Legic

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Legic Identsystems AG

170412 SK logo-legic 2017.png
Rechtsform Aktiengesellschaft[1]
Gründung 1990, 2002 Umwandlung in eigenständige AG
Sitz Wetzikon, Schweiz
Leitung Christoph Beckenbauer
Branche Sicherheitstechnologie
Website www.legic.com

Die Legic Identsystems AG (Eigenschreibweise LEGIC) mit Sitz in Wetzikon ist ein international tätiger Schweizer Anbieter von Hardware, Software und Services im Bereich der kontaktlosen Personenidentifikation. In diesem Bereich wird das Unternehmen als führend angesehen.[2] Das Portfolio umfasst Leserchips, Transponder-Chips sowie Software und Services zur Verwaltung von ID-Systemen. Die Produkte sind konform mit den ISO Standards ISO 15693, ISO/IEC 14443, ISO 18092 (NFC) sowie dem prime RF-Standard.

Legic pflegt ein weltweites Netzwerk mit derzeit über 300 lizenzierten Partner-Unternehmen. Auf Basis der Technologie-Plattform entwickeln diese eine Vielzahl von ID-Systemen mit Anwendungen wie Personalzeiterfassung, Zutrittskontrolle, Biometrie, E-Payment, Parken, Ticketing sowie weitere Multiapplikationen.

Das Unternehmen hat seine Wurzeln im 1990 geschaffenen Geschäftsbereich «Legic Identsystems» der Kaba AG in Wetzikon. 2002 wurde der Geschäftsbereich in eine eigenständige Aktiengesellschaft umgewandelt. 1992 präsentierte man als erstes Unternehmen eine kontaktlose und sichere Smart Card Technologie für die Zutrittskontrolle und andere Identifikationsanwendungen auf der Frequenz von 13,56 MHz.

Produkte und Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Beratung für Endanwender und Support für Lizenzpartner bietet das Unternehmen folgende Produkte und Dienstleistungen:

Leser-ICs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leser-ICs sind konform mit dem ISO-Standards ISO 15693, ISO/IEC 14443, ISO 18092 (NFC) sowie dem prime Standard. Die 4000 / 6000 Serie unterstützt ausserdem die kryptografischen Funktionen von Transpondern von Drittanbietern. Das Unternehmen achtet bei der Entwicklung seiner Leser-ICs auf eine kleine Baugrösse und einen niedrigen Stromverbrauch.

Smartcard-ICs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legic advant ist die fortschrittlichste Transponder-Technologie des Unternehmens. Die advant Technologie ist erhältlich als Chip oder als Applet für NFC-Smartphones und Bankkarten und kompatibel zu den ISO-Standards 15693 und 14443. Auf ihnen können bis zu 4096 Bytes gespeichert und bis zu 127 Applikationen kombiniert werden. Zur Verschlüsselung der Kommunikationswege können Industriestandards wie AES, 3DES und DES verwendet werden. Legic prime ist die Vorgänger-Technologie von advant und nach wie vor weit verbreitet.

Software und Services[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sicherheitskonzept Master-Token System-Control bindet die Kontrolle über ein ID-System an eine spezielle, physische Smartcard und soll einem Systembetreiber die Unabhängigkeit von Lieferanten garantieren. Es werden ausserdem Software zur Verwaltung von Anwendungen und Berechtigungen in einem ID-System angeboten.

Legic Connect ist ein sicherer end-to-end Service für die Bereitstellung und die sofortige Verwendung von ID-Kartenfunktionalität auf Mobiltelefonen. Er ermöglicht die sofortige Nutzung von Smartcard-Anwendungen, wie z. B. Zutrittskontrolle, Parking, Ticketing etc. auf einem Smartphone. Auch im Automotive-Bereich finden sich Anwendungen. So stattete Legic alle Carsharing-Fahrzeugen von BMW mit einer Smartphone-basierten Zutrittskontrolle aus.[3]

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Dezember 2009 wurde von Karsten Nohl und Henryk Plötz während des Chaos Communication Congress bekannt gegeben, dass es möglich ist, Transponder des Typs Legic prime herzustellen, ohne im Besitz eines autorisierten Master-Token zu sein. Hierdurch können solche Transponder auch von nicht autorisierten Personen kopiert und modifiziert werden. Der Hersteller ergänzte daraufhin die Beschreibung des Systems um den Hinweis „Basissicherheit mit Fokus auf Organisation und Komfort“. Im Januar 2010 berichtete das ARD-Fernsehmagazin Kontraste, dass an mindestens fünf deutschen Flughäfen Legic prime als Zugangskontrollsystem für sicherheitskritische Bereiche eingesetzt wird. Die Branchenfachzeitschrift Protector & Wik kommentierte kurz darauf: „Bei näherer Betrachtung zeigt sich allerdings, dass der Beitrag viel mehr auf medienwirksame Panikmache als auf solide Information setzt.“[4] Wobei jedoch lediglich die Tragweite des Problems unterschiedlich bewertet wird, der Angriff als solches wird nicht in Frage gestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag der «Legic Identsystems AG» im Handelsregister des Kantons Zürich@1@2Vorlage:Toter Link/zh.powernet.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Klaus Schmeh: Elektronische Ausweisdokumente. Hanser Verlag, 2009, ISBN 978-3-446-41918-6, S. 91
  3. Viel Schweizer Qualität unter der Kühlerhaube von Audi, BMW oder VW. In: Aargauer Zeitung, 19. September 2015; abgerufen am 20. November 2018
  4. Legic bei sicherheit.info