Leerrohr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Leerrohr mit vier eingezogenen Koaxialkabeln
Mit Gipsmörtel befestigte Leerrohre im Rohbau

Als Leerrohr wird in der Bauwirtschaft ein starres oder flexibles Rohr aus Kunststoff oder Metall zur Installation von elektrischen Leitungen oder Rohrleitungen bezeichnet.

Leerrohre werden auch als Wellrohr, Installationsrohr, sowie in anderen Disziplinen als Wellschlauch bezeichnet. Gängige Außendurchmesser sind 13, 16, 23, 29 und 35 mm.

In der Elektroinstallation dienen Leerrohre der geordneten Verlegung und Befestigung von Leitungen, als Kabelschutzrohr sowie zur Vorbereitung einer späteren Auswechselung oder Nachinstallation kabelgebundener Versorgungsleitungen.

In der Heizungs- und Sanitärinstallation werden Leerrohre zum Schutz von Rohrleitungen vor Korrosion sowie vor mechanischer Beschädigung von Kunststoffrohren eingesetzt.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gebäuden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leerrohre werden verwendet, um stromführende Leitungen in Beton oder in Hohlwänden zu führen.

Üblich ist die Verlegung von Ader- und Steuerleitungen, Antennen-, Netzwerk- und Telefonkabeln in Leerrohren, um diese zu schützen und nachträglich auswechseln zu können. Die Leitungssysteme der Kommunikationstechnik werden aufgrund wechselnder Anforderungen in der Regel öfter erneuert und angepasst, als die übrige Installation.

Leerrohre werden im Verlauf der Elektroinstallation meist in Schlitzen im Mauerwerk ("Unterputz" bzw. "UP") geführt. Seltener wird der Wandputz in ausreichender Stärke aufgetragen, um die Leerrohre auf der Rohbauwand ("im Putz") verlegen zu können.

Die DIN 18015-3 sieht die Verlegung der elektrischen Installationen innerhalb bestimmter Installationszonen vor, die parallel zu Fußboden, Decke, Raumecken und Wandöffnungen verlaufen.

Das nachträgliche Einziehen von Leitungen wird durch Verwendung von Zugdrähten (in Österreich „Feder“), Gleitmittel, Druckluft oder mithilfe von Staubsauger oder Vakuumpumpe erzeugtem Unterdruck erleichtert.[1][2]

Im Außenbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Erde werden Leerrohre häufig dann verlegt, wenn die Erde wegen Tiefbauarbeiten zur Verlegung von Versorgungsleitungen ohnehin aufgegraben wurde. Kabelschutzrohre bieten Schutz gegen Feuchtigkeit und mechanische Beanspruchung.

Materialien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Günter Boy, Uwe Dunkhase: Elektro-Installationstechnik Die Meisterprüfung. 12. Auflage, Vogel Buchverlag, Oldenburg und Würzburg, 2007, ISBN 978-3-8343-3079-6
  • Winfrid Hauke, Rolf Thaele, Günter Reck: RWE Energie Bau-Handbuch. 12. Ausgabe, Energie-Verlag GmbH, Heidelberg, 1998, ISBN 3-87200-700-9

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.ruma-wiremate.de/
  2. http://www.patent-de.com/20040826/DE19524917B4.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]