Leggiuno

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Leggiuno
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Leggiuno (Italien)
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Varese (VA)
Lokale Bezeichnung Leggiün
Koordinaten 45° 53′ N, 8° 37′ OKoordinaten: 45° 52′ 30″ N, 8° 37′ 18″ O
Höhe 240 m s.l.m.
Fläche 13,19 km²
Einwohner 3.738 (31. Dez. 2019)[1]
Fraktionen Arolo, Ballarate, Baraggia, Bosco, Casa Motta, Campagna, Cellina, Cobbione, Ghirate, La Gesiola, Marzaro, Mirasole, Quicchio, Reno, Roncaccio, Rozzoni, Santa Caterina del Sasso, Santa Maria, Sasso Moro
Postleitzahl 21038
Vorwahl 0332
ISTAT-Nummer 012088
Volksbezeichnung leggiunesi
Schutzpatron Stephanus (26. Dezember)
Website Leggiuno
Gemeinde Leggiuno in der Provinz Varese
Arolo vom Sasso Moro geschaut
Kloster Santa Caterina del Sasso
Kirche Santi Primo und Feliciano
Kirche Karl Borromäus und Petrus von Verona im Ortsteil Arolo
Luigi Riva

Leggiuno (Varesino Dialekt Leggiün [ledʤùno]) ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Varese in der Region Lombardei.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa 18 Kilometer westnordwestlich von Varese; der Lago Maggiore trennt sie von der Provinz Verbano-Cusio-Ossola. Die Gemeinde Leggiuno liegt am Ostufer des Lago Maggiore zwischen Laveno-Mombello im Norden und Monvalle im Süden. Das Dorf Leggiuno selbst liegt rund 2 km vom See entfernt, wenig westlich des Monte Sangiano (532 m ü. M.), der einen markanten Punkt im Dorf darstellt. Die Gemeinde bedeckt eine Fläche von 13,19 km². Leggiuno umfasst in insgesamt 19 Fraktionen (italienisch frazioni) untergliedert: Arolo, Ballarate, Baraggia, Bosco, Casa Motta, Campagna, Cellina, Cobbione, Ghirate, La Gesiola, Marzaro, Mirasole, Quicchio, Reno, Roncaccio, Rozzoni, Santa Caterina del Sasso, Santa Maria und Sasso Moro. Das Flüsschen Rio Ballarate durchquert das Gemeindegebiet vom Nordosten bis zu seiner Mündung in den Lago Maggiore bei der Fraktion Arolo im Süden der Gemeinde. Die Nachbargemeinden sind Belgirate (VB), Besozzo, Caravate, Laveno-Mombello, Monvalle, Sangiano und Stresa (VB).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Weiler Arolo brachten Archäologen 1964 einige Funde aus der Bronzezeit ans Licht. Unter diesen wurden insbesondere eine Brosche, ein Speer, ein Armband, ein Bronzedrehmoment und sogar der Stachel einer Stange gefunden, dank derer man davon ausgehen konnte, dass in der Zeit zwischen 2200 und 2000 vor Christus im Dorf ein Gräberfeld angelegt wurde. Für die Jahre der langobardischen Herrschaft war das einzige gesicherte Zeichen dieser Zeit ein rechteckiges Grab aus Dolomitgestein, das auf dem Monte Piaggio im Dorf Arolo gefunden wurde.

Leggiuno, ein Dorf an der Spitze einer Pfarrkirche, das in den Statuten der Straßen und Gewässer der Grafschaft Mailand von 1346 als Lezeduno erwähnt wird, war eine der Gemeinden, die zur Instandhaltung der Straße von Rho beitrugen (1346). In den Registern des Estimo (Grundbuch) des Herzogtums Mailand von 1558 und den nachfolgenden Aktualisierungen im 17. und 18. Jahrhundert war Leggiuno noch Vorsteher einer Pieve. Im Jahr 1751 wurde Leggiuno an den Grafen Pietro Besozzi belehnt, der dafür 126 Lire erhielt, einschließlich des Gehalts des Sammlers. Der Feudalrichter residierte an diesem Ort. Damals war es Carlo Perabò, auf dessen Strafbank der Konsul einen Eid ablegte und 5 Lire pro Jahr zahlte. Strafsachen von Personen, die dem Hauptrichter unterstellt waren, fielen in die Zuständigkeit des königlichen Richters mit Sitz in Varese.

1554 und 1630 traf die Pest das kleine Dorf Leggiuno und ein Großteil der Bewohner starb. Die Gemeinde wurde von drei Regenten vertreten, d. h. zwei Ratsmitgliedern und einem Bürgermeister, die von den auf dem öffentlichen Platz versammelten Wählern gewählt wurden und auf unbestimmte Zeit im Amt blieben, bis die Wähler etwas anderes beschlossen oder die gewählten Mitglieder darauf verzichteten. Die Regenten, die von der Zahlung persönlicher Steuern befreit waren, waren mit der Verwaltung der Gemeinde und der Überwachung der Verteilung der Ausschüttungen betraut. Der Kanzler, der ein Gehalt von 13 Lire bezog, residierte im Territorium und führte die Bücher der Gemeinde. Es gab etwa 400 Einwohner, sowohl sammelbare als auch nicht sammelbare.

Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Gemeinde wieder zu einem wichtigen Zentrum und gehörte bis 1927 zum Bezirk Varese, damals in der Provinz Como gelegen. Der Bezirk Varese wurde 1927 im Zuge der vom faschistischen Regime gewünschten Reorganisation der Staatsstruktur abgeschafft, und Leggiuno wurde damit in die neu gegründete Provinz Varese aufgenommen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1751 1805 1809 1853 1861 1881 1901 1921 1951 1971 1991 2001 2016 2021
Einwohner 400 375 *1598 580 726 842 860 958 1951 2817 2878 2863 3820 3680

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche Santo Stefano wurde im 19. Jahrhundert grundlegend renoviert und erweitert und im Sommer 1894 durch den damaligen Bischof von Pavia, Monsignore Agostino Gaetano Riboldi, eingeweiht. Die Arbeiten betrafen auch den Glockenturm, der auf dem früheren romanischen Turm errichtet wurde.
  • Die Kirche von Arolo hingegen wurde im 16. Jahrhundert erbaut und den Heiligen Karl Borromäus und Petrus von Verona geweiht; sie beherbergt eine Orgel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, ein Werk von Fortunato Ossola, einem Handwerker aus Gropello Cairoli.
  • Zu den weiteren Sakralbauten gehört die Einsiedelei Santa Caterina del Sasso, die auf einem Felsen über dem See errichtet wurde. Besonders bemerkenswert sind der Saal des ehemaligen Refektoriums der Mönche, die mittelalterlichen Kapellen Beato Alberto Besozzi, Santa Maria Nova, Santa Caterina und San Nicolao, die früher getrennt waren und Ende des 16. Jahrhunderts zu einer schönen Kirche vereinigt wurden.
  • Die Kirche der Heiligen Primo und Feliciano geht auf das 10. Jahrhundert zurück. Jahrhundert auf Initiative des Franken Eremberto auf einer bereits bestehenden heidnischen Kirche erbaut und ursprünglich dem heiligen Bischof Siro geweiht, wurden 846 die Reliquien der Märtyrer Primo und Feliciano als Geschenk des Papstes während einer Pilgerreise nach Rom in die Kirche übertragen. Die Kirche erhielt dann den Namen der beiden Märtyrer und wurde in den folgenden Jahrhunderten in ihrer heutigen romanischen Form umgebaut. Das Gebäude, dem ein kleiner Friedhof mit römischen Altären und Inschriften aus dem frühen Mittelalter vorgelagert ist, hat eine Giebelfassade mit einem Portal und wiederhergestellten Säulen mit Kapitellen aus der alten Kirche; der zentrale, mit Ziegeln verkleidete Rundbogen stammt aus dem 14. Der Glockenturm, dessen sorgfältiges Mauerwerk gut erhalten ist, stammt aus dem 11. Das Innere der Kirche ist rechteckig, mit einem gotischen Saal, der von einem doppelten Kreuzgewölbe mit Rippen bedeckt ist. Der Umriss scheint der der ersten frühmittelalterlichen Kirche zu sein.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof von Leggiuno und der Nachbargemeinde Monvalle liegt an der Bahnstrecke Luino–Novara.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 235.
  • Lombardia – Touring club italiano, Touring Editore (1999), ISBN 88-365-1325-5, Leggiuno Online auf italienisch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Leggiuno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
Panorama von Leggiuno