Ledeuix

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Ledeuix
Ledeuix (Frankreich)
Ledeuix
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Oloron-Sainte-Marie
Kanton Oloron-Sainte-Marie-2
Gemeindeverband Haut Béarn
Koordinaten 43° 13′ N, 0° 37′ WKoordinaten: 43° 13′ N, 0° 37′ W
Höhe 185–341 m
Fläche 13,52 km2
Einwohner 1.035 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 77 Einw./km2
Postleitzahl 64400
INSEE-Code
Website www.ledeuix.com

Rathaus von Ledeuix

Ledeuix ist eine französische Gemeinde mit 1035 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Oloron-Sainte-Marie und zum Kanton Oloron-Sainte-Marie-2 (bis 2015: Kanton Oloron-Sainte-Marie-Est).

Die Bewohner werden Leduchois oder Leduchoises genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ledeuix liegt ca. 3,5 km nordwestlich und damit im urbanen Einzugsbereich von Oloron-Sainte-Marie in der historischen Provinz Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Lucq-de-Béarn Cardesse
Verdets Nachbargemeinden Oloron-Sainte-Marie
Moumour Oloron-Sainte-Marie Estos

Ledeuix liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour am rechten Ufer des Gave d’Oloron, einem seiner Nebenflüsse.

Zuflüsse des Gave strömen durch das Gebiet der Gemeinde:

  • der Laberou mit seinem Nebenfluss,
    • dem Ruisseau de Gourguet,
  • der Ruisseau Blalière und
  • die Auronce mit ihren Nebenflüssen
    • Ruisseau de Puyoulet und
    • Berdoustou.

Ebenso bewässern Nebenflüsse der Lèze die Gemeinde:

  • der Ruisseau de Malarode und
  • der Ruisseau de l’Artigaus mit seinem Nebenfluss,
    • dem Ruisseau de Labaigt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Volkszählung im Béarn im Jahr 1385 wurden in Ledeuix 43 Haushalte verzeichnet und vermerkt, dass der Ort zur Bailliage von Oloron gehörte. Diese Größe weist auf eine gewisse Bedeutung der Gemeinde im Mittelalter hin. Vom Ende des 13. Jahrhunderts an bildeten die Grundherren von Ledeuix die Spitzen des Bürgertums in Oloron. Für eine längere Zeit war das Laienkloster von der Abtei von Lucq-de-Béarn abhängig gewesen, bevor es Vasall des Vicomtes von Béarn wurde.[3][4]

Toponyme und Erwähnungen von Ledeuix waren:

  • Ledux (10. Jahrhundert, Kopialbuch der Abtei von Lucq, S. 269),
  • Leduixs (13. Jahrhundert, fors de Béarn, Manuskript aus dem 14. Jahrhundert),
  • Laduix und Laduixs (1328, Urkunden der Vicomté des Béarn),
  • Laduxs (1344, Notare von Pardies, Nr. 2, Blatt 50),
  • Laduxium (1374, Verträge des Notars Luntz),
  • Sent-Martii de Leduxs (1420, Notare von Lucq),
  • Leduix (1538, Manuskriptsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts),
  • Leduis (1750, Karte von Cassini),
  • Leduch (1779, Zählung von Goès),
  • Ledeuix (1793, Notice Communale),
  • Leduix (1801, Bulletin des lois) und
  • Ledeuix (1863, Dictionnaire topographique Béarn-Pays basque).[4][5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem ersten Höchststand der Einwohnerzahl von 820 in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts reduzierte sich die Zahl bei kurzen Erholungsphasen bis nach dem Zweiten Weltkrieg auf rund 450 Einwohner, bevor ein Wachstum auf ein Niveau von rund 1.000 Einwohnern einsetzte, das bis heute gehalten wird.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 718 701 779 1.028 1.087 1.091 990 1.042 1.035
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[6] INSEE ab 2006[7][8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Martin
  • Pfarrkirche von Ledeuix, geweiht Martin von Tours. Die romanische Kirche ist 1308 erstmals in den Schriften erwähnt worden. Das einschiffige Langhaus besitzt eine Länge von drei Jochen, seine Wände sind aus Kalkstein aus Bidache gebaut. Ihr Eingangsportal aus rosafarbenem Sandstein stammt aus der romanischen Epoche und ist mit drei Archivolten verziert. Auf dem Tympanon des Portals befindet sich ein kreisrundes, sehr beschädigtes Christusmonogramm aus dem 13. Jahrhundert, das größte im Béarn. Der Glockenturm datiert aus der Gotik. Das Flechtrippengewölbe des dritten Jochs im Kircheninnern weicht vom übrigen Gewölbe ab und zeigt, dass dieser Teil zu einer späteren Zeit hinzugefügt wurde. Die Auskragungen sind mit bildlichen Motiven verschönert, wie z. B. Sirenen, Engel, Löwen oder Vögel. Die Kapitelle des Chors zeigen Bebilderungen, die vermutlich aus dem 15. Jahrhundert datieren, mit Motiven der Verkündigung des Herrn, der Geburt Christi und des ungläubigen Thomas. Trotz ihres romanischen Ursprungs und ihrer gotischen Umbauten stammen die Glasfenster der Kirche aus dem Jahre 1930.[9][10] Der Altaraufsatz und der Tabernakel im Chor datieren aus dem 17. Jahrhundert. In der Mitte des vergoldeten Altaraufsatzes befindet sich ein Gemälde mit der Darstellung der Kreuzigung von Jesus Christus. Es ist umgeben von mit Blumengirlanden verzierten Schlangensäulen und Voluten. Der obere Teil besteht aus einem Gesims, das mit einem Zahnschnittmotiv ausgeschmückt ist und eine Darstellung von Gottvater zeigt. Eine Taube, die den Heiligen Geist symbolisiert, ist an der Apsiskalotte zu erkennen. Die Tür des Tabernakels ist mit dem Motiv des Jesus Christus im Moment der Verspottung ausgearbeitet, mit den Heiligen Petrus und Paulus an den Seiten. Seine äußeren Felder bebildern die Verkündigung des Herrn, der obere Teil ist mit zwei Flügeln eingerahmt, auf denen Engeln in Tuniken zu sehen sind.[11]
Schloss Verlée in Ledeuix
  • Schloss Verlée. Es ist südlich der Pfarrkirche gelegen und handelt sich ursprünglich um das Laienkloster, das im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde und sich im Besitz der Familie Esgoarrabaque befand. Es gelangte erst in die Hände der Grundherren von Luxe, im 18. Jahrhundert der Familie Verlée, von der das Schloss seinen Namen erhielt. Ein Mitglied der Familie, Catherine Grand, geborene Verlée, heiratete Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord am 9. September 1802. Der Grundriss des Schlosses hat die Form eines Vierecks mit einem Innenhof, der es erlaubte, die landwirtschaftlichen Nebengebäude vom Wohntrakt zu trennen. Mit Schiefer gedeckte Giebelgauben beleuchten das Dachgeschoss. Die Hauptfassade besitzt eine Toreinfahrt und einen Eingang mit Pilastern. Sie wird von zwei Ecktürmen eingerahmt, einer mit einem Spitzdach bedeckt, der andere mit einer Haube. Eine Treppe führt innen zu den Wohnräumen, von denen einige ihre Täfelung und Stuck mit Jahreszeitmotiven aus dem 18. Jahrhundert erhalten haben.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ossau-Iraty

Handel und Dienstleistungen sind wichtige Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde. Ledeuix liegt in der Zone AOC des Ossau-Iraty, eines traditionell hergestellten Schnittkäses aus Schafmilch.[13]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[14]
Gesamt = 80

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule.[15]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ledeuix ist angeschlossen an die Routes départementales 9, 27, 103 und 110 und ist über eine Linie des Busnetzes Transports 64 mit Oloron-Sainte-Marie und anderen Gemeinden des Départements verbunden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ledeuix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pyrénées-Atlantiques Gentilé (fr) habitant.fr. Abgerufen am 20. Juli 2017.
  2. Ma commune : Ledeuix (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 20. Juli 2017.
  3. Conseil régional d’Aquitaine: Ledeuix (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 15. Februar 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 20. Juli 2017.
  4. a b Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 98. 1863. Abgerufen am 20. Juli 2017.
  5. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 20. Juli 2017.
  6. a b Notice Communale Ledeuix (fr) EHESS. Abgerufen am 20. Juli 2017.
  7. Populations légales 2006 Commune de Ledeuix (64328) (fr) INSEE. Abgerufen am 20. Juli 2017.
  8. Populations légales 2014 Commune de Ledeuix (64328) (fr) INSEE. Abgerufen am 20. Juli 2017.
  9. Église Saint-Martin (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 20. Juli 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. Chrisme de l’église Saint-Martin (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 20. Juli 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. Retable et tabernacle du chœur de l’église Saint-Martin (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 20. Juli 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. Château Verlée (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 7. Februar 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 20. Juli 2017.
  13. Institut national de l’origine et de la qualité - Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 20. Juli 2017.
  14. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Ledeuix (64328) (fr) INSEE. Abgerufen am 20. Juli 2017.
  15. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 20. Juli 2017.