreichen Veranstaltungen, den Abschluss des Jubiläumsjahres bildete ein Festwochenende vom 10.–12. September 2010.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortswappen von Ledde

Seit 1967 hat Ledde ein eigenes Wappen: In Silber über einem mit einer silbernen Grubenlampe belegten roten Dreiberg zwei rote Pflugscharen. Die Pflugscharen symbolisieren die Landwirtschaft, während die Grubenlampe auf die Bergbautradition hinweist.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ledder Wassermühle

In Ledde gibt es eine Grundschule, mehrere Gaststätten und verschiedene Einkaufsmöglichkeiten. Die Ledder Werkstätten beschäftigen über 1000 Menschen mit Behinderungen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ledde Danebrock existierte bis 1906 das Schwefelbad Bad Ledde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adelheid Torhorst (1884–1968) deutsche Pädagogin und Politikerin.
  • Marie Torhorst (1888–1989) deutsche Politikerin (SPD, SED), MdV und Pädagogin.
  • Hermann Höhn (1912–1997) war von 1958 bis 1978 Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Ledde und wesentlich an Gründung und Aufbau der Ledder Werkstätten beteiligt

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ledde. Eine Dorfchronik. Hg. von Brigitte Jahnke im Auftrag des Festkomitees 850 Jahre Ledde,. Norderstedt 2010.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 318.
  3. Archiv Unser Dorf Ledde: 850 Jahre Webseite des Ortes Ledde; abgerufen am 25. Juni 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]